Christian Huyeng

Das schönste Geschenk

Leben

Er erwachte, als der Wind wie Musik durch die Blätter der Bäume strich. Die großen Blätter rauschten dumpf, langsam, die kleinen fast hektisch, wie Rasseln. Die Waldmusik wurde komplettiert durch den Gesang der Vögel, die schon lange wach waren und im dichten Wald nach Nahrung und Partnern suchten. Waldmusik. Die Töne der Natur, des Windes, des Wassers, der Vögel und unzähligen summenden, zirpenden Insekten, das nahm man eigentlich gar nicht mehr war. Es war wie ein Hintergrundrauschen, dass mit den Lauten des Alltags, den Stimmen, dem Hämmern von Maisstößeln, dem Gebell der Hunde, den kreischenden Kindern, lachenden Mädchen und schwatzenden Männern zu einem einheitlichen Geflecht von Tönen verwoben war. Doch in den frühen Morgenstunden, wenn das Dorf noch schlief, dann war die Waldmusik plötzlich ohrenbetäubend, erfüllte die kleine Hütte bis in den letzten Winkel, drang in den Kopf ein und ließ den ganzen Körper in diesem unsteten Rhythmus erbeben. Er liebte diese Momente, wenn er sich eins fühlte mit dem Wald, mit seinem Dorf, ja mit der Welt. Das war für ihn Gebet und Dank an die Gottheiten zugleich, die ihm all das geschenkt hatten.

Ein goldener Lichtstrahl ließ den Staub wie Diamanten glitzern und er verschränkte zufrieden, aber vorsichtig, um sie nicht zu wecken, die Arme hinter dem Kopf. Er liebte diese wenigen Minuten der Ruhe, bevor das Leben über das Dorf kam. Sie atmete tief und ruhig, die roten, feucht-glänzenden Lippen leicht geöffnet, so dass die weißen Zähne wie Perlen glitzerten. Ihr langes schwarzes Haar umgab ihren Kopf wie ein See aus dunklem Wasser und ihr kleiner, anmutiger Busen, der nun, wo sie ihr erstes Kind erwarteten, langsam an Fülle zu nahm, hob und senkte sich im Rhythmus ihres Atems. Noch sah man fast nichts von der Schwangerschaft, nur eine leichte Wölbung ihres sonst so flachen, olivfarbenen Bauches. Sie war so, so schön. Er lächelte und beobachtete, wie sich ihr Bauch, in dem das Kind, sein Kind, ruhte, hob und senkte, wenn sie atmete.

Lange hielt die perfekte Ruhe nie an, denn sie schien es instinktiv zu bemerken, wenn er sie beobachtete. Immer wachte sie auf und blickte ihn dann ein wenig zerknautscht, aber schon lächelnd an. Sie nannte ihn ihren kleinen Beobachter. Auch jetzt begann sie sich zu bewegen, ein Bein wurde gestreckt, eine Hand strich sanft und unbewusst über seinen nackten Schenkel. Er konnte schon an dem Rhythmus ihres Atems abschätzen, wann sie ganz erwachen würde... sie bewegte sich mehr, die Augen rollten hinter den geschlossenen Lidern und dann blickte sie ihn an. „Guten Morgen mein Beobachter!“ grinste sie noch ganz verschlafen und er drückte ihr, wie jeden Morgen, einen Kuss auf den Mund. Mit einem leichten Bedauern kletterte er aus dem gemeinsamen Bett und sie kniff ihm in den Po. „Du willst schon weg?“ fragte sie, auch wie jeden Morgen, und kannte schon die Antwort. „Nur kurz!“ und schon verschwand er, noch immer nackt, durch den Vorhang der Tür nach draußen und ließ so für einen kurzen Moment mehr des schon gleißenden Lichts in die Hütte.

Vor dem Haus stand ein großes Tongefäß voller Wasser, auf das er noch immer ziemlich stolz war. Er hatte es als eines seiner ersten eigenen Stücke gearbeitet und war nun ein wahrer Verkaufsschlager in seiner kleinen Töpferei geworden. Wasser, das man in das große Gefäß gab blieb nämlich auch in der großen Hitze des Tages schön kühl und frisch. Er hob den Holzdeckel ab, den man immer auf dem Gefäß haben sollte, wollte man nicht allerlei Badegäste in seinem Wasser vorfinden, nahm den auf den Boden stehenden Schöpflöffel aus Holz und schöpfte eine große Portion des kühlen Nass. Er trank einen Schluck, mit dem Rest übergoss er sich um sich auch den letzten Schlaf aus den Augen zu waschen. Wie immer hopste er dabei von einem Bein auf das andere, denn das Wasser war wirklich sehr kühl. Noch prustend ging er einige Schritte zu dem kleinen Verschlag neben der Hütte, öffnete die Tür und nahm dann einige Früchte, eine Papaya, eine Mango, zwei Bananen und einige Beeren, die er in ein Bananenblatt einwickelte, schloss dann wieder die Tür und ging mit seiner süßen Beute zurück in die Hütte.

Sie hatte sich bereits aufgesetzt und ein einfaches Hemd übergestreift, wie er mit Bedauern feststellte. Sie war gerade dabei, ihr langes Haar, dass ihr bis zu den Knien reichte, zu einem Knoten aufzustecken, als er mit den Früchten an den kleinen Tisch trat, der gegenüber des Bettes in der kleinen Hütte stand. „Frühstück!“ sagte er und präsentierte die Ausbeute. Sie lachte, stand auf und küsste ihn auf die Wange. „Ich bin wirklich die glücklichste Frau der Welt!“ Wenn sie stand, sah man wieviel kleiner sie war als er. Aber er war auch ein ziemlich großer Mann, der größte im Dorf. Er hatte schon mit 12 seine Mutter um Haupteslänge überragt und mit 14 dann den Vater. Er konnte sich kaum von ihr lösen, holte dann aber noch zwei Becher mit Wasser, während sie mit einem sehr scharfen Obsidian-Messer, ein Geschenk ihrer Eltern zur Hochzeit, die Früchte rasch und zielstrebig öffnete. Schnell und routiniert entfernte sie die Kerne der Papaya, zerteilte die Mangos und schnitt die Bananen in kleine Scheiben. Sie kramte noch ein wenig in einer kleinen Truhe herum, fand was sie suchte und legte noch zwei Maisfladen vom vorigen Abend auf den Tisch.

Wie jeden Morgen aßen sie schweigend, grinsten sich aber über den Tisch hinweg immer wieder an. Bedächtig trank sie aus dem schönen Tonbecher, den er ihr gemacht hatte, ihr kühles Wasser, schob sich ein kleines Stück des süßen Obstes in den Mund kaute bedächtig. „Heute kommt Kundschaft aus der großen Stadt!“ rief plötzlich jemand von draußen in die Hütte. Sie blickte ihn erstaunt an. „Wusstest du das?“ Er schüttelte den Kopf. Mist. Eigentlich hatten sie geplant heute im Wald nach rotem Lehm zu suchen und den Rest des Tages einfach im Schatten zu sitzen und nichts zu tun. Jetzt musste er sich sputen, doch noch schnell seinen kleinen Laden auf der anderen Seite des Dorfes aufzuschließen, die beste Ware auf einem Tisch zu präsentieren und sich selbst auch noch etwas herzurichten. „Ich werde wohl auch versuchen, etwas zu verkaufen!“ sagte sie. Sie nähte Kleider für das Dorf, die sie aber auch auf den Märkten der Umgebung verkauften. Sie war keine große Künstlerin, aber ihre Hemdkleider und Schurze waren ordentlich genäht, solide verarbeitet, bodenständig und aus guter Jute gefertigt. „Mach das. Ich sollte mich jetzt mal ein bisschen beeilen!“

Er sprang auf und huschte zu der großen Truhe in der Ecke. Beim Vorbeigehen kniff sie ihm wieder in den straffen Po. „Meinst du nicht, die Damen aus der Stadt kaufen mehr bei dir, wenn du nichts anhast?“ sie grinste breit und er musste lachen. Die feinen Herrschaften aus der Stadt hielten sie sowieso für Wilde, aber das ging dann doch zu weit. Er kramte aus der Kiste einen Schurz, den er sich um die Lenden schlang, so dass ein breiter Stoffstreifen zwischen seinen Beinen herabfiel. Dann kämmte er sich schnell die noch feuchten langen Haare und band sie zu einem Knoten zusammen. Rasch griff er sich noch eine Kette aus Tonperlen, einen schlichten ledernen Armreif, der sich um seinen Bizeps spannte und wählte zwei Tonstecker für seine Ohren aus. „Ich bin weg!“ rief er schon halb ihm gehen, sah dann aber ihren leicht vorwurfsvollen Blick, drehte sich nochmal um und gab ihr einen langen Abschiedskuss. „Wenn es geht bin ich zum Mittagessen wieder zu Hause!“ rief er dann beim Gehen und sah sie lächelnd winken.

Er grüßte die Nachbarn. Das Dorf war morgens sonst von einer Lethargie befallen, die sich nur schwer abschütteln ließ. Man hatte hier seinen eigenen Rhythmus. Aber an Tagen wie heute, wenn unerwartet eine Gruppe von Händlern, Pilgern oder Reisende auf dem Weg nach Xochimilko das Dorf passierte, dann streifte der kleine Ort seine Müdigkeit ganz schnell ab. Überall war man schon mit den Vorbereitungen beschäftigt. Da wurden Tortillas gebacken und Fleisch gebraten, man drapierte die in der Stadt so beliebten großen Waldblumen in Vasen, die er mit etwas Stolz als die eigenen erkannte, Tische voller Puppen, Tücher, mit Ölen und Gewürzen wurden vor Hütten geräumt und möglichst ansehnlich dekoriert. Es war richtig wuselig in dem kleinen Ort. Die Kinder, die kreischend und nackt hin und her rannten waren schon ganz aufgeregt, denn so oft verirrten sich Besucher nicht hierher. In dem kleinen Handwerksbezirk, den man aus Schutz vor Feuer etwas außerhalb des Dorfes an einer Weggabelung errichtet hatte, war der Trubel noch nicht angekommen und er war der erste der Handwerker, der seinen Laden aufschloss. Der Steinmetz, der Messermacher, der Lederschneider und der Waffenmacher würden aber wohl auch bald eintreffen. Er öffnete die Strohtür zu dem Lagerraum, in dem neben der fertigen Keramik auch die unbemalten Rohlinge, Ton, seine Gerätschaften und ein Tisch standen. Er räumte den Tisch heraus, fand nach einigem Suchen ein Stück Stoff, das als Tischtuch dienen konnte und sammelte dann ein paar Blumen am Waldrand, die er möglichst ansehnlich auf dem Tisch in Stellung brachte. Er wählte die beste Keramik aus, bemalte Vasen, Gefäße in Menschen- und Tierform, flache Teller, die wie Muscheln aussahen, Trinkbecher mit geometrischem Dekor und andere Waren, die man im Dorf höchstens zu großen Festen wie Hochzeiten verschenkte und die er sonst auf dem Markt in der nächsten gr&ou! ml;&szli g;eren Ortschaft – oder eben an Kunden aus der Stadt – verkaufte.

Er betrachtete seinen Warentisch und ging dann nochmals los, um ein paar Blüten zu finden. Dabei fand er einen schönen, grünen Stein, der fast ganz rund war. Er griff danach, lächelte und nahm ihn mit. Er brachte ihr jeden Tag etwas mit. Einen schönen Stein, eine hübsche Feder, eine Blume, eine besonders reife Frucht. Nichts Besonderes, aber darauf kam es auch gar nicht an. Er legte den Stein in seinen Lagerraum und wusch sich dann mit dem Wasser aus einem seiner Vorratsgefäße die Hände.

Da kamen dann auch die Nachbarn angetrottet, der Messermacher sah noch ganz verschlafen aus. Er hatte erst in der letzten Woche geheiratete und fand noch sehr wenig schlaf. Er musste grinsen und nickte dem Nachbarn zu, der ebenfalls grinste. Ein Lachen, das wohl nur frisch verheiratete Männer teilen können.

Der Lederschneider, ein gebeugter, alter Mann mit einem Zahn, wenig Haar und vielen Falten kam als letzter langsam angehumpelt. Wer ihn sah konnte kaum glauben, dass er noch immer in der Lage war, perfekte Lederkleidung, Schuhe und Taschen zu nähen. Aber in den alten, klauenartigen Händen steckte noch enorm viel Kraft. Allerdings war er im Dorf nicht sehr beliebt, weil er als verschroben und seltsam galt. Tatsächlich wussten die meisten einfach nicht, dass er auf die Distanz kaum noch etwas sehen konnte und auch ziemlich schlecht hörte. Wie immer half er dem Alten wortlos, seinen Tisch vor die Hütte zu stellen und die Taschen an den Haken aufzuhängen, die er in die Wand gebohrt hatte. Dann gab er ihm einen Becher Wasser und ging, wie immer, ohne ein Wort gesprochen zu haben, zurück an seinen eigenen Verkaufsstand.

Er schwatzte ein wenig mit dem frischverheirateten Nachbarn und sie machten ein paar schmutzige Witze, die ihnen einen mahnenden Blick des Steinmetzes einbrachte. Der Alte dagegen grinste. Es war immer wieder faszinierend zu sehen, dass er von einer Art selektiver Taubheit befallen zu sein schien. Einladungen zum Essen verstand er sogar geflüstert über eine Distanz von hundert Metern, die keifende Nachbarin, die ihn wieder einmal anschimpfte, weil sein Hund in der Nacht gekläfft hatte, hörte er ebenso wenig wie den Hund selbst.

Sie mussten sich nicht lange die Zeit vertreiben, bis sie aus der Dorfmitte einige Aufregung hörten. Die Gäste waren also angekommen. Sie würden aber noch ein paar Minuten warten müssen, da jetzt erst einmal die Dorfbewohner ihre Waren verkaufen wollten und die ankommende Gruppe in Beschlag nahm. Er versuchte einen Blick auf die Fremden zu werfen, er zählte, eins, vier, acht, zwölf Männer, sechs, nein sieben Frauen, mehrere Kinder und unzählige Träger und Diener. Sein Nachbar rieb sich schon die Hände, denn das waren nicht einfach irgendwelche Reisenden, das waren hohe Herrschaften, möglicherweise Adlige oder große Kaufleute. Auch er spürte, dass sein Herz klopfte.

Die Fremden waren auffällig und üppig gekleidet und geschmückt doch als er sie sah, da war es als sei der Rest der Gruppe verschwunden. Es war eine junge Frau, eher klein und zierlich. Sie trug Jadeschmuck im Gesicht, in den Ohren, den Haaren und als Plättchen auf ihre Kleidung genäht. Die Kleidung war sehr kostbar und raschelte und glänzte, wie es nur importierte Seide konnte. Er hatte solche Gewänder bisher nur in den großen Städten gesehen. In der Hand hielt die Frau einen geflochtenen Fächer, mit dem sie sich in der schon drückend-schwülen Hitze des Tages Kühlung zu fächelte. Wie bei so vielen feinen Damen sah man von ihrem Gesicht kaum etwas, so groß waren die Jadeplatten, die sie auf der Nase trug, dazu die üppige Bemalung des Gesichts, die großen, schweren Jadescheiben in den Ohren, der Ring in der Nase… aber all das war es nicht, was seinen Blick auf der Frau ruhen und ihn die anderen fast vergessen ließ, die gerade an seinem Stand die Qualität der Keramik überprüften. Die Frau, die gerade eine kleine Schale in die beringte Hand nahm trug ein breites Stirnband aus buntem Stoff, dessen Quasten ihr in die Stirn fielen, ihr Haar darunter war kunstvoll aufgetürmt und steckte voller Nadeln, Kämme, Perlen… aber auch das zog nicht seinen Blick an.

Es war eine einzelne, sehr lange und strahlend blaue Feder, die in den größten Knoten am Hinterkopf der jungen Dame gesteckt war und bei jeder ihrer Bewegungen zitterte und wippte. Mal glänzte sie grün, dann wieder blau, fast schwarz, jetzt beinahe violett. Es war die schönste Feder, die er je gesehen hatte. Er wollte sie haben. Er brauchte sie. Sie würde das Geschenk für seine Frau sein. Vergessen war der schöne kleine grüne Stein. Nichts war gut genug für sie, aber diese Feder, die war fast perfekt, fast so schön wie sie, es war ein Geschenk, das sie nie vergessen würde… Er verkaufte geistesabwesend einige seiner Schalen und handelte an diesem Tag nicht besonders geschickt, denn wann immer er mit einem der Kunden sprach, sah er verstohlen zu der Frau hinüber, die noch immer in seinem Sortiment suchte, ließ sie nicht aus den Augen aus Sorge, sie könnte nichts bei ihm kaufen, einfach verschwunden sein, wenn er aufblickte. Aber er brauchte diese Feder, er wollte sie… musste sie haben. „Mhh?“ fragte er, als einer der dicklichen Herren aus der Stadt ihn etwas fragte. „Ich wollte wissen, ob du mir auch dreißig oder vierzig von diesen Schalen machen kannst!“ wiederholte er leicht gereizt und hielt ihm eine muschelförmige Schüssel vor das Gesicht. „Aehm, ja, ja natürlich, ich brauche dafür aber etwa eine Woche… und ihr müsstet mir etwas anzahlen!“ sein Interesse an dem Mann war schlagartig gestiegen, als er bemerkte, dass er der Begleiter der Federfrau war. „Gut, das sollte kein Problem sein…“ der Mann kramte bereits in seinem Beutel mit den Gold- und Jadestücken. Die wippende Feder. Blau. Nein, grün, metallisch, glänzend… zitternd, bei jedem Atemzug. Makellos. „Ich…ich würde gerne diese Feder als Anzahlung nehmen… wenn ihr einverstanden seid.“ Er deutete auf das Objekt seiner ! Begierde . Der Mann wirkte sehr überrascht. „Die Feder? Warum das denn? Die kann man doch einfach aufsammeln, den Vogel gibt es hier überall…“ Einfach aufsammeln?? Er hatte noch nie einen solchen Vogel gesehen – bestimmt nicht hier im Dorf und auch nicht auf seinen Wegen zum nächsten Ort. „Ich habe hier keinen Vogel dieser Art gesehen, Herr, seid ihr sicher, dass es ihn hier gibt?“ Die Frau blickte ihn hinter ihrem maskenartigen Schmuck belustigt an. „Ich habe sie selbst aufgesammelt, nur wenige Tage zuvor!“

Er fragte genauer nach dem Fundort und sie deutete nach Westen. „Dort, in diesem Waldstück gibt es unzählige Federn. Sie liegen meist in der Nähe von großen und alten Bäumen, der Vogel baut dort oben seine Nester als Schutz vor Räubern. Nimm lieber das Geld und sammle deine eigenen Federn!“ lachte sie und er grinste schief. Wenn es so viele davon gab, warum wollte sie ihm die eine nicht schenken? Andererseits wäre es ziemlich dumm, sich ein so großes Geschäft entgehen zu lassen. Mit dem Gewinn könnte er beim nächsten Besuch in der Stadt schönen Stoff für sie kaufen, Schmuck, gutes Fleisch, Öl für ihr Haar – und er könnte selbst gleich ein paar der schönen Federn für sie sammeln gehen.

Er schloss nicht nur mit der Federfrau und ihrem Mann ein hervorragendes Geschäft ab, sondern auch mit einigen der anderen Besucher. Es gab nicht nur die eine Bestellung und er würde in der nächsten Woche wohl nur wenig Freizeit mit ihr verbringen können, denn er würde die Tage durcharbeiten müssen. Vielleicht müsste er sogar einen der älteren Dorfjungen bitten, ihm zu helfen. Schon die Anzahlungen, die er heute erhalten hatte, waren mehr als er sonst in einem halben Jahr verdiente – und wenn er die Lieferungen in die Stadt gebracht haben würde, dann würde er ein kleines Vermögen besitzen. Vielleicht lockten die Herrschaften auch noch mehr Kunden, oder sie könnten seine Zwischenhändler werden… Während er den letzten Gast mit Handschlag verabschiedete kreisten seine Gedanken schon um die Zukunft, um all die schönen Dinge, die er ihr und dem Baby kaufen könnte, er sah sich schon selbst als Händler in einem der größeren Orte leben, in einem richtigen Haus aus Stein, mit Teppichen und Möbeln aus Holz – und sie mit den wippenden Federn als schönste Frau der Stadt könnte sich ganz um das Kind kümmern, in der Stadt spazieren gehen und ihr Leben genießen. Sie müsste keine Kleidung mehr nähen und zum Frühstück gebe es statt Wasser Kaffee und Kakao. Sein Sohn, es würde bestimmt ein Sohn, könnte die Schule besuchen… ja, heute schien alles möglich.

Aber jetzt musste er sich beeilen. Er räumte seine Waren nur kurz zusammen, raffte die Anzahlungen zusammen, nickte seinen Nachbarn zu und trabte dann los durchs Dorf zu seiner Hütte. Sie stand schon lachend vor der Tür. Sie hatte nur drei Kleider verkauft, die Herrschaften waren einfach zu vornehm für so einfache Tuche gewesen. Also hatte sie genügend Zeit gehabt, sich um ein großes Mittagessen zu kümmern. Es gab Maisfladen mit gegrillten Heuschrecken, dazu einen Salat aus unreifen Papayas, Limetten und getrocknetem Fisch. Er berichtete ihr von seinen großen Verkäufen und sah, wie sehr sie sich freute.

Von der Feder erzählte er ihr nichts, das würde eine große Überraschung werden. „Ich muss heute Abend noch weg und komme auch nicht vor morgen Nachmittag oder Abend wieder. Ich brauche mehr roten Ton und muss auch noch Holz sammeln.“ Das war nichts Außergewöhnliches. Immer wieder musste er einen oder zwei Tage das Dorf verlassen, um besonders guten Ton, Mineralien für seine Farben und ähnliche Dinge zu sammeln. Sie zog eine Schnute, während sie ihren Fladen aß, nickte aber. „Gut, dann gehe ich vielleicht meine Mutter besuchen, ich habe sie schon zwei Wochen nicht mehr gesehen und Großmutter freut sich auch immer!“ er nickte. Es war ihm lieber, wenn sie die Tage seiner Abwesenheit bei den Verwandten verbrachte, sie war schön und jung, da war ein bisschen Schutz besser. „Soll ich dich rumbringen?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, lass mal, ich nehme Muyal mit und gehe einfach gleich los!“

Das war ihm ganz recht. Die robuste Nachbarin, eine kleine dicke, fröhliche Frau, besuchte sie regelmäßig und die beiden verbrachten viel Zeit zusammen. Muyal hatte eine alte gebrechliche Mutter, die mit der Schwester ebenfalls im Nachbardorf wohnte. Und obwohl sie immer wieder sagte, dass ihre Mutter direkt aus der Unterwelt gestiegen sein müsse, besuchte sie sie regelmäßig, auch um die Schwester zu entlasten. Muyal war Witwe und hatte einen erwachsenen Sohn, der aber als Söldner für irgendeinen entfernten Tlatoani kämpfte. Sie hatte das junge Ehepaar daher irgendwie adoptiert. Hinzu kam, dass Muyal in ihrem Flachsbeutel, den sie immer mit sich herumtrug, nicht nur immer ein kleines Messer dabeihatte, sondern auch einen großen Stein. Das sie den benutzen konnte, wussten einige Diebe aus der Umgebung bereits aus schmerzhafter Erfahrung. Er steckte schnell die letzte gegrillte Heuschrecke in den Mund und zerbiss das knusprige Tier, räumte dann die Blätter vom Tisch, die ihnen als Teller gedient hatten und küsste sie auf die Stirn. Sie grinste ihn an, packte ein paar Sachen zusammen und ging dann kurz zur Nachbarshütte um Muyal Bescheid zu geben. Während er selbst einen Beutel mit einigen Dingen wie Fladen, einem Messer und Wasser zusammenpackte, hörte er das laute und herzhafte Lachen der Nachbarin und musste auch lachen. Muyal hatte immer irgendeinen Klatsch parat, denn sie kannte einfach jeden und wusste alles von allen. Woher blieb ihm immer schleierhaft. Sie war aber nie wirklich böse, aber das Lästern war ihr Jugendelixir. Sie blickte kurz in die Hütte. „Keine Sorge mein kleiner Hüpfer, ich passe gut auf deine Blume auf!“ und schon war das Gesicht wieder draußen verschwunden. Sie winkte auch noch einmal durch den Vorhang und warf ihm einen kleinen Kuss zu, den er sorgsam in seinem Beutel verstaute.

Er wartete bis, sich die Stimmen der beiden Frauen langsam entfernten und leiser wurden. Er wollte nicht, dass sie Verdacht schöpfte und er brauchte für seinen Ausflug weder den großen Korb für den Lehm, noch die Hacke. Dann ging er wieder durch das Dorf, in Richtung Westen zum Wald. Er kam an seinem Laden vorbei und sah den Alten im Schatten dösen, mit offenem Mund schnarchte er leise vor sich hin. Als er fast vorbei war, öffnete er die Augen und blickte ihn an.

„Wo willst du denn mitten am Tag hin? Willst dich einfach vorbeischleichen an dem Großvater, was? Nein, nein, komm mal hier rüber!“ was blieb ihm anderes übrig, er trottete wie ein ertappter Junge zu dem Alten und hockte sich neben ihn in den Schatten. Wortlos reichte er ihm eine kleine Kürbisflasche, die einen selbstgemachten, furchtbaren Schnaps enthielt. „Mittagessen… das ist gut für die Verdauung“ sagte er und gab ihm die Flasche. Er wollte nichts davon trinken, aber der Alte hielt ihm die Flasche stur vor die Nase und so nahm er sie. Schon beim Entkorken stiegen ihm Tränen in die Augen. Er nahm einen winzigen Schluck, doch der Alte griff zu und hielt die Flasche fest, so dass er husten musste, als er endlich wieder absetzen konnte. „Also, wo geht’s hin?“ „Ton holen“ murmelte er. Der Alte verzog den zahnlosen Mund. „Ohne Korb, ohne Hacke?“ Klar, er hatte es bemerkt. Er wirkte abwesend, aber sein Verstand war scharf wie ein Obsidianmesser. „Verkauf den Großvater nicht für dumm, mein Junge. Die Lehmgruben sind im Norden, am Fluss. Nicht mal du kannst die Himmelsrichtungen derart vertauschen.“ Er wusste nicht, was er sagen sollte. Sicher würde er ihm ausreden wollen, in den Wald zu gehen… „Ich wollte ein kleines Geschenk für meine Frau suchen, du weißt doch, dass ich ihr immer etwas mitbringe. Ich dachte, hier vorne, am Waldrand gibt es vielleicht ein paar schöne Blumen…“ Der Alte grinste, aber seine Augen wirkten plötzlich wachsam. „Was ist denn mit deinem grünen Stein?“ Was bekam der eigentlich alles mit? Das war ja fast unheimlich. „Ach den, der ist mir irgendwie aus der Hand gefallen und ich hab‘ ihn dann nicht mehr gefunden, ein Kind muss ihn aufgehoben haben, denke ich… naja und Blumen sind doch auch viel schöner als ein Stein…“. „Sicher, sicher, aber… wen! n du sie jetzt pflückst, dann sind sie übermorgen doch bestimmt verwelkt…“ Ach verdammt, er hatte natürlich gesehen, dass sie zusammen mit der Nachbarin das Dorf in Richtung Süden verlassen hatte… „Junge, ich mag alt sein, aber ein Idiot bin ich nicht. Es geht um diese Feder, nicht wahr? Du hast die feine Dame mit dem Ding im Haar ja gar nicht mehr aus den Augen gelassen. Ich warne dich“, jetzt lächelte er nicht mehr. Seine Krallenhand schloss sich wie eine Falle um sein Handgelenk und drückte zu. „Du hast gehört, wo sie die Federn gefunden haben. Das ist es nicht wert. Der Wald im Osten ist zu gefährlich. Du weißt, dass das Jaguar-Gebiet ist. Nimm den Stein und lauf deinem Mädchen nach. Schlag dir die dumme Feder aus dem Kopf, kein Geschenk ist es wert, dass man dafür sein Leben riskiert.“

Er versuchte zu lächeln. „Aber Großvater, die Gruppe ist auch durch das Gebiet gezogen und ihnen ist nichts passiert… und ich hab‘ das hier!“ mit der freien Hand zog er das kleine, aber äußerst scharfe Obsidianmesser aus seinem Beutel.  Der Alte wirkte fast amüsiert. „Und damit verteidigst du dich gegen einen Jaguar? Das glaube ich kaum… und dass das Biest die Gruppe nicht angefallen hat, das ist doch klar. Das waren hohe Herrschaften und sie hatten ihre eigenen Wachen dabeigehabt. Um solche großen Gruppen machen Jaguare immer einen Bogen, die greifen nur Schwache an, Leute, die dumm genug sind, sich in ihr Jagdrevier vorzuwagen… Nein, Junge, sei nicht dumm. Lass das sein!“

Das alles waren gute Argumente, aber wenn er die Augen schloss, dann sah er sie mit der Feder im Haar, ach mit einem ganzen Schweif der blauen Schönheiten. Er würde natürlich vorsichtig sein – ein Schwächling war er auch nicht und er wusste gut mit dem Messer umzugehen. Der Alte versuchte noch einige Zeit lang, ihn zu überzeugen und Zeit zu schinden, wohl in der Hoffnung, dass er sich kurz vor der Dämmerung nicht mehr in den Wald wagen würde. Er lehnte aber das Angebot, mehr Schnaps zu trinken genauso ab, wie den Vorschlag eine Pfeife zu rauchen und der alte Fuchs schien zu merken, dass er ihn nicht überzeugen konnte. „Dann warte hier wenigstens einen Augenblick!“ Er humpelte in seine Hütte und kramte lautstark herum. Er hörte ein leises Klappern, dann einen beherzten Fluch, aber letztlich kam er wieder heraus und gab ihm ein großes, gebogenes Messer- „Nimm das mit! Keine Widerrede, du kannst es mir ja morgen oder übermorgen wiedergeben, ich laufe bestimmt nicht weg!“

Er dankte dem Alten, befestigte das Messer an seinem Gürtel und ging dann endlich los, in den Wald hinein.

Er lief jetzt schon drei, vielleicht vier Stunden durch den dichten Wald und hatte noch immer keine einzige der Federn gefunden. Es war bereits dunkel und so entschied er sich, ein Nachtlager aufzuschlagen. Er suchte einige Zeit nach einem toten Baum, untersuchte ihn nach Bewohnern und setzte sich dann in den umgestürzten und hohlen Stamm. Das würde als Nachtlager reichen. Er trank einen Schluck Wasser und aß einen halben Maisfladen, dann rollte er sich zusammen und versuchte etwas zu schlafen. Die Geräusche des nächtlichen Waldes waren aber so ganz anders als im Dorf. Es knackte. Ein Rascheln. Ein seltsam wehklagendes Rufen. Ein Ast bricht. Vögel. Brüllen, ein Affe?

Er fröstelte in seinem Versteck und zum ersten Mal beschlichen ihn Zweifel an seinem Plan. Er hätte jetzt gerne neben ihr gelegen, sich an ihren warmen nackten Körper gekuschelt, ihren kleinen Seufzern zugehört, die sie im Schlaf stets machte. Stattdessen schabte seine Wange gegen raues Holz und es statt nach frischer Haut roch es nach Moos, Moder und totem Laub. Er wälzte sich hin und her, in dem verzweifelten Versuch eine etwas bequemere Position zu finden. Überall bewegten sich die Schatten, schlichen unaussprechliche Dinge um den Baum, witterten ihn, waren ihm nahe, wollten ich holen, aus dem Loch zerren und auffressen…

Unsinn. Da war nichts, oder doch? Da, hinter dem großen Baum links, da war ein Schatten, der dunkler war als die anderen – und hatte der sich gerade nicht bewegt. Doch ganz sicher. Nein, Unsinn. Wirklich nur dummes Zeug, Märchen, um Kinder zu erschrecken. Aber hatten nicht alle Geschichten einen wahren Kern?  Denn jetzt war er sich ganz sicher, das da etwas um den Baum schlich… Er hatte das Messer vom Gürtel gelöst und hielt es fest in der Hand. Sollte das Monster doch seinen Kopf in das Loch stecken, dann würde es schon sehen, dass er nicht leicht zu verdauen wäre…

Im Dämmerschlaf sah er wieder sie, mit den Federn im Haar, das dicke, lachende Baby auf dem Arm stand sie vor einem schönen Haus aus weißem Stein. Er musste also doch eingeschlafen sein, Mit einem steifen Nacken und fröstelnd erwachte er früh am nächsten Morgen. Der Wald wirkte im ersten Sonnenlicht gar nicht mehr bedrohlich. Vögel sangen ihre Lieder, Insekten summten und Wind ließ die Blätter rascheln. Er war manchmal doch immer noch ein dummer kleiner Junge. Eigentlich war es fast seltsam, dass die Dorfbewohner, er eingeschlossen, zwar im Wald lebten, ihn aber eigentlich nicht besonders gut kannten. Man vermied es, zu tief in den Wald zu gehen. Es gab kaum jagdbares Wild und die Pflanzen und Blumen, die man im Dorf verwendete wuchsen alle am Rand des großen grünen Waldes. Im Norden lag der Fluss, der reich an Fisch war und breite Wege führten zu den nächsten Dörfern und Städten. Die Dorfbewohner mieden den Wald aber nicht nur wegen des Jaguars – oder besser der Jaguare, denn es gab natürlich mehr als nur einen. Es gab auch ganz andere Gefahren, wie giftige Pflanzen, Schlangen, Spinnen und Frösche. Dann kam die ganz langweilige Gefahr hinzu, in dem dichten Wald die Orientierung zu verlieren oder sich zu verletzten…

So weit wie jetzt war auch er bisher selten in das Dickicht vorgestoßen – und niemals allein. Denn eigentlich war das eine Grundregel, die man schon den kleinsten Kindern einbläute – wenn du in den Wald gehst, dann immer nur mit mindestens einem Freund. Er kletterte aus seinem Versteck, reckte sich, aß die andere Hälfte des Maisfladens, der jetzt schon reichlich staubig und hart war, trank einen großen Schluck Wasser und marschierte dann weiter Richtung Westen, tiefer und tiefer in den Wald hinein. Wieder überkamen ihn leichte Zweifel, aber er hatte gute Laune, der Tag war schön, hier im grünen Schlund war es kühler als im Dorf, der Weg war nicht zu schwer, alle sin allem gute Voraussetzungen. Hatte es im Unterholz geknackt? Nein, ach und wenn. Ein Vogel, vielleicht ein Affe.

Er hatte auf dem Weg ein wenig Obst gefunden, an einem Bach sein Wasser aufgefüllt – und da lag sie, in einem Busch. Sie war nicht so lang wie die der jungen Edeldame, aber ebenso blau und schimmernd. Er schrie auf vor Freude und über ihm stoben erschrockene Vögel aus den Bäumen auf. Er watete durch das kalte Wasser des Baches und griff nach der Feder. Da war noch eine. Länger, noch schöner. Er griff auch sie – und da noch eine, und noch eine!!! Wir berauscht griff er nach links und nach rechts. Überall lagen die Federn herum. Zehn hatte er bereits, aber es gab noch immer mehr. Einige kleine, einige lang und gebogen. Fast alle mindestens so schön wie die, die er gestern gesehen hatte. Es war noch recht früh am Tag, der Sonnenaufgang mochte vielleicht zwei, drei Stunden her sein… er müsste es also noch bis zurück in das Dorf schaffen. Das war gut. Noch eine Nacht im Wald, darauf konnte er getrost verzichten. Jetzt war ihm ganz leicht ums Herz! Er hatte die prächtigen Federn aufgesammelt, genug, um einen ganzen Kopfschmuck daraus zu machen, es war noch früh am Tag, der Wald wirkte nett und freundlich, es war wirklich ein hervorragender Tag!

Er watete durch den Bach zurück, als er es nochmals dumpf im Unterholz knacken hörte. Voller Überschwang rief er aus „Nein, du erschreckst mich nicht. Pah! Du bist nur ein dicker Vogel!“ Er musste laut auflachen, denn tatsächlich stellte er sich den Besitzer der Federn vor, dick, gerupft, ungelenk und ziemlich wütend, der gerade durchs Unterholz hopste und versuchte den Dieb seiner prachtvollen Federn zur erschrecken. In seinem Überschwang drehte er sich herum und winkte mit seiner schönen Beute in Richtung des noch immer anhaltenden Knackens im Gebüsch. Dann brach plötzlich knurrend der Jaguar aus dem Dickicht.

 

Schreien. Federn im Wasser. Das Biest hinter ihm. Weg, raus aus dem Wald. Weiter, weiter!!!! Äste, im Gesicht, Dornen, die nach den Haaren greifen wie Klauen, Angst, weg, weg, weg! Brechen. Dröhnen. Lauter Atmen. Knurren des Jägers. Ein Heulen. Keine Wut. Der Jaguar liebt die Jagd, lebt die Jagd, ist die Jagd. Weg, weiter, weiter, mit blutenden Schienbeinen, keuchender Atem. Schweiß in den Augen, Blut im Mund, weiter, weg, raus, raus aus dem Wald. Keuchen, kaum noch Luft, WEITER! Hinter ihm der Jäger, Knurren, der Atem. Taktaktak, Blätter im Gesicht, Schweiß am Körper, die Beine brennen, die Muskeln schreien. Weiter. Sie. Das Kind. Das Dorf. Das Dorf!! War der Jäger allein? Das Dorf. Nicht denken, nicht denken, weiter, fliehen, sich retten, leben, einfach leben. Der Jaguar hinter ihm, näher, fast heran. Blick zurück in funkelnde Augen. Elfenbeinfarbene Zähne im Halbdunkel. Beschleunigen, schneller, schneller, renn doch schneller verdammt!!! Schmerz schießt durch den Körper, die Welt kippt, der Boden fliegt auf ihn zu. NEIN! Aufrappeln. Zu ihr. Zu ihr… zu IHR, zurück in ihre Arme, in die Hütte, zurück. Ihr Gesicht im Wald aber Blut im Mund. Aufrappeln, Zähne zusammenbeißen. Weiter, schneller, schneller, immer weiter, der Schmerz, ein Messer im Fuß, aber ihr Gesicht im Wald! Beschleunigen, oh Götter, der Schmerz. Fast blind vor Schweiß und Blut, pochendes Feuer im Bein, der Jäger schon ganz nah, Atem im Nacken. Kein Entkommen. Wo entlang??? Wo? Hier, nein. Hier… weiter, schneller, schneller, der Jaguar folgt, ohne Anstrengung, die Beute im Blick. Haken nach links. Nach rechts. Erschöpfung – Stehen ist Sterben, weiter, weiter, nicht stehen, niemals stehen, immer rennen. Kein Zurück. Nur nach vorn. Der Tod sitzt im Nacken. Ke..i..n…e L..u..f…t mehr, das Bein knickt ein, Schmerz, ganz geschwollen. Eine Lichtung. Licht! Luft. Ausweg? Nein. Falle. I! n der Fa lle… Hinfallen... wimmern, leise wimmern, wie ein Kätzchen, ein triumphierendes Brüllen, der Jäger ist heran. Das Messer… das… DAS MESSER. Auf den Jaguar zielen, nicht aufgeben, sein Atem schon in seinem Gesicht, da, der schwarze Bogen in der Luft, er trifft. Der Jäger brüllt auf, ein Schlag – nichts.

 

Stöhnend erwachte er. Mit einem Schlag kam die Erinnerung zurück, dann der Schmerz. Sein Fuß war geschwollen und blau, aber er konnte ihn leicht bewegen, verzog die Lippen, nein gebrochen war nichts. Sein ganzer Körper war übersäht von Kratzern, Schnitten, Abschürfungen und Prellungen. Da, wo ihn die Pranke des Jaguars am Kopf getroffen hatte, fühlte er getrocknetes Blut und seine Wange war geschwollen. Er betaste sein Gesicht mit spitzen Fingern und zog scharf die Luft ein. Die Schmerzen waren schlimm, aber nicht zu schlimm. Und er lebte noch. Aber, wo lebte er? Er versuchte sich umblicken. Er saß auf dem Boden einer kleinen Höhle aus dunklem, rauem Stein. Er konnte mit ausgestreckten Armen beide Seiten der kleinen Kammer berühren. Es war sehr dunkel, nur ein schmaler Lichtstrahl fiel in die Dunkelheit. Es war sehr warm in der Höhle und feucht. Die Wände fühlten sich rau und schmierig an. Der Boden war mit etwas Weichem bedeckt, Moos, Farn, etwas in der Art. Die Kammer war eher ein Gang, schmal und eng, streckte er die Beine aus, konnte er fast die gegenüberliegende Wand berühren.

Wo war der Jäger? Er konnte nun etwas mehr erkennen, denn seine Augen gewöhnten sich langsam an das Zwielicht. Die Wände glänzten glitschig und irgendwo tropfte Wasser. Er wusste nicht was geschehen würde. Wieso lebte er noch? Er wollte sich sicherlich nicht beschweren, aber er war doch verwundert. Er musste an Sie denken. Er musste irgendwie hier herauskommen, fliehen. Das musste doch möglich sein. Auch wenn er vorsichtig sein müsste, denn schnell laufen konnte er mit seinem lädierten Fuß nicht, aber… er hatte den Jaguar verletzt, vielleicht gelang ihm das wieder. Er tastete nach dem Messer und seinem Beutel – aber beides war verschwunden. Da der Jaguar diese Dinge kaum an sich genommen haben dürfte, musste er sie verloren haben. Verdammt. Er tastete in seinem Gefängnis umher.

Ein loser Stein wäre auch eine gute Waffe… aber unter dem Farn oder Moos, oder Stroh? Woher kam denn hier Stroh? – war der Boden warm, feucht und glatt mit nur wenigen Rillen darin. Aber es gab nichts Größeres als einige Kieselsteinchen. Plötzlich erstarrte er mitten in der Bewegung. Es donnerte. Laut. Rhythmisch und immer wieder. Es war ein an und abschwellender Laut, der weniger zu hören, als vielmehr zu fühlen war. Er ließ die Wände der Kammer beben, brachte seine Zähne und Knochen zum Zittern. Dann ein Rauschen, wie tausend Stimmen, Regen, vom Wind in Wellen gegen die Bäume geworfen. Ein Dröhnen und Rauschen, dann wieder Beben, lauter und immer lauter. Ein schwerer Sturm musste über der Höhle toben, anschwellend, abschwellend.

Plötzlich Licht, gleißendes Licht. Er muss die Hand vor die Augen schlagen. Schatten im Licht, die auf ihn zukommen. Der Jäger? Nein. Hände. Hände!!! Hände greifen nach seinen Armen, er ist ganz verwirrt. Die Hände ziehen ihn hoch, er verzieht das Gesicht, aber die Hände stützen ihn. Männer. Zwei Männer! Sie hatten den Jaguar getötet und waren hier um ihn zu retten. Das Dröhnen wurde lauter, schwoll an. Es musste ein schreckliches Gewitter sein, das da tobte. Ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit. Die beiden Männer sprachen kein Wort und halfen ihm recht unsanft aus der kleinen dunklen Kammer hinaus ins Freie. Noch lauter war es hier – ja der Sturm klang nach tausenden von Stimmen, Rufen, Schreien, Donner wie Trommeln, schrille Tierschreie, in Panik vor dem Unwetter, die wie Fanfaren seltsamer Trompeten durch die Luft hallten. Und vor der Kammer noch mehr Menschen. Männer und Frauen. Mehr als zehn Männer, alle nackt wie er. Das Fehlen seines Schurzes bemerkte er erst jetzt.

Einige blickten genauso erstaunt wie er, andere starrten mit toten Augen ins Nichts, aber zwei Männer konnten sich gar nicht beruhigen. Sie schrien, tobten und mussten von vier anderen Männern, die aufwendige Schurze und Lederpanzer trugen, mit Gewalt beruhigt werden. Woher kamen all diese Leute? Und die Frauen, die hier mitten im Nichts geschmückt und schön frisiert standen, wirkten so falsch in dieser großen und hellen Höhle… Höhle? War das eine Höhle? Wo war er? Hier gab es Halterungen für Fackeln und er sah Fratzen an den Wänden.

Wo war er???? Zwei Frauen näherten sich ihm. Er zuckte zurück, aber die stummen Frauen mit dem üppigen Schmuck wuschen nur den gröbsten Dreck von seinem Körper. Das Wasser war angenehm warm und roch nach Blüten. Dankbar nahm er auch einen Becher entgegen und trank vorsichtig das kühle Wasser. Er musste sich beherrschen es nicht herunter zu kippen, aber er wusste, dass ihm das nicht gut bekommen würde. Die Leute sprachen nicht mit ihnen und auch die nackten Männer sagten nichts, nichts zu ihren Rettern oder zueinander. Nur das Dröhnen des Sturms war zu hören. Dann öffnete sich eine Tür. Eine Tür in einer Höhle? Das war auch nicht seltsamer als Halterungen für Fackeln, oder? Das Tosen des Unwetters war nun so laut, dass es alles andere übertönte. Aber warum fiel helles Sonnenlicht durch die Tür??? Das war unmöglich. Es war doch Sturm. Und er war in der Höhle eines Jaguars. Wo war er? Sie wurden, jeder begleitet von zwei Männern in Leder – und mit Waffen, die hatte er gar nicht gesehen bisher, aus der großen Höhle in das Licht geführt. Instinktiv zog er den Kopf zwischen die Schultern, in der Erwartung von schwerem Regen getroffen zu werden…

 

Es mussten mehr als 10.000 Menschen sein, die sich unter der strahlenden Sonne auf dem großen Platz vor dem Tempel versammelt hatten. Die Zeremonien dauerten schon seit dem frühen Morgen, aber der Höhepunkt stand erst noch bevor. Musik schallte durch die ganze Stadt, die mit Fahnen, Wimpeln und Standarten geschmückt war. Von allen Türmen stieg der Weihrauch auf und erfüllte alles mit seinem schweren Duft, vermischt mit etwas anderem, süßlichem. Es wurde getanzt, gesungen, zu viel gegessen. Ein großes Freudenfest. Das größte Freudenfest. Eltern schoben ihre Kinder nach vorne, damit sie gleich die besten Plätze hatten, um den Höhepunkt der Siegesfeiern auf der Plattform der größten Pyramide der Stadt gut beobachten zu können. Die Eltern selbst wollten aber auch möglichst nah an der Pyramide stehen, um sich selbst gute Stücke der Gaben sichern zu können, die nach dem Fest unter den Teilnehmern aufgeteilt wurden. Der Tlatoani war schon da, zusammen mit seiner Gattin und seinen Kindern und auch die Priester sangen und beteten schon seit Stunden. Es war ein triumphaler Tag.

Er verstand es noch immer nicht. Er war nicht im Wald, aber wo war er? Da waren Menschen, viele Menschen, sehr viele Menschen, tausende, zehntausende. Sie hatten den Lärm gemacht. Menschensturm. Menschenlärm. Es roch süß und schwer und die Menschen schrien, jubelten, tanzten. Der Jaguar war tot! Es war ein Tag der Freude, ja ganz sicher, aber wo war er? Gepflasterte Wege, unter all den Menschen. Häuser. Große Häuser, bunt bemalt. Und ein Berg, ein riesiger Berg in der Mitte, er ragte aus dem Meer der Menschen wie eine Insel, riesig, bis in den Himmel reichend. Wo war er? Die Männer mit den Waffen halfen ihm, hielten ihn aufrecht, während sie unter dem Jubel der Massen in die Mitte des großen Platzes gingen. Ein Freudenfest. Der Jaguar war tot, die Menschen waren begeistert. Fast musste er lachen. Aber, wo war er? Wieso wehrten sich die beiden Männer hinter ihm immer noch. Es war ein Fest. Ein Freudentag.

Die Gruppe mit den Männern bahnte sich, begleitet von den bewaffneten Wächtern, ihren Weg durch das Getümmel zur Pyramide, an deren Fuß Tänzer wie Schilf im Wind wogten und Musiker aufspielten. Die Gruppe kam immer näher und näher und die Unruhe in der Menschenmasse wurde immer größer, der Jubel hob an wie das Brausen eines Sturms.

Der Berg kam näher, um ihn herum Menschen, Menschen, Menschen. Wo war er?

Es fiel ihm schwer mit seinem verletzten Fuß auf den Berg zu steigen, dessen Stufen (Stufen?) ganz klebrig waren. Es hatte wohl geregnet… Der Weg nach oben war steil und er schaffte ihn nur mit der Hilfe der beiden freundlichen Männer an seiner Seite. Es dauerte eine Ewigkeit, bis er endlich den Gipfel erreicht. Hier war alles voller Menschen wie er erstaunt feststellte. Männer und Frauen in der prächtigsten Kleidung die er je gesehen hatte. Ein Mann mit einem enormen Federschmuck saß auf einem prunkvollen Stuhl, neben ihm Frauen und Kinder… in der Mitte ein Tisch, oder ein hoher Sockel aus Stein, daneben Männer mit Masken… und hinter dem sitzenden Mann ein kleines Haus. Wie seltsam. Ein Haus auf einem Berg. Und das Haus hatte keine Türen, nur Vorhänge, behängt mit Federn und Glöckchen. Rauch wehte aus dem Haus und aus Schalen, die auf dem Gipfel des Berges standen. Wo war er? Er wurde von den beiden Begleitern an den Rand des Gipfels gestellt und nach und nach gesellten sich auch die anderen zehn Männer dazu, die beiden lauten waren auch dabei, der eine schluchzte nun aber nur noch, der andere wimmerte und murmelte vor sich hin. Aber es war doch ein Freudenfest… Er betrachtete die Personen auf dem Gipfel des Berges und hätte fast laut gerufen, denn da war sie. Die Frau mit der blauen Feder. Er erkannte sie sofort, obwohl sie mit dem Rücken zu ihm stand. Das Haar, die Art wie sie sich bewegte – und natürlich die wippende blaue Feder im Haar. Die Feder… der Wald. Das Geschenk… für… für … sie. SIE! DER WALD! Der Jaguar! Der Mann mit der Maske begann zu singen und hatte die Arme erhoben. Er stand jetzt direkt vor dem Tisch. Die beiden Männer packten ihn und schoben ihn zu dem Tisch hinüber, pressten hin herunter. Der Tisch war in seinem Rücken, drückte kalt, feucht und unangenehm gegen seine Wirbelsäule. Er war verwirrt. Was geschah mit ihm?! Wo war er? Warum war er hier? Sein Blick schweifte über die Anwesenden Menschen – und da stand der Jaguar, hinter der Frau. Niemand schien ihn zu bemerken. Er wollte etwas rufen, aber er bekam keinen Laut heraus. Er musste die Leute warnen, der Jaguar war nicht tot, er war hier… sie mussten das Fest stoppen… sie… sie drehte sich um. Es war nicht die Frau mit der Feder. Er blinzelte. Nein. Es war sie. SIE. Sie trug das Gewand der feinen Dame und die blaue Feder im Haar. Sie. Sie blickte ihn genau an. Unverwandt, so als ob sie ihn nicht kennen würde, doch, da ein Funkeln, ein kurzes Aufblitzen. Er wollte ihren Namen rufen, aber seine Kehle war wie zugeschnürt. WO WAR ER??? Wer war sie? Sie war sie, aber sie konnte nicht sie sein, nicht SIE. Wieso erkannte sie ihn nicht? Vier Männer griffen plötzlich seine Arme und Beine und hielten sie fest, ausgestreckt. Nein, das war alles falsch. Alles war falsch. Sie musste ihn doch erkennen. Der Priester vor ihm, mit der Maske, begann zu singen, schob dann die Maske beiseite – und es war der Großvater… sein Nachbar. Der Alte. Aber. Nein, der alte Mann lebte nicht hier, er lebte, er lebte… er lebte, ja wo lebte er eigentlich? Wo war er? Wer war er? Warum war er hier? Plötzlich hatte der Alte ein Messer in der Hand. Nein, nein, nein… der Vorhang zerriss. Der Geruch von Weihrauch, Schweiß, Urin, Kot und Blut erfüllte seinen Kopf. Nein!! Das Messer erhoben. Gesang. Trommeln, die Menge, die lautstark schwieg in Erwartung dessen was passieren würde. Das Messer verwandelt sich in einen schwarzen Blitz. Schmerz. Scharfer Schmerz direkt unter den Rippen. Was? Was war? Was war das? Ahh. Metallischer Geschmack im Mund. Kälte kriecht in den Körper, dann wieder Schmerz, nur Schmerz. Ein Schmerz der ihn auslöscht, nur ein wimmerndes Tier zurücklässt. Schmerz wie Feuer. Wie Eis. Wie der Wald, wie die Welt. Überall, schlimm, schlimmer, nicht zu ertragen. Ei! n zitter nder Blick in den Himmel. Eine Hand, triefend vor Blut, seinem Blut, hält etwas, etwas Zuckendes, kein Verstehen, nur Entsetzen. Es zuckt noch immer… ein Schnitt und es ist nicht mehr mit ihm verbunden. Der Schmerz ist noch da, sonst nichts. Der letzte Rest von ihm rinnt aus seiner Brust. Er sieht den Mann mit dem Beil, sieht ihn nicht. Sieht sie. Sie. Nicht sie, die hier ist. Seine sie, sie in seinem Dorf. Sie in seinem Arm. Seine Nase in ihrem Haar. Ihr Lachen. Sie. Sie, wie sie ihn morgens anlächelt. Sie, wie sie sich ein Stück Papaya in den Mund steckt. Sie. Nur sie. Aber sie ist nicht im Dorf. Sie ist hier… sie… sie… nur sie… dann das Beil, kein Schmerz mehr, nichts.

Der Priester legte das in letzten Zuckungen krampfende Herz in eine Schale und präsentierte es dem schreienden, jubelnden Volk, bevor er es auf die Feuerschale warf, wo ein Orakelpriester bereits wartete. Dann trennte ein weiterer Priester den Kopf ab, bevor der noch zuckende Leichnam die Treppen der Pyramide hinabgestoßen wurde. Unten wartete die Menge, um ihn zu zerreißen, das Fleisch an sich zu nehmen. Den Kopf aber, den bekommt sie. Denn er ist das schönste Geschenk.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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