Ingo Erbe

Schmuggel

Schmuggel

 

Haben Sie was zu verzollen?“

Nein.“

Und das kleine Mädchen auf Ihrem Arm?“

Sie hat auch nichts zu verzollen.“

Aber was leuchtet denn da durch ihr Kleid, da auf der Brust?“

Ach das, das ist ihr goldenes Herz.“

Sie wollen mich wohl veralbern.“

Nein, gewiß nicht, ihr Herz leuchtet wie Gold, von Geburt an.“

Nun ist es aber genug! Ziehen Sie dem Kind das Kleid aus!“

Hier vor allen Leuten?“

Nein, in der Kabine dort.“ Der Vater entkleidete sein Mädchen. Da stand es und seine kleine Brust leuchtete in goldenen Tönen. Der Zöllner rief einen Kollegen herbei.

Sieh dir das an. Was hältst du davon?“

Ist das Mädchen krank?“

Wenn Sie so wollen, ja, dann kann ein golden leuchtendes Herz als Krankheit betrachtet werden.“

Ist das ansteckend?“

Nein, bestimmt nicht – nicht mehr.“

Ziehen Sie das Kind wieder an, und machen Sie, daß Sie weiterkommen!“ Der Vater kleidete sein Kind ein und hob es auf den Arm. Sie strebten dem Ausgang zu, indem das Mädchen befand, „das waren aber dumme Zöllner. Den fliegenden Märchenteppich im Koffer haben sie gar nicht gesehen.“

Pst, mein Mädchen, die mit Spielen gefüllten Schuhe an unseren Füßen sind ihnen ebenfalls entgangen.“

Und die Gewänder der Zauberer in deinem Rucksack auch nicht.“

Und die Lieder der Feen, eingenäht im Futter meiner Jacke und im Saum deines Kleides haben sie auch nicht bemerkt.“

Was haben sie denn gesucht, Papa?“

Vielleicht Schnaps und Uhren, glaube ich.“

Mehr nicht?“

Nein, mein Goldherz, mehr nicht.“

 

 

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Ingo Erbe).
Der Beitrag wurde von Ingo Erbe auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Gedichte der Liebe. Abgöttisch geliebt. von Barbara Priolo



Von Liebe und Verletzlichkeit sprechen die Gedichte Barbara Priolos in immer neuen,überraschenden Variationen. Sie benennen die Süße erwachender Zuneigung, die Inbrunst fraulichen Verlangens nach Zärtlichkeit, und sie wissen zugleich von herber Enttäuschung, von Trennung und Leid des Abgewiesenwerdens. Deswegen aufhören zu lieben wäre wie aufhören zu leben. ** Das Schönste ist,was man liebt **, bekennt die griechische Lyrikerin Sappho auf Lesbos. Diese Einsicht-aus beselingender und schmerzlicher Erfahrung wachsend-ist Ausgangspunkt der sapphischen Dichtungen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Alltag" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Ingo Erbe

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Früstück ist fertig von Ingo Erbe (Abenteuer)
Seitenschläfer schnarchen selten von Fritz Rubin (Alltag)
BURKA von Christiane Mielck-Retzdorff (Lebensgeschichten & Schicksale)