Adalbert Nagele

Der Reisende

Ich war schon mehrmals in Berlin,
ist von der Steiermark weit hin,
bin fast für alles stets bereit,
nehm mir dazu ein bisschen Zeit.

Ich war schon überall zu Haus
und ich bin keine graue Maus;
ich sah sogar den schrägen Turm,
sieht aus, wie ganz ein großer Wurm.

Ich kam in Istanbul gut an,
und sah mir einen Bauchtanz an;
wo hohe Wellen kamen her,
schwamm ich vor Westerland im Meer.

War auch schon auf der Reeperbahn,
fuhr hin nicht mit der Eisenbahn,
flog mit der Air Berlin dort hin,
und hatte nur Eines im Sinn.

Ich sah mir schöne Mädels an,
was jeder wohl begreifen kann;
doch das Geld ging mir sehr schnell aus,
drum fuhr ich wieder bald nach Haus.


Ich hab sehr vieles schon entdeckt,
hab nie und nimmer mich versteckt;
am Eiffelturm ich oben stand
und blickte runter auf das Land.

Ich hab mir London angesehn,
am BT - Tower musst ich stehn,
sah diese Großstadt unter mir,
das soll man sehn, ich rat es dir.

War in den Lammeröfen raften,
wo viele Zuseher nur gafften;
war klettern auf sehr hohen Bergen
und konnt den Angstschweiß gut verbergen.

Doch jetzt als älterlicher Mann,
geh alles ich gemütlich an,
es gibt auch nicht mehr diesen Zwang,
ich schalt zurück oft einen Gang.

Ich reise um des Reisens wegen,
auf alten und auf neuen Wegen.
Ob in der Nähe oder Ferne,
ich reise immer wieder gerne.


Ich packe meinen Koffer,
denk mir, das hat seinen Sinn,
ich brauch eine Veränderung,
zu lang am selben Ort ich bin.

Ich packe Frohmut ins Gepäck,
nun steigt auch die Begeisterung,
die Vorfreude ist mit dabei,
kommt langsam richtig erst in Schwung.

Ich packe ein das Nötigste,
die Hälfte wieder aus,
Bedenken, auch so manch Sorgen,
die lasse ich zu Haus.

Ich reise bald nach Irgendwo,
der Sonne nur entgegen,
bin ich am Ziel dann angelangt,
ist das für mich ein Segen.



© Adalbert Nagele

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