Ich dachte, ich hätte mich geirrt. Doch das war ein Irrtum, dass ich dachte, dass ich mich geirrt hätte. Ich hatte mich nämlich in Wirklichkeit gar nicht geirrt. Weil ich dachte, dass ich mich geirrt hätte, hat mich das tatsächlich etwas irritiert und deshalb nahm ich irritierend an, dass ich mich wohl geirrt hätte, was sich ja nachträglich als Irrtum herausgestellt hat. So kann man sich eben irren, auch ohne sich eigentlich geirrt zu haben, nur weil man aus einer gewissen Irritiertheit heraus der Annahme war, man hätte sich geirrt. – Da wird man ja ganz irre bei so einem Irrtum, der keiner war.
©Heinz-Walter Hoetter
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.01.2019.
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Repuestos: Kolonie der Verschleppten
von Marianne Reuther
Die letzte Unterrichtsstunde war zu Ende, das Wochenende stand bevor. Studienrat Edmund Konrad strebte frohgemut auf seinen blauen Polo zu. Hinterm Scheibenwischer steckte der Werbeflyer eines Brautausstatters, und indem er das Blatt entfernte, fiel ihm beim Anblick des Models im weißen Schleier siedend heiß ein, daß sich heute sein Hochzeitstag zum fünften Mal wiederholte.
Gerade noch rechtzeitig. Auf dem Nachhauseweg suchte er in einem Blumenladen für Lydiadie fünf schönsten Rosen aus und wurde, ehe er sich versah, durch eine Falltür in die Tiefe katapultiert ...
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