Wilhelm Westerkamp

Der Spiegel ist offenbar auf einen Betrüger hereingefallen

In der letzten Ausgabe des “SPIEGEL" haben Sie, Frau Beyer, die “Hausmitteilung” vom 22.12.18 gemeinsam mit Ihren Kollegen Herrn K. verfasst, die aber diesmal ausschließlich jenes Thema betrifft, nämlich die Fälschungen von Texten eines von Ihnen fest eingestellten Mitarbeiters bzw. Journalisten.
Aber der schon unter der Überschrift der “Hausmitteilung” in kleinen Lettern gedruckte und in diesem Kontext stehende und vom SPIEGEL, als der “ Der Fall Claas Relotius” hingestellt wird, klingt dubios.
Doch es könnte auch ein “Fall für den " SPIEGEL.” werden, denn der Vorfall ist jetzt schon skandalös, auch wenn Sie sich von der Angelegenheit “erschreckt” zeigen und “das Schlimmste” ist, welches einer Redaktion passieren kann. Aber warum sprechen Sie hier nicht klar und deutlich von „Ihrer Redaktion” und besonders von der Chefredaktion des “Spiegel”, der Sie ja angehörigen?
So ergehen Sie sich in Vorhaltungen und Ausflüchten bezüglich der Texte des in der Kritik stehenden Autors, in dem Sie feststellen, das diese Texte voller “Fehler” und “Täuschungen” wären und sprechen sogar von “Fälschungen” in diesem Zusammenhang: Aber warum erst jetzt?
In einem Interview mit dem NDR verrieten Sie dem Zuschauer zudem, das Sie jeden Text lesen würden bevor er in Druck geht; so müssen Ihnen doch besonders die gefälschten Texte des beschuldigten Autors aufgefallen sein, die Sie aber anscheinend übersehen haben und so halten sich ansonsten fein raus aus der Sache und stopfen sich diesbezüglich die Ohren zu.
Und so schreiben Sie weiter recht nüchtern von einem “Fehler im System” im “SPIEGEL.”, erwähnen aber mit keinem Wort, das sich dahinter jedoch - Menschen - verbergen, nämlich Ihre Redakteurinnen und Redakteure und von denen, die mit den Texten dieses Autors beauftragt wurden, sie „gegenzulesen“, natürlich ebenso in der Verantwortung stehen, wie Sie es im besonderem Maße aus der Sicht der Chefredaktion natürlich auch sein müssen.
So versuchen Sie weiterhin und das ganz geschickt, den Alleinschuldigen jetzt in dem Autor zu suchen, dem gefälschte Texte vorgeworfen werden. Doch es gehören aber immer zwei dazu, sehr geehrte Frau B., und so hat sich nicht nur der Autor die Finger schmutzig gemacht, sondern auch womöglich im gleichen Maße der SPIEGEL Dieser lässt aber erkennen, wie tendenziös er die Angelegenheit sieht, die auch Sie wohl vertreten werden.
Da die Herrschaften vom SPIEGEL. jedoch anderen Menschen (vor allem Prominenten) gerne mal in Textform auf die Füße treten, muss der SPIEGEL. es sich nun gefallen lassen, das man sich in Schadenfreude über ihn ergeht, was den Menschen nicht zu verdenken ist. So scheint mir jedoch das Sprichwort “ Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein “, zu diesem Schauspiel, mir doch sehr passend zu sein.

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