Britta Schäfer

GEDANKEN QUER BEET 2013


 

Mit Herz und Verstand
 

Was ich so schreib, das hat doch keine Größe,
denn kein einz'ges Werk könnt' allein besteh'n,
es hoch zu loben bringt mir Scham und Blöße,
es ist mit keinem Siegel zu verseh'n.

Die einfach' Wortgeflechte, die ich webe,
sprechen zu Dir und Dir und auch zu mir,
bemustern was ich fühle, bin und lebe,
im Gestern, Morgen, Heute, Jetzt und Hier.

Vielleicht sind sie ein Spiegel vieler Seelen
und laden Dich zum Weiterdenken ein,
doch wo Verstand und Herz uns gänzlich fehlen,
da mag der Sehende nicht gerne sein.

Was ich so schreib, das bringt mir keine Größe,
doch Freude, wenn die Massen es versteh´n
und sicher bringt´s mir keine Scham und Blöße,
kannst Du´s mit einem Kopfnicken verseh'n.


 

Alles im grünen Bereich


6:19 Uhr ganz genau,
heb' mein Haupt vom Sitz und schau',
fragend durch die Ausgangstür,
bleibt Dein Lächeln heut' bei Dir?

Vielleicht ist Dir mein Wort zu viel,
die Art des Denkens zu subtil,
was innerlich nun sehr geniert,
so dass mein Blick ins Leere führt.

6:20 Uhr ganz genau,
suchend steh` ich da und schau
auf das rote Ampellicht,
es wird grün, doch Du gehst nicht;

wartest lächelnd nur auf mich...
Fragen, die ergeben sich.

 


Genug gelitten
 

Mein Herz, es hat sich losgesagt
von Dir und Deinem Leiden;
und wenn auch manches Tränchen fließt,
ich werde Dich nun meiden.

Denn leidest Du, dann leid auch ich,
weil mir Dein "Weh" den Atem raubt,
drum ist es besser, wenn ich geh...
hast wirklich Du an uns geglaubt?

Im Kummer lehnst Du alles ab,
kommst kein Stückchen mir entgegen;
Du wählst für Dich den Leidensweg,
doch ich möchte jetzt LEBEN!

 


Für Gewöhnlich ungewöhnlich
 

"Ungewöhnlich" ist ein Wort,
es trägt die Gewohnheit fort,
schreibt keine Norm, wirkt fast verrückt,
ist andersartig und entzückt,

sprengt die Grenzen, bricht die Wand,
rutscht über den Tellerrand,
hüpft ins täglich Einerlei
und würzt den faden Alltagsbrei.

"Ungewöhnlich" ist ein Wort,
begegnet uns an jedem Ort,
mal Kleckerweise, mal am Stück,
bringt`s für Gewöhnlich auch noch Glück.


Und wo bist DU?

Bleibt das ICH im WIR zurück,
sucht das Herz bald wahres Glück.

 


Herbstmuse

Oh nein, mein Herr, ich kenn Dich nicht,
doch irgendwie scheinst Du bekannt,
Dein Lächeln ist's, was mich besticht,
es schreibt "Ich mag Dich" an die Wand.

Und jeder nahe Augenlick
eröffnet mir die Illusion,
gibt meinem Herz den täglich Kick;
was morgen ist, wer weiß das schon.

Oh nein, mein Herr, ich kenn Dich nicht,
sind uns ein Stückchen weit bekannt,
doch meines Herbstes Zaubersicht
geht mit der Muse Hand in Hand.



Im Zwiespalt

Nach Außen steh' ich meinen Mann,
doch innerlich fühl' ich mich klein,
nicht nur, dass eine Frau ich bin,
ein Kind konnt' ich nie wirklich sein.

Was ungewöhnlich anders ist,
das wurd' mir stetig untersagt,
doch was ich wünsch' und was ich bin,
danach wurd' ich niemals gefragt.

Die Träume einer Denkerin,
die haben selten einen Wert.
"Sei bloß nicht albern, trag Vernunft,
sei tadellos, mach nichts verkehrt.

Heut weiß ich: Nein, das bin ich nicht,
auch wenn ich oft nicht anders kann,
im Innern tobt das kleine Kind,
nach Außen steh' ich meinen Mann.


 

Alltagsgruß

Motorengeräusche auf grauem Asphalt,
ein Bad in der Menge, die Blicke, noch kalt;
und Eisen auf Eisen gleist stumpf mich zum Ziel,
bekannte Gesichter, sie sagen nicht viel.

Das Trapsen der Treppe klingt jeden Tag gleich,
die eiligen Schritte ins Untergrund-Reich.
Es hallt durch die Gänge befremdlicher Fuß,
verschlossene Münder; kein Hallo, kein Gruß.

Wir rennen und hetzen um pünktlich zu sein,
die Ohren versiegelt, mit Knöpfchen allein;
mit Technik in Händen, ohn' Konversation,
auf's Aussteigen wartend in Fluchtposition.

Die Ampel auf Rot...steh ich ein Moment still:
Ich darf es! Ich kann es! Und ja...auch: Ich will.
Und Frohsinn des Herzens, am Morgen, im Hier,
begrüßt mich alltäglich lächelnd mein Murmeltier.



Zum Fall

Du glaubst, Dir liegt die Welt zu Füßen,
doch Füße hat auch diese Welt
und holt sie erst zum Tritte aus,
ist´s oftmals schlecht um Dich bestellt.

Denn jene, die Dich heut noch grüßen,
blicken nach Fall auf Dich herab.
Und mancher Tritt ist folgenschwer,
bringt auch den stärksten Mann ins Grab.

Ach, liegst Du erst der Welt zu Füßen,
dann aal Dich nicht, steh wieder auf!
So wahrst Du stilvoll Dein Gesicht
und Deinen Weg im Lebenslauf.

 

Wort-Geschenke

Zufrieden schenkt die Feder mir
ein kleines Wort zum "Glücklichsein",
ich heb den Kopf und bring es dir,
nun lächelt es für dich allein.

 

Abgekabelt

Im virtuellen Allerlei
scheint Vieles Dir ein Freund zu sein,
doch drückst Du dann das Knöpfchen AUS,
bist einsam Du und ganz allein.


(C) Britta Schäfer 2013

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