Brigitte Dannenberg-Pape

Die kleine Holzfabrik

Kennt Ihr das Miniaturwunderland in Hamburg? Dort, wo viele fleißige, kreative Menschen eine Eisenbahn-Wunderwelt erschaffen haben, welche das Herz eines jeden Eisenbahnfans höher schlagen lässt?

Dort spielt unsere kleine Geschichte. Wenn Ihr die Ausstellungsräume schon mal besucht habt, dann wisst Ihr ja, dass es dort die unterschiedlichsten Eisenbahnen, Landschaften, Dörfer und Städte sowie viele Alltagssituationen zu bewundern gibt. Bei längerem Verweilen, gibt es immer wieder die eine oder andere Kleinigkeit zu entdecken! Aber was Ihr wahrscheinlich nicht für möglich halten werdet ist, dass dort nachts echt was los ist!

So gegen Mitternacht, wenn der Hamburger Michel zwölfmal geschlagen hat, erwacht die Ausstellung zum Leben. Nicht in jeder Halle, aber in einigen schon. Das glaubt Ihr nicht – dann kommt doch mal mit, es ist nämlich gerade wieder Mitternacht. Jetzt schaut mal dort drüben, bei dem kleinen Bergdorf – war nicht gerade eine Bewegung? Tatsächlich, die kleine rote, batteriebetriebende Lok hat Fahrt aufgenommen! Fröhlich kleine Dampfwolken ausstoßend nimmt sie Kurs auf die kleine Holzfabrik, die am Fuße des Hügels liegt. Kurz bevor sie dort ankommt, eilt ein Arbeiter herbei, um die Weiche umzulegen, damit die rote Lok direkt vor dem Werkstor hält.

Der Arbeiter ist übrigens Paul Müller und der ist sogar Werksleiter der kleinen Fabrik. Er arbeitet aber immer noch selber mit, weil ihm die Arbeit mit dem Holz soviel Freude macht. Jetzt ist die Lok angekommen und hält mit lautem Zischen vor dem Werkstor. In ihrem Anhänger stapeln sich kleine runde Hölzer, die Paul und seine Mitarbeiter eiligst ausladen und ins Werk bringen. Seid Ihr auch so neugierig wie ich, was die dort wohl mit den Hölzern anfangen werden? Folgen wir Paul doch einfach – dazu müssen wir uns jetzt nur etwas kleiner machen! Geht nicht – klar, geht das! Um Mitternacht ist alles möglich...

In der Halle stehen lauter verschiedene, schwere Maschinen, die viel Lärm machen. Überall wuseln Arbeiter herum oder stehen an den Maschinen. Am auffälligsten ist die dort in der Mitte – sieht aus wie ein riesiger Anspitzer, findet Ihr nicht?

Gerade wird eines der Rundhölzer in den Anspitzer geschoben und kommt wahrhaftig auf der anderen Seite eckig wieder heraus. Interessant...Auf einem Fließband wird das eckige Holz nun weitergeschoben zur nächsten Station. Dort steht ein Arbeiter mit 2 großen Farbeimern mit roter Farbe oder einer anderen Flüssigkeit. Auf jeden Fall bemalt er nun die Spitze des Holzes mit roter Farbe. Und weiter geht’s zum Ende des Fließbandes. Hier wartet schon unser Paul, der mit einer Lupe die rote Spitze begutachtet. Aha – Qualitätskontrolle! Ja aber, wofür? Habt Ihr eine Ahnung, was hier hergestellt wird? Was meint Ihr – Streichhölzer?? Hm, könnte sein...

 

Aber fragen wir doch mal den Fachmann – Paul kommt gerade vorbei. „Hallo Herr Müller, darf ich Sie kurz etwas fragen? Sind das Streichhölzer, die Sie dort herstellen?“ Paul: „Wie kommen Sie denn hier herein? Unbefugte haben keinen Zutritt! Na gut, also ja, das sind Streichhölzer und zwar die besten auf der Welt! Nicht zu vergleichen mit den anderen aus den großen Fabriken. Die brechen immer nur ab oder brennen nicht an! Aber jetzt müssen Sie mich entschuldigen – ich habe Kaffeepause!“

Damit lächelt er uns freundlich an und verschwindet im Pausenraum.

Also, tatsächlich Streichhölzer... Aber ich denke, wir sollten uns jetzt zurückziehen und Paul und seine Leute weiterarbeiten lassen.

 

Na, braucht Ihr noch mehr Beweise dafür, dass es nachts im Miniaturwunderland Leben gibt? Ich denke nicht..... Aber eine Warnung will ich Euch noch mit auf den Weg geben: Behaltet das gerade Erlebte lieber für Euch! Es würde Euch a) sowieso keiner glauben oder b) Euch für verrückt erklären!

 

Doch wenn Ihr das nächste Mal dem Miniaturwunderland einen Besuch abstattet, schaut doch mal genauer hin – dort bei der kleinen Holzfabrik, wo die kleine rote Lok vor dem Tor steht. Hat der kleine Arbeiter nicht gerade gezwinkert???

 

(Gegenstände, die mir für diese Geschichte vorgeben wurden: Eisenbahnweiche, Lupe, Streichhölzer, Batterie, Anspitzer)

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