Fritz Lenders

schwarze Burg und rote Rosen ( Teil 16 ) der Bischof

... während die beiden Soldaten des Bischofsteams ihre Stoßgebete, betreff des Kommandanten zum Himmel jagten..,
 ...ritten derweil die Abgesanden der Kampftruppe.., mit einer Botschaft des Vorgesetzten an den Bischof.., ihre Pferde fast zu Tode.

Je früher sie um Verstärkung ansuchen konnten, um so eher würden die Kameraden gerettet werden.
Gerettet vor dem Höllenfeuer aus der Burg..
und gerettet vor der Dummheit des Hauptmanns der Truppe.

Hoffentlich hatte der Hauptmann nicht doch noch die Idee.., einen zweiten Vorstoß zu wagen.
Einen Toten hatte es bereits gegeben...
und es war nicht auszuschließen, daß auch die verletzten Kameraden noch das Zeitliche segnen könnten.

Jedenfalls erreichten sie nach zwei Stunden wildestem Ritt, die Zugangsstraße nach Augsburg.
Die Pferde konnten sie vergessen.
Schon vor einigen Kilometern spritzte der Schaum aus den Nüstern der armen Gäuler und das Röcheln zeigte leicht hörbar..,
daß die Kraft schon seit Langem am Ende war.

Nur durch brutales einsetzen der Peitsche und den Sporen.. 
schleppten sich die Pferde in den Bereich der Stadtmauern der Bischofsresidenz.

Die Beiden sprangen aus den Sätteln und liefen die paar Straßen quer durch die Stadtmitte zum Kirchenamtsgebäude.
Unterdessen fielen die Pferde an Ort und Stelle um und zuckten im Staub.

Greenpeace und Vier Pfoten... waren damals noch nicht zu Gange.

Einige Männer rieben die Pferde mit Stroh ab und gaben den Vierbeinern vorsichtig zu Trinken.

Ob sich die zwei Rösser noch erholen würden, konnte niemand vorhersagen.

Jedoch hatten die zwei rennenden Abgesandten der Kampftruppe ganz andere Probleme..
Am Portal..!
Bei den Wachen...!

" ihr könnt sagen was ihr wollt, aber ohne Depesche gibts keinen Zugang zum Bischof.. "

Die Wächter der Residenz waren ziemlich gelassen und sich ihrer Position bewußt..
Natürlich.

Hier in der Stadt hatten die Wachen das große Sagen.
Wer wollte denn schon Probleme, indem er die Worte der Wächter in Frage stellte..?

Hingegen sah es draußen auf dem freien Kampffeld ganz anderst aus.
Aber sehr.. sehr anders..!

" Ihr Vollidioten.., wenn wir nicht unverzüglich zum Kirchenoberhaupt kommen.., geschieht vermutlich  20 Meilen von hier ein Massaker. " 

Und der zweite der Beiden.  .: " und das Massaker findet nicht in der Burg statt.. sondern an unseren Kameraden !! "

Und mit diesen Worten zog er sein Schwert mit der einen Hand.. und seinen Dolch mit der anderen.

" Ich schlachte euch ab wie fette Hühner.., , wenn nicht auf der Stelle Zugang gewährt wird. ! "

Und schreiend standen sich die zwei Soldaten und eine mittlerweile auf 6 Personen angewachsene Gruppe von Torwachen.
Und in dem Augenblick, als auch der zweite Soldat seine Waffen zog... und es kurz vor einem Kampf stand..., 
ging just in dem Moment das Fenster drüben im Hof auf und der Bischof rief heraus, was denn in Gottes Namen dort unten los sei.

" Der Tod ist los.., was glauben sie denn, warum wir zurückgekommen sind ? "

Mit einer Handbewegung winkte der Kirchenfürst die zwei Männer nach oben ins Haus.
Und wie eine Garde.. geleiteten die Torwachen die Männer nach Oben.

Als wenn der Weltfrieden durch die Beiden gefährdet gewesen wäre.

Oben berichteten die Zwei dem Bischof detaillgenau den Vorgang an der Burg.
Obwohl sie das Getöse des Maschienengewehres nur in etwa nachmachen konnten

Daurch jedoch der Bischof selber nicht am Kampf teilgenommen hatte..
..hatte er auch ziemliche Zweifel an der wirklichen Wirkung des Verteidigungsangriffes.

Natürlich.

Wie konnte man denn auch Lautsprecher, Maschienengewehre und Granaten beschreiben.., wenn doch noch nicht mal eine Kanone bekannt gewesen war.

Von dem Zwischenfall mit den Stromdrähten wusten die Beiden ja noch nichtmal etwas.
Sonst wären sie schnurstracks in den Turm gewandert, wo Lügner Betrüger und Volksverhetzer weggesperrt waren.

Aber immerhin hatten sie den Bischof zum Nachdenken gebracht.
Warum mochte der Hauptmann die beiden zurückgeschickt haben, wenn es nicht wirklich ein Problem gegeben hätte ?

Der Bischof zögerte zwar mit der Entsendung von weiteren Soldaten.. 
andrerseits war die ausständige Steuer von einem Zeitraum von knapp 2 Jahren einzuholen.

2 Jahre Umsätze.. , 2 Jahre Geld gescheffelt... 2 Jahre die  10 %  nicht abgeführt.

Und es musten wirklich zwei fette Jahre gewesen sein.
Immerhin hatten die Burgleute drüben das ganze Dorf neu aufbauen lassen.

Einerseits brauchte der Kirchenmann seine Leibgarde sehr wohl, um sich sicher zu fühlen.. andrerseits brauchte er aber auch das Geld der Burg.. um vor dem Papst wieder etwas besser auszusehen.

In der Vergangenheit hatte der Bischof ein bischen zuviel Geld für seine privaten Belange ausgegeben.

Ein stattliches Anwesen im hohen Norden.., gebaut und mit Personal ausgestattet, welches die heilige Kirche in freundlichster Weise bezahlen durfte..
Und dann immer wieder der Drang nach zu jungen und eigentlich für Ihn..., den fetten Bischof..., zu schönen Frauen.
O ja.. das ging gewaltig ins Geld.

Schon alleine die Schweigegeldsummen für die Vermittler.

Und dann war leider auch öfters schon der Vorfall, daß er sich  junge Bedienstete mit falschen Versprechungen in die Residenz gelockt hatte... 
um dann wie ein Tier über sie herzufallen.

Zweimal konnte der Vorfall vertuscht werden.. aber bei einem der anderen Ausrutscher..., wie er es so gerne ausdrückte.., war ein Kind gezeugt worden.
Leider war die Mutter des Kindes selber noch ein Kind.
Und das kostete gewaltiges Geld.

Er mußte das13jährige Mädchen samt ihren Eltern ins Ausland verfrachten lassen und dafür sorgen, daß seine Brut verorgt war.

Ursprünglich hatte er mit dem Gedanken gespielt.., die ganze Familie ausrotten zu lassen.
Blöderweise hatten die Quälgeister jedoch ziemlich viele Verwante im Umland.
Also muste eben wirklich das Geld den Weg ebnen.

Der Papst war zwar selber nicht gerade der Heiligste.., aber beim Geld hörte bekanntlich die Freundschaft auf.

Also musten die Bücher manipuliert werden, die Steuereinnahmen betreffend..
Und somit war der Papst samt den Kardinälen etwas skeptisch.. was die Rechtmäßigkeit der Abrechnungen betraf.

Und wiederum veranlasste dieses Dillema die erpresserische Steuereintreibung.

Sei es wie es sei.. die Garde muste ausrücken.
Weitere 50 Mann mit den damals modernsten Waffen.

Rammböcke..
Fahrbare Schutzwälle..
Feuerkatapulte..

Und zurück blieben nur noch 20 Mann als eiserne Reserve.., falls das Volk rund um Augsburg doch noch einen Aufstand plante.

Dem Bischof war es gar nicht gut ums Herz.
Irgend etwas lief aus dem Ruder.
Er hatte schon seit Monaten solche Alpträume.

Andrerseits.. an die Albträume des 13jährigen Mädchens verschwendete er keinen Gedanken. 

Nicht eine Sekunde.

 Auch nicht daran, daß er in Kürze Vater sein würde.
Naja, vermutlich nicht gerade zum ersten Male.

Noch am selben Tag, in der vierten Nachmittagsstunde rückte die Verstärkung aus.

Die beiden Soldaten hatten leider nicht das Glück, in Augsburg übernachten zu dürfen und sich von den Strapatzen zu erholen.

Nein.

Sie mußten sofort wieder ausrücken.. in Richtung Burg..
In Richtung Gemetzel.

Und auf der Burg fragte sich der eigentlich als Späher ausgesannte Begleiter von Arminas Truppe.. warum er immer noch hier war.

Naja, es gab wirklich viel zu sehen und außerdem.., das war nicht zu verachten.., wurde er durchgefüttert als sei er einer der Burgbewohner.
Irgendwie war er so durch die Maschen geschlüpft.
Irgendwie hatte bisher keiner mehr danach gefagt.., was er denn noch hier wolle.

Und zugegebener Maßen.., naja, ganz ehrlich..
 
er hatte sich auch still verhalten und war wie ein Mäuschen immer irgendwie im Hintergrund geblieben und hatte sich unauffällig zwischen den Männern bewegt, die arbeiteten.

Obwohl.. und das mußte man natürlich auch zugestehen, hatte er sehr wohl auch Hand angelegt und sich beim Arbeiten mit eingebracht.

Aber jetzt muste er wirklich zurück zu seinen Leuten.
Bruno verstand bei solchen Aktionen wirklich keinen Spaß.

Und er hatte aus dem Verborgenen auch gesehen, wie Armina in die Burg gebracht wurde.
Leider hatte er Brunos Auftritt verpasst, weil er panisch in die hinteren Räumlichkeiten gerannt war.

Er dachte nähmlich im ersten Moment, daß Armina bei Kampfhandlungen verletzt wurde und als Gefangene in die Burg verfrachtet wurde.

Aber von Oben, heimlich aus einem der kleinen Fenster spähend.. sah er die Verwandlung der Tochter von Bruno.

Atemberaubend .
Er hatte selten eine schönere Frau gesehen, wie Armina mit gewaschenen und geföhnten Haaren und sauberer Bekleidung.

Puuuhhh, und was für einer Bekleidung.

Jedenfalls mußte er wieder aus der Burg in den Wald.

Und wirklich, nach Rücksprache.. und auch nach einiger Verwunderung..., daß er noch immer da war..
wurde er durch das Tor ins Freie gelassen.

Noch auf der Zugbrücke stehend.., überlegte er, wo sich seine Begleiter wohl aufhalten würden ?
Naja, im Bereich des Weges wohl nicht, denn dort lungerten ja die Bischofsmänner vermutlich herum.

Vorsichtshalber bewegte er sich in Richtung Tümpel, also rechts an der Burgmauer entlang.
Drüben würde er sich im Gebüsch verziehen und auf gut Glück nach Bruno, Armina und den Kollegen suchen.

Aber zu seinem Glück hörte er schon nach knapp 100 Metern ein gurren wie von einer Taube.

O ja, das kannte er.
Arminas Goldkehlchen entsprangen solche Laute zu gerne.

Und er hatte recht behalten.
Schon gleich im ersten Busch kauerten die drei Begleiter im Grünen.

Bruno blickte leider nicht gerade freundlich zu ihm .

Besser gesagt.. er starrte mit glühenden Augen in seine Richtung.
Was den uns bekannten " Waldmenschen " dazu bewog, lieber auf Arminas Seite zu bleiben.

" Was hast du in der Burg gemacht ?  Verdammt !!  Du hattest doch deine Befehle !!! "

Und schnellstens beeilte der ängstliche Kumpane von Arminas Truppe ,.. zu erzählen.

Von dem plötzlichen Auftauchen der Zeitreisenden im Wald...

...wie er keine Wahl hatte, als die Truppe zu begleiten..
...auch den Stromschocker ließ er nicht aus.

Und mit genauster Präzision berichtete er von dem Eintreffen des Hubschraubers.
Ebenso.., daß der Himmelsquirl scheinbar kurz danach zerstört vom Himmel fiel.

Aber er vergaß auch nicht zu erzählen, welch freundlichen Eindruck die Menschen aus einer anderen Zeit verbreitet hatten.

Wie sie   ihn versorgt mit Essen, ganz selbstverständlich in der Burg akzeptierten..
Wie sie   die Burg mit Licht überflutet hatten..
Wie sie   immer wieder darum bemüht waren.. keinen zu verletzen.

Und wieder dachte Armina daran, welch unglaubliche Wirkung die Menschen auf sie gehabt hatten.
Speziell.., welche Wirkung Helene auf sie hatte.

Und Helene dachte auch an Armina.

Zum 3 mal leerte sie den Rucksack aus und suchte andere Sachen zusammen.
Wenn das so weiterging, brauchte sie wirklich mehrere Taschen.

Aber was wäre.., wenn sie einen Fehler machte ?

Sie wurden von Anfang an gewarnt, zu sehr Konatakte zu knüpfen.

Sicher, ihre Aufgabe bestand natürlich aus Kontakten zur Bevölkerung.
Das gesamte Leben muste irgendwie umgedreht werden.

Auch wurden sie so gut wie Möglich von Ahnenforschern überprüft.. ob irgendeine Verbindung zur Zeit von vor 1000 Jahren bestehn konnte.

Natürlich war die Überprüfung nur sehr vage.
Aber eben wegen der Kausalität.. muste der  Stammbaum so weit wie möglich zurückverfolgt werden.

Man wollte doch nicht seine eigenen Ahnen bedrängen oder im Kriegsfall sogar töten..

Denn das wäre das sofortige Aus des Jeweiligen gewesen.., der 1000 Jahre später geboren wurde.

Und dennoch konnte Helene nicht von Armina lassen.

Irgendwie..so im tiefsten Innersten... spürte sie, daß sie ihr Leben für Armina geben würde....

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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