Heinz-Walter Hoetter

Gedanken über das Schimpfen

Schon der Reformator Luther sagte mal in einer seiner Tischreden, dass die Welt ein Scheißhaus sei. Schimpfen die Menschen deshalb so viel?

Irgendwie scheint mir dieser Luther recht mit seiner Aussage zu haben, denn überall wo dieser affenartige, aufrecht gehende, mit angeblicher Intelligenz ausgestattete Zweibeiner erscheint (der sich zudem auch noch Homo sapiens sapiens nennt), wird früher oder später gemosert, gestänkert, gemeckert, gemotzt, genörgelt, gemurrt oder geschimpft. Und das auch keineswegs nur an den sog. Stammtischen.

Keine Frage ist, dass das Schimpfen von Kindheit an zum Leben dazu gehört wie das Essen und das Trinken, und das mit vielen Abstufungen.

Da gibt es das Granteln, das Nörgeln, das Meckern, das Motzen, Fluchen, Brüllen und Kotzen usw., usw. . Zuweilen verstecken sich diese Formen des Schimpfens auch hinter eigentlich ganz vernünftig klingenden Argumenten, Theorien und Thesen wissenschaftlicher Art. Hier tauchen sie dann nur in subtilerer Form auf.

Klar ist auch, dass sich fürs Stänkern und Maulen tausendfache Gründe finden lassen, und das auf höchstem und auf niederem Niveau.

Möglicherweise ist der letzte Grund fürs Schimpfen, Stänkern und Maulen darin zu sehen, dass wir Menschen aus dem Paradies vertrieben worden sind und seit der Zeit, wie Luther schon sagte, in einem "Scheißhaus" leben müssen.

Klingt für mich irgendwie plausibel.

 


(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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