Heinz-Walter Hoetter

Die Ballade vom einsamen Mann auf dem Friedhof


Er war ganz allein und so unendlich traurig sein vereinsamtes Herz.
Sie war alles, was er jemals gehabt, zurück blieb nur der Schmerz.
Ja, in diesem Leben würde er seinen Engel nie wiedersehen.
Doch ihre Liebe wird immer und ewig sein und niemals vergehen.

So viele wundervolle Jahre gingen sie gemeinsam durchs Leben.
Oh ja, er war glücklich mit ihr jeden Tag. Sie hat ihm alles gegeben.
Aber die dunklen Wege des Schicksals führten beide woanders hin.
Wenn böse Dinge geschehen, fragt man nach des Lebens Sinn.

Welch Unglück! Sein herzallerliebster Engel wurde ganz unerwartet todkrank.
Jeden Tag kam er zu ihr ans Krankenbett und hielt treu liebend ihre kraftlose Hand.
Doch irgendwann sah er dann die letzten Tränen in ihrem gezeichneten Gesicht.
Sie schloss ihre müden Augen und sprach zu ihm leise: "Liebster, vergiss' mich nicht."

Weit draußen, irgendwo am fernen Horizont, glühte tief das letzte Abendrot.
Noch einmal berührten sich sanft ihre Lippen. Dann war seine große Liebe tot.
Jetzt steht er einsam an ihrem Grab unter dem grünen Weidenbaum und weint.
Frische Blumen hat er mitgebracht, doch in seinem Herz nie wieder die Sonne scheint.

Die kleine Geschichte hier hat mir der einsame Mann auf dem Friedhof selbst erzählt.
Noch ein paar Jahre hat er sich seitdem mühsam durch sein bitteres Leben gequält.
Irgendwann habe ich eine Nachricht von einem guten Bekannten bekommen.
Der einsame Mann, den du gekannt, sagte er, hat sich das Leben genommen.

Auf dem kleinen Holzkreuz seines frischen Grabes jetzt zwei Namen stehen.
Eine schöne Inschrift man dort lesen kann: "Unser Liebe wird niemals vergehen!"
Ja, er war ganz alleine gewesen und so unendlich traurig sein einsames Herz.
Doch für immer ist er jetzt bei seiner Liebsten. Sie erfahren nie wieder Schmerz.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Heinz-Walter Hoetter).
Der Beitrag wurde von Heinz-Walter Hoetter auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Jahrbuch der Gefühle – Gedichte vom Schmerz und von der Liebe von Markus Kretschmer



Markus Kretschmer entfaltet in diesem Gedichtband ein Kaleidoskop unterschiedlicher Gefühle, wie sie auch der Leserin und dem Leser aus eigenem Empfinden bekannt sein dürften.

Da findet sich das kleine Glück, das nur Augenblicke lang währt und dennoch ein Strahlen über den ganzen Tag legt, da finden sich die ganz großen Emotionen, Liebe und Trauer Hoffnung und Verzagtheit, aber auch die nagenden Unsicherheiten, die sich mal mehr, mal weniger deutlich in den Vordergrund drängen, meist mit der bangen Frage »Was wäre, wenn…«

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Trauriges / Verzweiflung" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Heinz-Walter Hoetter

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Albion, der Alchemist von Heinz-Walter Hoetter (Fantasy)
Abschied von Dir von Klaus-D. Heid (Trauriges / Verzweiflung)
Pinkes von Lara Otho (Kinder- und Jugendliteratur)