Klaus Gödtner

Erst lesen, dann trinken

...heute ist mir was passiert, wovon ich euch unbedingt berichten möchte.

Ich habe einen neuen Job.
You can call me "Müllmanager"
Hört sich cool an, oder?
Ist aber nicht so aufregend.
Meine Aufgabe ist es, in verschiedenen Wohnquartieren die Müllstellplätze in Ordnung zu halten, den Müll nach zu sortieren, Tonnen an die Straße zu stellen und später wieder zurück.
Teilweise ganz schön ekelig, in dem Müll der Anderen herumzuwühlen.
Aber auch anstrengend. Diese großen Müllbehäter wiegen sehr viel und es ist alleine fast nicht zu schaffen.
Wir sind bemüht, dass wir das immer zu zweit machen aber es klappt nicht immer.
Ich schreibe und schreibe, dabei wollte ich euch doch was ganz Anderes berichten.
Normalerweise trinke ich Wasser aus dem Kran, und habe mir oft schon eine Flasche abgefüllt und mit zur Arbeit genommen.
Heute hatte ich nichts dabei und durch die schwere Arbeit war mein Flüssigkeitsbedarf erhöht.
Ich steuerte also den nächsten Kiosk an und hatte schon auf dem Weg dahin eine riesen Lust auf eine eiskalte Cola.
Cola hätte nicht nur meinen Wasserhaushalt normalisiert, sondern auch noch meinen Blutzuckerwert,
denn gegessen hatte ich auch noch nichts.
Ich stand im Kiosk vor dem Kühlschrank und die vielen bunten Flaschen und Dosen lachten mich an.
Mein Speichelfluß war erhöht. Ich konnte mich plötzlich doch nicht mehr so leicht entscheiden.
Cola? Mezzo? Fanta ? Oder doch ein Wasser?
Vielleicht ein alkoholfreies Bier? Soll ja isotonisch sein.
Da entdeckte ich neben den ganzen Flaschen, so kleine niedliche, rosafarbene Dosen.
Rossini
ERDBEERE/RARBARBA
0,2 l
Sahen komisch aus, aber auch interessant.
Da ich immer gerne etwas Neues ausprobiere, habe ich zwei Dosen herausgenommen, auf die Theke gestellt und bezahlt.
Noch im Laden öffnete ich das Behältnis und das zischende Geräusch ließ mich vermuten, dass genügend Kohlensäure enthalten sein musste.
Denn Kohlensäure, hatte ich für mich klar gemacht, musste es sein. Also Saft oder Milchmischgetränke kamen heute morgen nicht in Betracht.
Ich setzte die Dose an und leerte sie ziemlich zügig, denn wie schon erwähnt, waren ja nur 200 ml enthalten.
Der Kioskpächter beobachtete mich.
"Und,- wie schmeckt datt? fragte er mich im bergischem Dialekt.
Anpassungsfähig, wie ich nun mal bin, anwortete ich:
"Datt scheckt legger, etwas herb, fruchtig, aber..."
Ich wusste nicht was noch so Besonders an dem Getränk war, aber etwas war da noch, was ich noch nicht richtig beschreiben konnte.
Ich öffnete die zweite Dose, setze sie an den Mund und leerte sie nicht viel weniger langsam als die Erste.
"Und, watt sachste? Ich kenne datt auch noch nicht, wir haben Datt erst kürzlich vonner Messe mitjebracht" fragte mein neuer Bekannter der Kioskmann.
"Ich weiß nicht, irgendwie scheckt datt, als ob da..."
Ich kam immer noch nicht weiter.
Mir wurde ganz komisch. Ich hatte plötzlich so ein Gefühl, wie ich es nur kenne, wenn ich mir im Martinseck fünf Kölsch inne Birne gekloppt habe.
Ich nahm die Dose und schaute sie mir etwas genauer an.
Da stand die Lösung:
"Weinhaltiges Erfrischungsgetränk 6,5 Vol %"
Ich konnte es nicht fassen, morgens um 11 Uhr habe ich mir
unbewusst o,4 Liter Allehol reingepfiffen und spürte die natürlich, weil ich ja noch nichts gegessen und zu wenig getrunken hatte.
Ich habe mir noch ein paar Kaugummis gekauft und habe eine kleine Ruhepause im Auto gemacht.
Der Kioskmann hat danach die Dosen in den anderen Kühlschrank geräumt :-)
Liebe Grüße Klaus
PS: Erst lesen, dann trinken !!!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.02.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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