Günther Würdemann

Wir sind noch mal davon gekommen...

Als norddeutscher Ureinwohner bin ich ja sogenanntes schlechtes Wetter gewöhnt. Sturm erprobt und in jeder Hinsicht regenfest kann mich eigentlich nichts und niemand so richtig in meiner wetterunabhängigen Stabilität erschüttern. Lieber so ein Wetter als gar keins. Und wichtig ist beständiges Wetter. Zur fraglichen Zeit (also zu der Zeit, als sich diese Geschichte ereignete) hatten wir seit mehreren Tagen beständig Regen. Unangenehmer wurde es allerdings dadurch, dass sich zu dem Regen auch noch Sturm gesellte. Den hatten wir in den letzten Tagen nun mehrfach. Also ein Wetter, ein sogenanntes Hundewetter, bei dem man keinen Hund aus dem Haus, geschweige denn vor die Tür jagt. Nur meinen Hund hat das nicht besonders interessiert. Er wollte raus – wie jeden Tag. Ich musste also...So gingen wir beide Gassi.

Nach diesem alltäglichen Hundespaziergang hatte meine Ehefrau einen ganz tollen Einfall. Statt Zuhause rumzusitzen und mit traurigem Blick und hängenden Tränensäcken aus dem Fenster zu blicken, schlug sie vor, eine Autofahrt in die innerstädtische Einkaufsmeile der nächstgelegenen Großstadt zu unternehmen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Also –gedacht—gesagt –getan. Rein in das innerstädtische Einkaufsgetümmel. Es war allerdings nicht übermäßig viel los, nur wenn wir nicht vor Ort gewesen wären, dann wäre noch viel weniger los gewesen. Aber der Reihe nach … Auf dem Weg in die City kurz vor Erreichen des Parkhauses befiel uns großes Ungemach. Gerade als wir so mir nichts dir nichts vor uns hinfuhren, kam plötzlich von einem nahegelegenen Cafe ein Gartenschirm direkt auf uns zu geflogen. Wie gesagt … es war sehr stürmisch an diesem Tag. Der Schirm faltete sich noch während des Fluges zusammen und verkeilte sich unter unserem Auto, nachdem er einige Schrammen an der Front hinterlassen hatte. Da war der Lack ab. Weil wir nicht die Absicht hatten, diesen fliegenden Gegenstand in unseren Besitz zu nehmen, ihn folglich nicht kaufen und mitnehmen wollten, waren wir zwangsläufig zum Halten gezwungen. Sofort eilten uns einige Passanten zur Hilfe und zogen den Schirm unter dem Auto hervor, sodass wir wenigstens aussteigen konnten. Der schnell herbei geeilte Cafebesitzer begutachtete zusammen mit den Helfern den entstandenen Schaden und bat uns, nach unserem Stadtbesuch eine Werkstatt in unserer Wohnnähe aufzusuchen, um den entstandenen Schaden begutachten und die Höhe der Kosten amtlich schätzen zu lassen. Das geschah dann auch am Nachmittag, als wir auf dem Nachhauseweg bei der Autowerkstatt einkehrten. Der Gutachter notierte sorgfältig den Schaden und fertigte dann ein Protokoll an. Bei der Frage nach dem Unfallgegner und der Schilderung des genauen Sachverhaltes fühlte ich mich bemüßigt, eine kleine ergänzende Hilfestellung zu geben:“Notieren Sie doch einfach: Der Gartenschirm war sehr entgegenkommend.`“

                                Bei starkem Sturm gepaart mit Regen

                                kommt einem oft etwas entgegen.

                                Das ist nicht unbedingt ein Segen,

                                kommt es doch meistens ungelegen.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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