Elke Müller

Amerika....

Das Lagerfeuer bestand nur noch aus einem Glutnest und glimmte nur noch in die Nacht hinein. Geisterhaft zeigten sich die Umrisse der beiden Pferde. Langsam hebt sich der Nachtschleier gen Himmel. Die Pferde schnaubten nervös. Als Redmon aus dem Schlaf schreckte, glaubte er ein Geräusch zu hören. Aber es könnte auch eine Täuschung sein. Er lauscht eine Weile und will sich gerade leise umwenden, da hört er erneut ein Geräusch, ein leises Knirschen, als wenn jemand vorsichtig auf trockene Äste trat. Vorsichtig zog er seine Waffe und entsicherte sie. Da war etwas. Wieder lauschte er. Im laufe der Jahre als Soldat, hatte er ein Gespür für eine ungreifbare unnennbare drohende Gefahren entwickelt. Heika war bereits hellwach und fuhr von seinem Lager hoch. Er hat ein sehr gutes Gehör und konnte sofort die unterschiedlichen Stimmen die der Wildnis und des Waldes unterscheiden, weil er sie seit Kindertagen kannte. Geschmeidig, ohne ein Geräusch zu verursachen verschwand er schon. Mit zwei gewaltigen Sprüngen sprang er zu einen Felsen hinüber, keine Minute zu spät. Eine Bewegung im Gras konnte man jetzt kurz wahrnehmen. Dann tauchte ein breitrandiger Hut auf, darunter ein verschwitztes grinsendes Gesicht. Sein Blick ist für kurze Zeit starr auf die zwei länglich aussehenden Schlafbündel gerichtet. Noch glaubt er, genug entfernt zu sein, um nicht gehört zu werden, damit er sich weit heran schleichen kann. Er hat im Moment kein großes Interesse daran, gesehen zu werden. Noch bestand für ihn die Möglichkeit mit heiler Haut davon zu kommen. Er zückte ein Messer, nahm es zwischen seine Zähne, kroch noch bis zum Rand eines Felsbrocken. Dort hielt er an und lauschte. Langsam richtete er sich auf. Brachte nun das Messer in eine gute Wurfposition. Geduckt zog Heika die Beine an, stemmte die Arme auf den Boden, spannt alle seine Muskeln und schnellte sich ab. Mit einem großen Satz warf er sich auf die Gestalt vor sich. Seine Augen funkelten dabei wie bei einem Raubtier. Verblüfft lag der Bandit plötzlich auf den flachen Boden. Heika richtete sich in seiner voller Größe auf. „ Los, aufstehen du Schuft und keine falschen Tricks. Wollen doch mal sehen, wer hier herum schleicht.“ Redmon schält sich sofort aus seiner Decke, schiebt Holz auf die Glut und entfacht das Feuer erneut. Seinen Revolver steckt er ins Holster zurück. „ Sieh an, was haben wir den da erwischt. Pech gehabt. Dachtest wohl, bist ein ganz ausgekochter Bursche was!“ sagte Redmon. „ Keine Ahnung wer ihr seit. Sehe euch zum ersten mal. Ehrenwort!“ brummte der Gefaßte, bemüht gelassen zu bleiben „ Sooo! Jeder Fremde würde um Gastfreundschaft bitten, aber uns wolltest du nur etwas mit deinem Messer kitzeln und dann in Ruhe ausrauben, was!“ „ Keine Ahnung was ihr von mir wollt! Ich hab doch nichts gemacht!“ „ Gut! Dann können wir es jetzt und hier klären.“ Heika lässt ein verächtliches Schnauben hören und wirft einen giftigen Blick zu den Gefangenen. „ Wie lautet dein Name!“ „ Vergiss es Rothaut!“ Plötzlich passiert es. Heika verzog ärgerlich sein Gesicht, reißt den sitzenden Burschen in die Höhe und schlägt ihn mit der Faust in die Magengrube und dann unters Kinn, das sein Kopf weit in den Nacken fliegt. Er landet erneut unsanft auf den Boden und stöhnt furchtbar auf. „ Das wolltest du doch, eeh!“ fuhr Heika ihn an. „ Das war nicht gerade nett gewesen,“ bemerkte Redmon. „ Muss mir wohl entfallen sein,antwortete Heika, nahm einige Riemen und band Hände und Beine des Schurken zusammen. Dieser zerrte daran herum und begann plötzlich zu fluchen. Verfluchter Kerl! Das ist viel zu fest!“ Verstummte aber gleich, als er den kalten Blick in den Augen von Heika sah. Es herrschte eine kurze Stille. „ Warum auf einmal so still? Ich glaube,… ich weiß wer du bist. … ein krimineller Abschaum, gesucht wegen Banküberfall! Dein Name lautet Kevin Perez, nicht wahr?,“ dabei ist seine Stimme eisig.

Also ein Bankräuber? Ja, ich hab da so einiges gehört. Soll dabei Tote gegeben haben. Die Beute war allerdings nicht sehr hoch,“ sagte Redmon. „ Da hast du ein richtiges Problem.“ „ Ich bin kein Bankräuber! erwiderte Kevin Perez. „ Keiner wollte mir glauben. Ich bin unschuldig da hinein geraten!“ „ Tut mir leid, das sagen alle die man erwischt hat,“ faucht Heika laut. „ Verdammt, ich bin es aber! Bin ständig auf der Flucht und versuche mein Leben zu retten. Auch bin ich müde und nervös,… ja auch wütend! Allerdings stimmt es, das in jeden verdammten Drecknest ein Steckbrief von mir hängt!“ „ Dann erzähl uns doch einfach mal, deine Geschichte, fange einfach an, wir sind ganz Ohr,“ fügte Redmon an. Kevin Perez zog die Brauen zusammen, atmete tief ein und nickte kurz. „ Okay!…Ich komme eigentlich aus Santa Clara und hatte die Stellung eines Buchhalters inne. Wohne mit zwei älteren Schwestern auf einer Farm zusammen. Wobei unser Haus etwas abseits liegt. Weil Bären meine Fischernetze zerrissen, habe ich wochenlang in einem Sägewerk gearbeitet und war noch schnell einkaufen, bevor es nach Hause gehen sollte. Ich war ziemlich müde und wollte daher den Weg abkürzen. Normalerweise wäre ich dann zum Nachmittag zu Hause angekommen...

Es war früh am Morgen. Der Ort erwachte gerade. Man beachtet mich kaum. Plötzlich sah ich wie einige recht wilde Burschen heran galoppierten. Ich traf sie zufällig. Ich besaß kein Pferd, hatte nur auf meinen Weg einen Knüppel gefunden und ärgerte mich darüber, ohne Gewehr, nur mit einem Sack voller Netzwerk über der Schulter, ihnen gegenüber zu stehen. Es gibt viele Männer welche durch den Krieg in dieses Land gekommen sind. Einige waren schlecht gelaunt, da sie sicher seit einigen Tagen unterwegs waren. So kam, was wohl kommen musste. Als ich näher kam, steht plötzlich einer von denen vor mir und sagte - „ Sorry! Nicht so schnell. Da gibt es noch, etwas zwischen uns zu klären.“ Holt einen Zigarettenstummel aus seiner Westentasche hervor, zündet ihn an und blies mir eine Rauchwolke ins Gesicht, betrachtete mich dann argwöhnisch. Es war ein Mann mit rotem Haar, mit einer langen Narbe auf der rechten Wange. „ Mach keinen Ärger! Zeig mal her,… was sich da in den Sack befindet!“ Er sagt es mit einem Akzent in seiner Stimme. Machte einen Schritt zurück und legte seine Hand auf den Griff seine Waffe. Er hat es geschafft, mir Angst mit seiner Drohung zu machen. Es machte keinen Sinn sich auf lange Diskussionen einzulassen. Über seiner Schulter hinweg sah ich einige Pferde mit gesenkten Köpfen vor dem Haltebalken eines Saloon. Gleich schräg gegenüberliegend befand sich die Bank. Dort hielt der restliche Trupp. Anschließend war kurz ein Schatten zu sehen, welcher in eine Gasse eintaucht. Dann ging alles recht schnell. Von drinnen hörte man scharfen Wortwechsel und gleich darauf wird die Tür aufgerissen. Wohl die gesamte Kasse der Eisenbahngesellschaft hat der Anführer mitgehen lassen. Aber so ist es ja immer schon, Reichtum glitzert und lockt. Man hörte noch einmal - „ Nicht … nicht schießen!“ Dann erklangen Schüsse. Die Schufte schwangen sich auf ihre Pferde und preschten laut schreiend und um sich ballernt davon. Danach war Stille. In nur wenigen Minuten verbreitete sich die Nachricht vom Überfall. Eine Menschenmenge bildete sich auf der Straße. Viele von ihnen war nur zum gaffen gekommen. Ich erhielt einen Stoß vor die Brust und dann einen Schlag über den Schädel. Das Blut lief mir übers Gesicht und mir wurde schwarz vor Augen. Die Suche nach der Bande hatte leider keinen Erfolg gehabt. Man behandelte mich gemein. Die Leute lassen es einem spüren, woher man kommt. Der Richter wollte mich unschuldig hinter Gitter bringen. Habe gegen meiner Behandlung und Beschuldigung protestiert. Es half nicht. Da bin ich eben getürmt.“ Redmon blickte zu Heika hinüber. Dieser musterte Kevin Perez distanziert. „ Wenn das wirklich hier alles stimmt, was du hier behauptest und auch gesehen hast, ja dann … ändert sich die Situation mächtig,“ sagte Redmon. „ Und ein rothaariger Kerl mit langer Narbe war dabei?“, fragte Redmon nach. „ Yeah.“ Wieder nickte Perez. „ Es waren insgesamt mit ihm sieben Männer.“ Er war froh, endlich jemanden gefunden zu haben, welcher ihm glaubte und vielleicht helfen konnte. „ Dann war es Bill Brex. Ein ausgezeichneter Schütze. Seine Leute verstehen keinen Spaß. Mussten deswegen eine Zeit lang verschwinden. Es ist eine Frage der Zeit bis seine Gier wieder größer wird und ihn weiter treibt,“ gab Redmon an. Er ist ein gesuchter Mörder,“ erklärte Heika. auf dem der Galgen wartet, wenn man ihn je festnehmen sollte. Ein kaltschnäuziger und gerissener Halunke, der so manches auf den Kerbholz hat. Viele Leichen pflastern seinen Weg. Auch ist er mit an einem groß angelegten Betrug an manchen Indianerstämmen beteiligt gewesen. Irgend wann macht jeder einmal einen Fehler. Jedes Geheimnis hat seinen Preis und muss eines Tages bezahlt werden.“ Nahm seine Pfeife und reinigte sie sehr sorgfältig, bis sie in Ordnung war. Danach blickte er zu Perez hin und dann zu Redmon. „ Schon gut,“ brummte er, „ ich werde mich darum kümmern.“ Ohne ein weiteres Wort löste er dessen Riemen. Perez streckte die Beine aus, erhob sich und streckte sich. Nahm dann gern den brühheißen Kaffee den Redmon aufgesetzt hatte und das Brot das er ihm reichte und fühlte sich ganz behaglich. Während des Essens sprach Heika kein Wort. „ Unsere Vorräte sind so gut wie aufgebraucht,“ warf Redmon ein. „ So werden wir morgen Früh aufbrechen müssen.“ Sie blieben den Rest der Nacht und verließen den Ort am nächsten Tag.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.02.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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