Heinz-Walter Hoetter

Brief eines Sohnes an seine verstorbenen Eltern

Liebe Mama, lieber Papa,


 

als ich noch ein kleiner Junge war habe ich all Eure fürsorgliche Liebe als selbstverständlich angenommen. Ich kannte es ja nicht anders.

Jetzt, da ich eigene Kinder habe, die selber schon wieder groß sind, weiß ich, dass das, was ihr beide für mich und meine Geschwister getan habt, unsagbar viel Wert ist.

Trotz aller Schwierigkeiten und Hemmnisse habt ihr beide es geschafft, unsere Wurzeln tief im Boden zu verankern und als es an der Zeit war, da habt ihr uns Flügel gegeben, mit denen wir sicher in die weite Welt hinausfliegen konnten.

Dass es Euch fast das Herz zerriss, habt ihr uns nicht spüren lassen.

Seit ich denken kann, ward ihr beide für uns der ruhende Fels in der Brandung. Durch Eure fürsorgliche Zuneigung und aufopfernde Liebe konnten wir alle unser Leben bis heute gut meistern, auch wenn wir andere Wege eingeschlagen haben, als ihr Euch das vielleicht gewünscht habt. Aber die Straßen des Lebens sind nie gerade.

Nicht nur unsere Familie, sondern auch viele andere Menschen sind von Eurer Liebe, Euren Gedanken und aufmerksamen Gesten begleitet worden. Ohne großes Getöse habt ihre beide wichtige Spuren im Leben der Mitmenschen hinterlassen.

Es war eine schöne Zeit mit Euch zusammen durchs Leben gegangen zu sein.

Ich denke oft an Euch und an alle, die mit uns in jenen glücklichen Tagen zusammen waren und schon lange nicht mehr sind.

Ich glaube ganz fest daran, dass wir uns alle auf der anderen Seite irgendwann wiedersehen werden und dort werdet ihr beide auch auf mich warten, an der Regenbogenbrücke, und mich in Empfang nehmen, wenn meine Zeit gekommen ist.


 

Euer Sohn


 

©Heinz-Walter Hoetter

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