Britta Schäfer

GEDANKEN QUER BEET 2012

 

Verlorene Welt

Verloren liegt die Welt in mir,
die Träume hat geboren,
die Illusion vom Ich ins Wir
zum Scheitern auserkoren.

Gelebt, gelacht, gehofft, geweint,
täglich neu ein Bild gewebt,
das uns die Zukunft nun verneint,
weil das Heut im Chaos schwebt.

Irrlicht gab der Seele Flügel,
schreibt die Träne ins Gesicht,
denn zum Berg wurde der Hügel,
an dem nun das Herz zerbricht.

Geboren wird die Welt in mir,
zum Träumen auserkoren,
die Illusion vom Ich ins Wir,
die hab' ich längst verloren.


 

Einseitig

Gebe ich dir,
gibst du auch mir.
Gebe ich dir Nichts,
gibst du mir auch Nichts.

Zwanghaftes Tauschen
von dir zu mir?

Ich verzichte
im „Jetzt und Hier“!




A la Phantasia
 

Kommt mit, wir schnüffeln heute mal,
im Kochstübchen von Großmama,
denn sie kocht dort ganz froh und frei
nach Brauch von „La Phantasia“.

Vieles könnt ihr dort vernaschen,
es ist ein magisch‘ Gaumenspaß,
süß und bitter, sauer, salzig,
von allem etwas, ganz ohn‘ Maß.

Blaubeerkäse, Erdbeermuscheln,
Lakritzkekse mit Kaviar,
Zuckerschnitzel, Salzmelone,
mit Pfirsichlachs in Brühe, klar.

Currytorte, Kümmelpudding,
vielleicht ein Mozzarellaeis?
Oder Mortadellakuchen,
dazu ein Töpfchen Schokomais?

Köstliches Vanilliehühnchen
mit viel Bananengurkencrem`,
zum Nachtisch ein Zimtradieschen,
für Oma ist das kein Problem.

So, nun ist Schluss, genug geschlemmt
vom kunterbunten Allerlei,
denn naschen wir zu viel davon,
brauchts ´s Bäuchlein Zwiebackkräuterbrei.

Doch habt ihr wieder einmal Lust,
auf ein Menü von Großmama,
dann kocht im Kopf ganz froh und frei
ein Mahl nach „La Phantasia“.

 

 

Lachend und weinend
 

Da lacht ein Aug‘,
weiß doch das Herz,
das Werk ist bald vollbracht...
und mit ganzer Kraft
hat Mensch das Beste draus gemacht.

Doch weint ein Aug‘,
weiß auch das Herz,
dass bald nicht mehr vereint,
was Mensch so lieb gewonnen hat
und freundschaftlich erscheint.

So wechselt diese Tage stets der Blick.
Dass sie sich trafen,
war sicher nicht nur Glück,
doch bald muss jeder
auf seinen Weg zurück.




Vom Blättlein

Ein Blättlein tänzelt hoch im Wind,
noch kräftig hält ´s der Baum
und viele andere bei ihm sind.
Farbig der Herbstestraum.

Es wackelt hin und wackelt her,
sieht manchen Nachbarn fallen,
fällt der Abschied auch sehr schwer,
so ergeht ´s am Ende allen.

Doch das Blättlein zappelt heiter,
in des Herbstes warmen Farben,
und der Wind bläst böig weiter,
hinterlässt ihm viele Narben.

Ein Blättlein tänzelt bald im Wind,
hängt ganz allein am Baum,
die Kräfte fast zu Ende sind,
fällt schwebend ein in ewig´ Traum.

 

 

Flotter Dreier zum Wochenende

Billiger

Ein junger Bursch' aus Kanada,
der immer bei der Anna war,
ging "schwarz" zu Renate,
fünf Euro am Starte,
denn… „Haare schneiden“ kann sie ja.

Zartes Stimmchen

Ein Dorfkälbchen aus Bukarest,
das niemals nie das „Muhen“ lässt,
fand auf der Weide
ein Stückchen Kreide,
singt heut‘ im Chor von Budapest.

Aua!

Ein Blondchen aus Ibbenbüren
wollte Nägel maniküren,
nahm eine Zange
und gar nicht lange,...
da schlug ihr ein Kopf an die Wange.


 

Verrückt? :o)

Sonnenrot bedeckte Sterne
und grün- gelb getupfte Kühe?
Dieses Tam-Tam aus der Ferne…
Herr im Himmel, ich hab Mühe,

das mit dem Verstand zu fassen,
Teufel raucht ne´ Friedenspfeife,
schwarze Schafe, sie verblassen…
Nein!... Das ist kein Schloss aus Seife!


Im Herzen blüht der Zauberstrauß
und farbig strahlt die graue Maus,
legt schnell das Märchenbuch zurück,

schickt lautes Lachen in die Welt,
gebührenfrei,…ganz ohne Geld.
Ist das verrückt? Nein!...Ich nenn´s Glück!

 

Die letzte Kraft

Der Sommertraum ging schon zur Ruh`
Herbst singt nun auf seine Weise,
ich schließ ganz fest die Augen zu…
denke an die Frühlingsreise

und fühl in mir des Windes Spiel,
kaum sichtbar schweigt Erinnerung.
Das tanzend Laub vergeht am Ziel,
im fließend Jahr, das nicht mehr jung.

Doch weiß ich um die starke Kraft,
die tief in meinem Herzen wohnt,
die aus Vergang‘nem Neues schafft
und die mit Weisheit mich belohnt.

Wartend auf des Winters Stille…
Friedlich Ausklang, spricht der Wille.



“DU“, kleines Stück... :o)

Ein Staubkorn in der Ewigkeit,
ein Blättlein nur im tobend Wind,
wie Splitter klein vom Rad der Zeit,
das ist es, was wir Menschen sind.

Dem Tröpfchen gleich im tiefen Meer,
ein Puzzleteil im riesig All',
ein Winzling bloß im Liebesheer,
und wichtig doch auf jeden Fall,

denn fehlt auch nur das kleinste Stück,
das Ganze nicht mehr Ganzes ist.
Dass es Dich gibt, ist stetes Glück,
ich weiß, dass Du sehr wertvoll bist.

 

Dieses Haus

Ich dacht, dies wär ein geistreich Haus,
hier gehen Dichter ein und aus,
kommen gerne mal vorbei,
kosten, weil's schmeckt, vom Lyrik-Brei.

Ich dacht, dies wär ein freundlich Haus,
hier tauschen sich die Dichter aus,
mögen sich das Herz erwärmen,
oder auch von andern lernen.

Ich dacht, dies wär ein menschlich Haus,
auf Respekt und Achtung aus,
ein Treffpunkt für die Dichter-Seelen,
weil draußen off'ne Ohren fehlen.

Ich glaub, ich habe mich geirrt,
was ich so les' mich oft verwirrt,
das Böse geht hier ein und aus,
beschmutzt ohn' Reue dieses Haus.

 

Natürliches Ablenken

Geh' suchend durch den neblig Wald,
die Rose unvergessen...
seh' Regenwurm und Schnecke bald -
frag' mich, was Rehe fressen.
Der Himmel dunkel, mir ist kalt...
hätt' 's Trauern fast vergessen.



Trostlos

In meinem Herzen ist ein Raum,
dort wohnt ein Mensch mit seinem Traum,
dass er jemals glücklich werde,
hier auf dieser grauen Erde.

Ich habe ihn selbst eingelassen,
ließ ihn meine Seele fassen,
wollte Farbe ihm nur geben,
sah ihn lachen, sah ihn leben.

Doch das Dunkel seiner Seele,
macht, dass heut auch ich mich quäle,
denn er flieht, er hält’s nicht aus,
füllt mit Schmerz den Raum mir aus.

Und wird er bald für immer gehen,
werde ich das nicht verstehen,
stiehlt wie ein Dieb mein Herzensglück…
es bleibt ein riesen Loch zurück.


(C) Britta Schäfer 2012

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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