Andreas Rüdig

Fachangestellter für Bäderbetriebe

Der Fachangestellte für Bäderbetriebe ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsbetrieb. Die Beaufsichtigung und Kontrolle des Badebetriebes ist seine Hauptaufgabe.

Hilfe! Zur Hilfe! Ich ertrinke!

Also nein; ruft diese alte Schrulle doch tatsächlich wieder um Hilfe. Sie sucht doch nur einen Grund, mir um den Hals zu fallen und mich zu küssen.

Hilfe! Zur Hilfe! Da steckt ein Kind im Abflußrohr und verstopft es.

Ein Fehlalarm. Das hat im Wasser nur so ausgesehen.

Hilfe! Zur Hilfe! Ich habe meinen Ehering verloren.

Da möchte jemand nur den perfekten Köpfer erleben und sehen, wie ich wie ein Fisch tauche.

Das hört sich gar nicht nach Baywatch und Rettungsschwimmen am Strand von Kalifornien (USA) aus, nicht wahr? Doch wie soll man einen stinknormalen (und sei es nur nach Chlor!) Beruf beschreiben, den niemand kennt, niemand ausüben möchte und der deswegen ein Mangelberuf ist. Genau: Wir führen ein fiktives Interview mit dem nicht existierenden Wansgar Wibbelschwimm.

Herr Wibbelschwimm, Sie sind dreifacher Deutscher Meister im Rettungsschwimmen, einer Sportart, die offiziell vom Deutschen Schwimmer-Bund nicht anerkannt ist.

Was ist persönlich sehr bedauerlich finde. Wir halten uns gesund, indem wir Sport treiben und tun dabei zusätzlich etwas gesellschaftlich wertvolles. Ich mache das schon von Kindesbeinen an. Ich wollte Beruf und Hobby miteinander verbinden. Also bin ich Fachangestellter für Bäderbetriebe geworden.

Ist Leistungssport Grundvoraussetzung dafür?

Nein, überhaupt nicht. Klar: Man sollte schon schwimmen können. Und engagiert sein.

Was sind Ihre dramatischten, Ihre gefährlichsten Einsätze?

Wenn Leuten im Wasser tatsächlich etwas passiert. Natürlich kann ich die Leute aus dem Wasser holen und Erste Hilfe leisten. 95 % des Tages sind aber Routineaufgaben, Wasser und Anlagen kontrollieren, putzen u. ä.

Alles in allem also ein langweiliger Beruf?

Nein, das würde ich nicht sagen. Es ist wie in vielen anderen Berufen auch. Man weiß schnell, was man wann zu tun hat.

Warum sollte ein junger Mensch diesen Beruf ergreifen?

Als Junge bekommt man hier viele hübsche junge Mädchen zu sehen. Nein, Spaß beiseite. Wer sich gerne bewegt und mit anderen Menschen zusammen ist, der sollte sich schon überlegen, ob er diesen Beruf ergreift.


Um es noch einmal deutlich zu sagen: Vorsicht! Dieser Text ist meiner Phantasie entsprungen. BerufeNet heißt die elektronische Datenbank der Bundesagentur für Arbeit, die ein realistische Bild des Berufs vermittelt.
 

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