Heinz-Walter Hoetter

Die Strafzettel

Neulich bin ich mit meiner Frau zusammen in die Stadt gefahren und etwas später in eine Bäckerei gegangen, wo wir Gebäck kaufen wollten. Wir blieben dort etwa fünf Minuten. Als wir das Geschäft wieder verließen, war eine Polizistin gerade dabei, einen Strafzettel wegen falschen Parkens auszufüllen.

 

Was soll das denn? Wir waren doch nur fünf Minuten weg. Meine Frau und ich sind in Rente und haben nicht so viel Geld, um auch noch 15 Euro Strafe zu zahlen. Können Sie nicht mal eine Ausnahme machen?“ fragte ich die dicke Polizistin freundlich.

 

Sie beachtete mich allerdings nicht und hat an dem Strafzettel einfach weiter geschrieben.

 

Ich habe mich darüber geärgert und sie dann eine fette Kuh genannt.

 

Diesmal schaute sie mich allerdings böse an und stellte erneut eines dieser schäbigen Knöllchen aus, aber nicht wegen falschen Parkens, sondern wegen der abgefahrenen Reifen.

 

Jetzt ging meine Frau dazwischen, die sehr energisch werden kann.

 

Diese Person schreibt wohl gerne Strafzettel, was? Der arme Kugelschreiber tut mir richtig leid. Wusste gar nicht, dass eine Kuh auch schreiben kann.“

 

Die Polizistin reagierte prompt und schrieb sofort wieder einen Strafzettel, den sie jetzt unter den linken Scheibenwischer klemmte, dem eine Gummilippe fehlte.

Das war nun schon das dritte Knöllchen.

 

Meine Frau und ich spielten dieses Spielchen noch ein Weile so weiter, bis endlich der Bus kam und wir eingestiegen sind, um uns nach Hause fahren zu lassen. Wir haben nämlich kein Auto.

 

Seit wir in Rente sind, erlauben wir uns ab und zu solche Späße, die ein wenig Abwechselung in unser Leben bringen. Das ist in unserem Alter sehr wichtig, denn wir haben ja sonst nicht zu lachen.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

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