Margit Farwig

Lieber Erik und liebe Siri III

Lieber Erik und liebe Siri,

nun wird es Zeit, wieder etwas zu schreiben, damit ihr wisst, hier gibt es manches zu berichten. Ich schreibe auch lieber auf dem Laptop als mit der Hand, hier geht es schneller und es ist besser zu lesen, auch schreibe ich dann viel mehr.

Heute scheint die Sonne und ich habe mich über den Anruf gefreut, das nehme ich mit in den Tag und auch noch länger…schmunzel Am Quendorfer See, den ihr kennt, schwimmt jetzt immer ein Schwan. Er saß mal ganz nah, so dass ich ihn fotografieren konnte wie er sich putzte. Er müsste eigentlich Putzerschwan genannt werden, es gibt nämlich auch Putzerfische. Die putzen tatsächlich die Scheiben vom Aquarium sauber. So einen hätte ich hier gern in der Wohnung, ich könnte auch mal wieder die Scheiben putzen.

Die Sonne vom Quendorfer See im Januar von der Brücke fotografiert, dort steht auch oft ein Graureiher.

Opa wischt die Treppe, ich habe gestern schon alles in der Wohnung gewischt. Die kleine Wäsche kann ich bald auf dem Balkon auf dem Wäscheständer aufhängen. Die Vögel futtern jeden Morgen, jeden Mittag und jeden Abend, sie schauen uns gern beim Frühstück zu. Und die Elstern lauern, sie wollen auch picken, aber erst sollen sich die kleinen Meisen wie Blaumeise, Kohlmeise, Sumpf- oder Weidenmeise, Spatzen, Braunellen, Buchfinken, Amseln satt picken. Ganz lieb und fast unscheinbar setzt sich das Rotkehlchen auf den Handlauf des Geländers und schaut uns treu an, wir kennen uns nun schon seit Jahren, ist im Winter hier, fliegt nicht wie Zugvögel davon. Lustig sieht es aus, wenn es sich an den Meisenknödel hängt. Ich habe einen am Küchenbalkon aufgehängt, der Tisch ist voll verschiedener Leckereien, zwei an dem Handlauf des Wohnzimmerbalkons. Da kann ich vom Sofa das flinke Treiben beobachten. Ist zu schön. Die Elstern und Tauben sind schlau, sie kommen direkt, wenn ich mein Mittagspäuschen halte. Sie sollen auch satt werden. Auf dem Foto ist Sommer, es muss seine Jungen füttern und fliegt unermüdlich und fröhlich hin und her. Auch die Rotschwänzchen bevölkern rundherum die Stand- nun, hier sind es Sitzpunkte…schmunzel Hier sitzt es oben auf der weißen Laterne.

Ach, ich habe gerade nach draußen geschaut, da sitzt das kleine Rotkehlchen am Knödel, schaut mich tapfer an und lässt euch schön grüßen. Es weiß, dass wir so kleine Schätzchen haben. Habe auch noch schnell Eier Ravioli, Diavoli, in den Topf getan, heute koche ich nicht, wir gehen ja zum Kaffee zu Bekannten. Gestern wollte ich mir etwas Apfelsaft naturtrüb in das Glas mit Leitungswasser füllen, bekam ich einen ordentlichen Schrecken. Schimmel und Plättchen vom Blau, das die Hersteller nun innen verarbeiten. Es ist der ...... Apfelsaft. Wenn ich das getrunken hätte…o weh Habe sofort bei der Firma Kontakt aufgenommen auf der www-adresse und das mitgeteilt. Sie wollten mir auch was schicken, habe aber verzichtet, wäre zu umständlich geworden. Vor Jahren ging es mir mit O-Saft von … . Mir war ganz schlecht. Die Firma war so froh, dass ich Ihnen das mitgeteilt hatte, konnten sie doch gleich bei der Produktion nachschauen. Sie schickten mir einen Fleurop Gutschein für 15 € und mit UPS 4 große Marmeladengläser. Ich bedankte mich und meinte, wenn alles so friedlich ausgehen würde, wäre die Welt auch besser.

Nun will ich mal aufhören, der Brief muss heute noch in den Briefkasten.

Ganz liebe Grüße an euch von Opa und Oma.










Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Margit Farwig).
Der Beitrag wurde von Margit Farwig auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Mein letztes Bilderbuch. Gedichte von Christoph Klesse



Die Texte in diesem Buch gründen auf einfachen Bildern, die immer neu zusammengesetzt werden. Kritisch, selbstkritisch und manchmal zugespitzt handeln sie von Anpassung und Widerstand, vom langen Weg zu sich selbst und zu anderen. Sie sprechen von Liebe, Enttäuschung und Trauer, von Resignation, Hoffnung und Aufbruch.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Autobiografisches" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Margit Farwig

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Natur und wir von Margit Farwig (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)
FC St. Pauli wird 100 von Karl-Heinz Fricke (Autobiografisches)
Menschen im Hoftel VI von Margit Farwig (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)