Thomas Strauß

Die Nackte auf dem Leuchtturm


Richard war ein alleinstehender Mann Anfang Dreißig und hatte etwas Karriere gemacht.


Er sah - damals zumindest - gar nicht so übel aus. Er war schlank, über einen Meter achtzig groß und hatte braune, mittellange Haare, einen hellen Teint, eine schmale, lange Nase, braune Augen und einen etwas weiblich aussehenden Mund. Er hätte gerne eine Freundin gehabt, aber irgendetwas machte er falsch, und so hatte er nie eine engere Beziehung zu einer Frau gehabt. Ich glaube, er war zu schüchtern und gehemmt.

Er hatte einen Bungalow für seinen Sommer-Urlaub in Ostkanada gemietet, das konnte er sich mit seinem Gehalt als Angestellter eines Forschungsinstituts leisten. Der Bungalow war der äußerste in einer Reihe mit einem Blick auf einen Leuchtturm, der ungewöhnlich hoch war.

Richard hatte nach seinem Studium einen schönen Job als Angestellter in einem Forschungsinstitut bekommen. Hier in Aachen verdiente er viel Geld und die Arbeit im Labor für neue Werkstoffe machte ihm Spaß. Jetzt hatte er seinen ersten Urlaub und hatte sich über ein Reiseunternehmen einen Bungalow in einer Kleinstadt an der ostkanadischen Atlantikküste gemietet, für zwei Wochen. Nur wenige Touristen verirrten sich in diese abgelegene Gegend - ihm gerade recht. Der Ort lag nördlich von Battle Harbour an der neufundländischen Küste. Diese Gegend war wirklich dünn besiedelt. Hier wollte er mal richtig abschalten, Spaziergänge an der Küste und in den Wäldern des Hinterlandes machen.

Heute war sein erster Aufenthalt im Bungalow. Er hatte von der Feriendomizil-Verwaltung in der nahen Kleinstadt den Schlüssel für seinen Bungalow bekommen und war dann zu Fuß zu seinem Urlaubsquartier gegangen. Er hatte die Strecke unterschätzt, erst eine dreiviertel Stunde später erreichte er sein Ziel. Der Bungalow lag am Rande einer Feriensiedlung, die hauptsächlich aus Bungalows bestand. Viele Gäste schien es nicht zu geben, die Rollläden der Flachhäuser waren überall heruntergelassen. Das Wetter war schön, die Sonne stand schon tief, als er den Schlüssel in das Schloss der stabilen Haustür steckte und die Tür aufschloss. Etwas drückte von innen gegen die Tür, er musste sich kräftig dagegen stemmen, um sie zu öffnen. Er tastete nach einem Lichtschalter, denn Dunkelheit empfing ihn, als er in der Diele seines Feriendomizils stand. Neben der Haustür fand er einen altmodischen Kippschalter. Das Licht einer einfachen Deckenlampe erhellte die Diele und er fand den Grund für das schwere Öffnen der Haustür - ein Keil aus Holz steckte zwischen der Tür und den Holzplanken der Diele!

Es roch etwas muffig, und Richard ging weiter in das Wohnzimmer, wo er Licht machte und dann zu den Fenstern weiterging. Dort zog er erst mal die Rollläden hoch und öffnete ein Fenster. Von draußen kam frische Luft vom Meer hinein. Er schaute sich um. Der Raum war gemütlich eingerichtet. Eine Couch, ein Sessel, ein flacher Tisch vor der Couch, ein alter TV, eine Stehlampe, zwei Bücherregale mit einem alten Lexikon in englischer Sprache darin. Den mit weißen Holzplanken ausgelegten Fußboden zierten ein paar hübsche Läufer, an der Wand hingen ein paar Bilder mit Landschaftsmotiven und eine große Karte der näheren Umgebung. Richard stellte hier seinen Koffer ab und erkundete den Rest des kleinen Hauses. Es gab keinen Keller, typisch für Bungalows.

 

 

Die Küche war nicht groß, hatte aber ein Fenster mit Meerblick, wie er feststellte, nachdem er den Rollladen hochgezogen hatte. Er setzte sich an den beim Fenster stehenden Küchentisch und schaute hinaus. In etwa fünfhundert Meter Entfernung sah er einen hohen Leuchtturm.

Richard drehte sich um. Die Küche hatte einen Elektroherd, einen sauberen Kühlschrank, eine Spüle, einen Schrank darunter mit Schubladen für das Geschirr und ein Hängeregal. Der quadratische Küchentisch war aus hellem Holz und wurde von zwei dunklen Holzstühlen flankiert. Richard erkundete den Rest des Bungalows. Neben der Küche befand sich ein fensterloses Badezimmer mit Dusche und WC sowie einem kleinen Waschbecken. Die Wände waren komplett mit Kacheln ausgelegt. Alles war schön sauber und schien neu zu sein.

Auf der dem Wohnzimmer gegenüberliegenden Seite des Bungalows gab es noch ein Schlafzimmer mit einem Bett, einem Kleiderschrank, einem Tisch ähnlich dem in der Küche und einen Stuhl. Das Schlafzimmer hatte ebenfalls ein Fenster mit Blick auf die Küste und den Leuchtturm. Richard zog den Rollladen hoch, machte das Deckenlicht an - es war inzwischen fast dunkel geworden - und kippte das Fenster. Dann öffnete er den Kleiderschrank, der bis auf eine Stange mit ein paar hölzernen Kleiderbügeln und einigen Fächern zum Ablegen von Pullovern und Handtüchern leer war. Er hängte seine Jacke an einen der Bügel und diesen an die Kleiderstange im Schrank. Dann schloss er die Schranktür. Er schaute sich das Bett an. Es schien neu zu sein, hatte eine harte Matratze, ein sauberes Bettlaken darüber und eine Tagesdecke. Richard hatte einen Schlafsack und eine Isoliermatte dabei. Das Bett würde er nicht benutzen. Er ekelte sich davor, in fremden Betten zu schlafen. In einer Ecke nahe beim Fenster stand ein Staubsauger. Funktionierte er? Richard suchte eine Steckdose, verband das Kabel des Staubsaugers damit und schaltete den Staubsauger ein. Er funktionierte.

Richard ging zurück in die Diele und schloss die Eingangstür ab. Dann zog er seine Kleidung aus, die er über den Stuhl im Schlafzimmer hängte. Er nahm ein Stück Seife aus seinem Reisekoffer, fand auch zwei Handtücher, von denen er eines in den Kleiderschrank legte. Mit der Seife und dem anderen Handtuch ging er in das Badezimmer, das eine helle Deckenlampe hatte, und testete die Dusche. Ein warmer Wasserstrahl kam aus dem Duschkopf. Richard stellte sich darunter und machte den Duschvorhang zu. Richard wusch sich gründlich mit Wasser und der mitgebrachten Seife und trocknete sich ab. Dann ging er in das Schlafzimmer und zog sich wieder seine Kleidung an. Er ging zum Koffer und fand dort etwas mitgebrachten Reiseproviant, einen Teller, eine Tasse, etwas Besteck, Tee und Kaffee, Milchpulver und Traubenzucker. Das alles trug Richard in die Küche und verstaute es dort im Wandregal. Er holte noch einen kleinen Wasserkessel und eine Thermosflasche aus dem Koffer und brachte diese Sachen ebenfalls in die Küche. Das Leitungswasser sollte genießbar sein. Richard trank etwas davon, das Wasser schmeckte gut. Richard füllte den Kessel mit Wasser und stellte ihn auf eine der Herdplatten. Er schaltete den Herd ein und hatte bald kochendes Wasser. Richard stellte seine Thermosflasche auf die Ablage neben der Spüle, hängte ein paar Teebeutel in die Flasche und goss heißes Wasser aus dem Kessel in die Flasche. Dann verschloss er diese mit dem Deckel. Richard hängte noch einen Teebeutel in die mitgebrachte Reisetasse und goss auch dort heißes Wasser hinein. Dann holte er noch eine Zuckerdose mit Traubenzucker aus dem Koffer. Das mitgebrachte Reisebesteck legte Richard auf die Ablage neben der Spüle. Einen Kaffeelöffel legte er auf die Untertasse seiner Reisetasse und ging damit zum Küchentisch. Darauf stellte er die Zuckerdose und die Packung mit Milchpulver.

Zehn Minuten später schaute Richard bei einer Tasse Tee aus dem Küchenfenster. Da es draußen dunkel war, war nicht viel zu erkennen. Richard schloss das Küchenfenster und machte sich Gedanken über das Abendessen. Er hatte etwas Mohnkuchen und Haselnusskuchen mitgebracht, außerdem ein paar Fertiggerichte. Er entschied sich für den Mohnkuchen. So langsam fühlte sich Richard hier zuhause. Er aß in aller Ruhe ein Stück von dem Kuchen und lehnte sich danach auf dem Küchenstuhl zurück.

Da er müde war, beschloss er, draußen noch einen kleinen Spaziergang zu machen und sich anschließend zur Nachtruhe zu begeben. Richard holte seine Jacke aus dem Kleiderschrank und zog sie sich an. Dann ging er in die Diele und fand dort eine Holzleiste mit Kleiderhaken an der Wand gegenüber der Tür zum Schlafzimmer. Dort würde er in Zukunft seine Jacke aufhängen, dachte er. Er zog sich seine Halbschuhe an, befühlte seine rechte, äußere Jackentasche und stellte dort das Vorhandensein seiner Digitalkamera fest. Richard hatte eine Idee. Er zog sich nochmal die Schuhe aus, ging zu seinem Koffer und holte dort seine Taschenlampe heraus, packte diese in die linke, äußere Jackentasche. Seine Brieftasche hatte er in einer der inneren Jackentaschen verstaut. Richard zog sich seine Schuhe wieder an und verließ das Haus. Er schloss die Haustür ab, holte die Taschenlampe aus der Jacke und schaltete sie ein. Ein heller Lichtstrahl verdrängte die Dunkelheit der Nacht. Richard schaltete die Lampe wieder aus und ging den Weg zurück zum Hauptweg der Feriensiedlung. Diesem Weg folgte er nach Norden. Der Weg endete abrupt. Hier war das Ende der Feriensiedlung erreicht. Dahinter zog sich steiniges, mit etwas Gras bewachsenes Land in das Landesinnere und hinunter zur Küste. Richard lief in Richtung Küste. Nach einigen Hundert Metern erreichte er den Strand. Richard ging bis an das Wasser, bückte sich und tauchte seine linke Hand in das heranströmende Meer. Das Wasser war kalt, obwohl es Juli war. Dann wandte sich Richard nach Süden und sah dort in einer Entfernung von etwa einem Kilometer den Leuchtturm, den er schon von seinem Küchenfenster aus gesehen hatte.

Langsam ging Richard auf den Turm zu, wobei er sich immer in der Nähe des Wassers hielt. Das Geräusch der Brandung war beruhigend, ein dreiviertel Mond spiegelte sich im Wasser. Richard holte seine Taschenlampe aus der Jacke und hielt sie mit der linken Hand umklammert. Der Leuchtturm befand sich etwas weiter im Landesinneren, ungefähr einhundert Meter vom Wasser entfernt. Richard hielt darauf zu und erreichte schließlich die Eingangstür. Die war aus Stahl, der weiß lackiert war. Der Turm war rund, hatte unten einen Durchmesser von gut zehn Metern und verjüngte sich nach oben hin. Richard schätzte die Höhe auf mindestens fünfzig Meter. Das Baumaterial war wahrscheinlich Beton, denn das Äußere des Turms war glatt. Die Außenwand war weiß gestrichen. Oben schien es ein paar Fenster zu geben, neben der Lichtanlage. Unter den Fenstern war eine ringförmige Aussichtsplattform mit einem Außengeländer zu erkennen. Richard schaute sich die Eingangstür genauer an. Die Tür hatte kein Schloss, war aber mit einem in die Turmwand eingelassenen, aus massivem Stahl bestehenden Lochblech durch ein gigantisches Vorhängeschloss verbunden.

 

Richard wandte sich vom Turm ab. Es war zu dunkel, um viel zu erkennen. Er ging weiter über das steinige Gelände und erreichte nach fünfhundert Metern seinen Bungalow. Er schloss die Haustür auf, schaltete das Dielenlicht an und schloss die Tür hinter sich. Richard verriegelte die Haustür von innen, zog den Schlüssel ab und hängte ihn an einen der Kleiderhaken. Dann zog er sich die Schuhe und die Jacke aus und hängte die Jacke neben den Schlüssel. Er ging er in das Badezimmer und wusch sich die Hände. Anschließend ging er in die Küche, setzte sich an den Küchentisch, ließ den Rollladen am Fenster hinunter und goss sich etwas Tee aus der Thermoskanne in seine Tasse. Außerdem schnitt er sich ein Stück von dem Mohnkuchen ab und aß diesen auf. Richard lauschte dabei auf die Geräusche der neuen Umgebung. Aus der Ferne war die Brandung des Meeres zu hören. Ansonsten war es ruhig. Ab und zu war ein Knacken der Bodenbretter zu hören. Der Bungalow war zwar aus Betonplatten gebaut, man hatte jedoch den Estrich mit weiß lackierten Holzbrettern ausgelegt.

Nachdem Richard die Toilette benutzt hatte, holte er seine Isoliermatte aus dem Koffer und legte diese in das Wohnzimmer neben die Wand, die Wohnzimmer und Küche gemeinsam hatten. Dann trug er ein aufblasbares Kopfkissen und einen Jugendherbergs-Schlafsack in das Wohnzimmer und blies das Kopfkissen auf. Er machte das Deckenlicht des Wohnraums aus und machte es sich in dem Schlafsack bequem. Das Kopfkissen legte er sich in den Nacken. Bald war Richard eingeschlafen. Am nächsten Morgen um 8.00 Uhr wurde er wach. Es war dunkel, denn durch die Rollläden drang kein Licht. Richard zog sich den Schlafsack vom Körper und zog die Rollläden an den zwei Wohnzimmer-Fenstern hoch. Der Blick nach draußen stimmte optimistisch. Ein blauer Himmel und die noch tief stehende Sonne versprachen schönstes Sommerwetter. Nach einer längeren Morgentoilette mit Dusche und Rasur holte Richard sich den Haselnusskuchen aus dem Koffer und setzte sich damit an den Küchentisch. Es war noch Tee in der Thermoskanne. Er zog den Rollladen am Küchenfenster hoch und begann sein Frühstück mit einem Stück Haselnusskuchen und einer Tasse schwarzem Tee, in dem er Traubenzucker und Milchpulver verrührte. Richard überlegte, was er an diesem Tag unternehmen könnte. Er musste auf jeden Fall in die Stadt laufen und einen Supermarkt aufsuchen. Er hatte sich in Deutschland einen genügenden Vorrat an kanadischen Dollars besorgt. Nach dem Einkauf würde er zurück zu seinem Bungalow laufen und die Lebensmittel verstauen. Danach würde man weitersehen. Richard holte einen Notizblock aus seinem Reisekoffer. Er fand dort auch einen Kugelschreiber. Damit setzte er sich an den Küchentisch und schrieb auf, was er in der Stadt besorgen müsste. Seine Liste sah etwa so aus:



Brot oder Toastbrot


Butter


Honig


Käse


Tee


Traubenzucker


Milch


Kaffee


Kaffeefilter


Aspirin


Aluminiumfolie


Gemüse


Gemüsepfanne


Nudeln


Seife


Deo


Toilettenpapier


Taschenradio


Zeitung


Batterien


Mülltüten



Damit und einem kleinen Rucksack machte sich Richard nach seinem Frühstück auf den Weg zu der Kleinstadt südlich der Feriensiedlung. Unterwegs schaute er sich die anderen Bungalows an. Dort waren immer noch die Rollläden heruntergelassen. Er erreichte den ersten Bungalow. Dort waren die Fenster geöffnet und ein älterer Mann stand im Vorgarten und stocherte im Rasen herum. Der Mann sprach sicherlich Englisch, dachte Richard. Er begrüßte ihn mit "Hello". Ein "Hello" kam auch zurück, der Mann starte ihn neugierig an. "I am Richard Tauber, I spend my holiday in Bungalow Nr. 72", erklärte Richard, was soviel heißt wie "Ich bin Richard Tauber, ich verbringe meinen Urlaub in Bungalow Nr. 72". Die beiden Männer kamen sich bei einem kurzen Gespräch näher. Der Mann vom ersten Bungalow war hier auch der Hausmeister. Wenn es Probleme gab, würde Richard ihn um Hilfe bitten können. "Have a nice day", verabschiedete sich Richard und ging weiter in Richtung der nahen Kleinstadt.

 

Endlich erreichte er die Stadt und wandte sich zum Postamt. Dort kaufte er ein paar Ansichtskarten für Freunde und Bekannte zuhause. In der Nähe des Postamtes fand Richard eine Apotheke, wo er eine Packung Aspirin-Tabletten kaufte. Am Ende der Stadt besuchte er ein kleines Einkaufscenter mit einem Supermarkt. Dort gab es alles, was er auf seinem Einkaufszettel aufgelistet hatte. Er notierte sich die Öffnungszeiten des Supermarktes und wandte sich wieder nach Norden. Er fand unterwegs noch eine Bücherei und kaufte sich dort ein Deutsch-Englisch-Wörterbuch. Dann ging er langsam heimwärts. Es waren nur wenige Leute unterwegs, die meisten fuhren mit einem Auto, nur ein paar alte Leute liefen zu Fuß. Bei der Durchquerung der Bungalow-Siedlung kam ihm niemand entgegen. Zuhause angekommen, verstaute er die gekauften Waren und machte sich ein zweites Frühstück, diesmal mit einer Tasse Kaffee und einer Scheibe Toastbrot mit Käse. Dann dachte er darüber nach, was er mit der vielen Zeit hier anfangen könnte. Richard nahm seinen Rucksack, in den er eine Flasche Mineralwasser, seine Digitalkamera und seine Taschenlampe gepackt hatte, und verließ seinen Bungalow. Er wandte sich wieder nach Norden und verließ das Gelände der Feriensiedlung. Diesmal wandte er sich nach dem Landesinneren und kam bald an eine wenig befahrene Landstraße. Der folgte er ein Stück nach Norden, überquerte diese und fand auf der anderen Seite große Felder mit einem Wald dahinter. Richard fand einen Pfad durch das nächste Feld und erreichte bald einen dicht bewachsenen Mischwald. Dort führte der Pfad weiter an hohen Bäumen vorbei, es ging leicht bergauf. Richard fotografierte die Stelle, wo das Feld in den Wald überging und lief weiter bergauf. Nach einem Kilometer endete der Pfad an einer Kreuzung. Richard nahm die Abzweigung nach Norden und folgte dem Weg bis zu einer Lichtung, von der mehrere Wege in verschiedene Richtungen ! abgingen . Es gab dort eine Sitzbank. Richard setzte sich, fotografierte die Lichtung und nahm einen Schluck aus der Mineralwasserflasche. Es ist so schön ruhig hier, nur ein paar Geräusche von Vögeln und das Rauschen des Windes in den Blättern der Bäume. Richard stand auf und änderte erneut seine Wanderroute. Diese führte wieder zurück zu den Feldern und der Landstraße dahinter. Nach nicht sehr langer Zeit hatte Richard das Waldgebiet wieder verlassen, durchquerte ein Feld und erreichte die Landstraße. Er überquerte die Straße und befand sich wieder auf dem Gelände, das nicht viel Vegetation zu bieten hatte. Es war ein flaches, steiniges Gebiet, das sich bis hinunter zum Meer erstreckte. Es ging leicht abwärts. Richard folgte den Geräuschen der fernen Brandung. Inzwischen war es Mittag geworden. Richard lief das monotone Gelände herunter bis zum Wasser. Dann wandte er sich nach Süden und lief hinunter bis zum Leuchtturm. Von dort war er schnell wieder zuhause angelangt. Er trat ein und schloss die Haustür hinter sich ab. Den Schlüssel hängte er wieder an einen der Kleiderhaken. Nachdem Richard noch eine Thermoskanne mit schwarzem Tee vorbereitet hatte und auch etwas heißes Wasser in seine Tasse gegossen und einen Teebeutel hineingehängt hatte, wartete er noch zehn Minuten, trank seinen Tee und legte sich zu einem Mittagsschlaf auf seine Isoliermatte, die er wieder neben der Innenwand im Wohnzimmer ausgebreitet hatte. Er kippte das kleinere Wohnzimmer-Fenster. Eine frische Brise vom Meer sorgte für etwas Abkühlung an diesem heißen Sommertag. Bald war Richard eingeschlafen.

 

Am späteren Abend, es war bald zehn Uhr, wurde Richard wach. "Ich habe wohl Schlaf nachgeholt", sagte Richard zu sich selbst. Er war eigentlich immer noch müde, aber es war mehr eine oberflächliche Schläfrigkeit. Draußen war es noch hell, wenn jetzt auch die Helligkeit des Tages schnell der Dunkelheit der Nacht wich. Richard zog sich seine Strümpfe und Hose an und ging in die Küche. Er holte die drei Teebeutel aus seiner Thermoskanne und warf sie in eine Mülltüte. Dann goss er sich Tee in seine Tasse, gab etwas Traubenzucker und Milch hinzu und wartete, bis der Tee genug abgekühlt war. Währenddessen legte er sich den Rest Mohnkuchen auf seinen Teller und begann, diesen aufzuessen. Dabei blickte er durch das Küchenfenster nach draußen. Die untergehende Sonne brachte die Wellen zum Glitzern, auch der Leuchtturm erstrahlte in hellem Weiß. Richard sah etwas auf der Aussichtsplattform. Er konnte nicht genau erkennen, was es war. Deshalb holte er seine Digitalkamera aus der Jackentasche. Er schaltete die Kamera ein und stellte sie auf maximalen Zoom ein. Die Kamera hatte ein 3-fach optischen Zoom. Jetzt konnte er auf dem Display erkennen, dass sich eine Gestalt auf der Plattform aufhielt. Eine nackte Frau mit dunklem Haar und elfenbeinfarbener Haut schaute zu ihm herunter, als ob sie ihn sehen könnte. Richard drückte auf den Auslöser der Kamera. "Nicht übel, die Leuchtturmwärterin. Aber seit wann laufen die nackt herum?", sagte er laut zu sich selbst. Jetzt winkte sie ihm auch noch zu. "Meint die mich?", fragte sich Richard. Er schaute nochmal auf das Display seiner Kamera, die er auf den oberen Teil des Leuchtturms ausrichtete. Die Nackte bedeutete ihm mit einer Armbewegung, herüberzukommen. Richard war erstaunt. "Gut, wenn sie es so will, dann mache ich noch mal einen Spaziergang, wollte ich sowieso machen", sagte er sich. Er trank den Tee aus, wischte sich mit dem Ha! ndrü ;cken über den Mund, packte seine Jacke, zog sich die Jacke über und schaute nach, ob die Jackentaschen wichtige Dinge enthielten wie Brieftasche, Digitalkamera, Taschenlampe. Auch den kleinen Rucksack nahm er mit. Dann zog er sich schnell ein paar mitgebrachte Turnschuhe an und nahm den Hausschlüssel vom Kleiderhaken. Er ging hinaus und schloss die Haustür hinter sich ab. Den Schlüssel steckte er in die linke Hosentasche seiner Jeans. Er marschierte in Richtung Leuchtturm. Eine leichte Erregung packte ihn, die er nicht unterdrücken konnte. Er atmete tief ein und fragte sich, ob nicht seine Phantasie ihm einen Streich gespielt hatte. "Die Sonne hat mir zu lange auf den Kopf geschienen", dachte er.

Nach weniger als zehn Minuten hatte er den Leuchtturm erreicht. Das riesige Vorhängeschloss, das die Eingangstür verschloss, war so, wie er es in Erinnerung hatte. Richard zog fest an dem Stahlbügel, der zu seiner Überraschung aus dem Gehäuse herausrutschte. "War gar nicht verriegelt, sah nur so aus", stellte Richard für sich fest. Die Sonne war noch nicht untergegangen, aber es dämmerte merklich. Richard schaltete seine Taschenlampe ein. Er zog die Eingangstür des Turms zu sich heran, was nur mit erheblichem Kraftaufwand möglich war. Drinnen im Turm empfing ihn Dunkelheit. Einen Schalter gab es gegenüber der Eingangstür. Richard betätigte ihn. Die Dunkelheit blieb. Die Treppe war eine Wendeltreppe aus grauen Betonstufen ohne Zwischenräume, die sich um einen runden Kern in der Mitte des Turms herumwand. Alles hier war aus Beton.

 

"Sieht ja aus wie ein Bunker“, murmelte Richard und fühlte sich unbehaglich. Aber er hatte sich entschlossen, den Turm zu besteigen, und eine Umkehr kam für ihn nicht in Frage. Richard schaltete seine Taschenlampe aus. Es war so dunkel, dass er nur dank des wenigen Lichtes, das durch die Eingangstür hereinkam, ein paar Meter weit sehen konnte. Er machte die Lampe wieder an. Die Treppe ging nach links hinunter. Richard folgte ihr. Nach einigen Metern stand er vor einer grauen Stahltür, an die man ein Winkeleisen mit einem Loch darin angeschweißt hatte. Der Bügel eines großen Vorhängeschlosses war durch das Loch des Winkeleisens und zusätzlich durch ein in die Wand neben der Tür eingelassenes Lochblech gezogen worden. Damit war die Tür verriegelt. Das Schloss war zu, wie Richard feststellte. Diese Art von Tür-Verriegelung hatte er schon oben an der Eingangstür gesehen.

Richard ging die Treppe wieder hoch und sah rechts von sich die offen stehende Eingangstür. Er nahm das schwere Vorhängeschloss und packte es in seinen Rucksack, dann ging er im Licht seiner Taschenlampe die Turmtreppe aufwärts. Nach einigen Metern blieb er stehen und lauschte in die Dunkelheit. Es war nichts zu hören. Leise setzte Richard seine Schritte die Treppe weiter aufwärts. Er hatte sicherlich einen Höhenunterschied von zehn Metern zurückgelegt, da sah er ein kleines Fenster, das in die Außenwand des Turms eingelassen war. Nur noch wenig Tageslicht schien durch dieses kleine, quadratische Fenster herein. Das lag auch daran, das das Glas lange nicht geputzt worden war. Richard machte hier eine kurze Pause und lauschte in die Dunkelheit. Es blieb ruhig, und so schritt Richard weiter die Treppe hinauf, langsam und vorsichtig, um keine Geräusche zu machen. Nach einigen weiteren Turm-Umrundungen sah er ein zweites Fenster, mit dem unteren Fenster identisch. Hier machte er eine weitere Pause und horchte in die Dunkelheit dort oben. Es war nichts zu hören. Richard schlich weiter die Treppe hinauf. Er erreichte nach einiger Zeit ein drittes Fenster, durch das er einen Blick nach draußen warf. Hier hatte man schon eine tolle Aussicht in Richtung Landesinnere, also nach Westen. Die Sonne war fast hinter den Horizont gesunken. Richard beeilte sich. Er ging vorsichtig im Licht seiner Taschenlampe weiter nach oben. Schließlich erreichte er eine Tür. Die Tür war aus Stahl, an einem daran angeschweißten Winkeleisen mit einem Loch baumelte ein Vorhängeschloss - dieses war offen. Richard zog die Tür zu sich heran. Mit einem Quietschen ging die Tür auf und gab den Blick auf eine Art Büro frei. Niemand war zu sehen. Richard trat ein und sah sich um. Es gab hier einen großen Tisch, auf dem ein altes Kofferradio stand, außerdem ein Becher mit Kugelschreibern und Bleistiften, ein Funkgerät. Vor dem Tisch! stand e in Holzstuhl. An der Wand hing eine Seekarte. Das Büro wurde durch Fenster erhellt, die den Blick auf die Aussichtsplattform und die Landschaft um den Turm herum frei gaben. Eine schmale Tür führte nach draußen auf die Plattform. Sie ließ sich bequem öffnen. Richard ging hindurch und sah sich auf der Plattform um. Er ging einmal um die Plattform herum und blieb an der Stelle stehen, wo er die nackte Frau gesehen hatte. Dort ragten aus der Wand in etwa einem Meter Höhe einige schwarze Kabel. Einen dreiviertel Meter höher waren Löcher im Beton zu sehen, dort war mal irgendetwas befestigt gewesen. "Vielleicht eine Lampe?", fragte sich Richard. "Habe ich hier wirklich eine Frau gesehen oder spielte mir meine Phantasie einen Streich?", fragte er sich. Zuhause würde er sich das Foto genauer anschauen, das er mit seiner Kamera gemacht hatte.

 

Richard sah in die letzten Sonnenstrahlen der einbrechenden Nacht und wandte sich zu der Tür, die zum Büro führte. Schnell war er wieder im Büro, ein wenig enttäuscht, das er niemanden angetroffen hatte. Die Tür zur Plattform schloss er wieder. Dann schaute er sich nochmal im Büro um. Hier machte alles den Eindruck, lange nicht mehr benutzt worden zu sein. Feiner Staub lag auf den Gegenständen. Er schaltete das Funkgerät ein. Es funktionierte nicht. Dasselbe galt für die altmodische Schreibtischlampe. Richard schaltete das Kofferradio ein. Es gab ein lautes Rauschen von sich. "Nanu, das funktioniert immerhin", stellte Richard fest. Das Radio war auf Batteriebetrieb eingestellt. Es gab plötzlich statt dem dumpfen Rauschen ein unangenehmes Kreischen von sich. Richard erschrak und schaltete das Gerät sofort aus. Es war wieder ruhig, aber es wurde schnell dunkel, die Sonne war nicht mehr zu sehen. Richard packte seine Taschenlampe fester, schaltete sie ein und erschrak erneut. Hatte er eben etwas gehört? Es hörte sich an, als ob ein schwerer Sack gegen eine feste Unterlage schlug. Richard konnte nicht ausmachen, woher das Geräusch kam. Er öffnete die Tür zum Treppenhaus und horchte weiter. Das Geräusch schien näher zu kommen. Richard schaltete die Taschenlampe ein und ging durch die Tür, die in das Treppenhaus führte. Er blieb nach ein paar Stufen stehen und horchte erneut. Das Geräusch war etwas leiser geworden, kam also wahrscheinlich von oben. Richard schloss die Tür zum Büro und ließ das Vorhängeschloss an der Tür baumeln. Das Locheisen in der Wand war abgebrochen, so dass man die Tür nicht über das Vorhängeschloss damit verbinden und verriegeln konnte.

Richard ging langsam die Treppe hinunter und erreichte das oberste der Treppenhausfenster. Das Fenster war kaum noch zu erkennen, da von draußen nur noch wenig Licht hereinkam. Dort blieb er stehen und lauschte in die Dunkelheit. Das Geräusch war nur noch leise zu hören, wurde aber lauter. Es klang wie ein schwerer Sack, der auf harten Grund aufschlägt, im Sekunden-Abstand. Richard ging weiter die Treppe hinunter bis zum nächsten Fenster. Er horchte in die Dunkelheit. Das Geräusch war wieder leiser geworden, etwas schien gegen die Tür zum Büro zu klatschen. Ein metallisches Dröhnen erklang. Etwas quietschte, die Tür zum Büro wurde geöffnet! Richard wartete nicht weiter ab und ging die Treppe weiter hinunter. Am untersten Treppenhausfenster blieb er stehen und horchte erneut. Von oben war ein leises Geräusch zu hören, das klang, als ob ein nasser, sehr schwerer Sandsack langsam die Treppe heruntergezogen würde. Das Geräusch wurde allmählich deutlicher. Richard wollte nicht wissen, was dieses Geräusch verursachte. Er lief rasch den Rest der Treppe herunter. Er erreichte die letzte Stufe. Richard war zu weit gelaufen, er stand vor der Kellertür. Er erkannte seinen Fehler und lief schnell die wenigen Stufen bis zur Eingangstür hoch. Er horchte noch einmal. Das Geräusch eines schweren Sackes, der die Treppe herunterkam, war nur schwach, nahm aber stetig an Intensität zu. Richard schaltete seine Taschenlampe aus und drückte gegen die Eingangstür des Turms. Die gab nur wenig nach. Richard warf sich gegen die Tür, die jetzt soweit aufschwang, dass er sich nach draußen zwängen konnte. Richard schaltete seine Taschenlampe ein und sah, dass der Wind einigen Sand gegen die Tür geweht hatte. Richard drückte gegen die Eingangstür des Turms und entnahm seinem Rucksack das Vorhängeschloss. Damit verriegelte er die Eingangstür. Was auch immer da im Turm war, es ! wür de so schnell nicht herauskommen können. Richard lief zu seinem Bungalow. Er machte die Haustür hinter sich zu und schloss diese ab.

 

Am Küchenfenster sitzend, aß Richard ein Stück von dem Haselnusskuchen und kippte das Küchenfenster. Er horchte nach draußen. Nur die Laute der fernen Brandung waren zu hören. Richard schaute sich das Foto an, das er von der nackten Frau auf dem Turm gemacht hatte. Auf dem kleinen Display der Kamera war nicht viel zu erkennen. Selbst bei vierfacher Vergrößerung konnte er nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es sich bei dem Objekt auf dem Turm überhaupt um eine Frau handelte. Es konnte auch eine optische Täuschung sein. Die Auflösung des Fotos war zu gering, um genauere Details wiederzugeben. Richard trank eine Tasse Tee und legte sich auf seine Isoliermatte im Wohnzimmer. Er versuchte zu schlafen. Doch Richard konnte in dieser Nacht keine Ruhe finden. Erst als es draußen langsam hell wurde, schlief er ein. Um 9 Uhr vormittags wurde er wach. Richard nahm eine Dusche, putzte sich die Zähne und rasierte sich. Dann bereitete er eine Thermoskanne Kaffee zu. Er trank schnell eine Tasse davon und packte seinen Reisekoffer. Dann putzte er schnell das Badezimmer, die Küche und das Wohnzimmer. Er zog sich seine Jacke an, nahm die Mülltüte aus der Küche und stellte sie in der Diele ab. Dann schloss er sämtliche Fenster, ließ die Rollläden herunter. Zuletzt nahm er seinen Koffer, den Rucksack, die Mülltüte und verließ den Bungalow. Die Haustür schloss er ab und versenkte die Mülltüte im Mülleimer. Er warf einen letzten Blick zurück und nahm den langen Weg zur Stadt in Angriff. Dort suchte er die Verwaltung auf, die die Bungalows vermietete. Die Sekretärin war erstaunt, als Richard ihr erklärte, dass er seinen Urlaub hier abbrechen wolle. "Back to Germany?", fragte sie ihn. "Yes, indeed", antwortete Richard. Die Sekretärin wünschte ihm eine glückliche Heimreise. Richard nahm das nächste Flugzeug nach Deutschland. Nach seiner Ank! unft in Deutschland fuhr er zu seiner 2-Zimmer-Wohnung in Aachen. Dort entleerte er seinen Reisekoffer und seinen Rucksack, verstaute die Sachen und machte anschließend einen Rundgang durch die Stadt. Er traf dort seinen alten Freund Bernd, den er zu einem Kaffee einlud und ihm die Reiseerlebnisse erzählte. "Zeig mir mal das Foto!", forderte Bernd ihn auf. Richard zeigt ihm das Foto auf dem Display seiner Digitalkamera. "Ja, könnte eine nackte Frau sein", sagte Bernd. "Aber auch irgendetwas anderes, vielleicht eine Wandzeichnung oder ein Stapel Säcke." Dem stimmte Richard zu.

 

"Warum hast Du so eilig den Urlaub in Neufundland abgebrochen?", wurde Richard von Bernd gefragt. "Ich wollte mich im Urlaub erholen, aber in der Nähe dieses Leuchtturms wäre mir das nicht gelungen!", erwiderte Richard. Richard verbrachte den Rest seines Sommerurlaubs mit Wanderungen im Rothaargebirge, wo er seine innere Ruhe wiederfand. Das Foto, das er mit seiner Digitalkamera von der nackten Frau gemacht hatte, schaute er sich auf dem Monitor seines Laptops genauer an. Er konnte aber nicht sagen, was er da auf der Aussichtsplattform fotografiert hatte - wie eine Frau sah es jetzt nicht unbedingt aus. Es könnten auch aus der Wand herausragende, schwarze Kabel und darüber der Abdruck eines abgeschraubten Kastens mit einigen Löchern in der Wand sein. Oder, wie sein Freund Bernd vermutete, ein paar hochkant und flach aufeinandergestapelte Säcke.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.04.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

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