Heinz-Walter Hoetter

Schwarz ist seine Farbe

Er macht den Leuten wirklich richtig Angst.

Die Gesellschaft meidet ihn wie die Pest.

Aber er lässt sich nicht verdrängen.

Er ist überall und doch nicht zu sehen.

 

Dass es ihn gibt, ist so selbstverständlich wie die Nacht neben dem Tag.

 

 

Sein schleichender Auftritt, seine nicht angekündigten Besuche, die sich immer dann ereignen, wenn man am wenigsten damit rechnet, sind seine Spezialität.

 

Aufdringlich und rücksichtslos drängt er sich in uns hinein. Niemand entkommt ihm. Er schlägt zu, schicksalhaft und hinterhältig, von einer Sekunde auf die andere.

 

Doch kann er auch genau das Gegenteil sein und sich ankündigen, langsam und sanft.

Man nennt ihn den Erlöser, den Gerechten.

 

Es gibt kein Fleckchen Erde auf dieser Welt, wo er nicht schon ist. Wir selbst tragen ihn tief in uns und damit auch überall hin. Er ist dort, wo auch wir sind und vor ihm sind alle gleich. Er verschont keinen, noch nicht einmal Kaiser, Könige oder Propheten. Vor ihm sind alle gleich.

 

Er ist unbestechlich und stärker als alles Geld, alle Macht und alle Privilegien der Herrschenden.

 

Alles Glück endet beim ihm.

 

Aber auch alle Angst, alle Furcht.

 

Niemand denkt darüber nach, denn er spielt dem Leben in die Hände.

 

Nichtsdestotrotz fällt es den meisten von uns schwer, das zu verstehen.

 

Aber er verändert das Leben von Grund auf, wenn er kommt und seine Arbeit macht. Er absorbiert alle Schlechtigkeiten des Menschen. Er ist der große Gnadenbringer.

 

Man hat ihm die Farbe schwarz zugeordnet. Die Farbe der Trauer.

 

Jeder wird jetzt wohl wissen, wen ich damit meine.

 

„Für die Lebenden zählen die Toten oft wie zu einer anderen Rasse von Menschen, einer Rasse eben, der sie, also die Lebenden, (noch) nicht angehören.“

 

 

©Heinz-Walter Hoetter

 

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