Wenzel Jacke

Der Taucher

 

       DER  TAUCHER


20.06.2018

 


Mein Name war Mark. Mark Keller und ich war Taucher einer Forscherzentrale. Hauptsächlich beschäftigt sich unser Team mit Korallenriffen die vom Aussterben bedroht durch Müll der massenhaft in die Meere gekippt. Unser Ziel ist es sie selbst zu züchten. Mein Verhältnis mit mein Kollegen war ziemlich gut, aber trotzdem gibt es auch oft Probleme mit der Aufgabenverteilung.

 

Zu mein Privaten Verhältnissen gibt es wenig zu sagen.

Ich war der typische Einzelgänger, aber das war schon zu meiner Schulzeit so gewesen. Ich war Ende dreißig, schlank und hatte langes dunkles Haar und ein Schnurrbard. Ich liebt die See schon immer. Seit meiner Kindheit habe ich viele Bücher über die Forschung der See gelesen. Aber ich wollte nicht nur einfach zur See fahren sondern auch unter Wasser sein. Es hat so etwas ruhiges auf sich. Man kann denken da unten läuft alles eine Spur langsamer, wo man den täglichen Stress mal bei seite legen kann.

Wir waren jetzt schon ein halben Tag unterwegs. Es ging zu einem Riff der schon beschädigt ist, aber noch zu retten war. Wir waren momentan drei Leute: Anthony Brooks (seine Eltern waren Engländer), Dominik Moritz (ein Frischling den ich noch nicht so gut kannte), und ich. Der Rest von unserem Team hatte Urlaub genommen, weil es gutes Reisewetter gab.

 

Wir haben unser Ziel gegen Nachmittag erreicht, es war ein paar Meilen von der Zentrale entfernt. Die Forscherjacht lag ruhig im Wasser und die Sonne knallte uns im Nacken.

 

Wir haben uns vereinbart, dass Anthony und ich tauchen gehen und Dominik auf dem Boot bleibt. Anthony war immer sehr aufmerksam und stets auf alles bedacht. Ich mochte ihn und als ich früher bei ihm angefangen habe, war er sehr mit mir zufrieden und ist es auch heute noch.

Dominik macht die Tauchanzüge fertig und wir zogen sie an. Als wir fertig waren, sprangen wir rein und tauchten in die tiefste Finsternis. Die Tiefe war nicht so hoch rund dreißig Meter unter der Wasseroberfläche hatte Anhony zu mir gesagt. Er entfernte sich, wie abgesprochen von mir. Ich tauchte tiefer und tiefer. Langsam konnte ich schon Konturen der Korallenriffes erkennen. Eine unendliche Befriedigung machte sich in mir breit. Ein paar Clownfische zogen eine Bahn an mir vorbei. Es war so ruhig und so dunkel.

 

Ich war schon ziemlich tief getaucht bis es geschah: Plötzlich kam ein Unbehagen in mir auf. Ich merkte, dass irgendetwas nicht stimmte. Aber was es war, wusste ich nicht. Urplötzlich bekam ich keine Luft mehr. Ich geriet beinahe in Panik, Anthony war weit und breit nicht zu sehen. Der Druck auf meiner Lunge war jetzt fast unerträglich. Was war passiert, war der Lufttank undicht? Ich versuchte ruhig zu bleiben, aber es ging nicht. Die Reichweite zur Wasseroberfläche werde ich ohne Luft nicht schaffen. Dennoch versuchte ich es. Ich tauchte hektisch hoch, aber ich war immer noch zu langsam. Meine Kraft war verbraucht.

 

Meine Augenlider fielen langsam zu und es wurde schwarz vor meinen Augen. Nun würde ich sterben, dachte ich. Lebe wohl Welt.

 

Licht, registrierte ich vor meinen Augen. Ich schlug sie auf, aber gleich wieder zu. Es war einfach zu hell. Dumpfe Geräusche drangen in meine Ohren. Ich machte die Augen nochmal auf, aber ganz langsam.

,,Mark, hörst du mich.“ Ich kannte die Stimme, aber ich konnte sie nicht zuordnen.

,,Mark, Mark.“, ruft wieder die Stimme.

,,Anthony“, sagte ich schwach.

Verschwommen sah ich eine Person sich über mich beugend. Es war wirklich Anthony.

,,Mark, alles in Ordnung?“, fragte er mich.

,,Wo bin ich?“, fragte ich wieder schwach.

,,Es ist alles gut, du bist in einem Krankenhaus“, antwortete Anthony.

,,Was ist passiert?“, fragte ich schon wieder klarer.

,,Der Schlauch von deinem Lufttank war nicht richtig fest. Dominik hat es nicht richtig fest gemacht. Du wärst beinahe gestorben. Ich habe dich reglos treiben sehen und als du auf meine Zeichen nich geachtet hast wusste ich, dass was nicht stimmte. Dann habe ich dich auf die Jacht gebracht, dich beatmet und dann einen Rettungshelikopter angefordert. Die haben dich dann ins örtliche Krankenhaus gebracht. Aber sei unbesorgt du bist bald wieder auf den Damm“, erklärte er mir.

 

Nach einer Woche wurde ich entlassen und habe mit Dominik geredet. Es tut ihm sehr leid. Ich war nicht sauer auf ihn, aber er wurde gefeuert. Da kann er eigentlich noch froh sein. Es hätte schlimmer kommen können.

 

Mein Vorgesetzter hat mich gefragt ob ich freiwillig kündigen möchte. Ich habe abgelehnt, weil ich noch weiter arbeiten möchte. Der Vorfall war schon kaum zu verkraften. Ich war aber nicht bereit mein Beruf und Hobby zu wechseln. Trotzdem baute ich meine Taucherausrüstung ab jetzt immer selber zusammen und kontrollierte sie doppelt und dreifach auf Schwachstellen.

 

So tauchte ich für den Rest meines Lebens und war zufrieden damit.

 

 

Denn egal was war. Der Puls des Lebens schlägt weiter. Wir haben zwar schon alles zerstört was möglich war, aber die Natur findet einen Weg und wir müssen uns bewehren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.02.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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