Heinz-Walter Hoetter

Das Leben macht keine Pause, es hält nicht an

Wer hat nicht schon mal in seinem Leben an früher gedacht und die "guten alten Zeiten" wieder herbei gesehnt, die doch so schön waren?

 

Da sind Dinge passiert, an die man gerne zurück denkt, und die schon so weit in der Vergangenheit zurückliegen, dass man sich kaum noch an sie erinnern kann.

 

An so manche Begebenheiten jedoch erinnert man sich wie von selbst und bisweilen kommt es sogar vor, dass man ihnen schweren Herzens nachtrauert. Anderseits gibt es auch Dinge, die man am liebsten ungeschehen machen würde, wie der Tod eines geliebten Menschen beispielsweise. Das ist eigentlich ganz in Ordnung, so lange diese Rückschau in die Vergangenheit nicht das eigene Leben und Handeln in der Gegenwart lähmen.

Wir müssen bedenken, dass es Zeiten der Trauer und des Hinterher-Trauerns gibt. Das ist ganz normal. Bedenklich wird die Sache allerdings, wenn man von dieser Trauer nicht loskommt. Man sollte den Dingen und den Begebenheiten, ob sie nun positiver oder negativer Natur waren, nicht ständig nachtrauern oder nachweinen. Die beste Methode ist, den Blick in die Zukunft zu richten, damit man sein eigenes Leben konstruktiv gestalten kann.

Wer zu lange trauert oder nicht von ihr lassen kann, der zieht sich immer mehr aus dem Leben zurück. Der Weg in die selbstgemachte Isolation ist aber der falsche Weg. Die Gedanken werden schwermütig, der Kopf neigt sich, die Schultern hängen schlaff durch, der Blick ist oft nach unten gerichtet und man ist in sich gekehrt. Diese Phase des Leben, also die der Trauer, kostet viel Kraft, die man besser woanders einsetzen könnte und auch sollte. Traurigkeit macht in gewisser Weise auch hilflos. Körper, Geist und Seele bilden allerdings eine Einheit. Leidet der Körper, leiden früher oder später Geist und Seele mit. Das gilt für alle Teile der Einheit, die ja die Ganzheit ausmachen.

Nun, die Zeit der Trauer ist zwar wichtig und die sog. Trauerarbeit gehört auf jeden Fall zum Leben dazu. Aber man sollte als souveräne Persönlichkeit ebenso Zeit haben für die Freude, für die Ausgelassenheit und des Glücks und versuchen, mit seinem Verlust entsprechend leben zu können. Denn alles Geschehene gehört letztlich zum eigenen Leben dazu, wie alles andere auch.

 

Es gibt auf jeden Fall eine Zeit nach der Trauer, so wie es eine Zeit vor der Trauer gegeben hat. Es muss immer einen Punkt des Wandels geben (können). Dieser Zeitpunkt, das gebe ich gerne zu, der kann bei jedem Menschen anders sein, aber er ist da und kommt mit Sicherheit, bei jedem von uns. Keine Trauer kann ewig anhalten. Das Leben hält so viele Chancen für uns bereit, und wir müssen nicht unbedingt auf der alten Straße weitergehen, wenn wir auf ihr nicht mehr gehen können oder wollen. Wir geben uns selbst eine Chance, wenn wir die Richtung ändern und unserem Leben, und damit auch der eigenen Persönlichkeit, einen konstruktiven Neuanfang ermöglichen.

 

Denn das Leben, das Sein an sich, macht keine Pause, es hält nicht an und alles geht weiter. Das sollte man bei aller berechtigten Trauer immer bedenken, um den Anschluss an das Leben nicht zu verpassen.


(c)Heinz-Walter Hoetter

 


 

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