Britta Schäfer

GEDANKEN QUER BEET 2010


Frostig

Als die Kälte aufbrach zu kahlem Geäst,
da schmolzen Kristalle zur Augenweide,
umarmtes Holz vom Eisblumengeschmeide,
zaubert sinnliche Bilder zum Jahresrest.

All die Schönheit der strahlenden Glitzerwelt,
das Auge mir fängt und das Herz sperrt sie ein,
ist auch jener Anblick vom äußeren Schein,
im Wandel der Zeit nicht für ewig bestellt.

So wie einst die Kälte gab Änderung frei,
fest hoffend, dass ein milder Winter es sei,
so ging auch die Wärme und kühl wurd das Herz.

Es hält lebendig die Eisblumenreigen,
in denen Geliebte zu Tode sich schweigen,
beim zarten Winden im bitter-süßen Schmerz.


Wichtellicht

Ein Wichtel stand heut´ vor zwei Türen,
aus linker konnt´ er Wärme spüren,
doch die rechte fühlte bitterkalt
und so verschwand er hinter ihr bald.
Kam dann hinaus mit frohem Gesicht,
in beiden Räumen wärmt nun das Licht.

 

Phantasie

Aus den Gedanken
zaubert das gewählte Wort
ein inneres Bild

Entbunden von Darstellung
fliegt der Schmetterling davon



Eilkauf zur Pleiteruh`

Schwere Tütenkarawanen
watscheln auf der bunten Meile,
prustend ziehen sie von dannen…
Weihnacht naht! Wer jetzt nicht eile,

kann das Fest wohl kaum genießen.
Unter dem leuchtend´ Tannenbaum
wollen die Geschenke sprießen.
Ein jedes Kind hat seinen Traum!


Bald schon, ja, da wird’s was geben…
Die Börse leer, das Fest ist aus!
Zum Jahresend´, welch ein Leben,
füllt Pleiteruh´ so manches Haus.

 

(Groß)Väterchen Frost

Schneller nie starb, was da keimte,
als zog wer die Heizdecke raus,
was sonst der Dezember auch reimte,
dies Jahr sieht es anders wohl aus.

Winter, der macht jetzt ganz bange,
erhebt sich mit Schnee und mit Eis,
bis Frühling kommt, weilt er noch lange,
egal wo man hinschaut, - nur Weiß.

Kälter kann Winter nicht klingen,
im Wind friert das Lebende ein,
so will im warm Stübchen ich singen:
„Ach, Väterchen Frost mach dich klein.“

 

(Vor)Freude

Federweich zu Erden
schwebt das feinste Weiß,
lässt nun Winter werden,
Flocken fliegen leis.

Malt auch der Kalender
ein Bild aus tiefstem Grau,
macht uns der November
eine freundlich´ Schau.

Kugelmänner wohnen
nun vorm leuchtend Haus,
lächelnd sie belohnen
Trauerns frühes Aus.

Sinnlich spielt das Leben,
macht die Herzen weit,
möcht uns Liebe geben,
es ist Weihnachtszeit.

 

Sprung in die Freiheit

Saß ich bei dir, füllt´ ich das Glas,
im Wohlgefühl ließt du mich raus
und im kalt Schweigen ohne Maß,

war´n mir die Wände quälend Graus.
Gelähmt, fast leblos, steif und starr,
gingen mir meine Träume aus.

Aus Angst vor dem, was ich nicht sah,
zog ich mich hoch am splitternd´ Rand,
im Tränenblick war´s plötzlich klar,

den Kopf über der Milchglaswand,
wo meines Lebens Freiheit liegt,
ich hab´ die Chance spät erkannt,

doch die Gefangenschaft besiegt,
durch einen Sprung ins weite Gras,
wo grenzenlos die Seele fliegt.

 

Warme Worte

Im warmen Wort da liegt der Reiz,
der des andren Freude kitzelt,
weil es in seinem Kältegeiz,

gern mal durch den Tag sich witzelt,
nimmt es das Dunkel sich zum Fraß,
das den Mut oft frech bespitzelt.

Mit Feingefühl im rechten Maß,
möcht es Positives lenken,
bringt Licht, bringt Trost und soviel Spaß,

vertreibt das negative Denken,
zersetzt das Grau wie schützend Beiz`,
um dem Herz ein „Bunt“ zu schenken.

 

Wir alle...

Wir alle haben unser Leben,
mal geht´s uns gut, mal geht´s uns schlecht,
doch gegenseitig anzuklagen,
woher nehmen wir dieses Recht?

Wir alle fanden hier den Platz,
der uns im Schreiben sehr verbindet,
der unsrem Geist ein Häuslein gibt,
in dem er einen Ausgleich findet.

Wir alle sind doch Menschenkinder,
schreiben hier mit Herz und Seele,
und kein einz´ger hier ist Schicksalsfrei,
es gibt manche Parallele.

Wir alle sind ein Teil der Welt,
nehmen Leben gern in Augenschein,
ein jeder geht den eignen Weg,
stellt uns was bewegt zum Austausch ein.

Wir alle haben unser Leben,
das im Schreiben uns verbindet,
doch mit Leserpflicht und Schreibensdruck
niemand einen Ausgleich findet.

 

Wegweiser

Schritt für Schritt
von Mensch zu Mensch
geradeaus solang es geht

Plötzlich Stopp
an erster Stelle
ein Jahr lang im Kreis gedreht

Es geht voran!

 

Vom faulen Huhn

Früh am Morgen kräht der Hahn,
die Henne liegt im Stroh,
hebt noch schwer das Köpfchen an.
„Ach, kalt ist´s sowieso.“

Schließt die Augen wieder zu
und träumt den schönsten Traum.
Hähnchen schlägt Alarm im Nu:
„Das Ei fällt nicht vom Baum!“

Die Nachbarinnen glucksen,
sind gut gelaunt dabei
und ohne groß zu mucksen,
legen sie flott ihr Ei.

Der Bauer kommt zum Stalle,
sammelt das frische Gut,
sieht´s Hennchen in der Falle,
„Ach, diese faule Brut!“

Er packt das Huhn am Kopfe,
der Traum ist nun vorbei,
endet im Suppentopfe…
Ab heut´ hat´s Hühnchen frei.

 

Sang - und klanglos

Das schwere Wort im Trauerkleid
befahl der Sonne Untergang,
trug in das Herz das quälend Leid,
wo grad noch Glück und Freude sang.

Tränenbäche füllen Tage,
fließen den stillen Weg entlang,
brausen auf bei schmerzend Frage:
„Warum entwich des Herzens Klang?“

Doch die Antwort bleibt verborgen,
liegt zwischen Glaube und Verstand.
Tragend Wort erhellt den Morgen:
„Das Leben liegt in Gottes Hand“


Bärenkummer

Der Eisbär auf der Eisbärinsel,
malte mit einem großen Pinsel
ein rotes Herz ins kalte Weiß,
legte die Liebe, klar, aufs Eis,
klagt durch die Nacht mit laut Gewinsel.

 

Voll daneben!

Manch kleines Oberstübchen scheint,
als sei darin der Kern verbrannt
und was da ist, bleibt unerkannt,
mag sein, dass dort noch Dummheit weint,

die mit der Asche sich vereint.
Die Tassen poltern aus dem Schrank,
der kleine Geist, er reibt sich krank,
weil niemand, was er denkt, - auch meint.

Und knistert drumherum das Stroh,
stimmt das den Blindfisch auch nicht froh,
da ist nur die Schraube locker.

Hinterm Türchen schläft der Wächter,
Witzfigur im Spottgelächter
fasst zur Stirn und fällt vom Hocker.

 

Von mir zu DIR

Gleich einem Röslein kam zu mir
das Wort gepaart mit Geist und Herz.
Du, lieber Mensch, ich danke Dir,
es trug hinfort den tiefsten Schmerz,
war Brücke mir vom Ich ins Wir
und half ins Leben mir zurück.
Möcht`schenken diese Verslein Dir,
als DANKESCHÖN für Herzens Glück.

 

Novemberlächeln

Trister Tag mit Nebelmorgen,
ich sage dir, du kriegst mich nicht,
was du versprichst, lass ich verborgen
und setz ein Lächeln aufs Gesicht.

Fahles Licht im Mittagsgrauen,
ich sage dir, du fängst mich nicht,
was du versteckst, das seh` ich blauen,
es trägt die Sonne im Gesicht.

Dunkle Stund` der Abendklage,
ich sage dir, du packst mich nicht,
was du verbirgst, im Herz ich trage,
es strahlt mit mir im Kerzenlicht.

Schweigend Nacht in Frostgewändern,
hältst schlafend mich,
kannst auch nichts ändern.


Herzmenü

Wenn die Gedanken sie besuchen,
speist sie sein Wort, wie süßen Kuchen
und glücklich Herz mampft sich ganz voll,
das Zuckerli schmeckt, ach, so toll.

Die zarten Schmetterlinge kreisen
um unverdaute Lieblingsspeisen.
Schon hat der Kopf ein Mahl kreiert,
etwas pikant und gut flambiert

wird das Present fein angerichtet,
lieblich verziert und schön verdichtet
und als Herzenskost versendet,
die in seinem Glücke mündet.

Im Wohlgefühl der heißen Speise
schickt er ein Dessert auf die Reise.

 

Spielball

Mir ist´s, als wär ich nur ein kleiner Ball,
mit Schwung geworfen, wie es eben passt,
willkürlich, ohne Ruh´ und ohne Rast,
der leer und kraftlos dann nach freiem Fall,

beschmutzt am Boden in der Matsche liegt.
Bis jemand kommt und pumpt ihn gnädig auf,
befreit vom Dreck in Wassers klarem Lauf,
damit das runde Ding dann richtig fliegt

von Hand zu Hand im großen Spiel der Welt.
Was macht das schon? Das Spiel kostet kein Geld,
erhält aber des Werfers Heiterkeit.

Das zähe Leder leidet immer mehr
und mancher Prall setzt Risse, folgenschwer,
bis eine Wucht mich aus dem Spiel befreit.

 

Glaubensantennen

Mir wurden Antennen ins „Dasein“ gegeben,
zum Schutz für das eigne und andere Leben.
Ich wurde nicht blind und sah stets die Gefahr
und fühlte sogleich, wenn das Böse ist nah.

Doch dann hat das Herz um die Liebe geklagt,
trauernd haben meine Antennen versagt.
So wurden die Stunden des Unglücks bestimmt,
weil ein zweifelnder Mensch oft Irrwege nimmt.

Mir wurden Antennen ins Leben gegeben,
zum Schutz für das eigne und andere Leben,
Ich bin nicht mehr blind, sehe keine Gefahr,
und fühle im Herzen, die Liebe ist da.

 

Vollkommen ist unsichtbar

Jedem, der dir nicht voll entspricht,
trägst du den Spiegel vors Gesicht.
Schickst durch die Blume meine Scherben,
um für das eigne Bild zu werben.
Du scheinst perfekt und stiehlst das Glück…
Ich schick dein „Negativ“ zurück.

 

Von Mensch an Mensch

Vor langer Zeit, da bracht' ich eigen,
nur was ich sah auf das Papier,
wollte Dir meine Meinung geigen
und brach im Stillen mit dem WIR.

Ich glaubt', die Wahrheit Dir zu zeigen
und schloss alsbald die Herzenstür,
denn im tosend' Gedankenreigen
ward ich getroffen, wie ein Tier.

Heut möcht' ich brechen Herzens Schweigen,
glaub mir, ich schäme mich dafür,
ich kann mich nur vor Dir verneigen
und bitte Dich: „ Verzeihe mir“!

Dich zu verurteilen war schlecht,
das abzulehnen ist nur Recht.

 

Gefahren

Die Gefahr, die hast Du gut erkannt
und zogst zurück die helfend Hand.
Ich danke Dir von Herzen.

Die Gefahr hab ich zu spät erkannt
und wäre fast daran verbrannt,
so möge Gott mir helfen.



Im Grau

Als gäbs nur mich und meinen bunten Teller,
denn rundherum da ist die Welt so grau.
Ach, Sonne komm, ach bitte, komm doch schneller,
die Welt ist trist, wo ist das Himmelsblau?
Der Tag ist wach, doch schien die Nacht mir heller,
denn nur der Nebel stellt sich jetzt zur Schau.

Und all mein Bunt es kann mir heut nichts geben,
…ohne dich fehlt mir ein Stück zum Leben.


In der Summe sind es viele

Nach einem Großbrand
fürchteten zwei hungrige,
ruhelose Geister
mangelnde Wertschätzung
und riefen zur Ignoranz auf.

An der Gnadenlosigkeit
starben nach und nach:

Ein liebenswerter Mensch
eine unscheinbare Geisteswissenschaftlerin,
eine leidenschaftliche Poetin,
fünf Mütter,
eine Oma,
eine Ehefrau,
eine Tochter,
drei Schwestern,
einige Tanten, Nichten und Cousinen,
eine Vielzahl Anverwandte,
das Haus- und Pflegepersonal
viele Freundinnen und Klassenkameradinnen
einige Nachbarinnen und sehr viele Bekannte

Und mit ihnen
die Liebe,
der Glaube
und die Hoffnung

Zurück bleibt ein ruheloser Geist,
in einer plastischen Verpackung
dessen traurige Seele
all die gebrochenen Herzen
um Verzeihung bittet.
 

Voraus schauend

Der Lenz, der hat dem Herbst voraus,
dass er sich frei entfalten kann,
denn nach dem Laub kommt's Winter AUS
und Eis setzt keine Blüten an.

So ist mir Trost des Sommers Frucht,
reifend in Tau und Sonnenschein.
Ist auch das AUS schon vor gebucht,
hol' ich erst noch die Ernte ein.

 

Rastlos

In der Hast des Atems aus grottigem Mund,
ist's nur noch ein Schweben zwischen den Welten
und all jene, die einst den Geist erhellten,
sind längst tief verborgen in heimatlos' Stund'.

Was aufrecht sich hielt in zerfransten Zeiten
erzittert auch nicht vor erhobener Brust,
die zum Angriff hauchend den eiskalten Frust
verstreut in die hallenden Nebelweiten.

Und stand auch der Fuß schon fast auf der Erde,
so ward er verschreckt von drohend Gebärde,
dem faulenden Wesen als einziger Lohn.

Gevatters Kuss mag's bei Zeiten bezwingen,
flehend wird es um die Ewigkeit ringen,
denn zwischen den Welten gibt es keinen Thron.

 

 

Zeitverschwendung

Zeit deines Lebens ist´s immer das Gleiche,
ist auch das Gute dir stets dein Bestreben,
stellt der Eine mit Macht dir keine Weiche,
trittst du auf der Stelle dein ganzes Leben.
Hier leidet der Arme,...freut sich der Reiche,
hier wird es niemals Gerechtigkeit geben.
Die Macht des Geldes herrscht in allen Ländern...
Zeit deines Lebens kannst du das nicht ändern.

 

Ich trotze

"Schreiben !" , war einst die Idee...
was ich so fühl', was ich so seh',
nahm es mit der Lyrik auf,
ließ den Gedanken ihren Lauf.

Meistens fang' ich einfach an,
schreib' vieles auf und streich' es dann,
schieb' die Worte her und hin,
schließlich macht der Text auch Sinn.

Häufig fehlt mir nur ein Wort,
das Silb' für Silb' in einem fort
letztlich rund den Vers ergänzt,
so dass am End' die Strophe glänzt.

Oft ist mir auch die Idee
metrisch zu schwierig, wie ich seh'.
Mach' mir keinen Reim darauf...
der Stolperstein erschwert den Lauf.

Manchmal fängt es ganz gut an,
schreib eine Zeil', häng' eine dran,
irgendwann schmeiß' ich ´s dann hin,
das Wortgeflecht macht keinen Sinn.

Selten nur da fließt das Wort,
das Vers für Vers in einem fort,
leicht zur Strophe sich ergänzt,
dass bald schon mein Gedicht fein glänzt.

Doch niemals käm' mir die Idee,
dass ich dem Schreiben widersteh'.
Ich trotz' dem Stein, ich pfeif' darauf...
lass den Gedanken ihren Lauf!

 

Von Mensch zu Mensch

Hinter der falschen Tat
steht meist ein fragendes
„WARUM?“
Vor der Tat
ein ungefragtes
„WIE GEHT ES DIR?“


Hoffnungssaat

Im Herbst hat die Hoffnung ein Saatkorn gepflanzt,
ein Körnlein so winzig, im Innern viel Kraft,
liegt’s auch über Winter im Dunkeln verschanzt,
spricht aus der Hoffnung, dass das Grün es schafft,
im Frühling zu wachsen… und bald fröhlich tanzt,
des Sommers Blüte mit dem nährenden Saft,

hält das reifende Korn bis zur Erntezeit…
und wieder ist die Hoffnung zur Saat bereit.


Auf dem Weg

Wie weit ich schon bin,
weiß ich nur zu ahnen,
das Ziel liegt in der Ewigkeit,
doch freu ich mich von Herzen,
wenn mir jemand folgen kann
und in Augenschein nimmt,
was mich vorantreibt.


 

Mein Himmel singt blau

Dein Grau streift meinen klaren Himmel,
lässt uns’rer Sonne keinen Raum,
denn in dem kalten Wortgetümmel,
erscheint der Sommer, wie ein Traum.

Der Herbst kam schneller als wir dachten,
er trägt im Schoß nur welkes Laub,
im Frühling wir noch blühend lachten,
der Winter naht, mein Herz wird taub.

Die Magerernte wird nicht reichen,
um die Eiszeit zu bestehen,
werd´ deinem Horizont nun weichen,
um den meinen klar zu sehen.

Ich geh´ ins Bunt und pfeif auf´s Grau,
denn mein Himmel singt mir in blau.

 

schau

mal rosarot, mal himmelblau,
mal hoffnunsgrün, mal tiefstes grau,
so stellt das leben sich zur schau

schau, dort ein kuss, schau, fliegend star,
schau, blühend beet, schau, weißes haar,
zum ende wird wohl alles klar

klar, die liebe, klar, glückes strahl,
klar, die wahrheit, klar, grund der qual,
schau nur auf´s leben, jedes mal!

 

Reiß die Mauer ein

Wo die Mauer noch im Kopfe ist,
und die Eitelkeit die Trägheit frisst,
ist es schlecht um unser Land bestellt...
Mach dich endlich frei und pfeif auf´s Geld!

 

Werte

Erst „Eine“ war´s, die schrie ganz laut,
weil sie wohl keinem Mann vertraut:
„Wir sind nur Heimchen hinterm Herd,
haben wir keinen andren Wert?“

Und heute streiten Frau und Frau,
„Rabenmutter“ und „faule Sau“
Nehmen dem Kind das Fundament…
Ob Frau heut ihren Wert erkennt?

 

Montag

Das Radio nervt,
die Füße kalt,
so grau der Morgen.

Der Kaffee fehlt,
der Kopf, er schmerzt,
ich hass den Tag.

Kein liebes Wort,
nichts Warmes hier,
Nebel verklärt die Sicht.

Zieh mich zurück,
in warme Federn,
und träum´ vom Glück.

 


Das Büchlein der Vergangenheit

Noch unbeschrieben lag es einst
in weichen Federn bei dem Kind,
die Seiten leer, ganz tadellos,
doch zog vorbei ein harscher Wind,

der kritzelte ganz ungeniert
mit lieblos Wort die Seiten voll,
und schwarz und schwerer wurd´ das Buch,
das Menschlein trug ‚s nur noch mit Groll.

Immer dicker wurd` der Schinken,
auf dem verzwackten Lebensweg,
mühevoll und voll der Armut,
kam kraftlos Menschlein an den Steg,

und sah den Fluss, der da so klar,
den Spiegel seines Selbst gab preis.
Mit bleiernd Hand warf es das Buch,
hinunter, und dann sprach es leis:

„Was gestern war trag ich nicht mehr,
ab heut´ schreib ich mein Büchlein neu,
mit Leichtigkeit geh ich dahin,
weil ich mich auf die Zukunft freu.“

 

Erinnerungen an den 11.September

In jenem Moment
schien die Zeit still zu stehen.
Ich sah die Bilder,
doch begriff nicht,
was da vor meinen Augen geschah.
Starr der Blick,
klangen die Worte
unverständlich in meinen Ohren,
und als ich das Ausmaß wahr nahm
war mir klar, das was ich da sah,
war das Grauen.
Der Terror schlug zu.
Bereitete Angst und Schrecken.
Der Tod der Unschuldigen
traf mitten ins Herz.
Die kleine Tränenpfütze die entstand,
ist nichts gegen das Leid, die Trauer,
und das Tränenmeer einer ganzen Nation.
Doch unvergessen die Bilder,
unvergessen bleibt das Grauen.

Gebt dem Frieden eine Chance!

 

Todsünden

Reiche niemals dem Stolz die Hand,
er nimmt des Herzens Freude dir,
denn nach Ehr(geiz) und Eitelkeit,
gesellt er sich zu Neid und Gier.

 

Sommernacht

Hand in Hand
nur du und ich
in einer lauen Vollmondnacht
spazieren langsam durch das Grün
sinnlich Blick berührt ganz sacht

Arm in Arm
nur du und ich
in einer warmen Julinacht
setzen uns nieder nah am See
niemand unser Tun bewacht

Haut an Haut
nur du und ich
in einer heißen Sommernacht
sanftes Fühlen zarter Küsse
Leidenschaft in uns entfacht

Schoß an Schoß
nur du und ich
in einer zärtlich´ Liebesnacht
vereinen uns im kühlen Nass
Voyeur Vollmond schelmisch lacht


 

Ja oder Nein

1000Gedanken
hüpfend, lachend, singend
glücklich, fröhlich, schwingend
treten euphorisch ein

1000 Gedanken
zweifelnd, schreiend, beängstigend
weinend, wütend, belästigend
mischen sich ins " Sein“

Gedankenchaos
ungeordnet, zwingend, wild
flüchtend, ohne klares Bild
soll nun entscheiden

JA oder Nein



Oh Sonnenschein

Oh Sonnenschein, oh Sonnenschein,
bleib uns doch heut gewogen.
Du wärmst so schön durchs Fensterlein…

hab´s Kleid mir angezogen.
Den Wollpullover schmeiß ich raus,
die Kälte ist verflogen.

Nichts hält mich hier in meinem Haus.
Frühling lockt mit Düften so,
ist mir der reinste Augenschmaus…

Pack nur schnell den Korb aus Stroh,
nehm´ dann das Liebchen an die Hand.
Herrlich ist´s…ich bin so froh!

 

Ich kam doch nur zum Schreiben her
 

Ich kam doch nur zum Schreiben her,
…um nicht mehr so allein zu sein
mit Blatt und Stift im Kämmerlein.
Zu teilen mein Gedankenmeer,

mit Menschen, die mir ähnlich sind.
Das fehlte mir in meiner Welt,
so hab´ich mich dazu gesellt.
Doch fegt hier wohl ein andrer Wind…

und Fuß zu fassen wird oft schwer,
denn Freiheit wird hier eingeengt,
weil schulmäßig die Garde lenkt.

Ich kam doch nur zum Schreiben her…
Im lehrreich Druck man schnell vergisst,
dass das nur Spaß und Hobby ist.

 

Überholte Moral?
 

Ist´s der Blick auf weiblich´ Jugend,
der sorgend Herz erschaudern lässt?
Verdorben scheint der Rede Rest.
Frivol´ Mund bremst keine Tugend.

Wie die nackte Haut sich windet,
auf ihrer Such´ nach schneller Lieb´,
erweckt des Wilden männlich Trieb,
der am End´ in Sünde mündet.

Beschämend schaut das alte Weib,
das solch ein Tun niemals im Sinn.
Fragt sich: „Wo sind die Werte hin?“

Mit lüstern Ader reift der Leib.
Wird´s das Treiben bald bereuen?
Reines Herz sucht nach den Treuen.

 

(K)ein Sonett ? :o)


Was ich euch als Sonett verkauf,
ist grade mal ein Reimgedicht,
doch glaubt´s so mancher Lyrikwicht
und setzt ´nen schnellen Stempel drauf.

Er hat ja Recht. Die Form, sie stimmt,
sogar das Versmaß ist o.k.
Tro- chä- us, Jam- bus? Ach, oh je…
Daneben! - Wenn´s genau wer nimmt.

Das klingt noch nicht, es holpert sehr
und auch der Inhalt ist wohl Graus,
stellt keine These klar heraus.

Was soll´s? Sie fall´n mir wirklich schwer,
die letzten Zeilen zum Terzett,
doch nun ist fertig mein Sonett.
 


Zeit heilt Wunden?


Oh nein, ich lieb ihn nicht den Mai,
könnte mich an ihm verlieren,
mach zu, als ob es Winter sei,
denn ich möchte nicht erfrieren.

Ich sperr mich ein in meinem Haus,
entflieh´des Frühlings frohem Schall,

nur Trauer füllt das Herz mir aus,
bringt hoffend´ Blüte schnell zu Fall.

Todesklang beherrscht die Tage,
Erinnerung´ wiegt ach so schwer.

Zeit heilt Wunden, blöde Sage,
das Märchen glaub´ ich nimmer mehr.



Kaltes Mütterlein

Gerade heut´ am Muttertag,
stell ich mir neu die traurig Frag´:

Warum ist bös´ mein Mütterlein?
Warum nur ließ sie mich allein?

Gerade heut´ am Muttertag ,
wird das Vergangene zur Plag´:

Sie war mir nie lieb Mütterlein,
ich fühlte stets geduldet „Sein“.

Gerade heut´ am Muttertag,
ich ihr von Herzen sagen mag:

Dein lieblos´ Herz erschwert mein „Sein“.
Hab DANK fürs Leben, Mütterlein!
 


Ein alter Hut

Wir zwei trugen den gleichen Hut.
„Tag für Tag“, das gefiel uns gut.
Gelockt vom Hut, der neu dir ist,
mit dem du fort geflogen bist,
bleibt nur dein alter Hut zurück.
Ich heb´ihn auf und wünsch´dir Glück.

 

 

Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre...(Wettbewerb)


Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre,
dann würde dem Liebsten die Hand ich reichen,
und es fiel das Leid und all die seelische Schwere,
was was längst vergangen würd´ ich gern streichen.
Wir tauchten noch einmal in die rosigen Meere,
würd´ keinen Moment seiner Nähe weichen…
Und so wüsst´ ich beim Ruf der ewigen Nacht:
In unserer Lieb´ ward mein Leben vollbracht.

 

Klagende Worte... oder


Und wieder klagt das Wort im Garten,
wo grad noch eitel Sonnenschein:
„So ungeachtet ist mein SEIN…
Ich werde nun den Rückzug starten.

Weiß niemand all mein Tun zu schätzen?
Kein Wort mich wärmt, ich bin allein,
nur grüßend Gest´…ach, wie gemein…
Lobhudelei… Gedankenfetzen…“

Und wieder eilen tröstend Worte:
„Bist Könner doch…, verweil´ am Orte!
Was hast du nur? Wo liegt der Sinn?“

Und wieder hat der Geist erreicht,
was Ehr und Anerkennung gleicht.
Die Sonne scheint. Er nimmt es hin.

 

Maienkeim

Es hat ein Wort den Keim gesetzt,
ist im Herzen angewachsen.
Gegossen mit Gefühl´ der Freud,
soll er stetig weiter wachsen.

So wie der Mai macht alles neu,
gedeiht in mir der zarte Trieb.
Auch ich setz´ nun den Maienkeim:
"Ich hab´ dich ja so lieb!"

 

 

Unter der Decke
 

Wer da trägt die fremden Flecken
unter dunkle Kuscheldecken,
um die Finger sich zu lecken
und sich in die Höh` zu strecken,
kann das Übel nur verstecken,
bis bös` Blicke ihn dann wecken.

 

 

Unbeschreiblich

Von der Sehnsucht begleitet
dich eines Tages wieder zu sehen,
nicht zu wissen,
ob du noch bist,
wiege ich in Erinnerung,
den Tränen nah
und der Wind
spielt sein Spiel
mit den leeren Seiten
des Buches, in meiner Hand,
die unbeschrieben bleiben,
weil ich nicht
in Worte fassen kann,
wie groß der Wunsch in mir ist,
dich wieder zu sehen,
wenn mein letzter Tag
zu Ende geklungen

 

Es brodelt

Gefangene Seele
Gedanken fliegen
Fernab allen Lebens
Wahrheit muss siegen

Ich such`einen Anfang
Den Stift in der Hand
Gibt es einen Umweg?
Der Blick starr zur Wand

Der Kopf voll der Worte
Das Herz tränenschwer
Eine Tür springt leis´ auf
Das Blatt bleibt heut´ leer

 

Katzen kratzen

Es frisst der „HERZ- SCHMERZ- SCHMUSE- KATZ",
der Kater „SCHÖNGEIST“ aus der Tatz´,
Oh, wie er mag die lieblich´ Fratz´,
und sie verschlingt sein Wortgeschmatz´.

Doch SCHLEIMIG- PFÖTCHEN- LANG- GEKRATZ`,
ist völlig fehl an diesem Platz,
denn auf der heimischen Matratz´
liegt gar nichts ahnend Kätzchens Schatz.

 

Von Mensch zu Mensch

Such den Funken Liebe
mit dem Herzen
und nicht den dunklen Kern
im Unverstand.

 

Von Mensch zu Mensch

Die geistige Fähigkeit
"einander zu lieben",
ist das wahrhaft Göttliche
in uns selbst.

 

Von Mensch zu Mensch

Klag der Liebe dein Leid,
aber klag sie nicht an.

 

Seelenfutter

Kein Mensch kommt falsch zur Welt,
doch manches Seelchen bekommt
von Geburt an die falsche Nahrung.

 

Akt der Gewohnheit

Eingesperrt in Hallen beißender Klänge,
sticht im Herzen jeder schrille Ton,
der Hochgesang reizt alle Nervenstränge,
Hilflosigkeit, der gewaltigen Oper, Lohn.

Am Stuhl gefesselt gibt es kein Entrinnen,
von Akt zu Akt steigt die Dramaturgie,
des Tenors Stimme, wie von Sinnen,
erstarrt im Zustand lähmender Apathie.

Wann naht des Stückes Tragik Ende?
Alles fleht: Hör auf! Hör auf! Hör auf!
Das tränende Auge bringt die stille Wende.
Der Vorhang fällt, zum gewohnten Lauf.
 

 

Schreib schwarze Zahlen

Du kamst mit NULL
Du gehst mit NULL

Die schwarzen Zahlen deines Herzens
wird der Mensch gern weitergeben.

 

Zum Fressen gern

Der Wurm Willibald
schlendert durch den Regenwald.
Trifft die Schlange Mo:

„Ich hab´ gleich erkannt,
du und ich wir sind verwandt.
Darf ich bei dir sein?“

Mo ganz listig lacht,
schnell nen´ Zungenkuss gemacht
Willibald ist fort.


FRÖHLICHE OSTERN

Freundliches Miteinander
Riesengroße Freude
Österliche Eiersuche
Häschen im Körbchen
Lächelnde Gesichter
Im Kreise der Familie
Christlicher Gottesdienst
Hell leuchtende Flammen
Entspannung am Osterfeuer

Ohne Stress und Hektik
Schöne Stunden in Gemeinschaft
Tage der Erholung
Ein blühendes Erwachen
Rundherum buntes Erlebnis
Naschen erlaubt

 

Christus

Einer für alle
Sein Leib und Blut geopfert
Zum Heil der Menschheit?

 

Immer wieder....

Im gleich drehend´ Kreis des Lebens
ist uns nur wahr, was wir da seh´n.
Mit Geld und Macht des Weges geh´n?
Am Ende ist´s eh vergebens,

weil auch ohn´ uns das Rädchen rollt
und alles kann ganz frei besteh´n,
es werden harte Winde weh´n,
das hat der Einzige gewollt.

Im steten Sein der Ewigkeit
ist ihm nichts fremd und unbekannt.
Die letzte wird zur ersten Hand.

Entspringen wir dem Rad der Zeit,
singen neu die alten Lieder,
wieder und wieder und wieder…

 

Hoffnungslicht

Und glaubt ich einst, ein jeder hätt´ was Gutes,
und ging mit dieser Meinung frohen Mutes,
so denk ich heut, es war nur Illusion,
denn letztlich erntet Liebe Spott und Hohn.

Ach, Dunkles sammelt Schwarz auf finstren Wegen,
es hält mit Kraft der Bösen scharfe Degen,
und ewig wird der helle Tag zur Nacht,
aus weiter Fern, da hör ich wie „ES“ lacht,

weil´s glaubt, es hätt´ die Liebe längst bezwungen.
Und hab ich mit dem Dämon auch gerungen,
niemals ließ ich mich ein auf seinen Krieg.

Stets schützte mich der Hoffnung helles Licht
und ich weiß, dass bald ein neuer Tag anbricht,
denn am Ende steht der wahren Liebe Sieg.

 

 

Einsicht

Die Vergangenheit können
WIR nicht verändern,
aber mit der Einsicht
und dem Wissen
der Gegenwart,
können WIR in Zukunft
alles besser machen

 

Ich wünsche mir...

Ich wünsche mir
doch nur
eine Seele ohne Leid

Ich wünsche mir
doch nur
eine friedliche Zeit

Ich wünsche mir
doch nur
die wahre Liebe auf Erden

Ich wünsche mir
doch nur
dass Feinde Freunde werden

Ich wünsche mir
doch nur...
Dinge, die GARNICHTS kosten

Tragt mit mir
diese Wünsche
nach
NORD
SÜD
WEST und
OSTEN

 

Zeilen gen Himmel

Lieber Gott, mein Herz ist schwer,
Freunde erkenne ich nicht mehr,
der Alltag hat uns sehr gewandelt,
ein jeder nach seinem Willen handelt.

Lieber Gott, meine Seele schreit,
statt Frieden macht nur Krieg sich breit,
die Menschen kaum noch Ruhe finden,
in Trümmerhaufen sie verschwinden.

Lieber Gott, mein Geist nicht ruht.
Warum keimt nur Hass und Wut?
Auf dem Weg der sündig Triebe
vergisst die Welt dein Wort der Liebe.

Lieber Gott, ich kann nicht mehr,
Schmerz des Sehens lastet schwer,
fühl mich klein und unterlegen.
Menschenmord mit deinem Segen?

Lieber Gott, bitte hab`Erbarmen,
stärk die Schwachen, all die Lahmen,
lass Liebe heilen alle Wunden
und der Menschen Herz gesunden.

AMEN

 

 

Aufrecht

Niemand sollte sich selbst verbiegen,
um bequem in fremder Hand zu liegen.

 

Nicht "Sein" allein

Sei nicht nur,
sondern werde
und bleib.

 

Ich wünscht...

Ich wünscht, du würdest gehen,
im Jetzt für allezeit,
da gibt’s nichts zu verstehen,
du brachtest uns nur Leid.

Ich wünscht, du würdest reiner,
wie Wasser , ja so klar,
du bist ein Wortdesigner,
dein Kleid nur Lüge war.

Ich wünscht, du könntest sehen,
wie wahre Liebe ist,
sonst wirst du alsbald gehen,
kein Mensch dich dann vermisst.

Ich wünscht, du würdest reiner,
im Jetzt für allezeit,
denn liebt dich letztlich keiner,
bleibt dir nur treu das Leid.

 

Seelentreu

Ich hol´ dir keinen Stern vom Himmel
und pinsel dir nicht deinen Bauch,
dass du meiner Welten Nabel bist,
nun...diesen Satz vernein ich auch.

Ich werd´ die Wahrheit nicht verdrehen,
keine höflich Lüge schenken,
hab´ dich freundlich auf den Weg gebracht.
Ich will nicht dein Leben lenken!

Seelentreu steh ich dir zur Seite,
brauchst du mich wirklich, bin ich da,
doch nutzt du nur meine Kräfte aus,
mein lieber Freund, mach ich mich rar.

Und glaubst du weiter, das sei verkehrt,
hat diese Freundschaft keinen Wert.

 


An den Tod

Täglich erinnerst du mich
durch Wort und Bild,
dass du still umher schleichst.
Du breitest deinen dunklen Umhang
gierig nach dem Leben aus.
Manchmal klopfst du
an meine Herzenstür
und sprichst bedrohlich
von Vergänglichkeit.
Viel Liebes
hast du schon genommen.
Deine gnadenlose Art
treibt die Menschen in die Einsamkeit.
Grausig ziehst du über´ s Land.
Dein schwarzes Gesicht
bringt so viel Kummer.
Ach, du bist ein finsteres Wesen,
aber ich fürchte dich nicht,
weil ich dir den Triumph nicht gönne,
denn letztendlich
bekommst du doch nur
der lebendig´ Seele
totes Gewand

 

Ich wünsch dir Glück

Ich mag nicht, wenn du traurig bist
und dich aus dem Leben ziehst,
weil du vor der Wahrheit fliehst,
die längst schon deine Seele frisst

und quälend Blick zu Tage trägt,
dass vorbei der Liebe Glück,
letztlich bleibt der Schmerz zurück.
Der sterbend´ Schmetterling nur schlägt,

weil du noch nicht glauben willst,
was dein Kopf beim Namen nennt
und nun ganz tief im Herzen brennt.

Gut, wenn du es mit Tränen stillst,
doch hüll dich nicht im Kummer ein.
Ich wünscht´, du würdest glücklich sein.

 

Unerträglich

Dein stechend´ Wort schürt meine Wut.
Es macht mich klein, nimmt mir den Mut.
Wie kannst du so was sagen?

Dein kränkend´ Wort raubt mir die Kraft,
weil´s Liebe tötet, - Leere schafft.
Hör bitte auf zu fragen

Dein beißend´ Wort zerreißt mein Herz,
zieht mit den Tränen himmelwärts.
Hör bitte auf zu klagen!

Dein treffend´ Wort streckt mich nieder.
Haltlos fall ich, immer wieder.
Wie soll ich das ertragen?

 

Du glaubst, die Liebe sei dir fern?

Du glaubst, die Liebe sei dir fern,
wenn einsam und allein du bist,
ich sage dir, sie ist stets nah,
weil sie allgegenwärtig ist.

Sie klopfte sanft an deine Tür,
doch geöffnet hast du ihr nicht,
auch hörst du nicht, wenn sie ganz leis,
nur wahre Worte zu dir spricht.

Sie hat Spuren hinterlassen,
ganz tief in dir kannst du sie sehn,
und wenn du ihrer Fährte folgst,
dann wirst die Liebe du verstehn.

Liebe geht ihren eignen Weg,
hat seit jeher dich gefunden,
doch blinde Augen sehen nicht,
schon gar nicht in einsam´ Stunden.

Vergiss mal einen Augenblick,
der Vergangenheit quälend Schmerz,
die Liebe ist dir doch so nah,
wohnt ewiglich in deinem Herz.

 

Wortgewalt

Das finstre Wort ist mir zuwider,
mit aller Macht es Angst entfacht,
singt dem Kopf bedrohlich Lieder,
ich hör schon wie der Teufel lacht,

und fühl wie mich die Furcht antreibt,
in die Einsamkeit zu ziehen,
die Dunkelheit ins Herz mir schreibt,
kann nur in die Leere fliehen.

Dort hat der Dämon leichtes Spiel,
denn wo kein Licht ist er zu Haus,
die Seel´ zu kriegen ist sein Ziel,
nimmt sie ein und schließt mich aus.

 

Ausgeträumt

Oh nein, ich will den Träumen nicht erliegen,
die mich im Innern immer weiter treiben,
und Sehnsuchtsmelodien in Versform schreiben,
die hoffnungsvoll aus meinem Herzen fliegen.

Oh nein, ich mag nicht weiter träumend denken,
dass sich mein krankes Leben glücklich wandelt,
oder die Zeit zu meinem Wohle handelt.
Lass´ mich nicht mehr von dieser Hoffnung lenken.

Und doch, ich weiß, ich werd´ dem Traum erliegen.
Herz und Seel´ geplagt von Leid und Sorgen…
Ermüdet glaub´ ich nimmer an den Morgen.

Oh ja, ich möcht´ noch einmal träumend fliegen…
mit liebend Herz enteilen all der Not.
Ich schließ´ die Augen und schwebe in den Tod.

 

Neujahr

Das letzte Glöcklein ist verstummt,
der letzte Knallfrosch ausgeglüht.
Leis´ und friedvoll liegst du da,
du neugebor´nes, frisches Jahr…
und wirkst schon so gewaltig.


(C) Britta Schäfer 2010

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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