Corinna König

Josie - Mein Leben und ich TEIL 19

Ben und ich starren uns an. Zuerst völlig geschockt und halbwegs panisch. Doch mit jeder Sekunde, die vergeht, erkennen wir mehr und mehr die Komik in der ganzen Situation. Schließlich lachen wir laut los, ziehen uns wieder an und schlagen nur so die Hände über den Köpfen zusammen. Ben zieht sich schwuppdiwupp sein Short wieder an und ich hülle mich in meinen Bademantel. Die fast Ohnmacht hervorrufende Scham muss uns schlicht ins Gesicht geschrieben sein. Händchenhaltend gehen wir schließlich zu den beiden, die noch immer fassungslos am Tisch sitzen. Kein Ton ist in der ganzen Wohnung zu hören. Ben hechtet noch eben zur Couch, auf dem noch sein Shirt und sein Hemd liegen, zieht sich zumindest sein Shirt und die Jogginghose über und kommt wieder zu mir. Dass er sofort wieder meine Hand nimmt, spricht wohl für sich. Linda und Dave sehen uns mit großen Augen an, da will ich die Stille endlich beenden. Doch Ben kommt mir zuvor, legt seinen Arm um mich, gibt mir ein Küsschen auf die Schläfe und meint voller Stolz: "Wir sind jetzt zusammen!" Nach wie vor geben die beiden keinen Mucks von sich. Gespannt beobachte ich jede Bewegung von Linda. Jeden Muskel, der zuckt. Jede einzelne Regung in ihrem Gesicht. Mein Herz klopft mir bis zum Hals. Da steht sie auf. Weiterhin wortlos und meinen Blick gebannt. Langsam geht sie um den Tisch und kommt auf mich zu. Ganz dicht vor mir bleibt sie stehen und bekommt ganz glasige Augen. "Endlich hast du es geschafft! ENDLICH!" Fast vor Freude weinend fällt sie mir um den Hals. Als ich etwas überrumpelt zu Ben sehe, kann ich auch in seinem Blick erkennen, dass er ebenso überrascht ist. Da steht auch Dave auf und schlägt Ben kräftig auf die Schulter: "Alter, das wurde echt Zeit!" Dass die beiden sich so für uns freuen, haut uns fast aus den Socken. Wir bleiben noch einen Moment lang wie angewurzelt stehen. Ein wenig verunsichert und überrascht – Positiv überrascht.

 

 

Da winken uns die beiden an den Tisch: "Na los, setzt euch. Wir haben Frühstück mitgebracht." "Ja. Ich wollte dich eigentlich gleich anrufen, Ben, dass du auch vorbei kommst, aber das... hat sich ja erledigt!", grinst Dave. Da wir alle zusammenhelfen ist der Tisch in Sekundenschnelle gedeckt und der Duft der frischen Brötchen und Croissants verbreitet sich in der Wohnung. Natürlich wollen Linda und Dave genau wissen, wie es letztlich dazu kam, dass Ben und ich... jetzt tatsächlich zusammen sind. Ben lässt sich von Lindas bohrenden Blicken und nicht nachgebenden Detailfragen jedoch nicht aus der Reserve locken. Was unser Geheimnis bleiben soll, das bleibt es auch.

 

 

Natürlich erkundige ich mich gleich als erstes, warum die beiden überhaupt schon wieder zuhause sind: "Ihr wolltet doch eigentlich erst heute am frühen Abend zurück sein vom Wellness." "Ja, aber Saras und Saschas Abflugzeit hat sich doch verschoben. Deswegen mussten wir früher wieder zurückkommen. Damit wir es noch schaffen, die beiden rechtzeitig zu verabschieden." Doch damit wäre das Thema fürs Erste schon wieder abgehakt. Zu interessant finden die beiden es doch, dass Ben und ich jetzt ein Paar sind. Während die drei futtern was das Zeug hält und sich köstlich amüsieren, stochere ich nur in meinem essen herum und blicke auf die Hand, die Ben auf mein Bein gelegt hat. Er streichelt meinen Oberschenkel schon seit wir uns hingesetzt haben. "Was hast du denn, Josie?", will Dave verwundert wissen. Da sieht auch Ben mich an: "Ja, du bist so still." Ich weiß auch nicht, aber irgendwie ist mir das Ganze doch etwas auf den Magen geschlagen. Ich war noch nicht zu 100 % bereit, es den anderen zu sagen. Ich wollte unsere Zweisamkeit noch ein bisschen genießen. Und die Art und Weise, wie die beiden es dann erfahren haben, war ja mehr als peinlich. Ich spüre, wie mir beim Gedanken daran die Röte ins Gesicht schießt und winke weiterstochernd ab: "Nichts, nichts." Da riechen sie allmählich den Braten: "Du bist doch jetzt nicht geknickt, weil wir euch beim Poppen erwischt haben, oder?", stemmt Linda die Hände in die Hüften. Und um die Sache etwas aufzulockern, witzelt Dave etwas herum: "Du brauchst dir da überhaupt keine Gedanken machen, Josie. Bis auf Bens haarigen, knochigen Arsch hat man gar nichts gesehen!" Da fährt Linda ihm über den Mund: "Ach sei doch still, Dave. Wie schon gesagt, Josie: Man hat in der Eile überhaupt nichts erkannt." Doch dann geht sie nochmal in sich: "Naja bis auf Bens Arsch... Aber auch dazu kann ich nur gratulieren! EUCH BEIDEN!", zwinkert sie zu uns rüber wie die allseits bekannte peinliche Tante, die auf der Geburtstagsfeier zu viel trinkt! "Lindaaa, du machst es nicht besser.", jaule ich auf. Doch bevor mir die Scham noch vollends den Kopf explodieren lässt, findet Ben die richtigen Worte: "Na hör mal, Mäuschen. Eigentlich sind wir mit den zwei Spinnern jetzt quitt! Weißt du nicht mehr?! Wir haben die beiden doch auch in flagranti erwischt. Damals in der Bar oben im Büro." Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Natürlich! So hat es mit Linda und Dave ja angefangen! "Und wir beide waren wenigstens schon fertig. Euch zwei hat man ja noch sekundenlang quietschen und hecheln hören, ehe ihr uns bemerkt habt!", gebe ich schließlich zum Besten. Lautes Gelächter macht sich breit – zumindest auf unserer Seite des Tisches.

 

 

Doch weil Linda die Königin des fliegenden Themenwechsels ist – besonders, wenn ihr ein bestimmtes Thema gerade unangenehm aufstößt – fängt sie wieder von Saras und Saschas Flitterwochen an: "Ha! Ha! Ha! Ihr Spaßvögel! Sagt mal, wie wollen wir es jetzt eigentlich machen mit dem Flughafen-Transfer?" "Na um wie viel Uhr geht denn der Flieger jetzt?", will ich mit dem Mund voller Nutella-Brötchen wissen. "Na das hat sich sogar um einen ganzen Tag verschoben. Statt morgen um 13:30 Uhr geht der Flieger jetzt heute schon um 20:45 Uhr oder?!", ist Linda sich nicht sicher. "Ich dachte um 19:45 Uhr! Bist du sicher, Schatz? Also ich dachte wirklich 19:45 Uhr!" "Mensch, ihr macht mich ja ganz wahnsinnig! Was denn nun? Wo ist denn nur mein Handy? Josie, Sara hat dir gestern Abend doch bestimmt auch geschrieben oder nicht?! Sieh du doch bitte mal nach." Mit den Augen rollend schlurfe ich zum Couchtisch, auf dem mein Handy liegt: "Ich wüsste nicht, dass sie mir geschrieben h... Oh, doch hat sie. Äääh... jap 19:45 Uhr!" Da kann Dave sich den nächsten Kommentar nicht verkneifen: "Tja, hattest wohl gestern Abend andere Sachen zu tun, als aufs Handy zu blicken, was?!" Das restliche Frühstück bringen wir noch ohne weitere Vorkommnisse über die Bühne.

 

 

Auf dem Weg zu Sara und Sascha – ich fahre natürlich in Bens Auto mit – werde ich zunehmend nervöser. Klar, ich kann mir vorstellen, dass – gerade Sara – sich unheimlich für uns freut. Und doch ist da diese innere Unruhe und Unsicherheit, die mich schwer atmen lässt. Bens Hand wandert im Wagen ständig auf meinen Oberschenkel. Ein schönes Gefühl. Hin und wieder lächelt er mich an. Ein noch schöneres Gefühl. Doch als ich gerade drohe, mit den Gedanken an unsere schönsten Momente abzuschweifen, parkt Ben direkt hinter Daves Auto ein. Sara und Sascha stehen schon mit den gepackten Koffern an der lauen abendlichen Frühlingsluft und genießen die ersten intensiven Sonnenstrahlen des Jahres. "Wartet ihr etwa schon lange?", klingt Linda etwas besorgt. "Nein, alles gut. Wir waren ein paar Minuten früher dran und haben uns gedacht, dass wir die schöne Frühlingszeit etwas genießen." Wie angewurzelt bleibe ich erst mal neben Bens Auto stehen. Irgendwie traue ich mich nicht, auch nur eine Faser meines Körpers zu bewegen, so aufgeregt bin ich. Doch Ben – mein Ben – weiß einfach wieder, wie er die Sache anzupacken hat und mir den Unmut nimmt. Er läuft lockerflockig um sein Auto, greift nach meiner Hand, zwinkert mir zu und wir gehen einfach mir-nichts-dir-nichts auf die anderen zu. Ben hat meine Hand dabei fest im Griff. Bei der Begrüßung kann ich bereits einen merkwürdigen Blick in Saras Gesicht feststellen. Keinesfalls negativ behaftet – aber dennoch merkwürdig. Um die Situation noch deutlicher für alle Anwesenden zu machen, legt Ben ganz cool den Arm um meine Schultern. Da platzt es urplötzlich aus Sascha heraus: "Na endlich bekennt ihr euch zueinander, ihr Rammler!" Sichtlich schläft uns allen gleichzeitig das Gesicht ein, während Sara Sascha in Sekundenschnelle ihren Ellbogen in die Rippen stößt. "Sascha! Bist du des Wahnsinns?!" Natürlich gilt mein erster Blick Linda, macht sich doch der leise Verdacht in meiner Magengegend breit, dass sie Sara schon vorgewarnt hat und ihr von unserer Frei-Haus-Peepshow berichtet hat. Doch im nächsten Moment klärt Sara die Sache auf: "Also, was Sascha damit meint, ist... dass wir wissen, dass... ihr beiden... ihr beiden... zusammen seid!" Ich starre sie fragend an: "Aber woher denn?" Da fällt Ben eine ganz andere Ungereimtheit auf: "Und was soll denn eigentlich Rammler bedeuten?!" Als wäre unser doch noch sehr junges Sexleben nicht ohnehin schon strapaziös genug gewesen, erklären die beiden uns, dass sie wissen, was im Brautzimmer abgegangen ist. "Was denn? Das warst du Josie? Wir dachten doch, dass das Milla Pfannkuchenrübe war!" "Nein, mir war das schon ziemlich schnell klar. Anfangs wart ihr beiden wie die letzten Wochen eben sehr unterkühlt zueinander. Erst später, nachdem ihr beide zuuufällig gemeinsam längere Zeit verschwunden wart, und Adrian gaaanz plötzlich weg musste, seid ihr aufgetaut. Habt rumgewitzelt. Ben war für mein Empfinden auch sehr touchy! Da hab ich das in den Tagen nach der Hochzeit nochmal rückblickend betrachtet und 1 und 1 zusammengezählt! Und als ihr beiden unabhängig voneinander bei unserem ersten Mittagessen in der Bar nach der Hochzeit so unverschämt gute Laune versprüht habt, da war ich mir dann ganz sicher." Natürlich beteuern die beiden, wie sehr sie sich für uns freuen und dass es endlich Zeit wurde, dass wir beide die Augen aufmachen. Auch beim Abschied am Terminal flüstert Sara mir nochmal ins Ohr, wie sehr sie sich freut: "Ihr passt wirklich perfekt zusammen. Das wusste ich vom ersten Moment an."

 

 

Auf dem Nachhauseweg halten wir schließlich noch in unserem Lieblings-Burgerladen und decken uns für den geplanten Filme-Abend bis zu den Ohren mit Fast Food ein. Irgendwie bin ich nach wie vor ein bisschen gehemmt, so vor Linda und Dave mit Ben zu kuscheln, wie die beiden es tun. Ben dagegen hat keinerlei Berührungsängste und nimmt mich nach dem Essen direkt in den Arm. "Sag mal Josie, sind da drüben meine Kuschelsocken? Ich dachte, ich hatte die hier auf der Couch liegen lassen.", wirbelt Linda die Kissen durch die Luft. Vorbildlich wie ich nun mal bin, helfe ich ihr natürlich bei der Suche und durchwühle sämtliche Kissen und Decken auf der Couch, aber nichts zu finden. "Dann werd ich mal in meinem Zimmer nachsehen, vielleicht hab ich sie dort ausgezogen." Nichtsahnend stecke ich meine Hand in die Sofaritze und bekomme tatsächlich etwas Stoffiges zu greifen. Ich will gerade laut nach Linda rufen, als ich das Stoffteil herausziehe und damit vor Bens und meiner Nase rumwedele. Es ist mein Höschen von gestern Nacht! Im Eifer des Gefechts muss es wohl irgendwie zwischen den Sofakissen gelandet sein. Ben und ich sehen uns mit großen Augen an. Doch ehe Dave irgendetwas mitbekommt, reißt Ben mir den Schlüppi kichernd aus der Hand und stopft ihn in die Tasche seiner Jogginghose. Wir müssen so in uns hineinlachen, dass wir es fast nicht mitbekommen, als Linda mit ihren Socken aus ihrem Zimmer flaniert: "Hab sie!" Wir sehen noch gemeinsam einen etwas merkwürdig anmutenden Film bis Linda schließlich die Augen zufallen. Und ehe sie noch anfängt zu schnarchen, geht Dave lieber auf Nummer Sicher und bringt sie ins Bett. Auch Ben und ich machen uns bettfertig und kuscheln uns zusammen unter meine Decke. Ich könnte mich daran gewöhnen, künftig immer neben Ben einzuschlafen und aufzuwachen.

 

 

Auch die Arbeitstage gleiten nur so dahin, wenn man glücklich ist. Kaum verlasse ich das Haus, freue ich mich schon auf die Mittagspause, in der ich meinen Ben wieder anschmachten kann. Und kaum bin ich wieder in der Kanzlei angekommen, freue ich mich auf den Abend, an dem ich wieder Zeit mit ihm verbringen kann.

 

 

 

 

"Sag mal, seid ihr Freitagabend zuhause, Josie? Es soll so schönes Wetter werden und Dave dachte, wir könnten vielleicht zusammen die Grillsaison eröffnen." "Also eigentlich war es so geplant, dass ich nach der Arbeit zu meinen Eltern fahre und auf dem Heimweg Ben in der Bar einsammele. Er will mit mir Samstag schon ganz früh zu seinen Großeltern fahren. Die haben ihn zum Frühstück eingeladen und ich gehe davon aus, dass wir ihnen dann direkt erzählen, dass wir jetzt zusammen sind. Er sitzt quasi schon auf Kohlen, weil er es seinem Opa unbedingt sagen wollte – aber eben nicht am Telefon. Süß, oder? Jedenfalls wollten wir dann eigentlich bei ihm übernachten." "Ach, dann verschieben wir das Angrillen eben. Es war nur so eine Idee. Es soll ja die nächsten Wochen relativ schön bleiben und von daher werden sich noch genügend Gelegenheiten ergeben. Wir wollen euch auch nicht in eure Planung reinreden.", gibt Linda sich verständnisvoll.

 

 

Schließlich ist der besagte Freitag angebrochen. Der Arbeitstag war – trotz Schmetterlingen im Bauch – eher durchwachsen. Ziemlich viele Akten und ziemlich nervige Mandantschaft. Und zusätzlich hat der Chef momentan schlechte Laune, weil ihm scheinbar seine Holde abgehauen ist. Aber das nur nebenbei bemerkt. Mit grummeliger Stimmung und finsterer Miene stehe ich schließlich auf der Matte, als Joe mir die Tür öffnet: "Donnerwetter, wer hat dich denn geärgert?" "Frag am besten gar nicht. Es war ein sehr sehr sehr anstrengender Arbeitstag." "Na dann kommt es deiner Laune ja nur zugute, dass deine Mutter heute Vormittag einen Limettenkuchen gebacken hat.", stellt er mit erhobenem Zeigefinger fest. Bei dem Stichwort >Limettenkuchen< gibt es kein Halten mehr und ich stürme in die Küche: "Du hast Limettenkuchen gebacken?" Da wandern meine Mundwinkel ganz von selbst wieder gen Norden und ich falle meiner Mutter um den Hals. Ihren Limettenkuchen liebe ich. Schon als Kind hab ich mir den immer zum Geburtstag gewünscht. Wir wollen uns gerade an den Tisch setzen, als Anna von ihrem Blockflötenunterricht kommt und mich herzlich begrüßt: "Jooosieee! Ich hoffe, du hast mir ein Stück Kuchen übrig gelassen." Typisch Anna. Es tut gut, mal wieder Zeit mit meinen Lieben zu verbringen. Gerade nach so einem üblen Tag wie heute hab ich das bitter nötig gehabt. Ich fühle mich so wohl, dass mir immer wieder fast irgendwelche Kommentare über Ben rausrutschen. Doch das will ich zunächst noch für mich behalten. "Wie schaut es denn morgen Abend bei dir aus, Liebes? Joe wollte seinen berühmten Rollbraten in Biersauce machen. Hast du nicht Lust, zum Essen vorbeizukommen?", bietet meine Mutter mir mit blitzenden Augen an. Natürlich kann ich dazu nicht nein sagen und überlege im gleichen Atemzug, ob ich Ben einfach mitbringe und wir ihnen die frohe Botschaft gemeinsam überbringen. "Klar, gerne." "Super. 18 Uhr.", klatscht sie in die Hände.

 

 

Mittlerweile hat sich zwar meine Stimmung wieder erhellt, dafür ist es draußen schon dunkel geworden. Joe hat mir angeboten, mich nachhause zu fahren, aber ich bin ja gar nicht auf dem Weg in die Wohnung. Sondern wie abgemacht stehe ich um 20 Uhr pünktlich zu Bens Schichtende in der Bar. Es ist viel los und unheimlich laut. Im ersten Moment sehe ich Ben gar nicht. Nur Mike steht hinterm Tresen und mixt Cocktails. Dave kassiert gerade einen Tisch ab und sieht auch ziemlich gestresst aus. Auf dem Weg zurück zur Bar begrüßt er mich: "Josie, hey. Gott, ist es schon 20 Uhr?" Während er auf die Uhr sieht und sich über die Stirn wischt, frage ich nach, wo Ben steckt. "Der ist gerade ins Lager verschwunden und müsste eigentlich gleich wieder hier sein." "Gut, dann warte ich hier so lange auf ihn." Ich nehme also – etwas genervt von der unheimlich lauten Umgebung – auf einem Barhocker am hinteren Ende des Tresens Platz. Ich sehe Ben gerade um die Ecke biegen und will ihm zurufen, als mir tatsächlich irgendein wasserstoffblondes Girly im pinken Overall zuvorkommt und durch die ganze Bar brüllt: "HEEEY, da ist ja wieder unser Barmann! Los, schieb mal deinen Hintern hier rüber und bring noch ne Runde Tequila mit!" In Sekundenschnelle sinkt meine Stimmung wieder auf Kellerniveau. Was ist das denn für eine Assibratze?! Ben, der wohlgemerkt noch keine Notiz von mir genommen hat, lädt also ein Tablett mit 7 Tequila-Shots auf und steuert etwas unbehaglich lächelnd zu den Overall-Ladies. Als wäre die Art und Weise, wie – gerade dieses blonde Einhorn – mit Ben spricht nicht schon vulgär genug, ist sie für meinen Geschmack auch etwas zu touchy. Als hätte sie einen Anfall, zwinkert sie ihm ununterbrochen zu und flirtet ihn an. Langsam aber sicher werde ich unruhig und überlege, ob ich ihr einfach die Stöckelschuhe klauen und ihr ins Auge rammen soll. Als Ben die leeren Gläser wieder zum Tresen bringen will, bemerkt er mich schließlich – auch unbehaglich lächelnd. Er stellt das Tablett ab und begrüßt mich mit einem Küsschen: "Hey, du bist ja schon da. Ist es etwa schon 20 Uhr?" "Allerdings. Ich sitze hier schon... ein paar Minuten." "Tut mir Leid, hier brennt heute die Luft. Du siehst ja, was los ist. Die Aushilfe ist krank und dann kam zu allem Überfluss vor ner halben Stunde noch der Junggesellinnenabschied da drüben vorbei. Die trinken unseren ganzen Tequila-Vorrat leer." Obwohl Ben offensichtlich bei seiner Freundin steht, die er mit einem Kuss begrüßt hat und deren Bein er gerade streichelt, ernten wir immer wieder verstohlene Blicke vom Weibertisch. "Ja ja, die Damen hab ich schon bemerkt." "Du es tut mir wahnsinnig leid, aber ich kann nicht sagen, wie lange sich das heute noch zieht. Dave bleibt auch erst mal hier, bis sich die Lage etwas beruhigt hat. Sonst wäre Mike ganz alleine hier." Natürlich hab ich Verständnis dafür und meine: "Alles klar. Dann werd ich auf nen Cocktail bleiben und warten. Wenn dann noch immer kein Ende in Sicht ist, dann geh ich schon mal vor." Und so schlürfe ich meinen Mexican Sunset und beobachte die Menschenmeute. Dass an einem ganz normalen Freitag so viel los ist, kann ich nicht wirklich begreifen. Die Bar ist immer gut besucht, aber heute ist schon heavy. Es macht sich immer etwas Anspannung bei mir bemerkbar, wenn Ben wieder zum Tisch der betrunkenen Einhorn-Bande gerufen wird. Als die Blondine tatsächlich noch anfängt, an seinem Hemd herum zu zupfen wird es der Braut zu bunt und sie verpasst ihr einen kräftigen Anpfiff. Mit beschämter Miene kommt sie schließlich zu mir rüber und meint: "Hallo, du bist die Freundin von unserem Barmann, wenn ich das richtig mitbekommen hab?" Ich nicke gespannt. "Tut mir leid. Die Blonde ist meine Schwägerin. Sie hat sich vor ein paar Wochen von ihrem Freund getrennt und baggert seitdem alles an, was einen Puls hat. Ich hoffe, du siehst das nicht zu eng. Es ist nur Spaß und sie ist schon ziemlich betrunken." "Das sehe ich. Gut, dass wenigstens du noch nüchtern genug bist, um solche Situationen etwas zu entschärfen." "Ja. Manchmal muss man sie wirklich zügeln." Ich trinke mein Glas noch aus und mache mich schließlich vom Acker: "Na dann wünsch ich euch noch viel Spaß. Vergesst nicht, ihr die Haare aus dem Gesicht zu halten, wenn sie kotzt." Augenzwinkernd verabschiede ich mich von ihr und gehe zu Ben an den Tresen. "Hey Mäuschen. Ich hab die Befürchtung, du musst vorerst auf mich verzichten. Du siehst ja: Es nimmt nicht wirklich ein Ende hier." Auch wenn er gerade sichtlich gestresst ist, lässt er es sich nicht nehmen, mir liebevoll die Hand auf die Schulter zu legen, während er mit mir spricht. "Soll ich denn helfen? Vielleicht Tische abkassieren oder sowas?" "Kommt nicht in die Tüte. Wie du mir schon geschrieben hast, war dein Tag anstrengend genug mit deinem übellaunigen Chef." Er fummelt in seiner Hosentasche rum und holt schließlich seinen Wohnungsschlüssel hervor. "Hier, ich komm nach so schnell ich kann." "Was denn, ich soll zu dir? Alleine? Vielleicht sollten wir unsere Planung umschmeißen und wir schlafen heute lieber bei mir. Linda sitzt ja auch alleine zuhause, weil Dave hier mithelfen muss.", schlage ich diplomatisch vor. "An sich wäre das kein Problem. Aber ich hab ja keine Sachen dabei. Ich müsste also zuerst in meine Wohnung, Sachen packen und dann wieder zurück in deine Wohnung. Das wäre wohl Quatsch, oder?" Wo er Recht hat, hat er Recht und so nehme ich den Schlüssel und verlasse die Bar.

 

 

Ben rennt mir noch hinterher und nimmt mir die Tasche, in der ich meine Wechselklamotten habe aus der Hand und sagt, ich solle sein Auto aufsperren. "Du musst jetzt nicht die schwere Tasche bis zu mir schleppen. Was du jetzt nicht brauchst, kannst du im Auto liegen lassen. Ich bring es dann mit rauf." Schlaues Kerlchen, mein Freund. Gesagt – getan. Gerade hab ich den Wagen wieder abgeschlossen, drückt Ben mich fest an sich. Er küsst mich etwas stürmischer als gewohnt und säuselt: "Warte am besten direkt im Bett auf mich. Nackt." Ich muss schmunzeln und mache mich auf den Weg.

 

 

Während ich von Straßenlaterne zu Straßenlaterne schlendere, versuche ich, Linda zu erreichen. Wenn uns unsere Jungs schon unfreiwillig versetzen, dann können wir wenigstens gemeinsam rumsitzen und auf sie warten. Doch ich erreiche sie nicht. Gut möglich, dass sie schon auf dem Sofa eingeschlafen ist, nachdem es heute in der Kanzlei schon so gewirkt hat, als würde sie eine Erkältung ausbrüten. Also gehe ich eben den direkten Weg zu Bens Wohnung. Dort angekommen machen sich allerdings das frühe Aufstehen und der stressige Büro-Teil des Tages bemerkbar: Nachdem ich geduscht und vor dem Fernseher noch einen Happen gegessen hab, gehe ich schließlich ins Bett.

 

 

Mitten in der Nacht merke ich eine Hand auf meinem Bauch. Ben ist endlich nach Hause gekommen und kuschelt sich an mich. Völlig überfordert stöhne ich auf: "Wie spät ist es?" "Schon kurz nach 2." "So spät? Du Armer.", tätschle ich ihm im Halbschlaf den Kopf – wobei ich ihm wohl vollkommen orientierungslos eher meine Hand ins Gesicht peitsche. "Ja, die Mädels haben noch einige Runden getrunken und sind dann endlich gegen 1 in den Club abgehauen." Da macht sich ein ziemlich beißender und alles andere übertünchender Geruch in meiner Nase breit: "Igitt, du riechst nach Puff." "Ich hab mich im Bad noch eben in einer Deo-Wolke gewälzt. Vorher hab ich nach Brauerei gerochen. Aber ich bin so müde, dass ich morgen früh dusche. Ich wollte jetzt nur noch ins Bett.", vergräbt er sein Gesicht in meinem Nacken und drückt mich fest an sich: "Zu dir."

 

 

Am nächsten Morgen ist das Bett neben mir bereits leer, als der Wecker mich aus dem Schlaf reißt. Ich höre die Dusche prasseln und es duftet bereits nach Kaffee. Ein Blick aus dem Dachfenster verrät mir, dass wir gutes Wetter erwischt haben, um zu Bens Großeltern zu fahren. Noch etwas zerzaust und mit Bett-Falten übersät gehe ich ins Bad, um mir die Zähne zu putzen. Da tönt es aus der Dusche: "Guten Morgen Mäuschen." Bens schräge Gesangseinlage unter der Dusche bringt mich zum Schmunzeln. Ich tapse wieder die Treppe nach oben und frisiere mich, lege Tages-Make-Up auf und ziehe mich an. Gerade, als ich meine Bluse zuknöpfe kommt Ben aus dem Bad. Noch etwas feucht und mit einem seeehr locker gebundenen Handtuch um die Hüften. Er stellt sich hinter mich und küsst mir den Nacken. Seine Hände wandern dabei von meinen Schultern über meine Brust und meinen Bauch bis hin zu meinen Oberschenkeln. Doch pflichtbewusst, wie ich nun mal bin, bremse ich Bens Fummeleien: "Ben. Wir müssen... looos. Lass das doch...", muss ich kichern und gluksen. "Du weißt, wir müssen noch zum Markt." "Das ist mir egal.", bleibt er im wahrsten Sinne des Wortes standhaft. Knopf für Knopf schließe ich meine Bluse, während Ben sie Knopf für Knopf wieder öffnen will. Schließlich erspäht er meinen neuen sexy Riemchen-BH und scheint davon sehr angetan zu sein. "Was ist das denn da Geiles?!", zupft er unaufhörlich an meinem Kragen herum, was mich wieder amüsiert. "Lässt du wohl jetzt diesen Schweinekram sein, Ben?!" Da lässt er augenblicklich von mir ab, rümpft die Nase und meint: "Also gut. Wenn du meinst..." Dabei lässt er sein Handtuch auf den Boden fallen und stellt sich vor seinen Kleiderschrank. Dieser Anblick... lässt mich dabei alles andere als kalt. Erwartungsgemäß geht sein Plan auf und ich schubse ihn aufs Bett. Den Rest kann man sich wohl denken...

 

 

Mit einiger Verzögerung nach dem Frühsport hetzen wir in den morgendlichen Sonnenstrahlen über den Markt. Vorbei an Ständen mit gut duftenden Gewürzen, teils exotischen Früchten und massenweise Süßkram. Bis wir schließlich ganz am Ende des Marktes an einer kleinen schnuckeligen Holzbude ankommen, in deren Auslage Unmengen von frischen, eingelegten und zu Öl verarbeiteten Oliven glänzen. "Andrea, guten Morgen.", begrüßt Ben den etwas dicklichen braungebrannten Italiener mit graumeliertem Bart und Halbglatze. "Buongiorno. Ben mein Freund." Andrea bleibt wie vom Donner gerührt stehen und mustert mich von oben bis unten: "Sag einmal: Was für eine schöne junge Ragazza hast du mir da mitgebracht? Buongiorno Signorina.", lächelt er mich freundlich an und tut, als würde er seinen nicht vorhandenen Hut heben. "Das ist Josie. Meine Freundin." Bens Gesichtsausdruck bei dieser Aussage gefällt mir. Er wirkt glücklich, schon fast freudestrahlend. Zufrieden und meiner Ansicht nach auch ein bisschen stolz. Da zeigt sich, dass Andrea ein richtiger Spaßvogel zu sein scheint: "Freundin? So eine hübsche Ragazza? Und so eine uncoole Typ wie du? Wie kann das denn passieren?" Er kommt mit seinem dicken Bauch zu uns vor die Auslage und boxt Ben auf den Arm. "Nur Spaß, nur Spaß. Was darf es denn heute sein? Wieder ein paar eingelegte Oliven für den alten Herbert?" "Genau Andrea. Alles wie immer bitte." Während Andrea die Olivengläser verpackt und dabei immer wieder >Amore< singt, klärt Ben mich auf: "Andrea und mein Opa sind schon ganz ganz lange befreundet. Alle acht Wochen etwa ist Andrea mit seinem Stand hier auf dem Markt. Und wenn ich gerade dann zufällig zu meinen Großeltern fahre, soll ich meinem Opa immer drei Gläser Oliven mitbringen. Andreas Oliven sind scheinbar die besten Oliven überhaupt." "Sag, wie geht es dem alten Herbert? Und wie geht es seiner lieben Erna?" Nach einem kurzen Plausch witzelt Andrea zum Abschied nochmal etwas herum und meint zwinkernd: "Josie, du weißt jetzt: Ich bin immer alle acht Wochen hier. Wenn Ben dich langweilt... komm zu mir. Wir fahren nach Italien. Ich zeige dir die schönsten Flecken, überall Amore. Auf Wiedersehen ihr beiden." Ich muss lachen und antworte: "Gut zu wissen, Andrea. Tschüss." Während wir uns umdrehen, legt Ben seinen Arm um meine Schulter, ich nehme dabei seine Hand, er gibt mir ein Küsschen auf die Schläfe und meint: "Da hab ich wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden!"

 

 

Wir staunen nicht schlecht, als urplötzlich Joe vor uns steht und uns mit großen Augen anstarrt! Wie angewurzelt bleiben wir stehen. "Joe! Was... w... was machst du denn hier?", stottere ich peinlich berührt. Langsam aber sicher verändert sich Joes Miene von überrascht zu wissend und überlegen grinsend. "Deine Mutter hat mich aus dem Bett gescheucht, weil ihr noch ein paar Zutaten fürs Abendessen fehlen." Dabei wird sein Grinsen immer breiter und breiter, auch wenn er noch so sehr versucht, es zu verstecken. Kurzerhand überspiele ich das brüllende Unbehagen und quietsche etwas schriller als gewohnt: "Genau. 18 Uhr, ja?" Ben, der keine Ahnung hat, was ich damit meine und der sich auch nicht traut, ein einziges Wort zu sagen, blinzelt unkontrolliert. "Genau. 18 Uhr. Mama und Anna freuen sich schon.", grinst Joe weiter. "Ich werd dann... mal ein paar Kartoffeln mehr kaufen.", zwinkert er Ben schließlich zu und klopft ihm im Vorbeigehen auf die Schulter. "Gut. Wir müssen dann auch. Also... bis heute Abend dann.", japse ich nach Luft ringend.

 

 

Im Stechschritt geht es zu Bens Auto zurück und während er sich köstlich über meine peinliche Aktion und meine purpurrote Gesichtsfarbe amüsiert, tippe ich eine Nachricht an Joe in mein Handy, dass er bitte vorerst nichts sagen soll. "Oh Gott, war das unangenehm. Ich war hart an der Grenze zur Schnappatmung!", schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. "Ich weiß gar nicht, wieso du so ein Fass aufmachst.", kichert Ben und streichelt über mein Bein. "Du wolltest es ihnen doch ohnehin bald sagen oder nicht?!" "Ja. Ich hab die ganze Zeit auf ne passende Gelegenheit gewartet. Aber so? Auf dem Markt? Das war blöd. Findest du nicht, es war blöd? Also ich fands blöd. Oh Mann. Blöd einfach.", verschränke ich die Arme und drücke meinen Rücken in den Autositz. "Naja, wenn du ihm jetzt geschrieben hast, dann wird er schon dicht halten. Für mich war die Situation auch nicht grade prickelnd." "Ja, du hast Recht. So weit hab ich gar nicht gedacht. Tut mir leid." Einsichtig nehme ich seine Hand, die noch immer auf meinem Bein ruht. "Es ist nur... ach... einfach blöd...", stammle ich aus dem Fenster blickend. "Sprich dich ruhig aus, Mäuschen. Wieso verhagelt es dir gar so arg die Laune?" "Ich hatte mich einfach darauf gefreut, es ihnen zu sagen. Meiner Familie. Bei Linda und Dave ist es schon so blöd gelaufen. Da hätte ich es einfach... gern selber... in die Hand genommen. Nicht wieder der blöde Zufall mit seinem blöden Timing!" "Es gibt Schlimmeres, findest du nicht?" Mit einem unheimlich bezaubernden Lächeln holt Ben mich wieder aus meinem Tief heraus: "Ja, das stimmt. Und jetzt, wo es sowieso schon im Raum steht, kannst du heute Abend direkt mitkommen. Joe kauft ja ohnehin mehr Kartoffeln ein. Ich wollte dich sowieso noch fragen, ob du mich begleiten willst. Es war auch eigentlich mein Plan, es ihnen heute zu sagen. Das wollte ich alles gestern noch mit dir besprechen, aber dann musstest du ja so lange arbeiten.", muss ich schmunzeln. Nachdem Ben das Essen von meiner Mama abgöttisch liebt, nimmt er die Einladung natürlich gerne an und kann sich eine kleine Spitze nicht verkneifen: "Ja, ich hatte mir den Abend auch anders vorgestellt. In meiner Vorstellung wäre allerdings nicht nur gesprochen worden." Die restlichen 30 Minuten der Fahrt unterhalten wir uns noch über Andrea. Ben gerät bei dem Versuch, mir Andreas Familienbande zu erklären, allerdings ins Stocken: "Also Andrea ist glaube ich der Cousin von Maria. Erinnerst du dich an Maria? Die Dame vom italienischen Restaurant am See?" "Aaah, ja. Bei der das Essen so galaktisch lecker ist." "Genau. Maria und Andrea sind glaube ich Cousin und Cousine. Oder sind die beiden Geschwister?! Oder vielleicht Onkel und Nichte? Ach, keine Ahnung. Vielleicht haben die beiden auch nur den selben Mozzarella-Händler.", muss er selber lachen.

 

 

Bei Bens Großeltern angekommen, stürmen die beiden bereits aus dem Haus, als Sie das Auto in den Hof fahren sehen. Eigentlich hatte ich etwas erstaunte Blicke von Erna und Herbert erwartet, wenn ich aussteige, aber die Einzige, die erstaunt dreinblickt, bin ich. Fast als wäre meine Anwesenheit bereits angekündigt worden, kommt Erna mit offenen Armen auf mich zu: "Josie, meine Liebe. Schön, dass du mitkommen konntest. Wir freuen uns sehr." Auch Opa Herbert lässt seinen Enkel erst mal links liegen und begrüßt mich mit einer kräftigen Umarmung: "Kind, lass dich ansehen. Hübsch wie immer." "Hallo ihr beiden. Schön, euch zu sehen. Wie geht es euch denn so?" Da klinkt auch Ben sich in die Unterhaltung ein: "Ja, schön euch zu sehen. Tja, da ich Josie jetzt hier abgesetzt hab, kann ich ja scheinbar wieder fahren. Man könnte den Eindruck gewinnen, als wäre ich lediglich der Chauffeur." Erna gibt ihm ein Küsschen und besänftigt seinen nicht ernst gemeinten Unmut: "Ach red keinen Blödsinn. Wir freuen uns nur, Josie endlich mal wieder zu sehen. Los kommt rein. Der Kaffee ist schon fertig und die Frühstückstafel gedeckt." Ben holt mir noch einen Teller und Besteck aus den Schränken und huscht nochmal ins Auto zurück, weil er Herberts Oliven auf dem Rücksitz vergessen hat. "Hier Opa, die Oliven von Andrea." "Andrea ist ja wirklich ein lustiges Kerlchen.", muss ich beim Gedanken an ihn schmunzeln. "Ach dieser alte Quatschkopf. Man kann über ihn sagen, was man will, Liebes, aber er hat einfach die besten Oliven auf der Welt.", lobt Bens Opa ihn mit erhobenen Zeigefinger. "Ich hoffe, der alte Tattergreis war nicht unverschämt oder zu aufdringlich? Mit dem jungen Gemüse hat er es ja ziemlich, wenn du verstehst, was ich meine?!", erkundigt sich Erna sichtlich besorgt. Während ich den Kopf grinsend schüttele, merkt Ben prustend und mit einem Augenzwinkern an: "Pff... Fast hätte er mir Josie ausgespannt. Der alte Lustmolch..." In den Köpfen von Bens Großeltern rattert es zusehends. Die beiden blicken sich vollkommen verwirrt an. Am Tisch herrscht Totenstille. Man kann draußen ein paar Amseln pfeifen hören, aber ansonsten ist alles mucksmäuschenstill. Da ertönt Bens Stimme: "Um euch zwei Knallköpfe zu erlösen: Josie und ich sind jetzt zusammen." Und in Sekundenschnelle springt Herbert auf, nimmt meine Hand und küsst sie unentwegt. Von Erna geht ein fröhliches Gluksen aus und Ben rührt beschämt seinen Kaffee um. "Herr, das wurde Zeit.", japst Bens Oma noch immer völlig aus dem Häuschen. "Josie, wir sind überglücklich. Endlich hat Ben eine ordentliche, schöne, nette und humorvolle Frau an seiner Seite.", steigen Herbert vor Freude fast die Tränen in die Augen. "Mensch Opa, hattest du wohl Angst, ich bleib übrig?", rollt Ben die Augen. Kurzerhand gibt Herbert ihm einen Klaps auf den Hinterkopf und schimpft: "Hör mal, Bürschchen. Es hat wohl lange genug gedauert, bis du deine Josie endlich erobert hast. Jetzt sei kein Stoffel und würdige das gefälligst entsprechend. Sonst ziehe ich dir die Ohren lang!" Da kann ich nicht anders und fange ebenfalls an, zu sticheln: "Ja, Ben. Würdige mich mal etwas!" "Fang du jetzt nicht auch noch an!" Da schlage ich mich dann doch auf Bens Seite und nehme ihn in Schutz: "Naja, Herbert. Zugegebenermaßen bin ich ja nicht ganz unschuldig daran, dass es sich etwas in die Länge gezogen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass ich die Eroberung, wie du so schön sagst, selber etwas verzögert hab." "Ach, papalapap. Hauptsache ihr habt euch endlich gefunden.", klatscht Erna in die Hände. Das die beiden sich so sehr freuen, bereitet mir ein wohlig warmes Gefühl im Herzen.

 

 

Nachdem wir Damen den Tisch abgeräumt und den Abwasch erledigt haben und die Herren auf Herberts Lieblingsbänkchen im Hof sitzen, beschließen wir, bei dem schönen Wetter noch einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Ben zeigt mir auf der Rundreise durch das kleine Dörfchen alle Ecken, in denen er früher mit seinen Kumpels rumgehangen hat. In einer kleinen Gasse, nicht weit vom Haus von Erna und Herbert steht ein schmuckes weiß angestrichenes Häuschen mit babyblauen Fensterläden und einem liebevoll angelegten kleinen Garten, in dem gerade die ersten Blümchen erwachen. Gerade als wir vorbeigehen, öffnet sich die Haustüre. Zuerst erschließt sich mir nicht, warum Bens Schritt auf Anhieb schneller wird, doch als Juliane mit Finn aus der besagten Türe tritt, fällt der Groschen im Nu. Erna, Herbert und Ben laufen belanglos weiter. So unhöflich kenne ich sie gar nicht. Ich hab wirklich zu tun, um ihnen hinterherzukommen, nachdem ich im ersten Moment wie eine Idiotin stehen geblieben bin und Juliane erschrocken angestarrt hab.

 

 

Wieder bei Bens Eltern angekommen bekomme ich mit, dass Ben eine Nachricht erhält und sein Handy umgehend wegpackt, nachdem er sie gelesen hat. Sein Gesichtsausdruck lässt dabei auf keine positiven Neuigkeiten schließen. Zwar versucht er, sich nichts anmerken zu lassen, aber ich sehe ihm schon an der Nasenspitze an, dass ihn etwas beschäftigt, während wir noch ein wenig mit seinen Großeltern in der Sonne sitzen. Bens Miene erhellt sich erst, als Herbert uns – weil ihn die Neugierde so unheimlich drückt – fragt, seit wann wir denn jetzt "in love" sind. Seine Gestik dabei und die jugendliche Wortwahl lässt mich vor Lachen fast brüllen. "In love? Opa du bist fast 80. Etwas spät, mit Jugendsprache anzufangen, oder?!", amüsiert sich Ben. "Na solange du weißt, auf was ich hinaus wollte, ist doch alles gut gegangen." Wo Herbert Recht hat, hat er Recht – das muss man ihm lassen. "Naja, also wenn du es genau wissen willst, Opa... Wir waren doch kürzlich auf dieser Hochzeit." Mit großen Augen starre ich Ben an. "Und da waren wir im Brautzi..." Ehe er das Unaussprechliche ausspricht, halte ich ihm den Mund zu. "Da hat es einfach gefunkt! Wahrscheinlich die Romantik, die bei so einer Hochzeit in der Luft liegt!", unterbreche ich ihn kurzerhand. Natürlich riechen Erna und Herbert Lunte, aber glücklicherweise bohren sie nicht weiter nach...

 

 

Nach einem einstündigen Schwätzchen verabschieden wir uns schließlich wieder Richtung Heimat. Gerade, als Ben das Auto anlässt, kommt wieder eine Nachricht auf seinem Handy an. Es liegt in der Mittelkonsole und so kann ich sehen, dass Juliane ihm schreibt. Ist das eigentlich ihr verdammter Ernst? Ich bin so wütend, dass ich fast kein Wort rausbekomme. Ben sieht auch auf das Display und dreht das Handy schließlich um. Sein merkwürdiger Blick in meine Richtung bringt mich nur noch mehr zum Brodeln. Unerwartet biegt er bei der nächsten Kreuzung rechts ab. "Ben. Hätten wir hier nicht geradeaus fahren müssen?" Er sagt nichts. Stattdessen starrt er mit dem selben merkwürdigen Blick übers Lenkrad. Etwas hastig fährt er noch um drei weitere Kurven und stellt das Auto vor Julianes Haus ab. "Komm mit.", fordert er und kann mir dabei nicht in die Augen sehen. "Was... was soll das denn?" Vollkommen überfordert bleibe ich neben dem Auto stehen. Er nimmt meine Hand und zerrt mich mehr oder weniger gentlemanlike an die Haustüre und klingelt. Nur einige Sekunden vergehen bis Juliane die Tür öffnet. "Ben. Hallo." Mich würdigt sie dabei keines Blickes. Ben lässt seine Anspannung mit einer Flut aus Worten und wild gestikulierend ab: "Lass mich in Ruhe, Jules. Schreib mir nicht mehr! Ruf mich nicht an! Lass mich einfach in Ruhe! Josie und ich sind zusammen. Sie ist meine Freundin. Und ich bin ihr Freund. Ich liebe sie. Und sie liebt mich. Wir schlafen miteinander. Oft. Du bist raus. Ein für allemal! Lass mich in Ruhe. Du hast schon genügend Unruhe gestiftet. Ich hab mehr als genug Gedanken und Zeit mit dir verschwendet. Ich bin endlich glücklich. Überglücklich. Mir gehts blendend und ich lass mir das von dir nicht kaputt machen. Lösch meine Nummer. Und ich schwöre bei Gott, wenn du noch ein einziges Mal vor meiner Türe stehst, lasse ich dich einweisen. Ich hoffe, das war deutlich genug. Du bist für mich gestorben!" Eine Antwort von Juliane wartet er dann gar nicht erst ab. Im nächsten Moment packt er meine Hand und geht hastigen Schrittes mit mir zum Auto. Die Tatsache, dass er mit fast quietschenden Reifen losfährt, tut ihr Übriges.

 

 

Die ersten Kilometer herrscht eisernes Schweigen im Wagen. Die Stimmung ist angespannt, auch wenn Ben seine Hand – wie immer – auf meinem Bein ablegt. Schließlich lege ich meine Hand auf seine und lächle ihn liebevoll an. Ben erwidert mein Lächeln und meint nur: "Das musste mal gesagt werden."

 

 

Zurück in Bens Wohnung fällt uns auf, dass wir länger mit Erna und Herbert geplaudert haben, als gedacht. Eigentlich wollte ich noch ein bisschen mit Ben kuscheln – gerade weil er Juliane so deutlich gesagt hat, was er von ihr hält. Aber daraus wird leider nichts. Nach 20 Minuten Frischmachen verlassen wir die Wohnung erneut.

 

 

Als ich den Schlüssel bei meinen Eltern ins Schloss stecke, stelle ich verwundert fest, dass ich überhaupt nicht aufgeregt bin, Ben heute als meinen Freund vorzustellen. Bisher war die Stimmung wenn er mit meiner Familie zu tun hatte einfach Bombe. Er passt bei uns unglaublich gut rein. Deshalb mache ich mir auch überhaupt keine Sorgen, dass das Abendessen krampfig werden könnte.

 

 

Joe öffnet uns grinsend die Türe: "Hallo ihr beiden, da seid ihr ja." Man kann Anna in der Küche meine Mama fragen hören: "Warum ihr beiden? Wen hat Josie denn dabei?" Die beiden kleinen Spanner strecken vorsichtig ihre Köpfe aus der Küche und Anna erspäht Ben als Erste. Schön zu sehen, wie sie sich freut. Wie eine Wilde hechtet sie auf ihn zu: "Beeen!" "Hey Große. Na, alles klar?" "Jaaa. Isst du mit uns?" Da grätscht Joe dazwischen: "Allerdings. Und ich hab den leisen Verdacht, dass das künftig öfter passieren könnte." Wir begrüßen meine Mutter in der Küche, die vollkommen von den Socken ist, dass ich Ben mitgebracht hab und schon panisch von Topf zu Topf hetzt mit der Angst, nicht genug Essen zu haben. "Ach red doch keinen Unfug. Du kochst grundsätzlich für zwei Personen mehr. Sieh dir doch meinen Wanst mal an!", kanzelt Joe sie ab, während er zum Kühlschrank geht und zwei Bier rausholt. "Komm, Junge. Wir stören hier in der Küche nur." Zusammen mit Anna verziehen sie sich ins Esszimmer. Für meine Mutter ist damit natürlich die Luft rein und sie flüstert mir grinsend zu: "Wieso hast du denn Ben dabei? Seid ihr etwa..." "Gedulde dich Mama. Kann ich dir irgendwas helfen? Salatdressing oder Tisch decken?", falle ich ihr ins Wort.

 

 

Wenige Minuten später sitzen wir alle am Esstisch und genießen Joes leckeren Braten. Doch da kann meine Mutter nicht mehr an sich halten und es ploppt aus ihr heraus: "Was ist denn nun los? Wie kommen wir zu der Ehre, dass du auch mit uns isst, Ben?" Kurzerhand mache ich ihnen begreiflich, dass Ben und ich jetzt zusammen sind. Fest zusammen. "Aber wie kam es denn jetzt plötzlich dazu?", will Joe wissen, nachdem er am Tisch schon erzählt hat, dass er uns am Morgen auf dem Markt turteln sehen konnte. Da will Ben, dieses Ferkel doch tatsächlich WIEDER von der Hochzeit und unserem Techtelmechtel anfangen. Lachend halte ich ihm wieder den Schnabel zu und fahre dazwischen: "Da hat es einfach gefunkt! Wahrscheinlich die Romantik, die bei so einer Hochzeit in der Luft liegt!" Immerhin ist meine Tonlage diesmal nicht ganz so schrill wie bei dem Gespräch mit Bens Großeltern.

 

 

Wie schon zu erwarten war, ist auch meine Familie glücklich über die Entwicklungen. Sie haben Ben von Anfang an ins Herz geschlossen. Nach dem Essen beschließe ich, dass ich mich mit Mama zusammen um den Abwasch kümmere, während Anna Ben zeigt, dass sie auf ihrer Konsole schon das 12. Level erreicht hat, und Joe sich den vollgeschlagenen Wamps reiben kann. Als wir den Tisch abräumen bemerke ich, wie meine Mutter Ben anlächelt und ihm im Vorbeigehen ihre Hand auf die Schulter legt. Genauso hat sie es auch immer bei Dennis getan – als wir ihn noch alle mochten. Es ist schön zu sehen, wie gut Ben sich in unsere Familie einfindet und wie herzlich er auch aufgenommen wird.

 

 

Beim Abwasch kommt meine Mutter regelrecht ins Schwärmen: "Weißt du Kleines, eine Mutter ist überglücklich, wenn ihr Kind es auch ist. Ich bin gottfroh, dass Ben und du zueinander gefunden habt. Er war mir von Anfang an sympathisch. Schon als ich ihn das erste Mal in der Bar gesehen hab. Und schon lange bevor du dich von Dennis getrennt hast, wusste ich, dass da was im Busch ist. Dass Ben sich vom ersten Moment an Hals über Kopf in dich verliebt hat, war mir sofort bewusst. Eine Mutter sieht so etwas. Und dass du auch insgeheim für ihn geschwärmt hast, ist mir natürlich auch nicht entgangen. Zuerst war es schwierig für mich, damit umzugehen. Ich mochte Dennis ja immer sehr. Aber bei Ben hatte ich gleich so ein Gefühl von... Aufrichtigkeit und er hat mir unbewusst den Eindruck vermittelt, dich immer beschützen zu können - und zu wollen. Als du dann angefangen hast, von den Problemen mit Dennis zu erzählen, dass er immer eifersüchtiger und launischer wurde. Dass er so besitzergreifend wurde, dass du es fast nicht mehr ertragen hast, war mein Standpunkt klar. Gewollt oder ungewollt: Ben rückt in den Fokus. Gott sei Dank. Ich denke, etwas Besseres hätte dir nicht passieren können. Ben ist einfach der Richtige. Das spüre ich." Während meine Mama ganz angetan ihren Monolog hält, merkt sie gar nicht, wie sehr sie mich mit ihren Worten rührt. Bis ich mir schließlich eine Freudenträne von der Wange streife. "Weinst du jetzt etwa? Ach Süße, das wollte ich doch nicht.", nimmt sie mich wehleidig in den Arm. "Schon gut, Mama. Du hast das nur so schön gesagt... Das ist... Ich freu mich."

 

 

Und das tue ich wirklich. Ich freue mich. Ich freue mich, dass Ben und ich uns begegnet sind. Dass uns alle von Herzen nur das Beste wünschen. Und am meisten... freue ich mich auf meine Zukunft mit Ben.

 

ENDE

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Ein diabolischer Plan von Doris E. M. Bulenda



„Krachen, Scheppern und dann gewaltiger Lärm, als ein schwerer Gegenstand an die Wand geworfen wurde. Oh verdammt, die Verrückte spielte drüben in der Küche schon wieder ihr absolutes Lieblingsspiel – Geister vertreiben. Gleich würde sie hierher ins Wohnzimmer stürzen, wo ich versuchte, in Ruhe meine Hausaufgaben zu machen. Und dann würde sie mir wieder lang und breit erklären, welches Gespenst gerade versucht hatte, durch die Wand zu gehen und sie anzugreifen. Ich hasste sie! Ich hasste dieses Weib aus ganzem Herzen!“ Die 13-jährige Eva lebt in einer nach außen hin heilen, kleinbürgerlichen Familie. Hinter der geschlossenen Tür herrscht Tag für Tag eine Hölle aus psychischer und physischer Gewalt durch die psychopathische Mutter und den egomanischen Vater. Verzweifelt versucht sie, sich daraus zu befreien. Vergebens - bis ihr ein altes Buch in die Hände fällt. Als letzten Ausweg beschwört sie daraus einen Teufel. Er bietet ihr seine Hilfe an. Aber sein Preis ist hoch...

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