Heinz-Walter Hoetter

Der Mensch und die Leere oder das Nichts

Allgemein, also alltagssprachlich, versteht man unter Leere schlichtweg „das Nichts“ (denn wo nichts ist, da kann auch nichts sein, also Leere).


 

Gibt es überhaupt eine absolute Leere oder ein absolutes Nichts?


 

Das Nichts ist sozusagen das Fehlen von "Allem". Aber genau genommen kann es ein totales, absolutes „Nichts“ nicht geben, da ja immer etwas ist und nicht nichts.


 

Leere bedeutet in der Physik "Vakuum". In der Astronomie bedeutet es "das Fehlen von Materie".


 

Allerdings stimmt das nicht ganz.


 

Selbst dort, wo Materie angeblich fehlt, befindet sich immer noch ein minimaler Restbestandteil von ihr (der Staub zwischen den Sternen = interstellare Materie, auch in Form von Gasen usw.).


 

Wenn der Satz stimmt: "Es war schon immer etwas und nicht nichts", dann dürfte es demnach keine Schöpfung (oder Urknall) geben, sondern lediglich nur eine "Umwandlung".


 

Der Begriff "die Leere" oder "das Nichts" ist demnach grundsätzlich abwegig und als unlogisch zu bewerten. Diese Begriffe (von Leere und Nichts) sind reine (intellektuelle) gedankliche Spekulation.


 

Nun kann die Leere aber auch eine seelische Erfahrung sein, wie wir wissen.


 

Das Bewusstsein des Menschen ist die Voraussetzung für das Denken. Würde das Denken ein Nichtbewusstsein denken, dann entzöge es sich selbst seiner Grundlage, eben denken zu können. Das Bewusstsein wäre ohne sein Denken und ohne seine Gedanken gedankenlos (und damit leer).


 

Das ist aber nicht möglich.


 

Leere und Nichts kann es (nach meiner Feststellung) aber nicht geben. Höchstens kann die Leere soviel wie "die Abwesenheit von Etwas" bedeuten.

Leere bedeutet unter anderem auch Stille. Die Stille ist, wie die Leere, eine Form der Wahrnehmung bzw. der sinnlichen und seelischen Erfahrung. So nimmt man z. B. in der Stille Geräusche besonders gut wahr.


 

Man sollte nie den Versuch unternehmen, die Leere oder das Nichts zu begreifen. Das kann man nicht, weil das einfach nicht funktioniert. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das Bewusstsein des Menschen hat immer den Drang Form und Gestalt zu entwickeln. Gelingt das nicht, bekommt das Bewusstsein des Menschen schlichtweg Angst vor der vermutlichen Leere oder dem vermutlichen Nichts, weil beides form- und gestaltlos ist.


 

Der Mensch hat immer das Bedürfnis nach „Zugehörigkeit“. Das gilt auch für sein eigenes Bewusstseins, weil Zugehörigkeit immer ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.


 

Denn im Grunde genommen sind wir eigentlich immer „hilflose Wesen“.


Denkt mal darüber nach.


 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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