Janna Ney

Schlafenszeit




Katharina starrte wie hypnotisiert auf das Schlüsselloch, das sie von ihrer Schlafstätte aus genau im Auge hatte. Sie hatte Hunger und wünschte sich einen magischen Knopf herbei, der an der Wand befestigt wäre und auf einen Druck ein Tischlein-deck-dich hervorbrächte. Eins mit ihrem Lieblingsessen: Kotelett, Kartoffeln mit Bratfett und Erbsen mit Möhren in weißer Soße.
Das Licht im Flur brannte noch immer; im Haus war es mucksmäuschenstill. Mit knurrendem Magen lauschte sie in die Nacht. Plötzlich erlosch das Licht und Sekunden später wurde die schwere Haustür leise ins Schloss gezogen. Klack.
Augenblicklich rückten Waschtisch, Zimmertür und Kleiderschrank in weite Ferne. So, als wenn sie Opas Fernglas verkehrt herum hielt. Sie war weit, weit weg von allem, es gab kein Entkommen.
Ab und zu zog ein Scheinwerferkegel über die Decke, dann sah sie den Mann am Schrank hängen. Er hatte schrecklich lange Arme, aber er bewegte sich nicht.
Wie in jeder Nacht versuchte sie krampfhaft, die Augen offen zu halten. Einmal stach sie sich dabei mit dem Finger tief ins Auge und ihr Vater musste sie zum Augenarzt bringen, wo sie Salbe und eine schwarze Augenklappe bekam.
In dieser Nacht wuchs das Plumeau über ihr zu einem riesigen Berg, der so schwer wurde, dass sie zu ersticken glaubte. 
Am nächsten Morgen erinnerte sie sich an den Traum und hatte schlimmes Bauchweh.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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