Erika Schmidt

Mein Mann und sein Kamm

Mein Mann ist ein ganz lieber Mensch, sonst wäre ich nicht schon 53 Jahre mit ihm verheiratet. Aber wie eigentlich so jeder, hat auch er eine kleine "Macke", nämlich seinen Kamm. Ich würde nicht sagen daß er eitel ist, aber mit seinen Haaren treibt er einen richtigen Kult. Die müssen immer tip top liegen.
Früher waren sie schwarz und recht üppig. Im laufe der Jahre sind sie weiß und oben herum etwas dünner geworden. Aber sie müssen immer noch richtig liegen. Deshalb hat er auch stets einen Kamm in seiner Hosentasche. Es könnte ja mal ein Wind wehen, und dann stehen die Haare ab, das geht gar nicht.
Ein Reservekamm liegt immer im Auto und einer in seinem Rucksack. Das wichtigste Stück im Bad ist natürlich auch der Kamm. Und einer in der Schublade, falls er mal den anderen nicht findet, was schon mal vor kommt. Denn mein Mann ist sehr ordentlich und räumt immer alles auf. Da kann es schon passieren, daß er nicht mehr weiß wo er die Sachen hin gelegt hat. Deshalb habe ich auch einen Kamm in meiner Schublade.
Wenn wir unterwegs sind habe ich auch einen Kamm in meiner Handtasche, für alle Fälle. 
So geht mein Mann immer gut frisiert durchs Leben. Nur eine Situation gibt es, da hilft auch kein Kamm. Wenn wir im Urlaub am Strand entlang laufen und der Wind bläst so richtig kräftig. Da stehen dann die Haare in allen Richtungen, und da darf ich dann mit den Händen auch mal durch struppeln. Das stört ihn nicht, denn da kennt ihn ja keiner. Erst in der Badetasche auf der Liege ist dann natürlich wieder der Kamm. Ich habe mich im laufe der Jahre daran gewöhnt. Mir würde etwas abgehen, wenn es anders wäre. Und so schlecht ist es ja nicht, immer einen ordentlich gekämmten Mann an der Seite zu haben, es gibt schlimmeres.
Mir würde einfach etwas fehlen, wenn nicht öfter der Satz ertönen würde: "Sag mal, weißt du vielleicht wo mein Kamm ist?"



Erika Schmidt

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.12.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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