Sebastian Nokelsky

DER KLEINE CLOWN MUSS IN DIE WERKSTATT

Endlich war Lia eingeschlafen. Seit einer Woche schon hielt das Fieber und der starke Husten sie wach. Trotz der Untersuchung vom Arzt und der Medizin gab es keine Besserung. Onkel Tino machte sich große Sorgen um seine vier Jahre alte Nichte. In Gedanken versunken löschte er das Licht und ging zu Bett.
Die Ruhe der Nacht wurde durch ein lautes Hupen gestört. Müde  stolperte Tino im dunklen aus der Wohnung hinter in die Werkstatt. Verärgert öffnete er das Tor. Ein LKW, mit einem Käfig auf dem Anhänger, fuhr langsam rückwärts rein. Der erfahrene Mechaniker erkannte sofort, an der Bewegung der Hinterräder, dass die Achse beschädigt sein musste. Im Schein der dreckigen Lampe, über der Einfahrt, zeigte sich an den Seiten des großen Fahrzeuges die Aufschrift Romodus. Tino hatte schon von dem berühmten Wanderzirkus gehört und deshalb überraschte es ihn nicht, dass ein kleiner Clown, in gestreifter Hose, aus dem LKW ausstieg. Zur Begrüßung nahm er, für einen kurzen Moment seine lustig aussehende Mütze ab und lächelte. Obwohl es sehr spät war schaute Tino sich den Schaden unter der Karosserie an. Plötzlich donnerte ein mächtiges Brüllen los und gefletschte Zähne bissen in die Eisenstangen des Anhängers. Erschrocken lies Tino sein Werkzeug fallen und sprang auf ein Regal. Der kleine Clown entriegelte die Tür und auf seinen Befehl hin, kam der ausgewachsene Löwe aus dem Käfig raus. Das beeindruckende Raubtier legte sich vor das offene Tor und blieb liegen. Nun konnte Tino mit der Arbeit anfangen. In der Zwischenzeit sah sich der kleine Clown in der Werkstatt um. Aber er behielt dabei immer den Löwen im Blick.
Nach zwei Stunden war Tino mit der Reparatur fertig. Beim schreiben der Rechnung bemerkte er, dass der Löwe nicht mehr vor dem Tor lag und der kleine Clown war nirgendwo zu sehen. Aus Angst davor, dass etwas schlimmes passiert sein könnte, rannte Tino in die Wohnung. Der Löwe schlief im Flur auf dem Boden. Vorsichtig schlich Tino vorbei in das Zimmer seiner Nichte. Der kleine Clown saß auf dem Bett neben Lia. Sie schaute dem kleinen Clown beim jonglierten mit zwei handgroßen Bällen zu. Er warf die Bälle hoch und fing sie mit seiner Mütze auf. Als Lia lachte war von dem Husten nichts mehr zu hören und ihr Fieber verschwunden. Überglücklich umarmte ihr Onkel sie.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.01.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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