Wilhelm Westerkamp

Ein Mann und seine Probleme

Als die rotgeränderten Augen des kräftigen Mannes wie ein Meer aus Flammen aussah und sein Rücken breiter war als die der meisten Männer, durchzog ihn jedoch eine sehr sensible Seele, die den kräftigen Mann rasch aus dem Gleichgewicht bringen konnte, welches man von seiner äußeren Statur her, aber niemals erahnen würde.
Doch manchmal lachte er über sich selbst, über seine Schüchternheit, seine Unsicherheiten und die Stimmungsschwankungen und vieles andere mehr. So konnte er aber mit seinen Schwächen nicht immer so humorvoll umgehen und manchmal schämte er sich dafür so sehr, das er so rot werden konnte wie das Blut in seinen Adern und wenn man ihn dabei zufälligerweise beobachtete, dann wurde seine Scham noch eklatanter und er wäre dann am liebsten im Erdboden versunken.
So war dieser Mann ein Paria in unserer Gesellschaft, der aufgrund seiner Statur jedoch, doch irgendwie auffallen musste bei seine Mitbürgern, doch weil er bedingt durch seine krankhafte Schüchternheit selten mit ihnen ins Gespräch kam, mieden sie ihn auch bald, weil sie aus dem merkwürdigen Kerl nicht so recht schlau wurden.
So ging dieser „Bär von Mann“, still durch seine Heimatstadt, dabei nicht fähig ein einziges Wort mit seinen Mitbürger zu wechseln, weil es seine “Komplexe” wohl nicht zuließen oder er vielleicht nicht genügend dagegen angekämpft hatte. So weiß man eben nicht genau, was diesen Mann so werden ließ wie er war und ob er diesen eigenwilligen Hang, sich seinen Mitmenschen so wortkarg zu geben, aus der Not geboren wurde. So wandten sich seine Mitmenschen von ihm ab, weil sie nicht mehr wussten, wie sie mit dem merkwürdigen Mann umgehen sollten, der so still war, wie nur wenige Menschen in dieser Gegend und der so neurotisch war, wie eben dieser einsame und unglückliche Mann.

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