Heinz-Walter Hoetter

Auf der Suche nach der Wahrheit

"Wahrheit ist die Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstand. Da dieser stets ein bestimmter ist, kann die Übereinstimmung nur durch Vergleichung mit ihm, nicht aber nach allgemeinen Regeln erkannt werden. Daraus folgt, dass es kein allgemeines Kriterium der Wahrheit geben kann, das für alle Erkenntnisse ohne Unterschied ihrer Gegenstände gültig wäre. - Von der inhaltlichen Wahrheit (materielle Wahrheit) zu unterscheiden ist die logische Wahrheit (formale Wahrheit), die in der Übereinstimmung der Erkenntnis mit den allgemeinen Regeln des Denkens besteht und mithin die logische Richtigkeit der Aussage betrifft; für sie ist mit den Gesetzen der formalen Logik ein allgemeines Kriterium gegeben, das aber nur die Form, nicht jedoch den Inhalt der Erkenntnis umfasst. So kann z. B. ein Schlusssatz (Conclusio) logisch falsch, inhaltlich aber wahr sein und umgekehrt." (Diese Definition stammt aus dem großen Brockhaus).


 

Was Wahrheit ist, das ist gar nicht so einfach zu erklären oder zu verstehen. Man muss daher schon genauer hinschauen.


 

Seit es vernunftbegabte Menschen gibt, seit der Zeit wird auch über Wahrheitskriterien nachgedacht. Es waren vor allen Dingen religiöse Kreise, die insbesondere ewige Wahrheiten für sich beanspruchten, weil sie der Meinung waren (oder sind), ihre angedachten Glaubensgrundsätze seien durch einen Gott geoffenbart worden.


 

Nun sind aber Wahrheitskriterien durchaus unterschiedlich. Ein Kennzeichen für die Findung von Wahrheit sind wahre (meist logisch begründbare) Urteile, die einen Wahrheitsgehalt feststellen (können). Die Suche nach der Wahrheit kann man in verschiedene Kategorien bzw. Kriterien einteilen:


 

1. Dogmatische-religiöse: Das sind die sog. “ewigen Wahrheiten, die durch einen Gott oder ähnliches (angeblich) geoffenbart wurden.”

2.Konsensus-Kriterium: Wahrheiten, die durch eine Übereinstimmung von vernünftig denkenden Menschen in einer Sache getroffen werden.

3.Pragmatisches Kriterium: Damit ist gemeint, dass nur das wahr sein kann, was einem oder mehreren nützt.

4.Das Kriterium der sog. Äquivalenztheorie: Hierbei muss eine aufgestellte Behauptung (erzeugt durch eine Erkenntnis) mit der Wirklichkeit übereinstimmen oder in Übereinstimmung gebracht werden.


 

Na gut, kann man jetzt sagen, aber damit ist die „Wirklichkeit“ noch immer nicht erklärt. Wir können die Wirklichkeit biologisch mit unseren Sinnen, auf deren natürliche, einwandfreie Funktionalität wir uns ja verlassen müssen, sehen, schmecken, tasten, riechen oder auch hören.


 

Können wir auch mit diesen Sinnen die Wirklichkeit messen oder sonst wie erfassen?


 

Letztendlich beruht ja alles Wissen, so auch unsere Sprache, einzig und allein auf unser Bewusstsein und den Fähigkeiten unserer Sinne, jene Außensensoren also, die uns mit der Welt da draußen verbinden. Sinneseindrücke können uns aber auch täuschen (z. B. optische Täuschungen). Messwerte können durch das Messgerät und / oder durch den Beobachter selbst verfälscht werden.


 

Andererseits ist es so, dass, wenn Mathematiker behaupten, dass 2 plus 2 gleich 4 ist, dieses Ergebnis wohl niemand als mathematisch (logische = folgerichtige) “Wahrheit” bestreiten wird.


 

Man geht davon aus (das ist ein Axiom), dass jede natürliche Zahl gleich weit (um den Wert 1) von der ihr folgenden natürlichen Zahl entfernt ist. Beweisen kann das niemand, wohl aber als brauchbare Voraussetzung fürs Rechnen verwenden.


 

Wie relativ unsere "absoluten Konstanten" sind, zeigt in jüngster Zeit die Teilchenphysik ebenso wie die Astrophysik (Lichtgeschwindigkeit ist unter gewissen Voraussetzungen auch denkbar als Variable).


 

Nichtsdestotrotz ist eines dennoch klar: Das immer erneute "In-Frage-stellen" aller absoluten Werte ist die Mutter allen Fortschritts! Durch das "Neugierig-sein" und "In-Frage-stellen" wuchs die Menschheit aus der Steinzeit des Wissens in die Moderne. Der Prozess der Wahrheitsfindung oder auch nur eindeutiger Wahrheitskriterien ist spannend und längst noch nicht abgeschlossen.


 

Merke daher: Wahrheit ist niemals eine Eigenschaft von Dingen. Sie bezieht sich auf unsere Urteile über die Dinge.


 

Das Los der Menschen scheint zu sein nicht Wahrheit, sondern Ringen nach Wahrheit, nicht Freiheit und Gerechtigkeit und Glückseligkeit, sondern Ringen danach.


Johann Gottfried Seume (1763 - 1810), deutscher Schriftsteller.


 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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