Felicia Rüdig

Pantaleon

Der heilige Pantaleon ist ein frühchristlicher Märtyrer. Als einer der vierzehn Nothelfer ist er der Patron der Ärzte und Hebammen. Er soll den Nägeln, mit denen man ihn folterte, dem Feuer, mit dem man ihn verbrennen wollte, dem flüssigen Blei, in das man ihn tauchte, und den wilden Tieren, die bei seinem Anblick zahm wurden, widerstanden haben. Als ihn die kaiserlichen Soldaten enthaupteten, floß Milch - statt Blut - aus der Wunde.

Oh Gott!
Die OP ging zu flott
Der vergessene Tupfer
verhindert Betteshupfer
die vergessene Schere
führt zu Leibesschwere
der Wachtsverstopfte Pimmel
führt nicht in den Himmel
und in der Nase das Parfüm
ich als Erfolg nicht rühm´!


Heinz-Oskar ist unser vergeßlichster Operateur. Schon mehrfach mußte er Patienten von uns ein zweites Mal operieren, weil er irgendetwas bei der ersten Opferation, äh, nein: Operation in ihnen vergessen hatte. Jedesmal stand ihm ein zweiter OP-Arzt zur Seite und kontrollierte, ob auch alles richtig vonstatten gin.

(Stoßgebet des Begleit-Chirurgen)

Das ist nicht wahr
es wirkt Heinz-Oskar
dieses Gemetzel
und Geschnetzel
ich muß aufpassen
und nichts vergessen

- sonst fehlt Besteck


(Stoßgebet eines Patienten)

Die vielen Pfleger
und Ärzte-Heger
in dem OP-Saal
sind eine Qual
wenn alles gelingt
bin ich beschwingt
beendet das Bangen -
laßt uns anfangen


(Stoßgebet der Krankenkasse)

Was dieser Mann
so alles kann
nicht operieren
und Gesundheit generieren
wir zahlen zu viel
weil Sachen ihm nicht einfiel´!


Irgendwann hat dann der Schutzheilige Pantaleon eingegriffen zugunsten der armen, bedauernswerten Patienten. Sie sollten nicht länger unter Heinz-Oskar leiden. Da Gedächtnistraining, Entkaltung, Naturheilmittel noch sonst etwas halfen, wurde Heinz-Oskar frühzeitig auf`s Altenteil geschickt.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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