Fritz Lenders

schwarze Burg und rote Rosen Teil 9

... während sich Armina unruhig im Halbschlaf  mit ihren Traumvisionen herumquälte, wurde es oben auf der Burg langsam ruhiger.

Am Turm , welcher als nähester zum Wald stand, blinkte eine Überwachungskamera in die Nacht
und in den Räumlichkeiten  des Burginnersten breiteten die Soldaten sowie auch das restliche Everie- Team ihre Schlafsäcke auf den harten Schlafstätten aus.

So nett auch die Gespräche mit den Menschen aus der Vergangenheit waren...,
wollten sie sich dennoch erstens keine Ungeziefer und zweitens schon gar keine Erkältung einfangen.

Ungeziefer waren die ständigen Gäste der Menschen von früher..,
das kannten und wussten sie eben auch nicht besser. und die Kälte war allgegenwärtig.
 
Die Hygiene war Meilen von der unseren in der heutigen Zeit entfernt.
Wasser war zu edel, um es zum Waschen zu verschwenden.. und leider auch recht schwer transportierbar.

Normalerweise mussten immer die Küchenangestellten früh morgens Wasser in eimerähnlichen Gefässen die Treppe zur Burg heraufschleppen.
Was im Sommer sehr anstrengend war,
jedoch im Winter zur Tortour wurde.
Wenn überhaupt gar unmöglich. 

Normalerweise begann das Burgleben um 6.00 Uhr zu erwachen , also musten die Küchenangestellten schon um halb sechs Uhr zur Stelle sein um die Wassergymnastik zu absolvieren.

Doch ab November, spätestens Dezember wurde die Angelegenheit wesentlich mühsamer.

Denn wenn im Winter Alles eingefroren war, , muste Schnee aufgetaut werden.
Was wiederum nicht zur Wasserverschwendung animierte.
Also Alles in allem..., das Leben war vor 1000 Jahren nicht unbedingt keimfrei.

Doch diese war einer der Gründe, warum sich  die Burgherrin, Adelheid, schon von Anfang an um das wohlergehen ihrer Angestellten gesorgt hatte und sich immer wieder um  neue Errungenschaften bemühte. 
Doch nicht immer war die Umsetzung einer Idee auch von Erfolg gekrönt.

Obwohl hier auf der Burg interessanterweise alles wesentlich fortschrittlicher war, wie in den Behausungen des restlichen Europas.
Helmreich hatte schon von Anfang an, also zum Beginn des Burgbaues..,
auf Anraten seiner Frau Adelheid,
einen Wassertank  bauen lassen,
der durch ein interessantes Regenauffangsystem , meistens gefüllt war.
 
Da die Burg auf einem Plateau , direkt an einer entspringenden Quelle lag, bekamen sie das eigentlich ziemlich saubere Wasser des Berges gratis geliefert. 
Die Burg wurde sozusagen um die Quelle herum gebaut.
Mit jedem Stockwerk, welches die Burg nach oben wuchs,  ließ Helmreich  weitere Leitungen zum jeweils höheren Auffangbecken leiten.
Und so entstand ein künstlich angelegtes Überlaufsystem, welches das Wasser von Etage zu Etage nach unten..., mit Sauerstoff anreicherte und reinigte.
Also bekam die Küche immer das sauberste Wasser.
Schwachstelle war natürlich, daß Feinde sich nach Oben auf den Berg schleichen konnten und die Quelle eventuell verunreinigen könnten.
Was jedoch  Helmreich von vorneherein dazu veranlasste, die Quelle im oberen bereich entsprechend abzusichern.

Hingegen wurden alle Abwässer der Burg  in einen seperaten Rücklaufverfahren zur Toilettenanlage geleitet, welche die  damaligen menschlichen Bedürftnisse, an der Burgmauer entlang, in einer gemauerten Rinne nach unten leitete.
Die Rinne führte direkt zu einem kleinen, künstlich angelegten Teich, in unmittelbarer Nähe zur Schlucht nach unten.
Aus strategischen Gründen hatte Helmreich seine Burg direkt an die Schlucht bauen lassen, damit eventuelle Angreifer nicht auf vier Seiten  zur Bedrohung werden konnten .
Die Schlucht zog sich auf eineinhalb Seiten an der Burgmauer entlang.
Also schon ein ziemlicher Vorteil.
Außerdem gab es zusätzlich ein ziemlich ausgeklügeltes Fluchtsystem über die felsen nach unten.
Nur für den Fall der Fälle.
Also das Abwasser wurde nicht weggeschüttet sondern abgeleitet.

Dadurch irgendwo in der Burg auf der einen oder anderen Etage immer mit Wasser hantiert wurde, war auch die Fäkalienrinne stets durchspült.
Unten samelten sich die menschlichen Ausscheidungen in einem kleinen Tümpel.., welcher natürlich für entsprechend " adeligen " Geruch sorgte.

Aber was wesentlich fortschrittlicher war,
ist die Tatsache,
daß Adelheid bei einigen   ihrer  Ausflüge, in die Umgebung der  Burg..., die Entdeckung  machte, dass alles was in der Nähe des Fäkalientümpels wuchs,
wesentlich farbiger, wesentlich üppiger und wesentlich früher wuchs..,
als Alles andere im Umkreis von etwa 200 Metern.

Und so ließ sie im frühen Frühjahr auf einem der Anbaufelder die gegärten Überreste des Tümpels, von ein paar Landarbeitern verteilen.

Und tatsächlich.., schon weniger als 1 Monat später war der Erfolg sichtbar.
Es lagen 4 Felder nebeneinander.
Alle 4 waren mit Weizen bepflanzt.. jedoch nur das eine, mit Gülle gedüngte Feld... überragte die anderen 3 Felder im Wachstum um Armlängen.

Beim nächsten Ausflug nahm Adelheid ihren Mann mit und zeigte ihm voller Stolz ihre Entdeckung.

" Du bist die wundervollste Frau , die jemals meinen Weg gekreuzt hat.. "

Voller überwältigender Zuneigung zog er sie an seine Brust.
Er liebte seine kluge Frau über Alles.
Und ja, natürlich war es in der damaligen Zeit eher unmodisch, in der Öffentlichkeit seine Gefühle zu zeigen.
Doch das war Helmreich völlig egal.
Seine Frau und seine Kinder waren sein Ein und Alles.

Und so nebenbei erwähnt.., sorgte Adelheid auch immer wieder für fortschrittliche Entwicklungen auf der Burg.
Sie machte das Leben der 200 Menschen im Burgbereich lebenswert und sorgte für Überleben, in unsicheren Zeiten.

Adelheid hatte schon beim Bau der Burg für Aufsehen gesorgt, als sie erstens bestimmte, den offenen Kamin in der Küche aus der Raummitte in die Ecke und an die Mauer zu bauen,
zweitens die Feuerstelle durch Brandmauern zu schützen beziehungsweise die Feuerstelle durch einen Gitterost abzudecken, 
 Was zum Vorteil hatte, daß man jederzeit die Kochplatten oder Kessel, die zu rösteten Speisen und eben Alles was in der Küche so geschah... direkt auf die Feuerstelle.. also den sozusagen damaligen herd verlegen konnte ohne sich die Finger zu sehr zu verbrennen.
Und Drittens...
und das war das Interessanteste...
durch raffiniert angelegte , kleine  Rinnen  aus Metall , im Innersten der Mauer, rund um den Hauptsaal der Burg die gewonnene Wärme der Küche, zur Erwärmung der Mauer zu nützen.  In den Rinnen verlief heisses Wasser, welches natürlich im Herdbereich immer wieder nachgegossen werden muste.
Dies hatte den Effekt, daß die Mauer rund um den Hauptsaal um ca. 4-5 Grad wärmer war, wie die restlichen Steinwände.
Im Winter war dies ein Luxus ungeahnten Ausmases.. und im Sommer ließ man das Wasser einfach weg.
Die dicken Felsmauern waren praktisch gesehen eine eigene Klimaanlage.
Und dies wiederum führte dazu, dass sich die Raumtemperatur im Sommer bei etwa 25 hielt und im Winter  leider trotz Wandheizung bei den unangenehmen 10-15 Grad.
Aber immerhin hatten andere Burgen weit kältere Temperaturen zu Gast.

Letzten Sommer hatte Adelheid gerade erst veranlasst, daß die Fensteröffnungen  so umgebaut wurden, daß die Sonne möglichst viel Licht in den Raum werfen konnte.
Die Fensteröffnungen wurden etwas vergrößert und durch schräge  Fenterlaibungen in genau der Richtung versehen, wie die Sonne wanderte. Also musten die Fenster nicht in allen 4 Seiten  vergrößert werden, sondern immer nur die Seite angeschrägt werden, die die Sonnenstrahlen ins Zimmer ließ.
Kleine Änderung..großer Effekt.

Denn der Nachteil bei zu großen Fenstern war natürlich der, daß in den kalten Jahreszeiten auch die Kälte wundervoll hereinkam. 
Bei allen Fenstern der Burg hatte sie so eine Art Rollo anbringen lassen.
Das Rollo entsprach einer zweiteiligen  Vorrichtung.

Tagsüber waren je nach Standesgrad.. entweder fein gewebte Tücher oder einfache Leinensäcke vor die Fenster gespannt. Und Nachts wurden in allen Räumen schützende Ledervorhänge heruntergelassen. 
Aber Adelheid hatte schon eine bessere Idee im Kopf, da sie mit der Situation der Ledervorhänge nicht glücklich war.

Ersten sah es nicht schön aus und zweitens war Leder schon fast unerschwinglich teuer geworden.
 Sie hatte so eine Art Schiebesystem im Kopf, bespannt durch verschiedene Stoffe. Die erste Bespannung etwa aus fast durchsichtiger , feinstens gewebter Baumwolle oder Schafwolle.
Sie hatte diesbezüglich auf dem Markt in Augsburg eine wurdervolle Demonstration der Weberei aus dem Orient gesehen.. Billig und leicht zu bearbeiten.
Und die Zweite Bespannung  war von außen und innen durch dünnes Holz und in der Mitte durch einfache, gereinigte Schafwolle ausgepolstert.
Der Vorteil.., man konnte die Schafwolle immer wieder herausziehen und reinigen oder einfach auch nur Austauschen.
Jedoch der Dämmeffekt war gigantisch.
Und das Ganze einfach an Vorrichtungen von Aussen an die Fenster angebracht, konnte man die Rechtecke einfach vor die Fenster ziehen.., entsprechend der Jahreszeit oder der Tages und Nachtzeit.
Immerhin war die Kälte zur damaligen Zeit in den Burgen ziemlich überall vorhanden.
Die Kälteperiode war 1050 gerade mal im Abklingen.
Auch die Hungerkatastrophe, welche Europa 3 Jahre lang im Griff hatte, war so ganz langsam am abschwächen.

Nun ja, Adelheid hatte so einiges im Kopf.
Eher untypisch für damalige Frauen.
Obwohl man die Intelligenz der Frauen natürlich nicht übersehen soll, war es dennoch so, daß die meisten Frauen einfach keine Lust hatten, vor tauben Ohren Gehör zu suchen.

Die Nacht schlich in kleinen Schritten und auf leisen Sohlen von der Burg hinweg.

In etwas weniger von einem Kilometer Entfernung, wand sich Armina vorsichtig aus der Umarmung ihres Vaters.
Sie war schon lange wach und hörte dem neugierigen Gezwitscher der Vögel zu, welches mit zunehmender Morgenstunde..immer frecher und lauter wurde.
Es dürfte so um die 6. Morgenstunde gewesen sein, als Armina zwischen den letzten Büschen, circa 50 Meter vor der Burg kauerte.. und nach oben zu den Türmen blickte.
Die riesige Burg schlief noch friedlich in die Morgendämmerung hinein.
Doch normalerweise sollten erstens das Burgtor geöffnet werden, sobald die Nacht verloren hatte und zweitens sollte irgendwo im Burgbereich schon der Feuerschein der Küche aufleuchten.
Doch die Burg schlief...!
Armina überlegte, wie sie ein bischen näher an das Burgtor gelangen könnte, damit sie versuchen konnte, durch die Ritzen des Tores ins Innere zu spähen.
Doch es gab keine Deckung und auch keine Bäume in unmittelbarer Verteidigungslinie der Burg.
Ausserdem behinderte sie ihr Schwert.
Armina öffnete ihren Gürtel und ließ das kleine Schwert zu Boden gleiten.
Wozu konnte sie es denn gebrauchen ?
Was in der Burg im Moment vor sich ging.., würde mit einem Metallgegenstand wohl kaum zu bekämpfen sein.

Und jetzt hatte sie die Idee.

Armina würde hinten, an dem kleinen Tümpel zur Burgmauer laufen..
Dort, direkt am Abgrund wuchsen ein paar Bäume und mit etwas Geschick und mit ziemlicher Geschwindigkeit konnte sie die Distanz, die dort drüben zur Burgmauer.. und vor allem am Tümpel vorbei führte.. zurücklegen, ohne gesehen zu werden.
Der Tümpel war 50 cm vor der Burgmauer angelegt und von der Schlucht aus führte ein winziger, vielleicht 20 cm breiter Steg am Teich vorbei, zur Mauer.
Von dort aus muste sie nur über die schmale Rinne springen, die von oben in die Burgmauer eingearbeitet war.. und danach konnte sie sich direkt an die Mauer gepresst zum Tor vortasten.  Zwischen Tor und Tümpel war eine distanz von ungefähr 30- 40 meter zurückzulegen. 
Und zwischen Burgmauer und Burggraben war ein winziger , kleiner Steg zu begehen..., nicht breiter als 10-15 cm.
Sollte kein Problem für die schlanke Gestalt sein.
Nur das einzige Problem war dieses.. daß es schon langsam dämmerte. Naja.. eigentlich wurde es sogar ziemlich schnell hell.

 Armina schlich in den Wald zurück und gelangte seitlich zu den Felsen, an den Abgrund nach unten , welcher die Burg von der Seite schützte.
Der Schutz war natürlich nicht gegen Menschen gewährleistet.. sondern in erster Linie gegen Angriffsgeräte wie zum Beispiel große Rammen oder Katapulte.

Jedenfalls schlich sich Armina wie ein Wiesel an den Felsen entlang zur Burgmauer.
Ein falscher Schritt und sie würde nach unten stürzen und zerschmettert zwischen den Felsen ihr Ende finden.
Aber das Herz von Armina hatte keine Zeit zum ängstlich sein.
Sie war neugierig wie ein Frettchen und frech wie ein Spatz.
Angst hinderte am Leben.
Und wer will denn nicht gerne Leben?

Armina spürte, wie ihr der Schweiß zwischen den Schulterblättern nach unten lief.
Und jedesmal wenn sie in der Dunkelheit oder besser gesagt in der Morgendämmerung stehenbleiben musste.., erschauderte sie vom kalten Schweiß.

Egal. noch vielleicht zehn Schritte. 
Die Burgmauer machte Armina fast unsichtbar. 

Sie drückte sich in die rauen Nischen der Burgmauer und tastete sich langsam... Schritt für Schritt in Richtung Burgtor.
Dadurch sie so schlank war.. und der Bewegungsmelder am Burgturm ungefähr 50 cm vor der Burgmauer begann, die Umgebung abzutasten.., konnte sie unbemerkt bis zum Tor vorschleichen.

Kurz kam ihr ihr Vater in den Sinn..
Oje, wenn er aufwachte und sie nicht da war.. würde es anschließend Ärger geben.
Und welchen Ärger sogar.
Manchmal wurde sie von der Fürsorge und der Liebe ihres Vaters fast erdrückt.
Einerseits erzog er sie zur tapferen Kämpferin und tat Alles um sie bestens ausbilden zu lassen... Andrerseits hätte er sie am liebsten zuhause eingesperrt.. damit ihr nur ja nichts passieren konnte.
Und Armina versuchte natürlich schon.. ihrem Vater keinen Kummer zu bereiten.
Auch sie liebte ihn über Alles...

Andrerseits.. sie wollte wissen was sich da abspielte und konnte einfach nicht über ihren Schatten springen. 
Armina war eben Armina...!
 
Hier.., das Holz des Burgtores. 
Gott sei Dank hatten sie die Zugbrücke dreiviertel hochgezogen und so hatte sie zusätzlichen Schutz vor Beobachtern von Oben.
Schatten von der Burg und Dunkelheit durch die Zugbrücke.

Armina presste ihren Kopf gegen eine kleine Ritze im Holz.
Nichts zu sehen.
Keine Bewegung .

Und plötzlich jedoch flammte im Innersten des Hofes an der Mauer ein Blitz auf.
Nein.. eine kleine Sonne.
und kurz darauf an allen 4 Seiten des Burghofes.

Magie.. Hexerei. Teufelswerk...

Armina konnte keine Kerzen oder Öllampen sehen. Nichts.
Nur die kleinen Sonnen.
Und von der Treppe, von hinten kamen drei Männer  mit merkwürdigem Schuhwerk und unbekannter Bekleidung herab.
Sie hatten Metallisch aussehende Knüppel über die Schulter hängen und wirkten ziemlich angsteinflößend.
Aber dennoch.. es waren Menschen.

Hoffentlich.

Und als Armina gerade versuchte, eine größere Spalte im Türholz zu finden.., krachte es und tausend Füße brachen hinten  durch den Waldrand auf die Lichtung zur Burg.
Armina blieb das Herz stehen..
Es würde doch wohl nicht ihr Vater mit seinen Mannen sein, auf der Suche nach Ihr ?

Nein. Es waren Soldaten.., wie sie innerhalb einer halben Sekunde erkennen konnte.., denn in diesem Moment begannen die Bewegungsmelder anzuschlagen und die Scheinwerfer ließen den Platz vor der Burg in gleissendem Lich erstrahlen.  

Geschätzte 100 Mann standen in einem Haufen am Waldrand und  starrten voller Schrecken zu den Burgtürmen, die solch eine Sonne über den Platz werfen konnten.
Und Armina begann zu laufen, wie nie zuvor in ihrem Leben. Im Schatten der Burgmauer, war sie durch erstens ihre schlanke Gestalt und zweitens durch ihre grau-grüne Bekleidung gar nicht besonders zu sehen.

Ausserdem richteten sich alle Blicke nach oben zu den Scheinwerfern...

Noch vielleicht 30 Meter.
Armina hörte das Herz in ihren Ohren klopfen.
Vor Anstrengung.. und vor Angst.

Was war das Helle, welches sich durch die Dämmrung des Morgens zog ?
Höllenfeuer ?

 Noch knapp 3 Meter bis zum Tümpel.
In diesem Augenblick brach das entgültige Chaos über sie und auch über die Soldaten des Bischofs herein.

" Bleiben sie stehen wo sie sind.., bewegen sie sich nicht.. sonst sind wir gezwungen.. das Feuer zu eröffnen "...

Aus großen Lautsprechern dröhnte eine Stimme durch das gleissende Flammenlicht in Richtung Soldaten und Waldrand.

Armina wollte gerade den 20 cm breiten Steinstreifen zwischen Mauer und Tümpel betreten.. als die Stimme mit einer unbeschreiblichen, Angst und Grauen verbreitenden Lautstärke.. die Männer am Waldrand in die Knie zwang.

Und Armina stürzte vor Panik mitten in den Tümpel.

"Scheiße..." , dachte sie noch.., als die stinkende Flüßigkeit durch ihre Kleidung drang und es ziemlich schnell..., ziemlich kalt wurde. 
Und dunkel.
Sie war aus dem Lichtkegel der Scheinwerfer heraussen.

In dem Augenblick, als sie mit dem Kopf unter die Oberfläche des Wasser- Güllegemisches zu sinken drohte...
packte sie eine starke Hand an den Haaren und zog sie an den Rand, quer durch die Dornen und das Gestrüpp in den Wald hinein.
Armina zappelte wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Panik, Kälte und Gestank ließen sie vergessen, daß sie sich eigentlich eine Kämpferin nannte.
Sie ließen sie zum ängstlichen Mädchen werden.

Und plötzlich explodierte etwas an ihrem Kopf. 
Eine ziemlich harte Peitsche mit 5 Strähnen... ???
Nein es war die Hand von Bruno.
Ihr Vater hatte sie an den Haaren und schlug ihr nochmal mitten ins Gesicht.

" Sag mal.. "  flüsterte seine Stimme heiser.. " willst du mich eigentlich umbringen ? "
Seine Stimme flüsterte heiser in ihr Gesicht...
" willst du wirklich, daß irgendwann mein Herz wegen dir aufhört zu schlagen ?"

Während er seine zappelnde Beute weiter in den Wald zog...und während sich Armina irgendwie sogar über die Schläge freute.., weil ihr Papa sie gerettet hatte..., vor dem Ertrinken in der Scheiße...

...flüsterte Bruno seine Schimpftiraden... in die Nacht hinein.

" Ich würde dich gerne prügeln, windelweich schlagen... dir die Kleider vom Leib reissen und dich nackt durch den Wald jagen..."
Er würgte und rülpste.. 
" Aber leider geht es nicht..., denn du stinkst wie ein Schwein..."

Und just in diesem Augenblick... als die Stimme durch den Lautsprecher die Nacht durchschnitt... hatte Adelheid, die Burgherrin.., den Gedanken, daß es für die Fenster etwas Besseres geben musste.

Die Rechtecke vor den Fenstern sahen von Aussen nicht gerade schön aus.
Wenn man genau passend für die Fensteröffnungen.., einen Rahmen baute, der von Innen an der Mauer hing, neben den Fenstern.
Ebenfalls doppelwandig und mit Schafswolle gefüttert.. jedoch von den sichtbaren Seite mit einem dekorativen Bild bemalt.. könnte man es einfach zur Nachtzeit in die Fensterwölbungen stecken... und fertig.

Alles würde aufgeräumt und schön außsehen.

Naja, darüber musste sie sich noch den Kopf zerbrechen.
Jedoch etwas anderes war wichtiger.. wesentlich interessanter.
Sie hatte sich gestern die Hand an einem Wassertopf verbrannt, der neben dem Ofen stand.
Und dabei kam ihr der Gedanke.., was wohl wäre, wenn man heisses Wasser mittels Metallrohren, direkt im Boden, an den Mauern entlang laufen ließ und zwar so, daß die Rohre wieder zum Ofen zurückführten. Blöderweise konnten dazu die Rinnen im Innersten der Mauern nicht mehr benützt werden, weil dazu die ganzen Mauern hätten aufgestemmt werden müssen.Aber man könnte da Bisherige lassen und die Rohre zusätzlich verlegen .
Hmmm...
Also ein Kreislauf.
Wie würde sich die Wärme wohl ausbreiten ?

Leider ertönte in diesem Moment die ohrenbetäubende Stimme in Richtung Wald...

" Bleiben sie Stehen und bewegen sie sich nicht.. sonst müßen wir das Feuer eröffnen  .. !! "






 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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