Andreas Rüdig

Bescheidenheit

Genügsamkeit, Anspruchslosigkeit, Zurückhaltung und Einfachheit sind Ausdrücke für Bescheidenheit.

(Telefonat)

Hallo Klaus. Hier ist Alfred.

Ah, sei gegrüßt, herz- und scherzallerliebster Alfred. Wie geht es dir?

Schlecht.

Wieso? Erzähl - was hast du?

Ich hin von Sinnen.

Ja, das weiß ich doch. Das bist du immer und überall.

Klaus, du Quark- und Quasselkopp. Ich bin unsterblich verliebt.

Ja, auch das weiß ich. Du bist doch nicht umsonst zum Großmeister der Onanie und Oberlehrer der Masturbation gewählt worden.

Klaus, du ... (kurzer Augenblick der Sprachlosigkeit)

Alfred, sage es mir doch mal: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst? Lautet nicht dein Wahlspruch und Lebensmotto so?

Ja, das stimmt. Das weißst du doch. Es steht doch so in der Bibel.

Alfred, du Schlaumeier! Ich fürchte, du hast da etwas falsch und mißverstanden. In der Bibel steht nicht, daß wir an uns selbst herumfummeln sollen. Wir sollen nicht unseren Samen verschleuddern. Sonst geht es uns wie Sodom und Gomorrha - wir werden von Gott vernichtet.

Ach, Klaus, du weißt doch, wie das bei mir ist: Ich bin schon seit Jahren Witwer...

Eben, Alfred. Aber nur, weil du gut in Selbstbefriedigung bist, also dich selbst ausgezeichnetermaßen selbst liebst, heißt das noch lange nicht, daß du ungestraft andere Frauen an die Wäsche darfst.

Nein? Nicht? Warum denn nicht?

Ganz einfach: Weil Frauen ein sündhaftes, verdorbenes Laster sind. Die wollen nur deine Weichteile und dein Portemonnaie.

Wie kommst du denn darauf, Klaus?

Alfred, mein Lieber, das will ich dir sagen! Bitte beantworte mir doch eine Frage: Wo hast du denn deine aktuelle Angebetete kennengelernt?

Am S-Bahnhof Kölschdorf. Ich habe dort auf meinen Zug gewartet.

Und, Alfred, was ist passiert? Hast du sie angesprochen? Oder sie dich?

Klaus, du stellst Fragen. Du weißt doch, wie das bei mir läuft. Ich stehe an der Bahnsteigkante, warte in aller Unschuld auf meinen Zug und werde angesprochen.

Da siehst du es, Alfred. Du machst immer den Eindruck, als hättest du ein wenig "Liebe" und "Zuneigung" nötig. Erinnere dich doch nur einmal, was bei Erika Schwänkermann-Schwenzel übriggeblieben ist. Zuerst hat sie dich vermöbelt. Dann hat deine Geldbörse gefehlt. Und zu guter Letzt bist du ausgezogen - aus deiner eigenen Wohnung, nur damit du deine liebe Ruhe hast. Selbst Lesben merken schnell, daß du unerfahren und hilfsbedürftig bist. Und woll dich prompt in ihre emotionale Obhut nehmen.

Ich bin empört, Klaus! Was für ein Quatsch! Du quarkquasselnder Quatschkopf! (legt wütend auf)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.02.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Ich hätte nie im Traum daran gedacht, dass ein Besuch auf einer Faschingsparty solche Konsequenzen haben könnte. Eingeplant hatte ich eine Menge Spaß, gern auch frivoler Art. Meine Freundin schleppte mich häufig auf Veranstaltungen, wo auch in der Horizontalen die Post abging. Doch was bei diesem Fasching passierte, war jenseits des Erklärbaren. Irgendein als Magier verkleideter Partybesucher beschwor lustigerweise germanische Götter. Und dann stand ER plötzlich vor mir, ein Typ mit Axt, er wirkte ziemlich desorientiert und nannte sich Saxran. UND er war attraktiv. Ich schnappte ihn mir also. Nicht nur die Axt war recht groß an ihm. Hätte ich allerdings damals schon geahnt, was das noch für Konsequenzen haben würde… Saxran war absolut nicht von dieser Welt, und seine Welt sollte ich bald kennenlernen. Sie war geprägt von Unterwerfung, Schmerz, Lust und jeder Menge Abenteuer.

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