Harry Schloßmacher

EINE GANZ LINKE NUMMER - Urologie in Düren




Es war Freitag, der 4. Januar 2019 ... aber nicht der 13., wie man später meinen sollte. Bin jedoch nicht im geringsten abergläubig !  Zunächst lief alles noch in netten Bahnen. Ich rief deutlich vor 12.00 Uhr die Urologie an. Es dauerte etwas - schließlich meldete sich eine Arzthelferin. Sagte ihr, daß mein Dauer-Katheter verstopft sei und ich nicht mehr urinieren könne. Ein Notfall also ! !  Die Helferin blieb freundlich und zeigte sich hilfsbereit. Quasi das Gegenteil von dem, was später in dieser Praxis ablief. Als Sie hörte, daß wir (Meine Frau war mit dabei) noch einen weiten Anmarschweg mit dem Fahrrad zurücklegen mußten und bekanntlich nicht mehr die Jüngsten sind, gab die nette Helferin uns einen Zeitspielraum: "Bis 12.30 Uhr sind wir noch da. Sie müssen aber an der Türe klopfen, weil wir regulär nur bis 12.00 geöffnet haben."


Meine Frau und ich erreichten das Arztgebäude gegen 12.20 Uhr. "Geh am besten schon mal hoch - ich muß ja noch die Räder abschließen." Hätte Sie es getan, es wäre uns viel Streß erspart geblieben. Aber Biggi wollte nicht. So eilte ich denn als erster die Treppe rauf und klopfte - wie vereinbart - an die Tür. Eine Helferin öffnete sie etwas: "Weshalb kommen Sie ?" Ich stutzte: "Wie, das wissen Sie doch - habe ich einer Kollegin doch alles ausführlich erzählt." Sprach´s und drängte Richtung Empfangs-Theke, wo weitere Helferinnen standen.


Wohl die Obertante lautstark: "Sie wissen ja, daß wir heute nur bis 12.00 Uhr geöffnet haben ! ? " War jetzt nicht nur verdutzt, sondern ganz schön verärgert. Dachte: Wollen die mich jetzt verarschen ? In welchem Film bin ich hier ?  "Ehh, wo ist denn die Kollegin, mit der alles vereinbart wurde ? " Keinen Ton von der Damenriege. "Ja, wenn Sie dies nicht weitergibt, da kann ich natürlich nichts für. Dann ist das ein organisatorisches Problem ihrerseits." Erst nachdem auch meine Frau den Inhalt des Telefongesprächs bestätigt hatte, kam kleinlaut die Bestätigung: "Doch, wir wissen Bescheid." --- "Ja und warum nun dieses Schauspiel mit gespielter Unwissenheit und die Kontrolle an der Türe ? " --- "Wir haben ja nur bis 12.00 Uhr geöffnet und dann sind wir vorsichtig, wenn noch einer rein will." --- "Das ist insofern aber seltsam wie unnütz, weil ihr ja wußtet, daß ich später komme und dann klopfen soll." --- "Die Kollegin hat Sie aber nicht erkannt und deshalb gefragt. Wir sehen ja soviele Gesichter." --- "Wird ja immer schöner. Bin ja nicht zum ersten Mal hier in Behandlung und überhaupt sowas von unbekannt. Zumindest die halbe Fernseh-Welt kennt schon seit Jahrzehnten meine ganz spezielle - anscheinend äußerst seltene - Krankheit und gewisse politische Ambitionen wie andere Qualitäten. Und dann tun sie so, als wenn ich noch unbekannter wäre als Hinz&Kunz ! ?  So was Beklopptes ! Will mich in meiner Heimat bzw. in Düren nicht kennen, wo gerade ich bekannt bin wie ein Bunter Hund. Glaube eher, man  WILL  mich dann nicht kennen bis hin zu "totschweigen" -  aus welchen Gründen auch immer. Kenne dieses hin + her ja bereits lange, aber es ist einfach lächerlich + ganz schön nervig/stressig."  


Die Ober-Helferin - ein Schnösel, deren Opa ich gar sein könnte - wieder energisch: "Herr Schloßmacher..." --- "Ah, es klappt doch ! Dachte schon ich heiße Hinz... oder Kunz... --- "... Sie müssen lernen, sich an Regeln zu halten ! " --- "Bin jetzt nicht ihr Schüler oder Kind - aber wenn es berechtigt wäre, hätte ich vielleicht Verständnis dafür. Hier ging es nämlich nicht mehr darum, die "12.00 Uhr-Regel" einzuhalten, sondern die mit mir getroffene Sonder-Vereinbahrung !  Immerhin geht es ja um einen Notfall - wie ich am Telefon schon deutlich machte - und nicht um einen regulären Katheter-Wechsel. Welchen Grund sollte ich auch sonst haben - hier noch zur Unzeit anzutanzen - wenn ich am Montag ohnehin einen Termin dafür habe ? ?  Denke eher, daß den Radikalen hier die Hilfsbereitschaft am Telefon nicht schmeckte. So versuchten sie, im Nachhinein das ganze Gespräch zu ignorieren, um mich an der Tür noch abwimmeln zu können. Nur so wird für mich - bei all den Seltsamkeiten - ein Schuh draus. Aber, weil auch ich energisch sein kann, besonders wenn ich im Recht bin, hat dieses perfide Streben ja nicht funktioniert. Es hätte mich auch vollends auf die Palme gebracht; denn verarschen kann ich mich selber." ---

 

Helferinnen-Chefin: "Jetzt ist aber gut, Herr Schloßmacher ! "



PS. Trotz allem bin ich froh und dankbar, daß ein Katheter-Wechsel erfolgte. Pinkeln ist nämlich genauso wichtig wie essen + trinken.

 
Ende gut, alles gut !


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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