Heinz-Walter Hoetter

Mitternachtsgedanken

Die Menschen auf dieser Erde kommen und gehen.

 

Sie werden geboren, leben ihr Schicksal und sterben dahin.

 

Die Zeit verwischt ihre Spuren. Niemand erinnert sich daran, dass sie je existiert haben.

 

Die Türen des Lebens öffnen sich und fallen hinter uns wieder zu.

 

Eine unerkannte Zahl großer Völker und Kulturen haben schon auf diesem Planeten gelebt.

 

Auch ihre Spuren wurden vom Wind der Geschichte verweht.

 

Was sich von ihnen erhalten hat und das, was wir von ihnen nie in Erfahrung bringen werden, erscheint vor dem Hintergrund der Ewigkeit von Raum und Zeit wie Nichts.

 

Soviel Tod und Vergänglichkeit.

 

Alles wird zu Staub, alles wird zu Asche.

 

Was einst Menschenhände schufen und des Menschen umtriebiger Geist hier auf dieser Erde je erdachte wird früher oder später im Meer der Vergänglichkeit versinken.

 

Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean.“ Diese Worte stammen von Isaac Newton.

 

Das Wissen dieses Ozeans wird dem menschlichen Geist für alle Zeit verborgen bleiben.

 

Mir flößt diese Erkenntnis große Ehrfurcht ein.

 

Doch der Mensch vergisst sehr schnell. Der Alltag lenkt ihn ab. Er denkt nicht über sein Leben nach und fragt sich auch nicht, woher er kommt und wohin er geht.

 

Die Gegenwart hat Macht über ihn.

 

Er ist ohne Rast und Ruh.

Die Tiefe der Zerrissenheit des Menschen ist größer, als wir zugeben möchten.

 

Wir mühen uns ab auf dem Schlachtfeld der menschlichen Leidenschaften, sind erfüllt von Hoffnungen und Freuden. Aber auch Zweifel quälen uns. Wir werden heimgesucht von Trostlosigkeit, von Einsamkeit, von unerfüllten Wünschen und nicht selten von einer unendlichen Trauer, die unser Leben überschattet.

 

Dennoch.

 

Eine geheimnisvolle Neigung treibt den Menschen dazu an, dem unaufhaltsamen Niedergang entgegenzuwirken und aus dem alltäglichen Sterben und dem mannigfachen Tod Neues zu gebären.

 

Auch das ist ein Teil des ewigen Lebens.

 

Diese unerklärliche Neigung ist wie das Spiegelbild der Wege Gottes.

 

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der sichtbaren Schöpfung? Ist es wahr, dass nichts vergeht, dass keine Seele verloren geht?

 

Dass sie unsterblich ist?

 

Sind wir alle nur auf der Durchreise und der Tod vielleicht eine Tür in eine neue, unbekannte Welt?

 

„Wir haben hier keine bleibende Stätte.“ Dieser Satz stammt von Georg Philipp Telemann (1681-1767), den wir uns alle zu Herzen nehmen sollten.

 

Und vielleicht gibt es ihn doch, diesen gnadenvollen Gott, irgendwo da draußen in den unendlichen Weiten des Alls (oder ist er bereits in bzw. mitten unter uns?), den wir alle suchen und der jede Seele, seinen unverbrüchlichen Worten nach, erretten wird durch Jesus Christus, der gesagt hat: "Niemand kommt zum Vater, denn durch mich."

 

Ich wünsche es mir jedenfalls von ganzem Herzen.

 

Denn niemand geht gerne ins Nichts, in die absolute Leere oder ewige Dunkelheit.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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