Fritz Lenders

schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 4 )

Stop !
Aus !

... von einem der Fenster, die  im Innenbereich direkt auf den Burghof zeigten, blicte ein Mann herab.
Etwa 35 Jahre alt und  trotz seiner Jugend..., ziemlich autoritär.

" Ich komme runter, bitte bleiben sie ruhig und richten sie keinen Schaden an, den später keiner mehr reparieren kann ."

Mit diesen Worten  zog er sich vom Fenster zurück und kurze Zeit später hörte man unten eine Türe knarren.
Ein herrschaftlicher Mann trat auf den Burghof heraus und kam auf die Truppe zu.

Er war ziemlich sauber und herrschaftlich gekleidet und an seinem Gang sah man daß er keiner der Bediensteten war. 
So schreitete ein Burgherr über seinen Besitz.

Während seine 4 Torwachen mittlerweile wieder auf den Füßen standen und mehr oder weniger als Schutzschild für die Wissenschaftler dienten, trat der  vermeintliche Burgherr an die Truppe heran.

" Was fühlt ihr dabei, wenn euch Einlaß gewährt wird und ihr sofort damit beginnt, die Leute zu attakieren ? "

Er blieb direkt vor Everie stehen, denn scheinbar war es erkennbar, daß der Professor hier das Sagen hatte.
" Warum beginnt ihr ohne Grund, auf meine Leute loszugehen ?  Ist es in eueren Ländern so üblich, Gastfreundschaft und Schutz mit Gewalt zu vergelten ? "

Everie war ziemlich verlegen, aber sie hatten eine Mission, eine lebenswichtige Aufgabe zu erfüllen. Was blieb ihm denn übrig ? Keine Zeit für Geplänkel.

" Es tut uns leid, aber der Grund unseres Eintreffens ist ziemlich langwierig zu erklären. Ich muß euch bitten, alle in der Burg lebenden Menschen sofort und ohne Umschweife... hier in den Hof zu befehlen. SOFORT ...!!! "

Everie versuchte seiner Stimme etwas Härte zu verleihen, was ihm jedoch nicht ganz so gut gelang.
Denn just in diesem Moment  bohrte sich ein Pfeil in seine Weste. Genau in der Magengegegend.
Hätte er nicht seine Weste angehabt, würde ihm ab jetzt ein ziemlich schmerzhafter Tod ins Jenseits verhelfen.
Sehr schmerzhaft sogar.
Die Nervenenden in der Magengegend liebten es, ihre Schmerzbereitschaft unter Beweis zu stellen. 
Ooohh ja, Everie wuste dies zu gut.
Er litt seit Beginn der Planung ihrer Mission ständig unter Magenschmerzen und hoffte, es lag nur an den Aufregungen.

Jedenfalls knallte sofort ein Schuß aus einem der Gewehre der Soldaten und der Bogenschütze brach mit einem Schrei zusammen. 
Nun lagen schon 3 Verteidiger oben auf dem Balkon und bluteten das Leben aus sich heraus.

Die vier Torwachen ließen sich vor Schreck sofort wieder zu Boden fallen und auch der Burgherr war zu Tode erschrocken.
" Was zu Teufel geht hier vor ? Dies hat doch mit Zauberei und Hexenwerk zu tun ? "

Die Zeit jedoch drängte.
Auf Everies Uhr war es mittlerweile !7.00 Uhr
und Helene drängte dazu, endlich zum Punkt zu kommen.

" wir brauchen einen Unterstand für die Pferde und einen Raum für unser Gepäck. Jetzt sofort "
Und an den Burgherren gewandt : " wenn sie ihre Leute zur Besonnenheit aufrufen, werden wir die Verletzten versorgen und es gibt kein Blutvergießen mehr ! "

Nun reagierte der Burgherr ziemlich schnell. " Mein Name ist Helmreich von Tannenberg und ich bitte euch, nicht weiter Blut zu vergießen. Ich sehe, ihr habt Waffen, gegen die wir nicht gefeit sind. Daher heiße ich euch in meiner Burg willkommen und bitte euch, mir die Umstände eures hierseins zu erklären "

Mit einer Handbewegung nach hinten, wieß er auf die Stallungen. Wie von Geisterhand öffnete sich ein weiteres Tor und  zwei Stalljungen traten zu Ihnen heran um die Pferde zu übernehmen.
Schnell entluden sie noch vorher die braven Lastenträger vom Gepäck und den Sätteln und schon kurz darauf trommelten die Hufe über die Steine des Hofes in Richtung Stallungen.
Auch die Hunde musten weggebracht werden, weil man schon die Unruhe spürte und auch sehen konnte, die die Tiere befallen hatte.
Zwei weitere Stallburschen riefen den Hunden und sie verschwanden in einer weiteren, etwas kleineren Türe im Stall.
Dort würden sie versorgt und gefüttert werden. 
Hunde waren damals sehr beliebt.
Einerseits als furchtlose Beschützer und andrerseits , im Notfall... schmeckten sie gar nicht so schlecht.., über einem offenen Feuer gegart mit Zwiebeln und Karotten.
Die damalige Zeit hat für Sentimentalitäten nicht viel Platz.

Everie drängte nochmals mit Nachdruck, endlich alle Leute im Hof zu versammeln.
Und kurz darauf standen etwa 25 weitere Menschen im Hof.
Darunter auch die Gattin des Burgherren und dessen zwei Kinder.
Die Kinder so um die 6-7 jahre alt, beides Mädchen
und die Gemahlin dürfte gerade mal um die 25 Jahre alt sein.
Der Burgherr selber auch nicht älter wie höchstens 35 Jahre.

Dazu noch weitere 5  Männer deren Stellung man nicht erkennen konnte und die 4 Stalljungen.
Und mit watschelnden Füßen kämpfte sich eine Köchin zur Menge an Leuten heran.

" Mein Name ist Doktor Everie und wir sind hier um die Erde zu retten. Dies mag für Sie alle vielleicht ziemlich merkwürdig klingen, ist aber unsre Aufgabe, die wir unbedingt erfüllen werden. Mit ihrer Hilfe..oder auch ohne sie !"

Während die Soldaten und die restlichen Begleiter von Everie begannen, das Gepäck in einen angrenzenden Raum zu schaffen, erklärte der Professor mit kurzen Worten, daß in Kürze ein lautes, merkwürdiges und vor allen Dingen.. ein fliegendes Objekt im Hof landen würde.
Er versicherte den Menschen, daß keiner zu Schaden kommen würde und daß es sich nur um ein Transportobjekt handelte, welches verschiedene Gerätschafften liefern sollte.
Die Aufgabe der Menschen bestand darin, sobald der Hubschrauber gelandet war, zu helfen, alles auszuladen und zur Seite zu schaffen.
Sie hatten nur 15 Minuten Zeit um alles zu bewältigen, danach klappte das Loch in der Dimension zu und es gab kein Zurück.
Allerdings mußte der Hubschrauber unbedingt zurück, um den Fortschritt der Mission  den zurückgebliebenen Wissenschaftlern zu berichten.
Wenn Alles seinen geplanten Weg ging, sollte in genau einer Woche, nochmal ein Transport von Waren erfolgen. Danach würde es ziemlich still sein.

Helene Berchtold legte gerade mit Hilfe der beiden Krankenschwestern Verbände an bei den Verwundeten., als plötzlich das Funkgerät zu rauschen begann.
undeutliche Stimmen erklangen und ließen die armen Leute im Hof schon wieder vor Angst zittern.
Stimmen aus kleinen Kästen aus Metall gehörten eindeutig nicht zu den bekannten Gerätschaften des 11. Jahrhunderts.

" Dr. Everie.. Hello..hello.. Dr. Everie wir haben den Sprung geschafft und landen in Kürze."

Und irgendwo in der Umgebung konnte man ein ziemlich lautes Knattern hören, welches sich zum Stakkato, zum Höllenlärm entwickelte.

" Schnell, schnell die Markierungen."

Die Soldaten jagten die Menschen weg in die umliegenden Gebäude und markierten in Windeseile eine Stelle in der Mitte des Hofes.
Obwohl der Hof ziemlich groß war und nach Einschätzung von Everie in den Gebäuden und  im Burgbereich.., sicher mehrere hundert Mensch Platz finden könnten.., war es dennoch ein riskantes Landemanöver.

Der Hubschrauber war ziemlich groß und mit einer gigantischen Lärmbegleitung donnerte er nun in den Hof herab.

Die Leute in den Gebäuden blickten panisch durch die Luken und Fenster heraus.
Was für ein Ungeheuer.., welche Hölle hatte sowas ausgespuckt.

Und langsam wurde es düster im Hof.
Doch plötzlich gingen von überall Scheinwerfer an und ließen die Burg in gleissendem , hellsten Licht erstrahlen.

" Los,los.. wir müssen ausladen. "

die Heckklappe senkte sich herab und die Soldaten begannen alles nach draussen zu transportieren.
Everie rief dem Burgherren, er möge doch seine Leute rausschicken um Hilfe zu geben.
Nur sehr zögerlich kamen diese der Aufgabe auch nach.
Und als einer der Piloten seinen Kopf aus dem Fenster streckte, war das Chaos schon wieder sehr groß.
Piloten mit Sonnenbrillen und Weißen Helmen mit Sprechfukgeräten daran.. schaffte zur damaligen Zeit nicht unbedingt ein Sicherheitsgefühl...!
Schreiend liefen die Menschen schon wieder in die Häuser und Unterkünfte..!!

Und Armina.., am Boden liegend, im Wald zitterte nicht weniger.
Sie drängte sich an ihren Vater und vergaß vor Angst fast zu atmen.
" Vater, was ist das ? Welche Hölle schickt so etwas auf die Erde ?
Langsam wurde es dunkel und alle Augen im Wald starrten in Richtung Burg.

Und plötzlich schien die Burg zu brennen.
Tausend helle Sonnen ließen den Abend zum Tag werden.
Was geschah in der Burg ?
Armina konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Und sie wollte auch nicht mehr denken.

Zittern war momentan die wichtigste Aufgabe ihres Körpers...



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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