Wilhelm Westerkamp

Der Mensch, ein tragisches Subjekt?

Die ernsten Gesichter die sich auf der Motorhaube eines Porsches spiegeln und durch die Krümmung dieser, auf einmal langezogen und verbogen wirken, so dass sie jetzt nicht mehr ernst, sondern komisch anmuten, laden den Betrachter dieses Phänomens sehr rasch zum Schmunzeln ein. So hat der Mensch ja in seinem kurzen Leben wohl nicht so viel zu lachen, also lacht er in seinem stillen Kämmerlein oft über sich selbst, wenn er über diese morbide Welt nicht mehr lachen kann, wie er es früher einmal konnte, als er noch ein Kind war. Denn damals konnte er ihre Komplexität in der Gesamtheit nicht verstehen und lachte über diese Welt noch herzlich und befreit, sah jedoch nicht wozu Menschen sonst so fähig sind, wußte nichts über die unzähligen Konzentrationslager die damals fest in den Händen der Nazis waren und unfassbares Leid über die Menschen brachten, die in den Lagern dort inhaftiert waren und vergast wurden, so dass es schwer fällt dieses gigantische Verbrechen in Worte zu fassen – ja aber dies alles wußte er damals natürlich noch nicht.
Aber so ein übles historisches Ereignis muss man vielleicht auch nicht in Worte kleiden, denn wir haben ja noch unsere Augen, die die Welt visuell erfassen. Doch würde ich hier einen Zusammenhang herstellen wollen hinsichtlich der Autoren auf dieser Welt und angenommen sie wären ausnahmlos erblindet, gäbe es vermutlich auch keine herausragenden mehr, denn nur mit dem Gehör allein und den fehlenden Sinnesorganen der Augen, würde es dem Autor sehr schwer fallen, etwas Vernünftiges zu Papier zu bringen. Somit ist das Augenlicht und das Gehör also maßgebend für den Schriftsteller, denn fällt eines davon aus, ist der Autor in seinem schriftstellerischem Können stark eingeschränkt. Bleibt ihm jedoch das Augenlicht erhalten, wäre dies zweifelsfrei die bessere Alternative als nur mit dem Gehör auskommen zu müssen. Denn allein nur darauf angewiesen zu sein müssten die Schriftsteller nur anhand von Stimmen und Geräuschen der Menschen dies schriftstellerisch nachzubilden versuchen, welches doch vielfach schwieriger ist, als sie mit dem Augenlicht visuell wahrnehmen zu können, weil der Autor die Menschen eben direkt vor sich sehen kann, als mit dem Gehör mühsam versuchen müsste diese Stimmen vom Akustischem in visuelle Bilder umzuwandeln und diese dann anschließend noch, in schriftlicher Form auf einem Blatt Papier niederschreiben zu müssen.

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