Heinz-Walter Hoetter

Erinnerungen in der Ewigkeit

Es ist früh am Morgen. Ich liege wach im Bett. Die Sonne scheint durch mein offenes Fenster, und es duftet nach frischer Luft.


Die Arbeit ruft.


Ich weiß, ich werde auch heute wieder einen glücklichen Tag erleben und meinen Weg durch dieses Dasein in Dankbarkeit und Demut gehen.


Ich werde mich von den Lügen dieser Welt nicht beirren und verführen lassen.


Ich werde für meine Frau und meine Kinder immer ein guter Vater sein.


Meine Arbeit in den Docks unten im Hafen ist schwer.


Aber das Geld, was ich da verdiene, das werde ich nicht vertrinken oder bei den Huren lassen, wie es so viele meiner Kollegen tun, sondern jeden Cent meiner lieben Familie geben, damit wir alle ein menschenwürdiges Leben führen können.


Ja..., die Zeiten sind hart, das Geld ist knapp.


Ich will trotzdem ein gutes Vorbild für meine Söhne und Töchter sein, damit sie sich jederzeit ihres Lebens an ihre schöne Familie immer wieder gerne zurückerinnern, gerade dann, wenn es ihnen mal nicht so gut gehen sollte.


 

Das ist für mich wichtig.


Ich stehe frohen Mutes auf und gehe ans offene Fenster.


Die helle Morgensonne wärmt freundlich mein Gesicht.


Ich bete zu meinem Schöpfer und danke ihm für die Kraft und die Gesundheit, die er mir auch für diesen Tag wieder gegeben hat.


Ich gehe hinunter in die Küche, wo meine Frau und meine Kinder schon auf mich warten.


Ich begrüße sie alle herzlich. Ich drücke einen nach dem anderen.


Wir freuen uns gemeinsam über den schönen Tag.


Wir essen und lachen zusammen.


Wir sind froh und freuen uns und sind alle zufrieden.


Es ist ein großes Glück für uns alle, so leben zu dürfen.


Bevor ich sie verlasse und in die Arbeit gehe, bekommen alle noch einen Kuss von mir.


Ich nehme ganz besonders meine Frau liebevoll in die Arme.


Dann verlasse ich das Haus und mache mich auf den Weg in die Arbeit.


Noch einmal schaue ich zurück.


Alle stehen an der Tür unseres Hauses, lachen und winken mir zu.


Ich erreiche die Straße und schlage die Richtung zum Bahnhof ein.


Plötzlich kommt mir ein Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit entgegen.


Es rast direkt auf mich zu.


Ich kann nicht mehr ausweichen und werde auf dem schmalen Gehweg von dem schweren Fahrzeug überrollt und zu Boden gerissen.


Ich sehe den blauen Morgenhimmel über mir.


Dann verliere ich das Bewusstsein.

***

Als ich wieder aufwache, liege ich in meinem Bett und schaue hinüber zum offenen Schlafzimmerfenster. Es ist früh am Morgen. Der Himmel ist wunderbar blau.


Die goldgelben Strahlen der Sonne scheinen mir ins Gesicht, als ich aufstehe und ans Fenster trete.


Draußen hat sich die Wirklichkeit verändert.


Sie ist so anders als die Welt, in der ich vor langer Zeit einmal als Mensch gelebt habe.


Doch alles das, was ich geträumt habe, waren nur Erinnerungen an eine längst vergangene, aber sehr schöne Zeit auf der Erde, auf der ich mal gelegt habe.


Diese Erinnerungen kommen immer wieder in meinen Träumen zurück.


Ich trage die feste Hoffnung in mir, dass wir alle eines Tages wieder vereint sein werden.


Hier..., in der jenseitigen Welt, die nur den ewigen Frieden kennt.


 

ENDE


©Heinz-Walter Hoetter

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