Fritz Lenders

schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 13 ) Modernisierung

... irgendwie war Bruno so unschlüssig.
Wie sollte er nun weiter vorgehen ?

Eigentlich waren sie die lange Strecke vom Dorf zur Burg  marschiert.. um gegen Steuern und Beteiligungen an kriegerischen Handlungen zu protestieren.
Ganz speziell an den scheinbar so neumodernen Kriegszügen ins Abendland.

Na toll...

Die Kirche wollte den Moslemen ihren Glauben aufzwängen..., entweder geschah es freiwillig
oder per Kreuzzug in Richtung Jerusalem.

So sollte also die Krise der Glaubensgemeinschaft der Christen wieder etwas aufgepäppelt werden.
Und zu welchen Lasten ?
Na eben.. zu Lasten der armen Bauern und Arbeitergesellschaft.

Denn obgleich zwar viele Ritter, speziell auch aus Frankreich in den Orient unterwegs waren.., ging es im eigentlichen Sinne dennoch um Beute.
Eroberung von Schätzen aus dem angeblich so sehr heiligen Land...
oder aber um Diebstahl von moderneren Technologien.
Aber in keinem Fall ging es um Aufteilung der Beuteschätze mit den armen Soldaten und bauern die im Krieg ihre Haut opferten.

Ebensowenig im wirtschaftlichen als auch im medizienischen Bereich.

Das Abendland hatte mit seiner 4000 jahre alten Kultur schon einiges an Fortschritt aufzuweisen.
Das Gemisch aus Römer und Araberepochen war einen großen Schritt voraus.
Den Europäern voraus.

Und so benützte man den heiligen Gral und andere pseudo Vorwände..
um den Islam auszurotten.
Tja,ja.. die Kirche liebte keine Konkurenz, die sich breitmachen wollte.

Jedenfalls befand sich Bruno in einem echten Dilema.

zum einen hatten die Burgmenschen.., wer auch immer sie sein mochten.., seine Tochter gerettet..
andrerseits hatten Brunos Truppe und auch Armina.. zugesehen, wie die Bischofssoldaten die Burg angriffen.

Obwohl die Leute auf der Burg seinen Sohn und auch seine Frau auf dem Gewissen hatten, was allerdings schon viele.., viele Jahre zurücklag,
galten sie in der Landbevölkerung als ziemlich gemäßigt und modern.
Und.., zugegebenerweise.. als hilfsbereit.

Wie Bruno aus sicherer Quelle wuste, hatten die Truppen des Bischofs vor 2 Jahren drüben, hinterm Berg ein ganzes Dorf niedergemacht.., ausgeplündert und abgefackelt.., weil Steuern ausständig waren.

Und die Herrschaften der Burg hatten das Dorf wieder aufbauen lassen.
Mit neuen, und vor Allem.. mit besseren Häusern.
Kein Holz sondern Steine.
Steine brannten nicht gut.
Und boten Sicherheit.

Jedenfalls hatte Bruno ein moralisches Problem.
Normalerweise wollten sie ohnehin in erster Linie verhandeln.
Zwar mit etwas Druck.. aber dennoch verhandeln.

Mit den Männern an seiner Seite fühlte sich Bruno auch nicht gerade klein und unterwürfig.
Andrerseits.., naja.. er hatte Zeuge des  Spektakels werden dürfen
als sich die Burg verteidigen musste.

Mindestens einen Toten hatte es bei den Angreiffern gegeben.
Über die Verletzten wollte er gar nicht erst mal nachdenken, welche Wunden sie hatten.
Obwohl.., selber schuld.
Die Burgleute hatten mehrere Warnungen ausgerufen.

Trotzdem war dieses Getöse der Verteidigung, erstens nicht gerade animierend.., ebenfalls einen Angriff zu wagen..
Und  zweitens... eben die MORAL.

Bruno hielt seine Mannen an, etwas weiter in den Wald zu gehen und vor Allem.., ziemlich weit , also seitlich ausweichend.., von den Bischofsleuten, Abstand zu halten.
Er wollte mit einem seiner Leute nochmals an den Waldrand gehen um Sichtkontakt zur Burg zu haben.
Und ja.. wie konnte es wohl anderst sein..
Armina wollte mit.

" nein... auf keinen Fall wirst du uns begleiten.. !!! "

Schön langsam regte ihn seine Göre wirklich auf.
Dauernd muste er sich um sie kümmern, als wenn er eine Tochter mit 4 Jahren dabei hätte... !
Eigentlich sollte sie besser schon verheiratet sein.
Dann könnte er die Verantwortung an seinen Schwiegersohn abgeben.
Aber wie denn ???

Erstens war Armina keiner gut genug...,
denn für seine Prinzessin muste vermutlich erst ein Prinz vom Himmel fallen.
Und zweitens , ehrlich gesagt.., wollte auch Bruno selber, für seinen Engel einen wirklich guten Ehemann.

Leider.., schon alleine bei dem Wort Ehemann, bekam Bruno Mordgelüste,
... bei den Gedanken, was der " Ehemann " mit seiner Tochter anstellen würde.

Auch ein Problem.

Bruno war selber ein Mann und kannte die Triebe der Männer.
Er würde Armina vermutlich noch als alte Jungfer neben sich haben.
Damit konnte er leben... Gut sogar.

Aber im Moment regte ihn die Göre echt auf.
Wenn sie nicht verletzt wäre, würde er sie wieder mal so richtig verprügeln.
Aber mit ihrer Wunde...?

Und sie sah so süß aus.
Seine Soldatin.
Und wie sie ihr Schwert hinterher schleifte....

" Komm mit... und wenn du vor Schmerzen jammerst.. oder wenn du vor Schwäche umfällst..., ich verdresche dich, daß du grün und blau bist "

Brunos Kopf war feuerrot. Vor Hass... Auf sich selber.
Verdammte Nachgiebigkeit.
Miststück...

" und halte dich von mir fern, du bleibst bei meinem Mann, der auf dich aufpasst. Wer weiß.., vielleicht werde ich dich unterwegs doch noch verprügeln..! ? Ich denke darüber nach "

Und Armina wurde es so warm ums Herz.
Wer konnte wohl einen liebevolleren Vater haben ?
Welches Mädchen durfte schon darauf vertrauen, daß der Vater ohne zu zögern.. sein Leben für seine Tochter geben würde.
Armina wuchs ohne Mutter auf.. aber Bruno ersetzte sie  aus vollstem Herzen.
Naja... aus brüllendsdem Herzen.

Sie schlichen sich in Richtung Burg und Brunos Männer zogen sich weiter seitlich in den Wald zurück.
Und natürlich.. obwohl Bruno ja genaueste Anweisungen an Armina gebrüllt hatte... war sie wieder auf seiner Seite.
Toll ausgedrückt.
Seine Seite... war leicht untertrieben..
Sie klebte förmlich an ihm.
Und ihr Duft streichelte seine Nase.

Was hatte er nur für eine tolle Tochter.
so tapfer, so frech... und so irgendwie...
was ganz Besonderes.

Den nächsten eventuellen Heiratskanidaten würde er eigenhändig erschlagen.
Er wollte sein Mädchen nicht hergeben.
Seine Kriegerin.

In den Gebüschen stehend sahen sie zu, wie an den Türmen die Soldaten , an Seilen hängend.. einfach in die Tiefe sprangen.
Atemberaubend.
Sie waren wie Spinnen .
So schwerelos und so wendig.
 
Nur an dünnen Seilen hängend und in merkwürdigen Gurten um die Körpermitte gehalten...
brachten sie die Stahlhaken an der Mauer an und als die Solarfolien herabgelassen wurden,
konnten Armina, Bruno und ihr begleiter Zeuge werden, wie sich die hellen grau/ weißen Burgtürme in sattes schwarz verwandelten.

Es sah schon erschreckend aus.
Einerseits wegen den fliegenden oder schwebenden Soldaten an der Mauer

und andrerseits.., weil schwarz immer bedrohlich wirkt.

Und nun wiederholte sich der Vorgang auch an den geraden Mauern zwischen den Türmen.
Soldaten sprangen herab.. Folie wurde runtergelassen..
Alles fixiert..
und fertig.

Aus der freundlichen , weitläufigen Burg.. wurde eine schwarze Burg.
Ziemlich bedrohend.
Es schien zumindest so.

Und nun wurde die Zugbrücke komplett herabgelassen.
Vorher war nur ein kleiner Steg von vielleicht einen Meter Breite zu Überqueren des Grabens da..
für das Personal..,
also die Bediensteten der Burg und deren Besucher.

Aber nun eben ging auch noch das Tor auf und Vier Soldaten fuhren mit ihren Elektroquads heraus.

Vor der Burg und dem Graben hielten sie an und luden Rollen mit metallischen Seilen oder was auch immer es war.. auf ihre Anhänger.
Ein Mann auf jeder Seite der Zugbrücke blieb dort stehen und  zog an den Rollen, welche sich wie von Zauberhand gelenkt.. bewegten.
Die zwei Männer pro Fahrzeug fuhren in Richtung Wald und in weitem Kreis an den Bäumen entlang.
Die Metalldrähte wurden abgespult und wie ein Begrenzungsdraht am Boden verteilt.
Die ganze Länge am Wald entlang. 

Von Burganfang bis Burgende.
Zwei weitere Männer kamen mit metallenen Pferden aus der Burg geritten.
Kleine Pferde mit Rädern anstatt Beinen.
Und ziemlich laut brummend.

Sie ritten oder fuhren.. die Metallstränge entlang un warfen etwa alle zwei Meter einen kleinen Spieß zu Boden.

Von jeder Besatzung des Quads sprang ein Soldat herab und fädelte den Draht in den Spieß und schlug in mit einem kleinen aber recht schweren Hammer in den Boden.
Der Draht war nun etwa 30 cm über dem Boden verlaufend wie ein Minizaun am Waldrand entlang, von Burganfang, bei der Schlucht... bis zum anderen Ende der Burg..  also wieder am Abgrund.

Bruno sah Armina an ...

" was soll das wohl werden ?  Die Bischofsmänner können sie damit nicht abhalten.! "

Interessanterweise wurden an den Bäumen jetzt auch noch ebenfalls metallische, in der Mitte glasig wirkende Kästen angebracht.
In einer Höhe von etwa 2 Metern.. starrten diese Geräte wie fremde Augen in den Wald und auch auf den freien Platz vor der Burg.
Als die Männer in Richtung Bruno und Armina samt Begleiter zukamen, verzogen sich die Drei zurück in den Wald.

In einer Entfernung von höchsten 40 Metern, beobachteten sie die Arbeiten der Soldaten.
Bruno fiel auf, daß alle Männer interessante Westen anhatten.
Ziemlich dick.
Und ziemlich unbequem aussehend.
Und jeder der Männer hatte Handschuhe an.. obwohl es ja nicht besonders kalt war.
Und auch noch Helme.
Wirklich sehr INTERESSANT...
Innerhalb der nächsten Stunde waren die Soldaten mit ihrer Arbeit fertig.

An der Burgmauer wurden von beiden Seiten des Tores die Enden der Drähte ins Innere geschoben und  alle  Männer kehrten in den Bauch der Burg zurück.
Das Tor wurde geschlossen und die Zubrücke fuhr auf halbe Höhe hoch.

Bruno wollte gerade wieder zum Gebüsch vorschleichen.., als er drüben im Bereich des Tores.. aber eben  im Wald.. eine Bewegung wahrnahm.
Mehrere Bewegungen.
Ein paar der Leute des Bischofs waren zum Erkunden zurückgekommen und wanden sich wie Schlangen auf die Drähte zu.

Die Angreifer hatten sich mit Grünzeug aus dem Wald fast unsichtbar gemacht und konnten nur durch Zufall von Bruno ausgemacht werden.
Bruno hatte sich nähmlich überlegt, ob es sinnvoll wäre, wenn er einfach mit Armina und dem anderen Begleiter.. 

geradeaus auf die Burg zugehen würde..
und bitten würde...
ob der Burgherr mit ihm reden würde...!?

Viel    WÜRDE... WÜRDE...WÜRDE
Jedenfalls starrte Bruno in den Bereich des Burgtores.. als er das Bewegen der Blätter sah.

Ebenfalls sah er wie eine Hand aus dem Grün herausglitt..
und den Draht berührte.

Und er hörte auch in der selben Sekunde den lauten, grellen Schrei des Angreifers..
Und eine halbe Sekunde später die Sirenen, welche an den Bäumen neben den Kameras hingen.

Was für ein weiterer Tumult.

Der getarnte Mann sprang auf und fiel zu seinem Pech genau der Länge nach..
nochmals auf den Draht.
Und dort , am Draht hängend..zuckte er wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Die Sirenen eiferten im Wettstreit mit dem Brüllen des zuckenden Mannes.

Und Bruno dachte sich...

 > es war doch keine gute Idee... im Moment zur Burg zu gehen. >
Besser erschien es ihm... erstmal abzuwarten.
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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