Heinz-Walter Hoetter

Was versteht man eigentlich und „Gender“?

In Deutschland, einem Land in Mitteleuropa, das sich anscheinend seiner eigenen Sprache schämt, hat sich für „Geschlecht“ der englische Fachbegriff „Gender“ durchgesetzt bzw. etabliert.

 

Warum ist das so?

 

Die Natur kennt eigentlich, bezogen auf den Menschen, nur zwei (biologische) Geschlechter, nämlich das weibliche oder das männliche Geschlecht (feminin-maskulin). Im Englischen spricht man von „sex“.

 

Kleiner Hinweis dazu.

 

Das Wort "Sex" kommt vom lateinischen Wort "sexus", welches "Geschlecht" bedeutet. Im Deutschen versteht man darunter die praktische Ausübung von Sexualität und im Englischen ist es genau so - man kann aber auch einfach "Geschlecht" damit meinen. In der deutschen Sprache heißt es jedoch „Geschlechtsverkehr“ und nicht „Sexverkehr“.

 

Leider ist es in unserer heutigen Zeit so, dass man den Fokus immer mehr auf das sog. „soziale Geschlecht“ legt, wobei das Geschlecht biologische Weiblichkeit und Männlichkeit als „natürlich“ gegebene Grundlage wohl nicht mehr eindeutig getrennt werden soll. Biologisch betrachtet hat sich die Auffassung verfestigt, dass es „den Mann“ und „die Frau“ gibt. Diese biologische Ordnung ist als eine „natürliche“ anzusehen. Diese natürliche Einteilung in Mann und Frau lässt sich in modernen (unnatürlichen) Gesellschaften nicht zwingend in eine soziale Ordnung trennen, das es nahe liegt, dass man biologische, soziale und auch kulturelle Faktoren zusammen denken muss. Entscheidend ist für mich die Frage, warum eigentlich in modernen Gesellschaften zwischen Frauen und Männern unterschieden wird bzw. derart unterschiedlich bewertet werden.

 

Gender kann man auch als ein gewandeltes Verständnis von Geschlecht innerhalb unterschiedlicher Zusammenhänge sehen. Das Geschlecht wird nicht mehr als natürliche Gegebenheit betrachtet, sondern ist von gesellschaftlichen Vorstellungen und Normen abhängig. Somit wird das natürliche Geschlecht (Mann – Frau) zu einer sozial konstruierten Kategorie.

Eine abweichende Norm, wie „Transsexualismus“ und Intersexualität werden nach internationaler Klassifikation in der Medizin als Störung der Geschlechtsidentität eingestuft. Es sind allerdings immer wieder jene betroffene Menschen, sog. Transsexuelle, die sich an die eindeutige Einteilung in Frau oder Mann stören und meinen, sie unterlägen dadurch einem gesellschaftlichen Zwang wegen dieser eindeutigen Einteilung, bis hin zur gefühlten Diskriminierung.

 

Intersexuelle Personen besitzen beide Geschlechtsmerkmale, also männliche als auch weibliche.

 

Nun ja, wie auch immer. Eines muss ich auf jeden Fall noch sagen. Mit dem Begriff „Gender“ werden in einer modernen (unnatürlichen) Gesellschaft die vielfältigen Lebenslagen von Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen, die nie nur geschlechtsspezifisch sind sondern vielfältiger Natur sein können, wie das Alter, der religiöse Glaube bzw. die Weltanschauung, eine etwaige Behinderung, eine besondere Begabung oder eine gewisse sexuelle Orientierung und ähnliche menschliche Lebensweisen. Und genau darauf zielt eigentlich der ganze Gender Mainstream ab, ohne in Geschlechterstereotype zu verfallen. Es geht also auch darum, sich von der natürlichen Rollenverteilung von Mann und Frau zu verabschieden. Das Geschlecht eines Menschen sollte nicht nur das eigene Leben entscheidend prägen, sondern es geht darum, angemessen auf die Bedürfnisse der Menschen in einer Gesellschaft einzugehen.

 

Diese Gleichstellungspolitik mit Bezug auf Gender könnte möglicherweise dazu beitragen, gleichstellungsorientiert zu handeln.

 

Beispiel

 

Ist ein „Bürgermeister“ nur für männliche Bürger da und eine „Bürgermeisterin“ nur für weibliche? Korrekt müsste es, nach Gender, also Bürger*Innenmeister*Innen heißen. Oder was ist mit dem Wort „Mensch“, das ein grammatisch männliches Wort ist? Sollte es nicht „Mensch*Innen“ heißen?

 

Unabhängig der Tatsache, woher nun das Streben nach dem "politisch korrekten Gendern" kommt, habe ich mich gefragt, wie man das Wort „Tod“ Gender gerecht aufarbeiten möchte. Ist der Tod etwa männlich oder muss ich von „Todin“ (der Tod, die Todin) sprechen? Am Ende, um es mal ganz brutal auszudrücken, stinken alle Geschlechter gleich. Da hilft auch kein Genderismus.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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