Britta Schäfer

GEDANKEN QUER BEET 2009

 

Auf der Suche nach den Lehrern...

Auf der Suche nach den Größen,
die das Unsichtbare lehren,
musste ich mich, auf meinem Weg,
gegen Kleingeister oft wehren.

Sie spiegeln gerne eine Welt,
aus Wissen, das das Auge sieht
und der Verstand erfassen kann.
Ein Ort, vor dem die Seele flieht.

So wanderte ich meist allein,
das Unsichtbare im Gespür,
und irgendwann erkannte ich,
der guten Lehrer Eingangstür.

Die wahre Größe lebt sehr klein,
sie spricht niemals von Macht und Geld,
von Herzen sie ihr Wissen gibt,
das fassbar macht die geistig Welt.


 

Der Liebe Sieg

Der schwarze Reiter
galoppiert über das weite Land.
Gehüllt in sieben Gewändern,
bewaffnet mit zehn Schwertern,
verbreitet er Leid und Schrecken.

Der weiße Reiter
führt sein Pferd,
begleitet vom Licht.
Das heilende Wort sein Besitz.
So siegt die Liebe!

 

Nur Trauer zum Glück

Da ist kein Schmerz,
nur Traurigkeit…
denke ich an all dein Leid,

lenk den Blick zum Horizont,
sehe graue Wolken nur…
folg von Herzen deiner Spur

und fühl die Träne
auf der Haut…
hör in mir die Stimme laut:

„Der Tod war doch Erlösung mir“
Was bleibt ist nur Erinnerung,
sie erscheint…ach, so jung.

Ich ahn dein Lächeln im Gesicht,
Schick ´s gen Himmel dir zurück,
dass es dich gab, ist größtes Glück.

 

Gute Besserung, liebes Ego

Strebe nicht nach Besserung durch Macht und Geld,
sondern such stets Verbesserung bei dir selbst!
Auch wenn du dich für unverbesserlich hältst,
nur so gesundet unsere kranke Welt.

 

Es brachte mir der Nikolaus...

Es brachte mir der Nikolaus
einen Nikolaus ins Haus.
Verschwand dann schnell zur Tür hinaus.

Ach, welch lieblich Nikolaus.
So ein feiner Schmaus im Haus.
Ich zog ihm flink sein Mäntlein aus,

vernaschte ihn in meinem Haus.
Er schmolz dahin, der süße Klaus.
Nun ist´s aus mit dem Nikolaus.

 

Verlorener Traum

Da war einer,
der weckte mich,
mit einem Schlag,
aus meinem lang
ersehnten Traum.

Er berührte mein Herz,
verdrehte meinen Kopf
und krempelte mein Leben um,
um den hellen Tag
mit mir zu verbringen.

Doch als der kühle Abend nahte
und schwere Gewitterwolken
den Himmel bedeckten,
da floh er allein
vor den heimischen Kamin

und ließ mich im Chaos,
der ewigen Dunkelheit zurück,
die den Schlaf mir raubte,
in dem mein Traum
verborgen lag.

 

Vater sag...

Vater sag, gibt es ein Land,
wo immer nur die Sonne scheint,
wo Menschen immer glücklich sind,
wo niemals mehr ein Herzchen weint?

Vater sag, gibt es ein Mensch,
der immer hält was er verspricht,
der mutig deine Wege geht
und für die Lieb die Lanze bricht?

Vater sag, ist Liebe nur…ein Wort,
das heut kein Mensch mehr kennt,
oder nur die Energie,
die Wunden in die Seele brennt?

So Vater sprich, sprich doch mit mir,
du sollst nicht länger schweigen!
Sag nur ein Wort, erlöse mich,
lass mich gen Eden steigen.

 

Wo ist mein Sommer?

Im nächtlichen Traum,
sah ich einen Platz,
dort trafen sich die Jahreszeiten,
ein herbstlicher Baum,
auf Frühlingsboden
und Winter war´s zu allen Seiten.

Am friedlichen Ort,
hätt´ ich gern verweilt,
doch wurd´ ich unsanft fort gezogen.
Mir stockt jedes Wort,
denn wie im Leben,
wurd´ ich um den Sommer betrogen.

 

Zweifel

Hat der Himmel dich geschickt?
Wirst du meine Rettung sein?
Trägst du meine Schmerzen fort?
Lässt du mich nie mehr allein?

Oder ist´s der Sünde Macht?
Bringst du mir nur Dunkelheit?

Frisst du dich in meine Seele?
Bleibt am Ende noch mehr Leid?

Bitte, zeig dein wahres Sein.
Bring die Zweifel bald zur Ruh.

"Lass es sein“, sagt der Verstand.
Was mein Herz will, das bist du.

 

Heiße Sache

Zu heiß die Kartoffel,
ich mag sie nicht essen,
rühr sie nicht an…
werd´ den Hunger vergessen.

Zuviel schwarze Augen,
die Schale gesprungen,
fad und mehlig…

ich hab mit mir gerungen

und ein Stückchen probiert,
mein Bauch schrie laut „Bitte!"
Nichts als Fäulnis
fand ich in ihrer Mitte.

Ich lass sie schnell fallen,
viel zu hoch scheint der Preis.
Giftig´ Knolle?
Nein, ich verschwinde ganz leis´.

 

Bitte, kehr um!

Mein liebes Kind, Du hast die Sicht verloren,
läufst immer tiefer in die Finsternis hinein.

Im Herzen wird die Einsamkeit geboren,
sie webt Dir Kälte und Du fühlst Dich bald allein.

Mein liebes Kind, das ist die falsche Richtung,
schau Dich nur einmal um, dann wirst Du Liebe sehn´,
das warme Herz führt Dich zurück zur Lichtung,
doch in der Dunkelheit kannst Du es nicht verstehn´.

Ach bitte, wirf nicht weg Dein ganzes Leben!
Das Unheil wartet schon und wirft die Angel aus,
es wird Dir niemals Glück und Frieden geben,
drum geh nicht weiter fort, denn hier ist Dein Zuhaus.

Ja, ich weiß, dass Dir Dein Kopf von Liebe spricht…
Schau in Dein Herz, mein Kind!
Dort wohnt der Wahrheit Licht.

 

Erst denken, dann löffeln

Geöffnet wurde einst ein Topf,
zu löffeln all die Lebensweisen.
Das Süppchen, es stärkt jedes „Ich“
und hilft durch aller Tage Reisen.

Doch träge wurd´ der Reisende,
drehte sich bald an gleicher Stelle.
Da schob der Koch den Deckel drauf
und schloss der Weisen stärkend Quelle.
 


Was siehst du?

Was oben auf der Fläche schwimmt
und dir sofort ins Auge springt,

weil´s auf die Schnelle zu dir fließt,
ganz schlicht und sinnlos sich ergießt,
verbirgt in sich oft so viel mehr…
Geschlossen´ Herz begreift nur schwer.
 

 

...folge mir

Die Zeit mit dir war wunderschön,
haben geweint und viel gelacht,
doch nun,…nun muss ich leider geh´n,
du hast mich auf den Weg gebracht.

Dein Herz verschlossen und so kühl,
kann die Eiszeit kaum ertragen…
Ach, spürtest du, was ich grad fühl,
würdest du mich nicht mehr fragen

und dich in meine Richtung dreh´n,
um die Wärme zu empfangen.
Ich weiß, du kannst mich nicht versteh´n,
deine Seel´ ist längst gegangen.

Drum folg ich nun dem wahren Glück
und finde zu mir selbst zurück.

 

Ich bin so müde!

Meine Ohren sind nun taub
und ich mach´die Augen zu,
dann verschließ` ich meinen Mund,
leg´ das trauernd`Herz zur Ruh.

Ich vergrabe all den Schmerz
in den ewig langen Schlaf...
und ich wünsch´, wenn ich erwach´,
ist die Welt um mich ganz brav.

 

 

Zum Greifen nah

Es naht der Tag, da wirst Du fröhlich singen
und all Dein Leid erscheint Dir leicht und klein,
Du wirst vor Glück und Freud im Herzen springen
und niemals wieder wirst Du einsam sein.

Es naht der Tag, da wirst Du es verstehen,
was ich mit Worten längst Dir sagen will,
denn noch kannst Du nicht hören und nicht sehen,
doch ohne Liebe stirbt das Herz ganz still.

Es naht der Tag, da wird das Mühen lohnen,
erscheint der Weg beschwerlich auch und lang…
folg´ langsam Schritt für Schritt der Liebe Klang.

Es naht der Tag, da wirst Du mit ihr wohnen,
wo Du auch bist, sie streckt die Arme aus…
so hol sie ein und finde dein Zuhaus.

 

Halt aus mein Herz

Schlag nicht so schnell mein krankes Herz,
ich brauch dich so viel länger noch
und was dich quält, das weiß ich doch,
schon wieder fühl´ ich deinen Schmerz.

Ich kann dich nicht mein Leben lang
nun von aller Pein verschonen,
ich will lieben, leben, wohnen,
wär´ ich allein, mir wär´ ganz bang.

Ja, wir brauchen unsre Lieben,
wenn auch schrille Töne fliegen,
doch hier mein Herz sind wir zu Haus.

Lass mir Zeit bis sie verstehen,
dann darf ich in Frieden gehen.
Halt aus mein Herz. Mein Herz halt aus.

 

Verlassen

Ein letztes Wort, ein lieber Gruß,
dann trennten sich die Wege,
im weltlichen Gehege,
spürbar bleibt nur der Seelenkuss,

in fragender Unendlichkeit,
wird der Horizont ganz klein.

Soll´s das nun gewesen sein?
Und tröpfchenweise rinnt die Zeit,

die klagend Abschiedslieder singt,
doch erscheint sie grau und leer,
im wartenden Sekundenmeer,

weil´s plötzlich so endgültig klingt,
wird das Herz der Tränen schwer,

ohn´ Hoffnung auf die Wiederkehr.

 

Alltagsbegegnung

Im täglichen Lauf von „Kommen und Gehen“,
fehlt der Sinn etwas tiefer zu tauchen.
Mal eben gemeinsam Eine rauchen…
Wo wir doch grade am selben Ort stehen.

Ob und wann wir uns das nächste Mal sehen,
spielt keine Rolle, ist hier völlig egal,

wahrscheinlich gar nicht, denn groß ist der Saal,
hier werden die Worte ganz schnell verwehen.

So bleibt oberflächig ein langer Moment,
in dieser freundlichen Maskerade,

die bald verblasst in der Alltagsballade,

wenn in Eile und Hektik der Mensch fort rennt.
Schön wär´ ein Blick hinter die Fassade.
Der letzte Zug. Ich muss los. Wie schade!

 

Größe ist Ansichtssache

Ich bin im Innern schon so groß,
dass ich erkennen kann,
dass ich mehr bin,
als ein einziges Atom.

Aber spalte mal ein Atom
und sieh, welche Größe
im Innern steckt.

Nach außen bin ich so klein,
wie ein Staubkorn im Wind,
aber auch das kleinste Staubkorn
besteht aus vielen Atomen.

Glaubst du nun,
dass ich weiß,
wie klein ich bin?

Aber weißt du auch,
wie groß du schon bist?



Seelenschwarz

Ein seidenschwarzer Schmetterling
setzte sich im Herzen nieder,
suchte nach einem flatternd Ding
mit ganz ähnlich Farbgefieder

und fand bei Nacht, was er so sehnt´,
hat die Einsamkeit verbogen,
doch als es sanft die Lieb´ erwähnt,
ist er schnell davon geflogen

und ließ sein Seelenschwarz zurück,
das wiegt, wie schweres Leichentuch,
bedeckt des Herzens wahres Glück,
lässt keinen Raum dem lieb´ Versuch.



Ich wünscht´ ich könnt´ zaubern

Wie gern wär´ ich die gute Fee,
die dein Grau in Blau verwandelt,

die an kahl´ Zweige Früchte spricht
und mit Glücksstaub dich behandelt.

Wie gern wär´ ich das Engelchen,
das stets an deiner Seite schwingt,

das über dich im Schlafe wacht
und dir die schönsten Träume bringt.

Wie gern wär´ ich die kesse Hex´,
die auf dem Besen mit dir reist,

die aus dem Alltag dich entführt
und all die Pflichten von dir weist.

Doch bin ich nur ein kleiner Mensch,
werd´ niemals Hexe, Engel, Fee,

drum werf´ ich nun „ICH HAB DICH LIEB“
wie einen Stein in deinen See

und hoff´ mein Zauber wirkt alsbald.
 

Wüstengleich

Im kahl´ Wüstenland,
kein Wort zu mir reist,
der Geier nur kreist,
sucht Leben im Sand.

Der Tag still erwacht,
geblendet vom Licht,
meine Stimme spricht,
ins Nichts, das da lacht:

„Vorbei ging das Grün,
vergänglich das Rot,
so lauert der Tod.“

Seh´ die Wolke zieh´n,
die nass im Sand bebt
und die Wüste lebt.


(C) Britta Schäfer 2009

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.05.2019. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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halbwertzeit der liebe von Ditar Kalaja



In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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