Fritz Lenders

schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 6 )

... Helmreich ging voraus in Richtung der Gebäude.
Seine Frau an der Seite brachte die Kinder zu einem jungen Mädchen, welche drüber an einer Holzstiege mit den Kleinen in einen angrenzenden Nebentakt verschwand.

Everie , Joshua, Helene und Erik folgten dem Burgherren und seiner Gemahlin in den geräumigen Haupttrakt.

Von Außen betrachtet sah die Burg oder irgendwie auch Schloß  wesentlich kleiner aus. Aber wenn man innen stand, war es gigantisch.

Schon alleine der Burghof hatte sicher einen Durchmesser von vielleicht 40 -50 Meter und war  rund angelegt. 
Zu beiden Seiten gelangte man in verschiedene Gebäude die ziemlich symetrisch angeordnet waren. Und das Hauptgebäude begann mit einer wirklich schönen Freitreppe und empfing die Besucher mit großzügigem Eingangsportal. 
Links und rechts der Treppe waren Steingeländer mit eingelassenen Blumentrögen, leider jedoch witterungsbeding nur spärlich bewachsen.

Der Planer des Innenhofes hatte sehr viel Wert auf offene Gestaltung gelegt und dennoch war die Aufteilung so konzipiert, daß die Bediensteten ebenso ihren kleinen Blumenbereich hatten und im hinteren Teil ettliche Beete für Gemüse und Kräuter.

Everie erkannte schon beim betreten des Haupthauses, daß Helmreich seiner Frau sehr viel Freiraum bei der Gestaltung der Räumlichkeiten gelassen hatte.
Die Beleuchtung des  Hauses erfolgte nicht durch die damals üblichen Kerzen und Fackeln an den Wänden sondern wurde durch geschmackvoll platzierte Öllampen  in den unterschiedlichsten Bereiches des Hauses gewährleistet.

In der heutigen Zeit hätte man gesagt : versteckte Lichtquellen.

Nur die Raumtemperaturen waren nicht gerade angenehm.
Es war sogar ziemlich kühl im Haus.

Aber Helmreich führte sie quer durch den Hauptsaal in ein angrenzendes , kleines Kaminzimmer in dem aus einem offenen  Feuer doch schon angenehme Wärme die Besucher umhüllte.

Helmreich deutete auf die Stühle welche um einen kleinen Tisch gruppiert waren und Everie und sein Team setzten sich. 
Der Burgherr und seine Gattin  zogen zwei kleine Hocker heran und so bildeten sie eine kleine , irgendwie fast schon familiäre Gruppe.

: " Nun, was hat euch veranlasst uns zu überfallen ? "  begann die Frau des Burgherren unüblicherweise das Gespräch.
" mein Name ist übrigens Adelheid von Tannenburg und ich verwalte gleichberechtigt mit meinem Mann die Burganlage "

" Und da kommen wir gleich auf den Punkt unseres Gespräches "  führte Helmreich das Gespräch weiter.

" Es ist natürlich leicht erkennbar, daß sich  ihre Lebensweise und Ihre Lebensentwicklung Welten von der unseren befindet "

Helmreich stand auf und wanderte durch den Raum.

" Was also kann es in unserer kleinen, und eher ruhigen  Umgebung geben, daß sich Herren wie sie.. für unser Leben interessieren ? "

 Fragend blieb er vor Everie stehen.

" Nun es ist so.., daß sich unserer Welt.., wie sie es so schön ausdrücken, in großer Gefahr befindet. "

Evreie stand ebenfalls auf.

" Wir sind geschickt worden, um das Schicksal  der Erde zu wenden."

Everie sah zum Fenster rauß.
Draußen im Innenhof herrschte reges treiben.

Für die Burgbewohner völlig ungewohnt, war jeder Winkel der inneren Burganlage hell beleuchtet.
Die Soldaten hatten gleich nach der Überrumumpelung der Torwachen, damit begonnen an den Wänden Leuchten und Strahler zu befestigen, die momentan noch mit Akkus betrieben waren, jedoch schon bei Sonnenaufgang ihre Stromquelle per Solar beziehen würden.
Der riesige Haufen an Geräten wurde sortiert und einer der Soldaten blickte nach oben zu Everie.

" Wir brauchen Räumlichkeiten und Platz für die Lebensmittel. Auch die Elektronik muß schnellstens in trockene , sichere Lager verstaut werden "
Und etwas ratlos hob er die Hände.
"Gibt es einen Beauftragten, der uns einweisen kann ? "

Adelheid von Tannenburg war währenddessen an die Seite von Everie getreten und sah zu dem Soldaten hinab.

" ich komme hinunter und zeige euch die Möglichkeiten der Burg "
Und zu ihrem Mann gewant   : "  Oder  ? "

" Ja, es ist völlig in Ordnung. Zeig den Leuten ihre Plätze , wo sie schlafen können, wo sie die Materialien verstauen können und wo  es noch was zum essen gibt. "

Und zu Everie  : "  ich vermute, sie werden mit Ihren Mannen nicht schon morgen wieder gehen ? Stimmt es ? "

" Nein, ich muß hier bleiben und die Burg sozusagen als Zentrale übernehmen."

Mit einem bedauerndem Gesichtsausdruck  fuhr er fort...

;"  wir werden sie nicht enteignen und ebensowenig werden wir ihre Machtbefugnis in Frage stellen, aber wir müssen diese Burg umgestalten und zum Mittelpunkt eines neuen Lebensweges machen. "

Everie wußte nicht auf Anhieb wie er sich ausdrücken sollte.
" Wir versuchen den Verlauf der Geschichte zu ändern um das überleben der Erde zu sichern."

Mit müden Beinen ging er zu seinem Stuhl zurück...

:" es gibt Probleme in der Zukunft. Sehr , sehr große Schwierigkeiten.  Die Zukunft ist ziemlich katastrophal... und genau aus dieser Zeit sind wir zu ihnen.. zurückgereist. "

Helmreich trat an Everie heran : " also sind sie aus der Zukunft zu uns gekommen ? Zurück gekommen um die Zukunft zu ändern ?? "

Helmreich begriff langsam, daß in der Zukunft vieles anderst sein würde.

Schon alleine die ganzen Geräte. Die Flugmaschiene.. und auch die kleineren Transportwägen mit vier Rädern, auf denen zwei Krieger befördert werden konnten.
Die vielen Lichtquellen und die merkwürdigen Ausrüstungen der Leute.
Die knallenden Schussgeräte und die kleinen Kästchen, welche Männer so einfach zu Boden werfen konnten.
So viel neue Sachen..
Soviel zu begreifen und zu bestaunen.

 Nur wuste Helmreich nicht, ob es für sie zum Guten sein würde.. oder am Ende ihrer aller Tod bedeuten könnte.

Wenn die Menschen in der Zukunft.., mit soviel Technik und Möglichkeit.. es nicht schafften, das Leben auf der so unendlich großen Erde zu gestalten.., wie würden sie dann erst in der so harten und ärmlich Gegenwart  überleben können.

Everie erklärte Helmreich in kurzen Sätzen, daß es darum ging, den Menschen irgendwie bereifbar zu machen, daß das oberste Gebot und das unbedingt Heiligste was es im Leben gab... DIE ERDE WAR !!!

Ob es gelingen könne ?
Wer weiß ?

" Übrigens, mein Name ist Friedrich von Everie und es wäre schön, wenn wir uns mit den Vornamen anreden könnten. Es schafft irgendwie eine gewisse Distanz, sich immer so förmlich anzureden "

Mit diesen Worten reichte everie Helreich die Hand.

" Und dies sind meine Mitstreiter, Helene, Joshua und Henrik.
Wir sind in verschiedenen Gebieten bewandert.

Helene ist Ärztin.. oder wie ihr es ausdrücken würdet.. ein Doktor. 
Joshua  ist für Geschichte.. , also Zukunft Vergangenheit und Gegenwart der Erde zuständig und ebenso mit den Sternen und der Sonne am Himmel..,  
Henrik kann tolle Gebäude und  Anlagen errichten und ebenso Waffen bauen 
und ich  bin für Energie zuständig.

Strom wird uns in der Zukunft gute Dienste leisten. Aber dies werdet ihr erst verstehen können, wenn ich euch morgen die Möglichkeiten aufzeige.

Everie deutete auf Helene.
" Meine Kollegin wird sich morgen um eure verletzten Männer kümmern. Für heute wurden sie schon versorgt "

Und Everie erinnerte sich im Moment gerade daran, daß ja vor ein par Minuten ihr Hubschrauber abgestürzt war. 
Es musste also ziemlich alles mit den vorhandenen Dingen bewältigt werden, was sie mit der ersten Fuhre bekommen hatten.
Die Zeit raste dahin.
Auf Everies Uhr war es schon fast 23.00  nachts.

Unten im Hof dirigierte Adelheid die Leute herum wie ein Dirigent eines großen Orchesters.

Platz war genug vorhanden.. und Zeit hatten sie auch.
mal so lapidar ausgedrückt... 1000 Jahre.

Die Soldaten waren gut untergebracht und die Köchin hatte  in ihrem Reich schnell einiges auf den Tisch gezaubert, mit dem sich die Leute stärken konnten.

Am meisten freute sich der Koch über den Einblick der Küche..., die ja 1000 Jahre zurücklag.

Morgen würden sich sicher einige interessante Gespräche ergeben.. und es war einfach nur toll.

Und während sich so langsam die Ruhe der Nacht über die Burg senkte und während sich die Soldaten des Bischofs immer näher an die Festung  heranmachten...
träumte Armina in den Armen ihres Vaters von Blumen und von Wärme.

Und Bruno spürte das Zittern seiner Tochter.
Er versuchte seinen Wollumhang etwas weiter um sie zu breiten.
Armina.. sein EIN UND ALLES.

Oder wie er so gerne sagte :  " sein freches Mädchen..., der tapferste Krieger mit der schärfsten Klinge... "






 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.03.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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