Marlene Remen

WEGE INS NICHTS - DIE 3 FRAGEN

"Gina, Gina, rief die Stimme zum wiederholten Male, bist du noch hier
bei uns ?  Vicky, stubs sie mal an, ich glaube, sie ist schon wieder
abgetaucht ; die Stimme von Herrn Wagner, Ginas Biologie Lehrer,
klang nun aber schon sehr besorgt. Vicky, Ginas Sitznachbarin, tat,
wie ihr geheissen und erntete einen empörten Schrei.

"Was soll das, laß mich in Ruhe, du blöde Ziege, kann man mich denn
nicht einmal in Ruhe lassen ?"  Das wurde Herrn Wagner aber nun doch
zuviel, er kam an ihren Tisch und schaute sie streng über seine
Brillenränder an.  "Gina, was ist nur loß mit dir, hängst nur noch herum,
folgst dem Unterricht nicht und bekommst noch nicht einmal mit, wenn ich
dich etwas zum heutigen Thema frage, so kann das nicht weitergehen !"

Der Blick, den Herrn Wagner traf, war so abgrundtief voller Verzweiflung,
daß ihm seine Äusserung schon wieder leid tat. Um die Situation zu beruhigen,
schlug er Gina vor, nach der Schulstunde ein kleines Gespräch mit ihm zu führen
und zu seiner Überraschung willigte sie ein. Die Bio - Stunde war zu Ende und die
Schüler verließen den Klassenraum. Ausser Gina und Herr Wagner, der ihr vorschlug,
mit ihm ins Lehrerzimmer zu gehen, da wäre es ruhiger.
"Komm, setz dich Gina, meinte er freundlich und trink ruhig dein Wasser, welches du
dabei hast."  Nach kurzem Zögern hielt Gina ihm die geöffnete Flasche hin und er solle
doch mal riechen. Sein Gesicht wechselte die Hautfarbe, denn aus der Flasche roch es
 nach Alkohol, Wodka, wie er vermutete.

"Wie lange trinkst du dieses Zeug schon, fragte er und Gina antwortete, schon ein ganzes
Jahr. Bin da in so eine Clique rein geraten, die alle trinken, Joints rauchen und sich auch
Pillen einschmeissen. Erst war es ja nur eine Mutprobe, doch dann habe ich gemerkt,
es ging mir besser mit meinen ganzen Problemen, die ich habe und das Trinken wurde mehr.
Ohne dieses Zeug überstehe ich den Tag nicht, werde agressiv und niedergeschlagen,
aber es tut mir nicht gut, ich weiß es ja!"  Tränen liefen ihr über die Wangen und Herr Wagner
reichte ihr ein Taschentuch und sah, wie ihre Hände zitterten.

Als sie sich etwas beruhigt hatte, fragte er : "Darf ich dir 3 Fragen stellen und wenn, dann
beantworte sie mir schnell, aber ehrlich, willst du ?"  Gina nickte nur und Herr Wagner
holte tief Luft.
"Die 1. Frage, Gina, lautet, was bedeutet dir dein Leben ?"  Gina antwortete :
"Ich mag mein Leben, nur nicht, wie es zur Zeit ist, nur leben möchte ich."

"Die 2. Frage ist diese, Gina : " Was erhoffst du dir für dein Leben, welche Träume möchtest
du dir verwirklichen ?"   Sie weinte wieder, doch dann antwortete sie :
" Ich erhoffe mir für das Leben Sicherheit, Wärme und Liebe , geborgen sein ohne diese
Angst in mir zu spüren, all dies verloren zu haben. Vielleicht können dann auch die
Träume, die kommen, wahr werden, das wäre schön."

Herr Wagner nickte zustimmend mit dem Kopf und stellte die 3. und letzte Frage:
"Was bist du bereit, für dein Leben zu tun, selbst wenn der Weg dorthin sehr schwer
werden wird ? "   Mit leiser Stimme antwortete Gina : "  Wenn es einen Weg gibt,
denn ich gehen kann, um mein Leben wieder in den Griff zu kriegen, dann werde ich
ihn gehen, nur ein wenig Hilfe brauche ich dabei ?"
"Dann laß mich dir helfen, Gina, ich kenne eine sehr nette Frau bei der Drogenberatung
und die werde ich gleich morgen früh anrufen und einen Termin ausmachen.
Aber, du mußt damit einverstanden sein, ohne das geht es nicht, was sagst du,
machen wir es so ?"  Erwartungsvoll sah er sie an und Gina nickte und war einverstanden.

"Prima, sagte Herr Wagner, die Wege deines Lebens sollen doch weitergehen und
nicht im Nichts enden, dafür hält das Leben doch noch soviel Schönes für dich bereit !!!"



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.02.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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