Heinz-Walter Hoetter

Wir AFFEN sind die KRONE der Schöpfung

Stammen wir Affen vielleicht doch vom Menschen ab? Haben wir den gleichen Vorfahren? Diese oder ähnliche Fragen stellen wir Affen uns immer und immer wieder. Aber eine absolut schlüssige Antwort finden wir nicht.

Wer aber die Affenbibel wortgetreu auslegt, der dürfte an der Entstehungsgeschichte des Affen keinen einzigen Zweifel mehr haben.

Und der Affengott schuf den Affen zu seinem Bilde, zum Bilde des Affengottes schuf er ihn; als Affe und Äffin. So steht es in den religiösen Büchern der uralten Überlieferungen unserer Ur-Affen.

Heute will natürlich kaum jemand die Affenbibel wörtlich verstanden wissen. Selbst die großen Religionen der Affen nicht. Wir sind ja aufgeklärte, moderne Affen. Und doch werden die Stimmen derer immer lauter, die dem genialen Affen Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie Zweifel entgegen setzen, so auch mit Hilfe des modernen Internets überall auf der Welt des Affen.

Wer zweifelt denn da an der Evolutionstheorie?

Es sind nicht nur die Affenchristen, sondern auch die allgemeine Affenbevölkerung selbst. Mehr als 20 Prozent der Affengesellschaft bei uns haben Probleme damit, dass der Affe biologisch betrachtet eng verwandt ist mit der frei lebenden Spezies Mensch.

Es soll sogar Äffinnen und Affen geben, die daran glauben, dass der Planet der Affen erst 6.000 Jahre alt sei statt mehrerer Milliarden Jahre.

Das hat zu einem großen Erschrecken unter vielen namhaften Forschern unter den Affen auf der ganzen Welt geführt.

Wie auch immer.

Nun, in etlichen Teilen der Welt sind viele menschliche Arten infolge der rasanten technischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Affen ausgestorben.

Die Hauptursache für den drastischen Rückgang der Menschenarten wurde von den Forscheraffen erst kürzlich veröffentlicht und zwar wird hier an erster Stelle aufgeführt: Zerstörung des Lebensraumes und Bejagung des Menschen durch den zivilisierten Affen. Besonders Land- und Forstwirtschaft der großen Affenzivilisationen verändern oder vernichten viele Lebensräume des Menschen, der sich immer weiter in entlegene Gebiete zurückzieht.

Die größte Gefahr für die aussterbenden Reste der Menschenpopulationen und für die letzten ihrer noch intakten Lebensräume geht allerdings von uns Affen selbst aus.

So hat sich z. B. der Raubbau an den Klima regulierenden Regenwäldern in den letzten Jahren weltweit rapide erhöht. Der tropische Regenwald ist zwar riesig und unerforscht, aber es werden Jahr für Jahr immer größere Gebiete gerodet, damit Plantagen und Weideland für die Landwirtschaft und der Viehzucht zur Verfügung stehen. So wurde in den letzten vierzig Jahren auf dem Planet der Affen die Hälfte der Regenwälder durch Abholzung vernichtet. Wenn diese Regenwälder weiter schrumpfen und der Kahlschlag nicht gestoppt wird, geht dem Affen bald sprichwörtlich selbst die Luft zum Atmen aus.

Aber der Raubbau an der Natur geht trotz aller Warnungen der Forscheraffen ungebremst weiter. Die weltweite Wirtschaft der Affenzivilisationen nimmt keine Rücksicht auf Wildnis, Arten, Lebensräume und Ökosysteme, die in einem nie gekannten Tempo verschwinden. Aber so sind wir Affen nun einmal. Unser Affengott hat nämlich gesagt, dass wir uns den Planet der Affen untertan machen sollen. Und das tun wir auch - und zwar rigoros! Wir sind die Herren dieses Planeten! Wer denn sonst, wenn nicht die Affen?

Natürlich regt sich auch heftige Kritik in vielen Affengesellschaften über das zerstörerische Verhalten unserer Art. Sie fragen sich, ob der Raubbau an der Natur auf Dauer nicht zu irreparablen Schäden führt, weil immer mehr Tierarten aussterben, darunter auch der gefährdete Mensch.

In diesem Zusammenhang stellen beispielsweise einige bekannte Forscheraffen die Frage nach dem Ursprung des Lebens generell. Sie wollen mit der Affenbibel nichts zu tun haben.

Sie beschäftigen sich damit, wie das Leben auf unserem Planeten entstanden ist. Wo kommen die Pflanzen, die Tiere und wir, die mit Vernunft begabten und mit Intelligenz ausgestatteten Affen, eigentlich her? Wo liegt unser eigentlicher Ursprung?

Die Religionsaffen halten dagegen und sagen, dass uns die Affenbibel darauf eine eindeutige Antwort gibt.

So lautet der erste Satz in der Affenbibel z. B.: "Der Affengott machte den Himmel und die Erde."

Aber es geht noch weiter.

Zuerst schuf der Affengott das Licht und trennte es von der Dunkelheit.

Tag und Nacht entstanden auf diese Art und Weise. Tja, und dann schuf er die Atmosphäre, indem er das Wasser im Meer und den Himmel trennte.

Am dritten Tag trennte der Affengott das Trockene vom Wasser und füllte das so entstandene Land mit zahlreichen Pflanzen.

Am vierten Tag schuf er die Lichter am Himmel. So entstanden Sonne, Mond und die Erde des Affen.

Danach machte der Affengott die Wassertiere und auch die Vögel in der Luft. Das war am fünften Tag.

Am sechsten Tag schuf der Affengott die Tiere auf dem Land und dann, sozusagen als Höhepunkt von allem, den Affen, die absolute Krönung der Schöpfung.

Die Affenbibel sagt dazu: "Und der Affengott schuf den Affen nach seinem Bilde, als Abbild des Affengottes schuf er ihn." - Und er schuf die Affen als Affe und Äffin. Dann segnete er sie und sprach: "Ihr bekommt Kinder und vermehrt euch. Breitet euch aus über die ganze Erde! Nehmt die Erde in Besitz und herrscht über alles, was auf dem Planet der Affen ist."

Nachdem der Affengott alles geschaffen hatte, ruhte er sich aus. Er freute sich über seine Schöpfung und er fand sie nicht nur gut, sondern sehr gut.

Bravo! Die gläubigen Affen jubeln bei diesem Text und fallen dabei fast in Ekstase.

Trotzdem habe ich als schriftstellerisch begabter Affe so meine Zweifel, ob das alles wahr ist und sich auch genau so abgespielt hat, wie es die Bibel der Affen so und nicht anders schildert. Den meisten Religionsaffen wird das wohl egal sein. Hauptsache für die ist ja nur, dass sie etwas haben, woran sie glauben können. Dafür bringen sie sogar andere Affen um, diese Vollidioten. Da sind uns die primitiven Menschen irgendwie weit voraus. Die haben keine Religionen und töten deswegen auch keinen ihrer Artgenossen.

Es gibt aber auch Affen, die den Anspruch der Affenreligionen auf absolute Wahrheit ablehnen, weil sie behaupten, dass das mit dem Affengott alles eine riesengroße Lüge sei.

Sie führen an, dass die tagtägliche Lebenspraxis von Millionen und Abermillionen ganz normal gebliebener Affen den Aussagen der Affenbibel prinzipiell widersprächen. Auch eine große Zahl von Wissenschaft treibenden Affen, die sich mit der Religionsgeschichte befassen und befasst haben, sind der Ansicht, dass die Aussagen in der Affenbibel nicht stimmen können und wohl insgesamt von irgendwelchen Propheten-Affen frei erfunden worden seien, um die Masse der Gläubigen an die Religion und vor allen Dingen an die mächtige Priesterschaft der dogmatischen Religionsaffen zu binden. Was wären diese arbeitsscheuen Linkshänder denn ohne ihre Gläubigen? Wohl nichts bis gar nichts! Sie müssten wieder arbeiten gehen, wie alle anderen Affen auch.

Na ja, wie auch immer. Ich, als Geschichten schreibender Affe, sage es ganz offen heraus: "Sollen die sich doch gegenseitig den Affenschädel einschlagen. Was kümmert es mich? Mir kann es auch egal sein, ob die heute lebenden Affen genetisch mit dem primitiven Menschen verwandt sind oder nicht. Manche Forscheraffen sprechen hier von 98 Prozent genetischer Übereinstimmung. Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht sagen.

Trotzdem lohnt es sich, mal darüber nachzudenken.

Ganz am Anfang, vor vielen Millionen Jahre unserer Evolution, müssen auch wir Affen wohl irgendwie menschenartig ausgesehen haben. Das muss selbst ich zugeben.

Wenn man bedenkt, dass auf 1000 Jahre etwa 50 Generationen von Affen kommen, dann würden auf eine Million Jahre mindestens 50 000 Urahnen zu rechnen sein (oder auch mehr).

Das letzte Wesen am anderen Ende dieser Kette unserer Vorfahren sähe bestimmt nicht mehr so aus wie ich oder die anderen Affen, die mit mir heute den Planet der Affen zusammen bevölkern. Aber dieses Wesen aus grauer Vorzeit muss zumindest ein Zwischending von Affe und Mensch gewesen sein. Soviel steht jedenfalls fest.

Es ist schon was dran, wenn man sagt, dass der Affe mehr vom Menschen hat als umgekehrt. Eigentlich ist der Mensch genauso modern wie wir, die Affen. Das trifft ja auch auf alle anderen Arten zu, mit denen wir in der Gegenwart gleichzeitig zusammenleben. Schildkröten, Vögel, Elefanten, Moose und was sonst noch alles so auf dem Planet der Affen kreucht und fleucht. Sie sind ebenso modern, sonst hätten sie es ja nicht bis in unsere Zeit hinein geschafft. Die Evolution hat sie zu dem gemacht, was sie heute sind.

So haben wir Affen, ganz gleich ob Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans usw., wohl einen gemeinsamen Vorfahren mit den primitiven Menschen. Wir stammen demnach alle von einem Ur-Wesen ab, das sowohl der Vorläufer der Affen als auch des Menschen war.

Doch nur wir Affen haben es geschafft ein offenes Bewusstsein und fragende, forschende Intelligenz heraus zu bilden. Wir sind klüger als Menschen. Wir sind ihnen intellektuell haushoch überlegen. Wir Affen haben im Durchschnitt ein dreimal so großes Gehirn wie die Menschen und besitzen darüber hinaus eine soziale Intelligenz, die es uns ermöglicht, von anderen Affen zu lernen. Wir können uns in die Welt der anderen Affen gedanklich hinein versetzen und sie verstehen. Wir können uns auch selbst verstehen, Bewertungen vornehmen und umgekehrt ebenso das Verhalten der anderen Affen bewerten. Das sind Eigenschaften, die das wildlebende Menschentier nicht hat.

Wir besitzen eben eine ganz spezielle, andere Form von Intelligenz, obwohl die Menschen sicherlich auch ihre artspezifische Intelligenz und ganz bestimmte, angeborene Fähigkeiten und Verhaltensweisen haben. Gewiss, das ist unbestritten. Aber an uns kommt kein anderes Lebewesen auf dem Planet der Affen heran, auch dieser nackte Primat nicht, den wir Affen "Mensch" nennen. Nicht umsonst halten wir sie in unseren Zoos. Da fühlen sie sich wohl und merken es nicht einmal, dass sie in Gefangenschaft leben, von uns gefüttert werden und dort sogar in Rudel kopulieren. - Ganz öffentlich ohne jede Scham, und wir schauen ihnen auch noch dabei zu. Irgendwie tun wir das ja auch auf die gleiche Art und Weise wie sie, nur treiben wir es zivilisierter und leben unseren Affensex in zahlreichen fantasievollen Variationen nicht in aller Öffentlichkeit aus.

Das können diese primitiven Menschen eben nicht. Dazu sind sie ganz einfach zu stupide. Sie treiben es auf ihre animalische Art in freier Natur und empfinden dabei keine Schamgefühle. Sie sind halt Tiere.

Nun ja, ich gebe gerne zu (damit ich endlich zum Schluss komme), dass wir zwar den gleichen Vorfahren haben - und dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, weil das einfach richtig ist, doch das war es dann auch schon. Mehr Übereinstimmung geht nicht.

Ja, wir AFFEN sind einzigartig und die absolute KRONE der Schöpfung.

WIR sind doch keine Menschen und können uns doch mit ihnen nicht vergleichen oder auf eine Stufe stellen.

WIR sind eben AFFEN und einzigartige Wesen. Das erfüllt uns mit großem Stolz.


 

Dem großen Affengott sei Dank!



 

(c)Heinz-Walter Hoetter



 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.02.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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