Marlene Remen

DIE PUPPENSTUBE - EINE KINDHEITSERINNERUNG

Gibt es etwas Schöneres, als strahlende und leuchtende Kinderaugen
zu Weihnachten ? Wenn es so viele Überraschungen gibt, an die sie gar
nicht gedacht haben. Nun, heute, in unserer schnelllebigen Zeit, da sind
die Wünsche und auch die Erwartungen andere, als sie es zu meiner
Kinderzeit gewesen sind. In den 50iger Jahren, da waren wir Kinder sehr
schnell mit 1 kleinen Geschenk, meistens selbstgemacht, zufrieden.
Wir kannten es ja auch nicht anders und haben uns wie Schneekönige
auch über etwas Kleines gefreut.

Damals ging ich oft zu einer Freundin, die in der gleichen Strasse wohnte,
zum Spielen. Es gab dort ein Zimmer, in dem viele Musikinstrumente waren
 und an einer Seite im Zimmer die wunderbarsten Spielsachen. Darunter auch
ein Puppenhaus mit 3 Stockwerken, unten Küche und Bad, daüber Wohnzimmer
und unter dem Dach 2 kleine Kinderzimmer. Es waren auch schöne, kleine Möbel
und Püppchen in diesem Puppenhaus. Meine Freundin und ich, wir konnten uns den
ganzen Nachmittag damit beschäftigen. Wenn ich dann am Spätnachmittag nach Hause
kam, konnte ich meiner Mama gar nicht genug davon berichten. Ja, so ein Puppenhaus
hab ich mir auch gewünscht.

Es war das Jahr 1953 und das Weihnachtsfest stand vor der Tür. Ich habe Weihnachten
immer sehr geliebt, die wundervollen Gerüche, die dann schon Wochen vorher durch das Haus
zogen, vom Plätzchenbacken, einfach herrlich. Jeden Samstagabend durften wir Kinder
uns die Sandmännchen - Geschichten im Radio anhören, Fernseher gab es nicht, war auch
nicht notwendig. Danach spielte mein Vater noch ein paar Weihnachtslieder auf seiner
Quetschkommode (Akkordeon) und wir sangen dazu. An diesen Abenden durften wir etwas
länger aufbleiben, sonst war um 19.00 Uhr schlafen gehen angesagt. In der heiligen Nacht
träumten wir von den schönsten Spielsachen, die Bescherung gab es bei uns am 1.Weihnachtstag.

Der Tannenbaum war so schön geschmückt und die Kerzen angezündet, Mama hatte für Alle
Kakao gemacht und wir aßen Plätzchen dazu. Auf dem großen Küchentisch standen die Teller
mit den leckersten Weihnachtsüßigkeiten darin. Wir bekamen auch warme Pullover, Schals und
Handschuhe, alles selbst gestrickt. Dann durften wir uns etwas genauer in der Wohnküche umsehen
und noch kleine Überraschungen entdecken. So fand ich meine kleine Puppenstube, die zwar nur
aus einem Zimmer bestand, gefertigt aus leichtem Holz, in das auch zwei Fenter ausgeschnitten
waren, die aus Cellophanpapier bestanden. Die Seitenwände waren tapeziert, an den Fenstern sogar
Gardinen angebracht und es war möbliert. Ein Tisch, mehrere kleine Stühlchen, einem Regal,
in dem Töpfchen standen und sogar ein Ofen, der aussah, wie unser großer Ofen in der Küche.
Auch gab es mehrere kleine Bettchen und eine niedliche Baby-Wiege.

Das Schönste aber waren all die kleinen Püppchen, ganz winzig und Jedes war auch angezogen.
Auch wenn die Puppenstube kein Dach hatte, war sie für meine kleinere Schwester und mich das
Schönste, was wir jemals gesehen hatten. Wieviel Freude hat uns das Spielen damit gemacht
und wir dachten uns immer wieder Neues aus, was die Püppchen erleben durften.

Es müssen keine teuren Geschenke sein, die Kinderherzen erfreuen können, auch ganz einfache Dinge,
voller Phantasie, sie machen glücklich.







 

Diese Geschichte ist für mein Schwesterlein, die heute
ihren Geburtstag hat. HAPPY BIRTHDAY !!!
Marlene Remen, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.12.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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