Siebenstein

Sie und sie

Sie bereiteten Ihr für Sie qualvolle Schmerzen. Sie fühlte sich verlassen. Sie taten Ihr Unrecht an. Sie vernachlässigten Sie. Sie schenkten Ihr wenig Beachtung, gaben Ihr keine Wärme und wenn, nur dann, wenn Sie ihren Vorstellungen entsprach. Und Sie, Sie geriet in Verzweiflung in Ihrer inneren Wut und zertrümmerte ihre Werte, wollte Befreiung, Bejahung. Sie verweigerte sich, wurde trotzig und schrie, lautlos. Sie suchte nach Rache, damit man Sie beachte. Sie schlug zurück. Sie nervte. Sie drohten Ihr, schlugen zurück. Sie zog sich zurück, wurde lernfaul. Sie empfand Wertlosigkeit in der Welt ihrer Werte in Ihrem begründeten Selbstmitleid. Sie fing an, zu bestrafen, zu stehlen, durch Lügen zu imponieren, für sie sinnlos Dinge zu sammeln, auf der Strasse herumzulungern; Sie nahm Drogen, Alkohol, machte, was Sie wollte. Wegen des vielen Leids spaltete Sie Ihre Persönlichkeit, in eine, die das Leid ertragen soll und in eine, die ihren Wünschen entsprach. Sie wurde hyperaktiv, depressiv. Sie erkannte in Ihrer Sie schützen sollenden Überheblichkeit für sich: Alle sind irgendwie böse, nur Sie selbst sei für Sie selbst vertrauenswürdig. Sie erwartete Fairness; und doch wollte Sie selbstgerechtfertigte Rache. Sie wurde traurig, dann krank, erzwang gnadenlos Aufmerksamkeit, wurde "besser" als sie im Leidertragen. Dabei sehnte Sie sich nach Selbstbefreiung und Selbstbefriedigung, nach Macht. Im Streben nach schneller Selbstverwirklichung suchte Sie Ersatz. Sie wurde anders, als sie. Sie befasste sich mit Okkultismus, glaubte an die erste Lüge des Satans, der dauerhaften Ligitimation des Sterbens, dass eine Seele in ihrer Selbstbestimmung von gut und böse nach dem Sterben im Himmel weiterlebe, übte Gewalt aus, radikalisierte sich gegen sie. Mittels Hypnose bestzten sie Sie mit Dämonen. Sie wurde arglistig, betrieb Extremsport, verschrieb sich der Kunst. Sie wurde sexuell pervers, promiskuitiv, schwul, dann frigide. Sie lehnte dann die Scheinheiligkeit und  dann pauschal unfair jede Religion ab. Sie entwickelte Kontrollzwang, überzog andere mit Ihrer Vorstellung von richtig und falsch. Sie meinte in Ihrer so gewonnenen Wichtigkeit, sie würden Sie verfolgen. Sie wurde gnadenlos ungerecht, zynisch, wie sie. Sie bot anderen Ihre Hilfe an, um sie von Ihr abhängig werden zu lassen, hielt fest an Ihrer in Gnadenlosigkeit vorgespielten Gnade. Sie strebte nach Bildung, um es ihnen allen zu zeigen, um in Wirklichkeit Rache an ihnen zu üben.
Sie erlitt  in logischer Folge einen Burn-Out, verfiel in Neurose und dann in Psychose.
Die vom Humanismus geprägte Psychologie konnte ihr nicht wirklich helfen. Sie steckten Sie in die Hände ihrer Psychiatrie gemäss "political correctness". Sie wurde ein Teil von denen, die Sie hasste, wurde zum Täter, um Opfer zu sein. Eigentlich ging es Ihr für sich begründet immer nur um Sie. Verstehbare Ursache-Wirkung-Reaktion verlangt nach Erlösung. Verweigerte natürliche Zuneigung der Familie sucht den Ausweg. Wer kann ihn bieten? Fehlerhaft aus sich heraus man selbst? Fehlerhafte andere? Religion ist das sich Zurückwenden, das wiederholende Beachten an und von, ja, an und von was, wie, wann und warum? Es klopfte an Ihrer Tür. Da zeigte sich Ihr unverhofft eine Affectio, eine für Sie von Ihr nicht verdienbare Güte fürsorglicher Hinwendung. Sie erhielt den offenkundigen Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht. Jedes Haus benötigt einen Erbauer, doch der, der alles Leben erschaffen hat, ist Gott. Sie erkannte, dass Sie wie sie Opfer des Sündenfalls zu Eden und damit verbundener Sterblichkeit und deren Leids geworden war, und dass durch Gottes 2ten Adam, Jesus Christus, ewiges Leben für Gott treue sterblich gewordene Menschen-Seelen bald wieder ermöglicht werden soll. Sie erkannte, dass sie, gemessen an Gottes Geboten, an Ihr sehr böse gehandelt hatten. Sie erkannte, dass auch Sie, wenn auch menschlich logisch nachvollziehbar, böse reagiert hatte. Sie erkannte, dass Ihre Rache, Gnadenlosigkeit, Ihr selbstbestimmtes Befreiungsstreben, Ihre Sucht, Ihre Krankheit aus eigener Sündhaftigkeit gegen Jahwes Gebote hervorkam und Sie das akzeptieren sollte, es ihm durch dessen Christus bekennen und sich seiner fürsorglichen Gnadenfülle zur Vergebung der Schuld unterstellen sollte. 
Sie verstand sehr wohl, dass Sie Ihren Peinigern nicht überheblich und gönnerhaft, sondern aus tiefem Herzen vergeben sollte und Sie selbst, wie sie, der Vergebung durch Gott und seiner liebevollen Führung bedarf, dass nicht Ihre und ihre eigene Leistung, sondern allein die Gnade Gottes zählt, die Sie und sie zum Heil führen kann. Der Text aus dem Bibelbuch 2ter Mose, Kapitel 15, Vers 26 beeindruckte Sie. Sie bemerkte im 1. Korintherbrief, Kapitel 6, Vers 11, dass sich jeder ändern darf und kann. Sie wusste auch um die Bedeutung des Namens Gottes aus 2ter Mose, Kapitel 3, Verse 13 bis 15. Sie verstand aus der Apostelgeschichte, Kapitel 15, Vers 17 und 29, dass dieser Gott ein Volk von Christen unter seinem Namen versammelt und sich durch diese gemäss Matthäusevangelium, Kapitel 24, Vers 14 in einer Endzeit den Menschen zuwendet. Sie erkannte den Sinn der Worte aus dem Brief an die Römer, Kapitel 8, Verse 11 bis 13. Sie las im Johannesevangelium, Kapitel 17, Vers 3, dass es ewiges Leben bedeutet, fortgesetzt Erkenntnis über diesen Gott zu erwerben, diese anzuwenden. So erkannte sie die im Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 16 offenbarte Liebe, die Sie aus eigener Barmherzigkeit an sie antragen sollte. Sie wusste nun, dass jeder, der in dieser Erkenntnis ist und weiterhin seinen eigenen, mit Risiken behafteten Weg zu gehen pflegt, die Gunst Gottes zu recht verliert, dass die Seele, die sündigt, gemäss Buch Heskiel, Kapitel 18, Vers 4 stirbt. Tief in Ihr wirkten die Worte aus dem Bibelbuch Sprüche, Kapitel 18, Vers 10.
Die Tür der Freiheit stand plötzlich vor Ihr weit geöffnet.
Sie nahm ihre Klinke in die Hand und
schlug Sie eigenwillig vor sich zu.
Ende und neuer Beginn ...
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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