Heinz-Walter Hoetter

Die Geschichte von den drei Träumen

Der erste Traum


Ich träumte von einem Weg, auf dem ich entlang ging.
Der Weg endete ganz plötzlich vor einem tiefen Abgrund.
Ich stand ganz dicht davor. Ein Schauer der Angst lief über
meinen Rücken. Ich dachte schon, dass ich hinunter fallen würde.
Doch ich hatte Glück. Ich entfernte mich vorsichtig von der
dunklen, gähnenden Tiefe, ging den Weg wieder zurück und
brachte mich in Sicherheit.


 

Der zweite Traum
 

Ich träumte von einem Weg, auf dem ich entlang ging.
Wie im ersten Traum, so endete er ganz plötzlich vor einem
tiefen Abgrund. Aber diesmal war es anders. Ich wusste, dass
der Weg gefährlich war und auf einen tiefen, dunklen Abgrund zulief.
Trotzdem benutzte ich ihn. Ich tat es aus dümmlicher Bequemlichkeit und purer Gewohnheit.
Wieder lief mir ein Schauer der Angst über den Rücken, als ich vor der dunklen, gähnenden Tiefe stand.
Doch ich wusste auch gleichzeitig, dass ich das selbst zu verantworten hatte, denn ich hätte ja den Weg nicht gehen müssen. Doch auch dieses Mal hatte ich abermals großes Glück.
Schließlich entfernte ich mich vorsichtig wieder von dieser furchterregenden Tiefe, ging den Weg zurück
und brachte mich so in Sicherheit.


 

Der dritte Traum
 

Ich träumte von einem Weg, auf dem ich entlang ging.
Es ist derselbe Weg, den ich vorher schon zweimal gegangen
bin. Ich wusste, dass er an einem tiefen, dunklen Abgrund
enden würde. Aber diesmal blieb ich rechtzeitig stehen, legte
meine dummen Gewohnheiten ab, immer wieder den gleichen Weg
zu gehen und ging ihn zurück bis zu jener Weggabelung, von der ich gekommen war.


Und siehe da, es gab noch viele andere Wege, die ich gehen konnte. Also schlug ich einen neuen ein, denn ich wusste, dass nicht jeder Weg, den man geht, zwangsläufig an einem Abgrund enden muss.

Und so war es auch.


 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Heinz-Walter Hoetter).
Der Beitrag wurde von Heinz-Walter Hoetter auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Bruchstücke des Glücks von Xenia Hügel



In "Bruchstücke des Glücks" geht es um das schönste Streben der Welt. Eine individuelle Wahrheit und reale Wirklichkeit. Xenia Hügel vermittelt die Konzentration auf das Glück. Man subtrahiere die Angst und das Glück bleibt. Das Denken und Fühlen sollte auf das Positive ausgerichtet sein. Die Leserinnen und Leser können die Glücksgefühle, die Wahrheit, nachempfinden und sind versucht, dem Glück entgegen zu gehen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Einfach so zum Lesen und Nachdenken" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Heinz-Walter Hoetter

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Als ich mal Spatzen zieren gehen wollte von Heinz-Walter Hoetter (Absurd)
Es wird Zeit zu gehen... von Rüdiger Nazar (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)
Vielleicht verlange ich zu viel... von Rüdiger Nazar (Leidenschaft)