Hermann Karbe

Direktor Flink

Es war einmal ein kleiner Mann, der hieß Fritz Flink. Herr Flink wollte immer etwas ganz Besonderes sein. Doch für die anderen war er immer nur ein ganz normaler Mensch.

Darüber war er sehr unglücklich.

Irgendwann beschloss er, das zu ändern. Er nahm sich vor, etwas ganz Besonderes zu werden.

Ein König zum Beispiel, so überlegte er, wäre so besonders, dass alle ihn achten, gehorchen und verehren müssten. Aber, König zu werden war gar nicht so einfach.

Eines Tages traf er einen Mann, der wie ein König lebte. Alle nannten ihn Direktor. Er wurde geachtet und jeder Wunsch wurde ihm von den Augen abgelesen.

Tag und Nacht überlegte nun Herr Flink, wie er ganz schnell auch so ein Direktor werden könnte.

Und je länger er darüber nachdachte desto bewusster wurde ihm, dass der Weg dorthin schwierig sein musste, denn es gab schließlich nicht so viele Direktoren.

Auf der Suche nach einem einfacheren Weg geachteter und angesehener zu werden, beschloss Herr Flink, erst einmal Beamter zu werden.
Er hatte gehört, dass man als Beamter auch Direktor werden könnte.

Gesagt, getan.

Die Zeit verging, viele Winter wechselten viele Sommer ab. Herr Flink erlernte fremde Sprachen, sogar das ganz schwierige Beamtendeutsch. Er musste viele Schulen, sogar eine Schauspielschule besuchen.

Irgendwann hatte er es geschafft und Herr Flink war Beamter.

Und weil er so fleißig gelernt hatte und die Schauspielschule sogar besonders gut bestanden hatte, wurde er auch bald Direktor. Die Firma in der Herr Flink Direktor geworden war, nannte sich Amt.
Ohne besonders viel arbeiten zu müssen verdiente er nun plötzlich viel Geld.

Aber, so richtig zufrieden war Herr Flink immer noch nicht.

Seine Untergebenen verhielten sich ihrem Direktor gegenüber respektlos. Sie missachteten seine Anweisungen und machten sich über ihn lustig.
Und das ärgerte Herrn Flink.

So beschloss er, Achtung und Respekt ihm gegenüber einfach zu befehlen.

Darüber waren seine Mitarbeiter sehr böse. Sie berieten sich und kamen zu dem Ergebnis, dass es besser wäre, ihn einfach zu ignorieren. Und so tat jeder einfach nur das, wozu er gerade Lust hatte. Ihre eigentlichen Aufgaben erfüllten sie nicht mehr.

Herr Flink musste nun alles selber machen und fühlte sich in seinem Amt sehr einsam.

Darüber wurde er sehr krank.

Plötzlich wurde ihm bewusst, dass er lieber kein Direktor mehr sein möchte, und er wünschte sich sein altes Leben zurück.

Das war jedoch gar nicht so einfach. Er überlegte und grübelte und vernachlässigte dabei immer mehr seine Arbeit. Schließlich wurde er dafür bestraft und man schickte ihn nach Hause.

Und seitdem ist Herr Flink kein Direktor mehr, aber sehr zufrieden. Er und seine Frau lebten seither wie Könige und freuten sich ihres Lebens.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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