Britta Schäfer

GEDANKEN QUER BEET 2019



Aus der Farbpalette
 

Fließt Quellblau auf klaren Wegen
zum grünen Blick ins Irgendwie?
Das Alltagsgrau mit Garantie
sucht im Rot nach Brücken, Stegen,

die schneeweiß aus Schluchten führen,
mischt rosa Wolken irgendwo.
Der Silberpudel, gar nicht froh,
möcht' sich gelb zum König kühren,

und Orange im Kopf entsaften.
Geschwärzt verblüht das Irgendwann
in der Palette. Malersmann

will das Bunte schnell verhaften,
und lässt kein Wann, kein Wo, kein Wie,
nur Himmelblau im Wörtchen "Nie"



Was bleibt
 

So lang' mir die Sterne scheinen,
kalte Nächte mich nicht knicken,
und auch keine Wehen zwicken,
geh' ich munter auf zwei Beinen

und hebe meine Farben auf,
​​​​leg' sie gekleidet ins Papier,
denn was ich binde, das bleibt hier.
Und wenn ich zwanzig Jahre lauf'.

Vielleicht bin ich ein Schreiberling,
ganz ohne Sinn, mit schiefem Ton,
und meine Auszeit wartet schon.

Doch täglich grüßt der Schmetterling,
singt ein Lied, möcht' Worte weben,
und aus meinen Zeilen leben.


Wellenspiel
 

Sanft getragen auf den Wellen,
schreibt die Sonne ins Gesicht,
klar und warm erfüllt das Licht.
​​​Hörst du, wie die Hunde bellen?

Nein, die wollen uns nicht beißen,
folgen nur dem Wasserspiel,
Oberfläche, einzig' Ziel,
wird am Felsen sich zerreißen,

wie auch wir zerrissen sind,
an den Ufern uns'rer Meere,
Wüsten, Steine, alte Speere,

und am Rande hofft ein Kind,
mit fiebrig Wangen, auf den Tag,
der Sehnsüchte erfüllen mag.


 

Im Fadenkreuz
 

Wortlos häng' ich in den Fäden,
die das Leben uns gewebt,
teils verknotet und geklebt,
stummt in mir das frohe Reden.

Deine Wahrheit dreht sich stockend
in mein fein gerolltes Garn,
Nadeln, die zur Spule fahr'n,
abzudrehen wird verlockend,

Farben würden sich verlieren,
am Ende bleibt vielleicht nur Grau,
ich atme still die Farbe Blau,

will der Kopf auch minimieren,
ich schaukel auf dem roten Seil,
und ahn' der Henker schleift das Beil.



Da war der Wurm drin
 

Das kleine Würmchen vom Montag
lag im Gemüse am Dienstag,
drehte den Magen am Mittwoch,
doch war es fit und hielt sich hoch,

kroch an Steilwänden Donnerstag,
fiel Freitag in den braunen Quark,
ruhte in Winden am Samstag,
und flog Sonntag im stöhnend' Ton

tot in die Kanalisation.



Blumiges
 

Getragen durch die Freundlichkeit,
Herzkritik am Lyriklicht,
leicht und warm die Wahrheit spricht,
wird blauer Raum unendlich weit,

öffnet breite, grüne Wege,
am Marshmallow Stolperstein,
brach noch niemand sich ein Bein,
im geblümten Freigehege,

macht sich der Teufel schnell davon,
nur Muppets Wesen vom Balkon,
möchten bös ' den Finger zeigen,

beim flüsternd Blick durchs Schlüsselloch,
" da läuft was falsch, das seh'n wir doch! "
tanzen Kinder Ringelreigen.
​​​​


Dumm gelaufen!
 

Der taffe Tom aus Oberhausen
wollte mal schnell nach Kölle sausen,
um Tütchen zu kaufen,
ließ Kölsche noch laufen,
hinter Gittern darf er nun schmausen.

Loki Smoker aus Alabama
hatte Daheim ein gutes Karma,
als sie kurz verreiste,
die Dampflock entgleiste,
ihr stand auf dem Fuße ein Lama.

Lottofreund Werner aus Wuppertal,
der tippte recht gut, sechs an der Zahl,
nicht mehr richtig auf Zack,
gab er 's Scheinchen nicht ab,
nun hofft er vergnügt auf 's nächste Mal.

Die dralle Simone aus Lohne,
die sonnte sich gern oben ohne,
schlief auf einer Liege,
da flog 'ne Stechfliege,
nun kühlt sie im Pool die Melone.

Der durstige Bernd aus Bonn am Rhein
ließ gern alle Fünfe grade sein,
er trank zwei Flaschen Korn,
und dann fiel er nach vorn,
als er erwachte, trieb er im Main.



Irgendwo lächelt das Glück
 

Vielleicht bist du heute müde,
oder dir fehlt nur der Mut,
manchmal läuft es gar nicht gut,
fühlst das Leben krank und rüde,

lässt kein Licht im Dunkel sehen,
dümpelst im Gedankensog,
Pech an deiner Jacke zog,
Gegenwind erschwert das Gehen.

Doch stehst du auf starken Füßen,
Kopf und Hand sind tadellos,
bald könnte die Sonne grüßen,

und weicht sie heut' ein Stück zurück,
sitz nicht still und tatenlos,
vielleicht lacht morgen schon das Glück.



​​Flotter Dreier zum Wochenende
 

Die fesche Anette aus Nettetal,
naschte zum Frühstück gerne vom Wal.
Die Lippen voll Fett,
fand sie ganz nett,
nur das Atmen wurd' ihr zur Qual.


​​​​​​Der freundliche Egon von Helgoland,
war für seine Bockwurst bekannt,
doch wurd ' sie kleiner,
da schimpfte der Heiner:
Ab heute stell ich mich vor Ferdinand.


​​​​​Die mollige Antje aus Holland,
die niemals einen Mann fand,
fiel nackt in die Maas,
wo ein Angler saß,
der reichte dem Walross die Hand.



​​​​​Lebens Wahrheit
 

Das Leben ging ihm längst verloren,
der einzig Sinn, sein kleiner Hund,
der ihm zur Seite, Stund um Stund,
zum einz'gen Freund ihm auserkoren.

Er lief bei Fuß, er machte Sitz,
lief folgsam hinters Stöckchen her,
Kraulen und Lecker mocht' er sehr,
und schlief in Bettes mittig Ritz.

Die and're Hälfte war längst leer,
ein Frauchen gab es nimmer mehr,
ist mit dem Traume fort geflogen.

Und wiegt der Tod heut' folgenschwer,
erst starb der Wauwau und dann er,
so ist die Hälfte doch gelogen.


​​​​​Halbe Welten
 

Kalte Wasser stürzten kläglich,
wirkten kühn und überzogen,
und die schwarzen Raben flogen.
​​​​Trautes brach, fast still, vergeblich,

entzog den Wurzeln Energie,
hob parallele Blicke auf.
Traurig schwingt des Lebens Lauf.
Die halbe Welt schreit, bitte flieh.

Doch die an'dre sieht viel heller,
wirft das Urteil in den Keller,
hilft den Verwaisten aus dem Grau,

um in Flüssen fort zu singen.
Und die sanften Lieder klingen,
zum Wunschkonzert ins Himmelblau.



​​​​​​Die Sonne scheint
 

Trockne Bäche liefen über.
Friedlich atmet braches Land.
Was lang' nicht ins Leben fand,
schaut nun freundlich zu uns rüber,

grünt uns so froh aus jedem Blick,
wächst und lebt ganz ohne Scheu,
malt die Farben wieder neu,
schenkt uns'ren Herzen etwas Glück,

in zart umwehter Blütenpracht,
fühlen, wie uns der Frühling lacht,
auf des Tages klaren Wegen,

hat sich Licht in uns gefunden,
​​​​​​und die Kälte überwunden.
Sanfter Regen ist ein Segen!


​​Nicht verwerflich
 

Ich bin nicht taub!
Ich bin nicht blind!
Ich nehm' ihn wahr,
den stummen Schrei.
Ob nun Frau,
oder auch Mann,
​​​​​​dem Herzen
ist das einerlei,
denn tief in uns,
da lebt das Kind.

Es möcht ' lachen!
Es möcht ' lieben!
​​​​​Stolpert und fällt
auf seinem Weg.
Gut und Böse,
schmaler Steg.
Doch die Liebe ist...
geblieben!


Königlich
 

Der König liebt das Kindlein sehr,
gilt das Leben schon verloren,
schwimmt zu ihm ins tiefste Meer,
wird aus Liebe neu geboren.



Geschafft
 

Die Wände tragen frische Farben,
der Untergrund ist wieder weiß,
versteckt gelebte Spuren leis,
und die starken Nägel tragen,

was die Seele sich erträumt:
Des dichten Waldes helle Lichtung,
des blühend Gartens off'ne Sichtung,
und das Meer, lebend umsäumt.

Die Decke hält das warme Laub,
und Sonne blickt durchs Apfelgrün.
Kein Weh und Ach lag im Bemüh'n,

die flinken Hände fühlen taub,
und die Arme heben schwer,
doch der Raum ist nicht mehr leer.

​​​​​​

Zum Interpretieren
 

Die Gedanken laufen über.
War es ein Pfeil, ein bunter Strauß,
ein Seelenkuss oder Applaus?
Manche Worte sind so drüber.

Vielleicht war es auch blanker Hohn,
ein Spritzer Gift, die fiese Kralle.
Lauert dort die Wörterfalle?
Ich, kleiner Mensch, was weiß ich schon?

Ich mag nicht mehr im Nebel steh'n,
und auch nicht durch die Blumen seh'n,
die Zeit darf sinnvoller vergeh'n,

hab' ich auch mehrfach hin geseh'n,
ich kann so Vieles nicht versteh'n.
Und ja, auch Einfaches ist schön.



Die Mauer ist gefallen!
 

Dunkel liegt dir deine Welt,
haltlos kreist der Widerspruch,
ausgedörrt des Herzens Bruch.
Willst uns mahnen, kleiner Held!

Deine Angst blickt grenzenlos,
lähmt im Innern jedes Sein.
Was fällt deinem Geiste ein?
Stellt den Einen gar so bloß,

der uns allen Liebe ist,
niemals ein Seelchen ganz vergisst,
sich auch dir zur Seite stellt.

Ich kann es seh'n das kleine Licht,
den Untergang, den seh ich nicht.
Wir hofften, dass die Mauer fällt.

 

Tränen
 

Es hat Spuren hinterlassen.
Spürst du, wie die Wunde brennt?
Das ist, was Mensch "traurig" nennt.
Tränen lassen, Leid verblassen,

auch wenn der Kopf ganz anders spricht,
kläglich in Gedanken windet,
und sich nicht zur Ruhe findet,
das Herz braucht dieses Denken nicht,

es kennt nur Trauer oder Freud' !
Hast du vielleicht ein Wort bereut,
hat ein Handeln dich beschwert?

So liegt der Schlüssel im Verzeih!
Halt nicht des Kopfes zähen Brei,
und du erkennst der Tränen Wert.
 


Bis bald, kleiner Schatz!
 

Mit dir zog neues Leben ein,
kleiner Liebling, frisch geboren,
uns zur Freude auserkoren,
verzauberst unser Herz allein,

wenn du uns ein Lächeln schenkst,
mit einem Sabberküsschen liebst,
uns einen festen Drücker gibst,
angestrengt Grimassen lenkst.

Doch heute führt es dich hinaus,
mit Mama in die eig'ne Welt,
wo es dir sicher bald gefällt.

Machen das Licht im Leeren aus.
Du wirst nun neue Wege gehen.
Uns bleibt nur "Aufwiedersehen".

 

Brüderlich
 

Zeit meines Lebens bist du gewesen,
hast geliebt, gelitten, gehofft und gekämpft,
in meinen Gedanken, den Ton sanft gedämpft,
gleich einem Buch, hast du mich gelesen.

Was krank in mir brodelt, hast du gesehen,
in meiner Blöße mich niemals berührt,
auf nebligen Wegen hast du mich geführt,
hilfst mir, die Bilder der Welt zu verstehen.

Du bist kein Gott mir! Du bist mir ein Freund,
der große Bruder, zu allem bereit,
im Herzen verbunden, im selbigen Kleid,

das im Innern von Ruhe und Frieden träumt.
Und wenn auch die Küste das Meer nicht mehr säumt,
so trägt uns die Liebe durch jedliche Zeit.



Offene Fragen
 

Und als er ging, stand keine Türe offen.
W​as mir blieb, war nur die Rückwärtsschau,
und am Grab auf Antworten zu hoffen,
das hielt ich niemals und keineswegs für schlau.

Wie soll, was tot ist mit mir Worte sprechen?
Mit den Fragen stand ich hilflos und allein,
Sie kreisten ständig, ließen mich erbrechen,
eine Antwort stellte lange sich nicht ein.

Es lebten Bilder aus entfernten Tagen,
seine Worte, seine Gesten und das Sein,
was er sagte, im Guten und im Klagen,
mit den Jahren fiel mir Vieles wieder ein.

Von der Liebe hat er niemals gesprochen,
obwohl er doch mein liebstes Menschlein war,
fast wäre ich an diesem Los zerbrochen.
Heute weiß ich, seine Liebe stand mir nah.



Nur ein Traum
 

Aus Weiten höre ich das Meer,
sanft plätschernd klingt der Wellenschlag,
ich sitz' am Strand, er geht, der Tag,
orange beleuchtet kommt es her,

leise vergeht der Möwen Schrei,
die Hand schreibt Träume in den Sand,
und Sehnsucht hat mich längst erkannt,
​​​​​​den Fluten gleich kommt sie herbei,

kühl weht der Wind, ich fühl' allein,
fang letzte Sonnenstrahlen ein,
und hoffnungsvolle Abendstund',

zaubert ganz warm Erfüllung mir.
Das Meer ist voll, und du bist hier,
​​​​geboren aus des Herzens Grund.


​​​
Vergraben
 

Hoffnung geht ganz schnell verloren,
wenn hart das Rad des Schicksals spricht,
ein Lebensbaustein von uns bricht,
als wär's Unrecht neu geboren,

und Traurigkeit erfüllt das Herz.
Warum? Wozu? Schwer wiegt das Leid,
hüllt 's Dasein in ein schwarzes Kleid,
fast unerträglich lähmt der Schmerz,

und sperrt dem Licht die Türen zu,
sucht in der Einsamkeit die Ruh'.
Ans Gute glauben, schleicht sich fort,

in Mauern der Vergangenheit,
fließt leblos hin die Lebenszeit.
Der Friedhof ist kein schöner Ort.
​​​​​​

Drei Lilien
 

Der Himmel sang ein Lied für mich,
von Leichtigkeit und Hoffnungsgrün,
dass Omas Lilien nie verblüh'n,
und heute summ' ich es für dich,

die Melodie vom Reitersmann,
der schattig über Gräber fiel,
gnadenlos den Tod zum Ziel,
weil er ja gar nicht anders kann,

als das Liebste uns zu nehmen.
Doch geht die Liebe niemals fort,
sie zwinkert uns an jedem Ort,

und begleitet uns im Sehnen.
Die Liebe sang ein Lied für mich,
und heute summ' ich es für dich.
 

 

Danke schön!
 

Ich dank' dem Himmel für die Güte
und deinem Herzen für die Reise,
ja, dem Gedanken gleicherweise,
der zu mir flog aus selber Tüte.

​​​​Ich dank' dem Tag für das Geschenk,
mir lacht so froh der Sonnenschein,
und ich fühl' mich nicht allein,
wenn ich an uns're Worte denk'.

Ich danke dir für das Vertrauen,
weiß, ich kann Häuser darauf bauen,
und, dass kein einziges zerfällt,

und ich danke für das Leben,
das die Liebe mir gegeben,
den kleinen Einblick in die Welt.

 

Generationenwechsel
 

Sie sehnen die Lichter und sehen sie nicht,
sie knurren und murren und reden vom Leid.
Harrend im Winkel der vergangenen Zeit,
​​​​​​schmolz ihnen Liebe, nur das Auge wurd ' weit.

Sie drehten die Münzen und hatten kein Geld,
die Schlange des Hungers erweckte die Gier,
Butter und Zucker waren kostbare Zier.
Gestrandete in einer Nachkriegswelt.

Was sie oft vermitteln, ist Stolz uns und Wut,
in den Adern fließt aufwärts noch immer das Blut,
das braun über menschliche Ufer tritt,

und junges Lächeln mit Hass vergiftet,
doch Intoleranz keinen Frieden stiftet.
Bleibt Hoffnung im Gehen. Nehmt das bitte mit!

 

Ich hab' Hunger
 

Die Schmetterlinge schlüpften wohl
in der Nacht aus rotem Mohn,
ich spürte sie am Morgen schon,
tanzten in meinem Bauch, noch hohl,

schwirrten Zickzack und im Kreise,
sangen mir vom kleinen Glück,
einmal Himmel, und nie zurück.
Da sprach der Gedanke leise:

Nein, mein Kind, das soll so nicht!
Schatten werfend floh das Licht.
Ich würd ' so gern, auf und davon,

gleich den Faltern, raus aus mir,
schwebend auf dem Weg zu dir,
und bleib' doch knabbernd im Kokon.


Ein Tropfen Nietzsche

Das Herz verklärt im kopfbestimmten Denken,
nur Kamele tragen gern die volle Last,
nehmen jeden Berg, noch g'radlinig, in Hast,
als dürften sie sich keine Pause schenken,

denn sie knechten, bis der Höcker ihnen bricht,
und sich ihr Sein zum Löwenkopfe wandelt,
der im Gebrüll oft eigenmächtig handelt,
auf seiner Jagd ins letzte Abendlicht.

Ist dort noch jemand, den er jagen kann?
Das Kamel ist fort, und Einsamkeit klopft an,
und der Löwe bricht in Tränen, wird zum Kind,
das schmerzlich lernt, wo seine Grenzen sind.

Ein kleines Rad, das immer wieder fällt.
Der Tropfen Nietzsche, ein Sinnbild unserer Welt.
 


Wir wirken

Wir wirken im Gegenüber
und werden in uns selbst.



Die Antwort
 

Ruf mich nicht. Du hast mich längst verlassen.
Du sahst in mir, was ich nie war und bin,
und fliehst zurück auf deinem Weg dahin,
unser Bild wird dir schon bald verblassen.

​​​​​Ruf mich nicht. Ich werde dir nicht folgen,
und deine Schnüre kann ich kaum versteh'n,
​​​ich fühle, wie die Kräfte aus mir geh'n,
am Tag schon müd', Schweigezeit ist golden.

Zweifel hat den Zweig schon fast gebrochen.
Ist noch Licht in dir? Ich spüre deine Qual.
Verlierst du dich in deinem finst'ren Tal?

Wo Tod nur ist, da kommt er gekrochen.
So, ruf mich nicht! Ich wart' am hellen Ort,
wo Liebe ist, doch gingst du hinkend fort.

 

Taschentuch
 

Wir schubsten uns auf nebeligen Wegen,
die Steine hab' ich müde überseh'n,
ich bin gestolpert, doch ich kann noch geh'n,
lauf' wackelig auf ziemlich schmalen Stegen,

wohl hoffend, dass mich deine Stimme lenkt,
und in glasklaren Worten zu mir spricht,
Vertrauen nicht wie morsche Zweige bricht,
und unser Blick sich weder hebt noch senkt.

Noch spüre ich das Flüstern in den Kammern,
fühl wie das Wasser in die Ebbe zieht,
das letzte Bild in meine Träume flieht,

auf hellem Weg verstummt des Holzes Jammern,
und setzt auf grünen Wiesen Fuß vor Fuß
und winkt ein weißes Taschentuch zum Gruß.

 

Ich bin okay
 

​​​Als wollten alle Worte zu mir sprechen
und lassen mich dann kalt im Regen stehen,
begleitet von des Kopfes tiefste Wehen,
soll daran nun mein Innerstes zerbrechen?

Ich bin ein Mensch gepresst in viele Normen,
​​​​​​und auch die Frau, vertraut mit einem Mann,
ein Geist, der längst nicht alles weiß und kann,
im Angesicht des Tages neuer Formen,

bin ich Kind, das sich freut und manchmal weint,
Hoffnung wächst, wenn die Sonne mir nicht scheint,
mich wärmt die Liebe und die Fantasie.

Mag Dummheit dir aus meinen Worten lachen,
kannst du dich gern darüber lustig machen,
letztlich bleibt nur mein bisschen Poesie.
 

 

Raus aus der Form
 

Der Frühling trägt ein Blütenkleid,
und keine neue Norm,
Das Blumenmeer macht sich bereit,
fließt mir nun aus der Form.

Gedanklich lacht der Sonnenschein,
wirft flott das Alte fort,
läßt das Sonett so nett mal sein,
nimmt Platz am grünen Ort,

auch in Ecken und an Schranken,
kein Gänseblümchen bleibt allein,
farbenfroh die Verse ranken,
vogelfrei, der Piep muss sein!



Spirit

Mir war, als würd ' ich tief in mir verbrennen,
was mir noch gut, erfror in meinem Raum,
doch dein Gedanke lebte meinen Traum
und keine Nacht wird mich vom Tage trennen.

​​​​Du bist das Buch der unbeschrieb'nen Seiten,
ein Stückchen Welt, das ich zum Werden brauch',
und das Gefühl, in das ich gerne tauch',
auf den Wogen der fast vergess'nen Weiten,

wo Luft uns ist, noch weiter wird, und bleibt,
und uns nichts drängelt, fordert, stößt und treibt,
unser Lied in müden Adern neu erklingt.

Ich weiß, wir können so viel Schönes bauen,
​​​​​​und spür' mein Herz, es kann dir blind vertrauen,
wenn es mir leise von deiner Liebe singt.



Unaufhaltsam
 

Die Zeit, sie dreht sich nicht im Glück,
sie läuft auch morgen noch im Kreis,
obwohl sie von sich selbst nichts weiß,
läßt sie die Spuren doch zurück,

die das Leben mit sich brachte,
und nun der Wind im Staub verweht,
Erinnerung zu Luft vergeht,
unaufhaltsam, still, noch sachte.

Weißt du, wie das Kind uns lachte?
Vergessen ist bald Raum und Stund',
heut', mein Schatz, der Tag lief rund,

weil er noch uns'ren Namen dachte.
Wird mich das nächste Jahr noch seh'n?
Ich kann dir nur zur Seite steh'n.



​​​​​​Schande an der Wand
 

Gemaltes Bild im schönsten Ton,
leuchtet so bunt ins Aug' hinein,
die Striche punktgenau und rein,
ein Könner, das erkennt man schon,

gab' der Kunst den eignen Zauber,
in fein gewebter Farbenpracht,
die fasziniert im Blicke lacht.
Doch war der Gedanke sauber?

Was vermag der Geist zu sagen?
Der Pinselstrich im Rampenlicht.
"Erkennt das Herz die Schatten nicht?",

hört das Ohr den Künstler klagen.
Da klatscht der Einblick in die Hand,
die Schande hängt nun an der Wand?



​​​​​Lachen
 

Es war einmal ein kleiner Mann,
sein Name war Herr von Puphahn,
der spazierte über den Damm,
und er lachte, lachte, lachte,
bis es in die Hose krachte.

Und weißt du, was er dann machte?
Ja, er lachte, lachte, lachte!

​​​​​​

Puzzle
 

Wir sind Vögel ohne Flügel
und Äffchen mit viel Sprachverstand,
Chamäleons im weißen Sand
und Kamele auf dem Hügel,

Löwen, die die Welt bebrüllen,
der Wurm, der sich im Watt versteckt,
die Maus, die gern am Käse leckt...
Zahllos' Bücher könnten füllen,

was der Mensch im Ganzen ist;
wenn auch der Geist die Seiten schlingt
und hoffnungsvoll nach Wissen ringt,

das er am Ende eh vergisst,
wird er bald scheitern, gleich dem Kind,
​​​​​​in dem die letzten Teilchen sind.

​​​​

Auf meinem Weg
 

Morgen liegt im frühen Taumel,
noch ist nicht Tag und auch nicht Nacht,
die Asphaltbahn ist schon erwacht,
spür' wie ich am Gurte baumel,

im tristen Anblick dieser Welt,
die müde mir entgegen winkt,
so fahl und flau im Magen ringt;
die Blechlawine rollt im Geld.

Der Himmel zeigt sich tränenreich.
Der Regen fällt. Gedanken weich.
Und Äste flieh' n im Schilderwald.

Ich würd' gerne weiter schreiben,
noch ein wenig in mir bleiben,
jedoch das Auto bremst zum Halt.


Zwischen Himmel und Erde
 

Zwischen Himmel und Erde liegt nur das Wir,
wir wachsen in Obhut wärmender Schöße
und schrumpfen im Hagel eisiger Stöße.
Vereint sind wir Menschen mit Pflanzen und Tier.

Wir kuscheln und hegen und pflegen die Zier,
wir jagen und schlachten und roden die Art.
Macht der Hunger uns rauh? Und Sättigung zart?
Zwischen Leben und Sterben liegt nur das Wir,

entzweit von des Menschen unbändiger Gier,
nach Wärme und Nahrung, nach Wissen und Geld,
verzerren wir schändlich die Schönheit der Welt.

Zwischen Himmel und Erde sind nicht nur wir.
Wir wachsen im Schoße der kränkelnden Welt.
Sie wird uns verstoßen, bevor sie zerfällt.

 

Zurück
 

Es ist noch gar nicht lange her,
als ich den großen Saal betrat,
aus Liebe zur Gedankensaat,
denn Austausch fehlte mir doch sehr,

die Freude meiner Wiederkehr,
floß herzberührend durch das Wort,
friedlich erschien mir dieser Ort,
doch heute wiegt der Irrtum schwer,

denn die Vielfalt der Gedanken
weist manch' Quälgeist gern in Schranken,
und Zwang macht niemals froh und frei.

Ich schleich' zur Eingangstür zurück,
verlass' ein kleines Stückchen Glück,
und weiß, dem Hai ist's einerlei.

Goodbye!

 

Vom Haselstrauch
 

Die kleine Nuss vom Wegesrand
ist herb-sauer aufgestoßen,
mag sie gleichen jenen Großen,
ein bitt'rer Nachgeschmack entstand,

doch nährend war sie allemal,
nicht so, wie die hohlen Schalen,
die sich in der Sonne aalen,
im Innern jedoch leer und fahl,

den Haselstrauch in Frage stellen
​​​​​​und Antworten schnell Äste fällen,
obwohl sie reife Früchte reichen,

die nährstoffreich und knackig-rund,
ein Wohlgenuss im lächelnd Mund
und einem Seelenkusse gleichen.



Melodie der Fantasie
 

Auf den Gründen tiefer Meere,
erstrahlt die zarte Blütenpracht,
die feinfühlig zur Sonne lacht,
schlafend stimmt der Dornen Schwere,

im weißen Saal der Melodie
trägt der Fels die roten Rosen,
Seepferdchen, die sanft liebkosen,
im leisen Tanz der Fantasie,

die zu Balsam sich verbunden,
gleich dem Kuss auf heilend' Wunden,
fließend sich ins Herz bewegen,

mit berührend, kleinen Wellen,
streichelnd an den Klippen schellen,
und am Strand zur Ruhe legen.
 

 

Das gute Wort im Zweifel
 

Wer glaubt denn schon das gute Wort,
wenn der Zweifel Platz genommen?
Rufe werden nicht vernommen,
an jenem nebeligen Ort,

der klare Ansicht von sich weist,
niemanden zu Tische bittet,
selbstverloren, ungesittet,
in einen wirren Garten reist,

um den Hunger zu verbrennen,
und die letzten Seelen rennen
zurück ins helle Ahnenlicht,

auf gewohnt, vertrauten Wegen,
Liebe, Wahrheit, welch ein Segen,
teilen im Bund der Weisheit Sicht.

​​

Wortleichen
 

Das neue Wort stirbt alt bei Nacht,
schon lauert der frische Morgen,
an dem die Eintagsfliege lacht,
- hat heut' Nacht die gleichen Sorgen.

​​​

Karussell der Träume
 

Wir träumen von der heilen Welt,
von Liebe, Glück und Sonnenschein,
von Harmonie und Luft, die rein,
ohn' Staub und Schmutz, den Tag erhellt,

dass klare Flüsse wieder fließen,
im Meer gesundes Leben wohnt,
wohlwissend, dass der Traum nicht lohnt,
denn beim täglich Blutvergießen,

aus Hass, aus Wut, aus Neid und Gier,
wirkt eiskalt die Macht der Riesen,
sterben unsre Blumenwiesen,

der Schmetterling ist nicht mehr hier,
aus aller Ängste magisch' Sog,
er heim in unsre Träume flog.
 

 

Mein Kopf platzt
 

Im lauten Ton der schrillen Welt
ist mir, als ob mein Kopf zerbricht,
ich wär' gern taub, ich möcht ' kein Licht,
niemand, der sich zu mir gesellt

und mich in meiner Ruhe stört.
In meiner Watte, ganz allein,
kann ich mir Heil und Antwort sein,
weil dann das Ohr mich selbst nur hört,

Worte wieder zu mir finden,
sich nicht wild im Kreise winden
und jede Pein im Puls vergeht,

​​​​​​wenn leis' Musik in mir erklingt,
mit frischem Atem weiter singt,
der schrille Ton im Wind verweht.
 

 

Die Pflicht ruft

Nun hat mich der Alltag wieder,
Genesungszeit, sie ist vorbei.
Versink' im grauen Allerlei,
denn die Pflicht spielt ihre Lieder,
 

von "Mach und Tu" in Perfektion,
von Weisungen und Regelwerk,
da bin ich nur ein kleiner Zwerg,
ein Roboter mit gutem Ton,

der gern' vergisst, was ich auch bin,
wenn ich mich nicht auf mich besinn',
bis sich des Werktags Türe schließt,

und Abendruhe bei mir find',
daheim, wo meine Kissen sind,
und jedes "Muss" ins Abseits fließt.

 

Das Herz braucht keinen Duden
 

Ein kleines Wort an jeden hier
mag ich gern von Herzen schreiben,
ja, die Wörterbücher bleiben,
wie immer, weit entfernt von mir,

weil "Einfach" greifbar zu Euch spricht
und dann die Botschaft leichter schwingt,
die ohne Worte aus mir klingt.
Nichts Fremdes uns den Fluss zerbricht,

der auch zwischen den Zeilen fließt
und sich im Fühlenden ergießt,
als kleine Herzensmelodie,

in einer Sprache klar und rein,
stellt sich ein Miteinander ein,
denn einen Duden braucht es nie.



​​Genug ist Genug
​​​​​​

Ich komme heim und atme Luft,
die meinem Wohle gar nicht schmeckt,
den Morgen hinter 's Licht versteckt,
bleibt nur zurück der fade Duft,

der tief in mir nach Wahrheit schreit
und messerscharf ins Herz sich eilt.
Wer hat an meinem Ort geweilt?
Doch nur der Nebel macht sich breit,

steht schon auf dem Tisch geschrieben.
Frohsinn ist mir nicht geblieben,
in jedem Winkel Lug und Trug.

​​​​​​Sorglos ' Spiel wurd' hier getrieben.
Ächten mich, doch woll'n mich lieben?
Ich warte auf den nächsten Zug.


Für Dich
 

Ich widme diese Zeilen Dir,
weil Du nun meine Verse liest,
so hoff‘ ich, dass der Text auch fließt,
ja, denn beim Schreiben dacht‘ ich mir:

Ich möcht‘ Dir was Schönes schenken
und nichts, was Dich belasten kann,
ein lieber Gruß an Frau und Mann,
​​mag dabei an Frühling denken:

An nasenweichen Blumenduft,
Kinderlächeln voller Wonne,
an die herzerwärmend' Sonne.

Schick' Dir ein Küsschen in die Luft,
und wünsch‘ Dir einen tollen Tag,
für Deinen Blick, lieb "DANKE“ sag.



Mut zum Sonntag
 

Ich wünscht' der Blinde könnte seh'n
und der Taube wieder hören.
Was kann mich der Staub denn stören?
Ach, lass den Lahmen wieder geh'n

aus dunkler Einsamkeit ins Licht,
zum Flusse, wo das Leben schallt,
wenn auch die Angst die Fäuste ballt,
der Liebe Flügel bricht sie nicht.

Unermüdlich streut sie Gutes,
hebt all das Schöne uns empor,
sie öffnet jedem Tür und Tor.

Wären sie doch frohen Mutes,
und schauten, lauschten, hüpften auf,
sie fänden Sonnenstrahl zu Hauf.


In stillen Stunden

Ich weiß nicht, wo du heute bist,
ob du jetzt gerade an mich denkst,
und wem du deine Zeit nun schenkst,
ob du mich manchmal auch vermisst,

in stillen Stunden ganz allein?
Noch kein Brief, kein Bild, kein Zeichen;
wie kann ich dich denn erreichen?
Er trägt sich schwer, der Herzensstein.

Verzeihend würd‘ ich dich so gern,
fest in meine Arme nehmen,
und ein Ende hätt‘ das Sehnen.

Ach, niemals warst du mir so fern.
Öffnest die Tür und kommst zurück,
ist meines Traumes letzter Blick.


Gedankenreise

Ich würd' so gern ein Weilchen nur sinnieren,
kein Finger rühren, der Arbeit widersteh'n,
gar nicht beachten, wie sich die Zeiger dreh'n,
im Kopfe meine Verse nur kreiieren,

die später dann auf weißen Zetteln reifen,
​​​​​​und sich bald wie von selbst im Rahmen betten,
weil sie die eine Botschaft für mich hätten:
Nun hast du Zeit, lass die Gedanken schweifen.

Und während ich so dichte und so denke,
den einen Blick zum offnen Fenster lenke,
da verschwindet schon des Alltags helles Licht.

​​​​​​Und wieder geht ein langer Tag zu Ende,
der letzte Vers bringt mir die frohe Wende,
legt dem vollen Mond ein Lächeln ins Gesicht.


Lückenlos

Mir fehlt:
Der Punkt am Morgen.
Das Komma am Nachmittag,
das Ausrufezeichen am Abend!

Mit einem Satz:
Ich habe keinen Platz.


​​​​​​Vorwärts

Heute sing' ich neue Lieder,
mag nicht mehr auf der Stelle stehn',
immer dieses "Auf und nieder",
ein Schritt nach vorn wäre ganz schön.

Ich hab' nie gelernt zu tanzen,
doch klingt in mir die Melodie;
trag' die Luftballons im Ranzen,
denn ich hab' Atem, wie noch nie.

Was soll ich auf morgen warten?
...und gestern liegt so weit zurück;
Hier und heute will ich starten,
​​​​​​ich geh' den Schritt und sing' vom Glück.
 

(C) Britta Schäfer 2019

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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