Fritz Lenders

schwarze Burg und rote Rosen ( Armina ) Teil 8

... während also Armina unruhig ihren visionären Schlaf hinter sich zu bringen suchte, wollte in der Burg das Zusammentreffen einfach nicht enden.

Mittlerweile hatte sich auch die Burgherrin, Adelheid von Tannenberg zur Truppe gesellt.
Everie und sein Forscherteam diskutierten die zu erwartende Bevölkerungsdichte. 
 
Immerhin sollte sich bis zum Jahre 1968 die momentane Menschheit verzehnfachen. Also in einem Zeitraum von ein bischen mehr wie 900 Jahre.
Und danach ging es Schlag auf Schlag.

Denn von 1968 bis 2012  also in einem weiteren Zeitrahmen von nur mehr 44 Jahren hatte sich die Menschheit erneut verdoppelt.
Danach also ab 2025  stagnierte der Wachstum.
Oder besser gesagt... die Menschen vermehrten sich nur noch sehr langsam.

Leider war es zu diesem zeitpunkt schon nicht mehr Fünf vor Zwölf.. sondern Viertel nach Zwölf.

Die Menschen hatten bei aller zugegebenen Intelligenz...,
ihren Lebensraum auf viele , viele Jahre zerstört.

Nicht aus Dummheit sondern aus Ignoranz und Gier.
Naja.., Dummheit war doch schon auch dabei.

Aber dieses Thema war im Moment für  Gundelheid und ihren Kochkollegen aus der Zukunft eher zweitrangig.
Zuviel gab es zu bereden.. zuvieles gab es anzusehen.

" aus welchen Zutaten sind eure Pasteten denn hergestellt ? "
Rudolf Sax der Soldatenkoch ließ sich genußvoll die Wustkreation aus dem 11. Jahrhundert auf der Zunge zergehen.

" Also die hellere Pastete ist fast kommplett aus Igelfleisch, hingegen die dunkle besteht aus verschiedenen Geflügelsorten wie zum Beispiel Schwan, Krähe und Amsel. "

Die Köchin glühte mit feuerroten Wangen geradezu  vor Eifer und Aufregung.
Andrerseits hatte der Soldatenkoch, Rudolf Sax gerade mit Brechreiz zu kämpfen.

Obwohl er zugeben muste, daß die Igelpastete wirklich besondere Geschmacksreize  hatte.
Nur eben die Vorstellung an das Ungewohnte war in der Kehle und im Magen am arbeiten.

" Sag mal, Gundelheid..., ich darf dich doch hoffentlich so nennen ? Wie groß ist euere Vorratskammer und wie lange müßt ihr im Voraus planen ? "
" Kommt, ich zeig euch meine Lieblingsräume. "

 ... und sie zog ihn in richtung Türe nach hinten.
Knarrend zog sie eine Holztür auf und stapfte mit Rudolf im Schlepptau und mit einer Kerzenleuchte in der Hand...
vier Stufen nach unten in mehrere Räume,
  die mit Regalen und Fässern volgestellt waren.

" Dies ist unsere Versicherung gegen Überfälle und Notzeiten. "
Sie drehte sich wie eine stolze Dirigentin im Kreis...

" Diese Lebensmittel und Trinkvorräte sichert uns das Überleben im Falle eines Angriffes oder einer Katastrophe für mindestens 6 Monate. "

 Sie schubste Rudolf in einen weiteren Raum.
 
Hier standen riesige Behälter , teils gemauert, teils aus Holz gezimmert, in denen Ledersäcke oder Weinsäcke lagerten... in denen Wasser und Wein aufbewahrt wurden.
Und im dritten Raum hingen verschiedene Tiere von der Decke.
Vorne einige Schweinehälften und weiter hinten war, wie es schien.. Wild, Geflügel und recht große Fische aufgehängt.
Anscheinend wurden die Fleischwaren lufgetrocknet oder sind eventuell vorher in einem Räucherverfahren haltbar gemacht worden.

" Wieviele Menschen leben denn auf der Burg ? "   
 wollte Rudolf, von Gundelheid wissen ...
" Naja, ich würde mal sagen, so über Nacht sind wir etwa 30 Leute,
Tagsüber jedoch manchmal schon um die 150 bis 200 Menschen. "

Gundelheid  zog einen Schubladen aus einem kostbar wirkenden Schrank...und Rudolf sah viele verschiedene Säck`chen und Tonbehälter  mit scheinbar sorgfältig aufbewahrten Gewürzen und Kochzutaten.
" Dies ist unser größter Schatz.
Pfeffer, Salz.. Kümmel und Oregander . Safran und Wacholder... alles Gewürze die nur sehr selten verwendet werden und die man nicht so ohne weiteres erwerben kann. Sogar Zucker haben wir gelagert.. Hohoho.., das hat so schnell keine andere Burg auf Lager "

Gundelheid zog Rudolf wieder nach oben in den Saal.
Mittlerweile hatten sich kleine Gruppen gebildet, die sich über den morgigen Tag unterhielten.
Und in der Ecke arbeitete der Wasseraufbereiter und war eigentlich soweit bereit, Wasser entweder in Mineralwasserform oder aber auch als Sprudelwasser zu spenden.In den nächsten Tagen würden sie verschieden Geschmacksvariationen  hinzufügen.
Rudolf nahm einen Krug und ließ ihn mit Kohlensäure angereichertem Wasser vollaufen.
Voller Interesse verfolgte er, wie Gundelheid aus dem Gefäß trank... und voller entsetzen das Sprudelwasser in hohem Bogen ausspuckte.

" Heilige Maria Mutter Gottes..., wollt Ihr mich vergiften ? Was ist das für ein schreckliches Gebräu ? "
Argwöhnisch starrte sie den Wasserspender an. Natürlich konnte aus so einem merkwürdigem Gerät... auch nur merkwürdig schmeckendes Wasser herauskommen.

" Völlig klar, daß ihr in der Zukunft Probleme habt.., wenn sich die Menschen mit solch abscheulichem Gebräu laben. "

Rudolf muste lachen.. " Ja, es ist völlig klar, daß euch Köhlensäure nicht bekannt ist. Aber glaubt mir, mit derart angereichertem Wasser, läßt sich der Durst ziemlich schnell stillen.. "
Er überlegte gerade, wie er vor ein paar Minuten noch selber gewürgt hatte, als er die Igelpastete gegessen hatte. 

Andere Zeiten, andere Essgewohnheiten.
Morgen würde er Gundelheid die ganzen Lebensmittel aus der Zeit zeigen , welche die Menschen in 1000 Jahren  essen würden.
Und vielleicht konnten sie auch morgen schon beginnen, einen Garten anzulegen, um die verschiedensten Gemüsesorten, allen voran Tomaten und Kartoffeln anzubauen.

Aber jetzt muste er wirklich schlafen. 
Jetzt musten genaugenommen alle schlafen.

Oben auf den Türmen hatten die Soldaten die Maschienengewehre aufgebaut und  ziemlich helle Strhler mit Bewegungssensoren ausgestattet.
 Nach menschlichem Ermessen konnte eigentlich keiner der Burg auf mehr als 40 Meter näher kommen, ohne Im hellsten Scheinwerferlicht zu stehen.

Aber wer sollte denn schon kommen ?

Nach Meinung der Soldaten und auch nach Meinung von Everies Team muste es mindestens 2-3 Tage dauern, bis die Besucher besucht wurden.
Mindestens..!
Es war jetzt knapp nach Mitternacht.. naja.. nach alter Erdenzeit.
Und morgen Früh um 6 war der Tag zu planen.
Es gab viel zu tun.

Sehr sehr sehr viel.

Und Armina schwebte in ihrem Blumenkleid.. im Traum... auf einem Pferd sitzend... irgendwie auch fliegend.. und in einem merkwürdig aussehendem Spiegel, total weiblich aussehend... mit fremder Musik beschallt.. und auch tanzend... über die Burg
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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